Atemwege

Schlechte Daten für den Diesel
Diesel-Feinstaub triggert Soja-Asthma

„Dieselaffäre“, innerstädtische Dieselfahrverbote, und nun erneut schlechte Diesel-Daten ... Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Exposition mit Dieselabgas-Partikeln ein Soja-Allergen-bedingtes Asthma triggern kann – auch wenn die Soja-Exposition alleine nicht ausgereicht hätte.

Quelle: Alvarez-Simón D et al.: Effects of diesel exhaust particle exposure on a murine model of asthma due to soybean. PLoS One 2017; 12: e0179569

COPD-Patienten ohne Risikofaktoren
Kein Screening ohne Symptome!

Die „US Preventive Services Task Force“ (USPSTF) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Empfehlungen zur Vorsorge und zur Früherkennung. Für die COPD war nun eine Überarbeitung der alten Empfehlungen aus 2008 fällig.

Quelle: US Preventive Services Task Force (USPSTF): Screening for chronic obstructive pulmonary disease. JAMA 2017; 315: 1372-7

Häusliche nichtinvasive Beatmung (NIV) nach COPD-Exazerbation
Weniger Krankenhauseinweisungen und geringere Mortalität mit NIV

Exazerbationen, also akute Verschlechterungen der Lungenfunktion mit Beschwerdezunahme, können nicht nur die Lebensqualität von Patienten mit COPD stark beeinträchtigen – sie führen auch häufig zur Hospitalisierung und verschlechtern die Prognose des Patienten quoad vitam. Eine chronische Hyperkapnie ist dabei ein Risikofaktor für Mortalität, weshalb das Therapiekonzept der häuslichen nichtinvasiven Beatmung (NIV) in diesen Situationen erwogen werden sollte. Hierbei erhält der Patient – meistens nur zur Nacht – Raumluft (ggf. mit O2 angereichert) über eine Maske mit Druckunterstützung. Nun wurde in einer großen randomisierten Studie (HOT-HMV) an Patienten mit zurückliegender Exazerbation und Hyperkapnie untersucht, welche Effekte eine NIV im Vergleich zur Langzeitsauerstofftherapie (O2-Insufflation über Nasenkanüle) hat. Die Ergebnisse konnten den Wert der NIV bei diesen Patienten zweifelsfrei belegen.

Quelle: Murphy PB et al.: Effect of home noninvasive ventilation with oxygen therapy vs oxygen therapy alone on hospital readmission or death after an acute COPD exacerbation: a randomized clinical trial. JAMA 2017; Epub May 21: 10.1001/jama.2017.4451

Probleme mit der Nomenklatur
Nicht „RAD", sondern „Asthma"

Nicht selten wird bei Kleinkindern mit Atemgeräuschen die Diagnose einer reaktiven Atemwegserkrankung gestellt. Dabei beschreibt dieser Begriff lediglich ein Asthma- Symptom und nicht eine eigenständige Erkrankung. Experten rufen daher dazu auf, die unnötige Bezeichnung aus dem medizinischen Jargon zu streichen.

Quelle: Douglas LC, Feder KJ: RAD: reactive airways disease or really ... Pediatrics 2017; 139(1): e20160625

Trockener Husten
Es kann auch mal ein Abszess sein

Hinter einem akuten trockenen Husten steckt meistens eine Bronchitis oder eine Pneumonie. Wenn der Patient aber auf die entsprechende Therapie nicht anspricht, muss man sich differenzialdiagnostische Gedanken machen. Ein pulmonaler Abszess ist dann zwar nach wie vor selten, muss aber in Betracht gezogen werden.

Quelle: Urso B, Michaels S: Differentiation of Lung Cancer, Empyema, and Abscess ... Cureus 2016; 8: e896

COPD-Exazerbationen
Die wichtigsten Bausteine zur Prävention

In den neuen GOLD-Leitlinien zur Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist das Risiko von Exazerbationen stärker in den Vordergrund gerückt. Die duale Bronchodilatation nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

Quelle: Symposium:„COPD- und Asthma-Therapie im Wandel: was lange währt, wird endlich anders“, im Rahmen des DGIM-Kongresses 2017, Mannheim, 1.5.2017, Veranstalter: Novartis Indicaterol/Glycopyrronium: Ultibro® (D, A, CH)

Obstruktive Schlafapnoe (OSA)
Ist ein Screening überhaupt sinnvoll?

Etwa 16% aller Erwachsenen in den USA leiden an schwerer obstruktiver Schlafapnoe (OSA). Ob und wie ein Screening asymptomatischer Patienten sinnvoll ist, versuchte nun die US Preventive Task Force (USPSTF) zu klären.

Quelle: Jonas et al.: US Preventive Task Force: Screening for obstructive sleep apnea ... JAMA 2017; 317: 415-33

Unabhängig von Symptomfrequenz
ICS auch bei intermittierendem Asthma?

Inhalative Kortikosteroide (ICS) sind ein Kernelement der Asthmatherapie. Leitlinien empfehlen ihren Einsatz bei Patienten mit Symptomen an mehr als zwei Tagen pro Woche (persistierendes Asthma). Eine neue Analyse der START-Studie zeigte aber nun, dass Patienten mit geringerer Symptomfrequenz ebenso stark von ICS profitieren können. Ist die Unterscheidung zwischen intermittierendem und persistierendem Asthma damit hinfällig?

Quelle: Reddel HK et al.: Should recommendations about starting inhaled ... Lancet 2017; 389: 157-66

Lungenkarzinom-Screening
Wer? Wann? Wie lange?

Die aktuellste verfügbare S3-Leitlinie zum Lungenkarzinom-Screening stammt aus dem Jahr 2010, ist abgelaufen und soll frühestens im August 2017 aktualisiert werden. Eine Empfehlung der US-Präventionsbehörde aus 2013 lautet: Ein Screening auf Lungenkarzinom sollte mittels Low-dose- Computertomographie jährlich bei 55- bis 80-jährigen Personen erfolgen, die eine mindestens 30-Pack-years-Anamnese aufweisen und aktuell rauchen oder innerhalb der vergangenen 15 Jahre damit aufgehört haben. In einem aktuellen Mikrosimulationsmodell aus Ontario, Kanada, wurden diese Parameter nun noch einmal präzisiert.

Quelle: Ten Haaf K et al.: Performance and Cost-Effectiveness of Computed Tomography Lung Cancer Screening Scenarios in a Population-Based Setting: A Microsimulation Modeling Analysis in Ontario, Canada. PLoS Med 2017; 14: e1002225

Lungenkarzinom-Vorsorge
Wie kanzerogen ist CT-Screening?

Für bestimmte Risikogruppen wird ein jährliches Screening auf Lungenkarzinom mittels Low-dose-Computertomographie empfohlen. Aber Strahlung kann per se Malignität auslösen, weshalb man in einem Rechenmodell untersuchte, zu wie viel zusätzlichen Krebserkrankungen das CT-Screening von Rauchern führen könnte.

Quelle: Rampinelli C et al.: Exposure to low dose computed tomography for lung cancer screening and risk of cancer: secondary analysis of trial data and risk-benefit analysis. BMJ 2017; 356: j347

Therapie-Optionen
COPD 2017: duale Bronchodilatation

Die globale Initiative für COPD (GOLD), schon lange bekannt als respektiertes Leitlinien-gebendes Organ, hat Anfang 2017 seine überarbeiteten Leitlinien veröffentlicht. Diese enthalten zwei für die Praxis relevante Änderungen. Erstens wurde die Einteilung der COPD-Patienten ...

COPD-Therapie
Mut zur Umstellung

Nach den Ergebnissen der FLAME-Studie ist die Kombination aus β-2-Mimetikum (LABA) und Anticholinergikum (LABA/LAMA) bezüglich der Verhinderung von Exazerbationen effektiver als die Kombination aus LABA und inhalativen Kortikosteroiden (LABA/ICS). LABA/LAMA werden deshalb auch im GOLD-Report 2017 vorrangig empfohlen.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Aktuelle Therapieempfehlungen zum COPD-Management in Theorie und Praxis“, im Rahmen des 123. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Mannheim, 1.5.2017, Veranstalter: Novartis,
Indicaterol/Glycopyrronium (Ultibro® Breezhaler®)

Inhaler-Therapie
Typische Fehler vermeiden!

Für COPD- und Asthma-Patienten ist die Inhalationstherapie wichtig. Einer der neueren und verbreiteten Inhalatoren ist ELLIPTA® (GSK). In einer aktuellen Studie wurden nun typische Anwendungsfehler des Devices erfasst, die man kennen sollte, um Patienten bestmöglich zu schulen.

Quelle: van der Palen J et al.: A randomised open-label cross-over study of inhaler errors, preference and time to achieve correct inhaler use in patients with COPD or asthma: comparison of ELLIPTA with other inhaler devices. NPJ Prim Care Resp Med 2017; 27: 17001

Schweres allergisches Asthma
IgE bestimmen und gezielt therapieren

Eine Allergiediagnostik ist bei allen Patienten mit Allergieverdacht und erhöhtem IgE wichtig, um chronische allergische Atemwegserkrankungen durch gezielte Maßnahmen bereits frühzeitig aufzuhalten oder zu verhindern. Lautet die Diagnose „allergisches Asthma“, kann mit Omalizumab die Anzahl schwerer Exazerbationen halbiert werden.

Quelle: SYMPOSIUM „Klartext zum schweren Asthma“, Stuttgart, 24.3.2017, Veranstalter: Novartis Omalizumab: Xolair® (D, A, CH)

Neue Wege mit Biologika
Schweres eosinophiles Asthma

Asthma ist nicht gleich Asthma. Die genaue Phänotypisierung der Erkrankung erlaubt eine zielgerichtete Therapie. Bei einem eosinophilen Asthma sind IL-5 und IL-13 die Angriffspunkte für spezifisch wirkende Biologika.

Quelle: Fachpressekonferenz:

„Unkontrolliertes Asthma: Medical Need und neue Ansätze“, im Rahmen des 58. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V., Stuttgart, 23.3.2017, Veranstalter: AstraZeneca

Therapiefortschritte dank molekularer Erkenntnisse
Bronchialkarzinom: Die Antikörper- Schlacht ist noch nicht geschlagen

Therapeutisch gab es in den vergangenen zehn Jahren beim Bronchialkarzinom bemerkenswerte Fortschritte. Man könnte den Lungenkrebs auch als die Mustererkrankung par excellence für die Präzisionsmedizin („targeted therapy“) bezeichnen. Bei kaum einer anderen Entität wurden in der kürzeren Vergangenheit mehr onkogene Mutationen beschrieben und zielgerichtete systemische Therapien entwickelt. Stets befindet man sich mit der Antikörpertherapie allerdings in einem Wettlauf zwischen Resistenzentwicklung und dem Finden von Antikörper-Alternativen für die nächste Therapielinie.

Quelle: Hirsch FR et al.: Lung cancer: current therapies and new targeted treatments. Lancet 2017; 389: 299-311

ICS/LABA-Fixkombination
Asthmakontrolle und Patientenzufriedenheit

Die Therapie mit der Fixkombination aus dem inhalativen Glukokortikoid (ICS) Fluticason und dem lang wirkenden Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) Formoterol verbessert auch unter Real-life-Bedingungen neben der Lebensqualität die Kontrolle des Asthmas: Nach zwölf Monaten hatte sich in einer nicht-interventionellen Praxisstudie der Patientenanteil mit guter Asthmakontrolle mehr als verdoppelt.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Real World Asthma – Neue Langzeitdaten zu flutiform®“, Stuttgart, 23.3.2017, Veranstalter: Mundipharma Fixkombination Fluticason/Formoterol: flutiform® (D, A, CH)

COPD im „real life"
ICS-Absetzen ohne Risiko?

Über den Einsatz von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) bei COPD wird aktuell viel diskutiert. Es gibt Daten, nach denen zahlreiche COPD-Patienten ICS erhalten, ohne dass diese nach Leitlinienempfehlungen indiziert wären. Daher untersuchten Ärzte aus Marburg nun, ob das Absetzen von ICS risikolos möglich ist.

Quelle: Vogelmeier C et al.: „Real-life“ inhaled corticosteroid withdrawal in COPD: a subgroup analysis of DACCORD. Int J COPD 2017; 12: 487-94

3 in 1 bei COPD
Fixkombination für instabile COPD-Patienten

Die Ergebnisse der Studien TRILOGY und TRINITY zeigen, dass die fixe Kombination aus inhalativem Kortikosteroid (ICS), lang wirksamem Betamimetikum (LABA) und lang wirksamem Anticholinergikum (LAMA) bei COPD-Patienten Exazerbationen besser vorbeugt als die Zweierkombination von ICS plus LABA oder eine LAMA- Monotherapie.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Chiesi TRIALOG I – Moderne COPD-Behandlungsstrategien: GOLDrichtig bei instabilen Patienten?“, Stuttgart, 24.3.2017, Veranstalter: Chiesi Dreifachkombination Formoterol/Glycopyrronium/ Beclometason

COPD-Therapiestrategie
Bronchodilatation plus Lungensport

COPD wird bald zu den Top 3 der weltweiten Todesursachen gehören. Grund ist die typische Abwärtsspirale aus Luftnot, Dekonditionierung, Zunahme der Komorbidität und Anstieg der Mortalität.

Quelle: Fachpressekonferenz: „1, 2 oder 3 – mit Spiolto® Respimat® voll dabei“, Stuttgart, 24.3.2017, Veranstalter: Boehringer Ingelheim Tiotropium/Olodaterol: Spiolto® Respimat® (D, A, CH)

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