Rheuma

Rheumatische Erkrankungen
Hohes Risiko für Schlaganfälle

Einige rheumatische Erkrankungen gehen gehäuft mit zerebrovaskulären Erkrankungen einher. Nun untersuchten Forscher, inwiefern der Schlaganfall-Subtyp und das Alter der Patienten dabei eine Rolle spielen.

Quelle: Wiseman SJ et al.: Cerebrovascular disease in rheumatic disease. Stroke 2016; 47: 943-50

Rheumatoide Arthritis
Lässt sich die Wirksamkeit von Biologika voraussagen?

Die Einführung der Biologika hat die therapeutischen Möglichkeiten bei rheumatoider Arthritis (rA) wesentlich bereichert. In einer klinischen Studie wurde nun gezeigt, dass bestimmte Prädiktoren die Wirksamkeit einer solchen Therapie voraussagen können.

Quelle: Vastesaeger N et al.: Prediction of remission and low disease ... Rheumatology 2016; 55: 1466-76

Mehr als eine banale Komorbidität in der Dermatologie
Psoriasis-Arthritis: Frühzeitige Diagnose verhindert Gelenkdestruktion

Psoriasis ist eine häufige Hauterkrankung. Die Psoriasis-Arthritis (PsA) wiederum ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen von Psoriatikern – bis zu 30% aller Patienten mit Schuppenflechte weisen auch eine Gelenkbeteiligung auf. So kommt man auf eine Prävalenz von 30 bis 100 pro 10 000. Man schätzt, dass bei etwa 15% aller Psoriasis-Patienten, die von einem Dermatologen betreut werden, eine begleitende PsA unerkannt bleibt. Das ist ungünstig, denn es existieren effektive Therapien, die die radiologische Progression und die klinische Gelenkdestruktion aufhalten können. Deshalb ist eine möglichst frühzeitige Diagnose für die Patienten essenziell.

Quelle: Ritchlin CT et al.: Psoriasis arthritis. N Engl J Med 2017; 376: 957-70

Opportunistische Infektionen im Fokus
Typische pulmonale Infektionen bei systemischen rheumatischen Erkrankungen

Systemische rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (rA), systemischer Lupus erythematodes (SLE) oder systemische Sklerose (SSc) sind u. a. charakterisiert durch eine beachtliche Morbidität und Mortalität, die von Komplikationen verursacht sind – allen voran begleitende pulmonale Infektionen. Die typischen Erreger und einzelne Risiken sollte man kennen, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können.

Quelle: Di Franco M et al.: Lung infections in systemic rheumatic disease: focus on opportunistic infections. Int J Mol Sci 2017; 18: pii E293

Polymyalgia rheumatica und Riesenzellarteriitis
Ähnlich, aber nicht gleich

Eine Polymyalgia rheumatica (PMR) und die Riesenzellarteriitis (RZA) sind oft nicht leicht zu differenzieren. Mit einigen sonographischen Kniffen lässt sich die meist klinische Diagnostik vereinfachen, und auch die Therapie mit Glukokortikoiden kann man in manchen Fällen durch zusätzliche Maßnahmen verbessern.

Quelle: Buttgereit F et al.: Polymyalgia rheumatica and giant cell arteritis. JAMA 2016; 315(22): 2442-58

Ankylosierende Spondylitis
Positive Langzeitdaten zu Secukinumab

Secukinumab ist ein IL-17A-Inhibitor, der zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis und der ankylosierenden Spondylitis (AS) angezeigt ist. Im Rahmen des EULAR-Kongresses 2016 wurden neue Langzeitdaten präsentiert, die belegen, dass eine AS-Therapie mit Secukinumab auch über 104 Wochen dauerhaft wirksam ist.

Quelle: Emery P et al.: Secukinumab improves physical function and quality of life in patients with active ankylosing spondylitis: 2-year data from MEASURE 1, a phase 3 randomised trial. Ann Rheum Dis 2016; 75: 818

Biologika-Strategie bei Rheuma
Switch it!

TNFa-Inhibitoren sind effektive Medikamente, die die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis (rA) deutlich und klinisch relevant reduzieren können. Aber bei etwa einem Drittel der Patienten wirken TNFa-Blocker nicht oder nicht ausreichend. Wie man dann therapeutisch am besten weiter verfährt, dazu gibt es kaum Daten. Nun untersuchten französische Rheumatologen, ob man im Falle eines TNFa-Versagens auf einen anderen TNFa- Blocker umsteigen sollte, oder besser ein anderes Nicht-TNFa-Biologikum wählt. Das Ergebnis ihrer Untersuchung favorisierte eindeutig die Klassen-Switch-Strategie.

Quelle: Gottenberg JE et al.: Non-TNF-targeted biologic vs a second anti-TNF ... JAMA 2016; 316: 1172-80

Therapiestrategie bei Rheuma
MTX + x?

Methotrexat (MTX) bildet nach wie vor das Rückgrat der Therapie einer rheumatoiden Arthritis (rA). In einer umfangreichen Netzwerk-Metaanalyse aus 158 Studien versuchte man nun herauszufinden, mit welcher MTX-Kombinationstherapie die Krankheitsaktivität am besten in den Griff zu bekommen ist. Die Ergebnisse könnten geeignet sein, den einen oder anderen Euro im Gesundheitswesen zu sparen.

Quelle: Hazlewood G et al.: Methotrexate monotherapy ... BMJ 2016; 353: i1777

Langzeitdaten vom EULAR
Secukinumab bei PsA dauerhaft wirksam

Der IL-17A-Inhibitor Secukinumab ist seit Ende 2015 zugelassen bei Psoriasis-Arthritis (PsA) und ankylosierender Spondylitis (AS). Maßgebliche Daten zur Zulassung bei PsA lieferte die Studie FUTURE 1. Nun wurden auf dem letzten EULAR die Langzeitdaten von FUTURE 1 präsentiert: Secukinumab zeigte sich dabei auch bis zur Woche 104 dauerhaft wirksam in der Verbesserung zahlreicher rheumatologischer Scores und klinischer Parameter.

Quelle: Kavanaugh A et al.: Secukinumab provides sustained improvement in the signs and symptoms of active psoriatic arthritis: 2-year efficacy and safety results from the phase 3 randomised, double-blind, placebo-controlled trial, FUTURE 1. Abstract FRI0448, EULAR 2016, 8.-11.6.2016, London

Psoriasis-Arthritis
Zwei neue internationale Leitlinien

Im Jahr 2016 haben sowohl die EULAR (European League Against Rheumatism) als auch die GRAPPA (Group for Research and Assessment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis) aktualisierte Empfehlungen zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis vorgelegt – mit vielen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden.

Quelle: Gossec L et al.: Management of psoriatic arthritis in 2016 ... Nat Rev Rheumatol 2016; 12(12): 743-50

STUDIEN-STECKBRIEF
Ixekizumab bei Plaque-Psoriasis
  • Studienname: UNCOVER 1, 2 und 3
  • Fazit: Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis kann die Neutralisierung von IL-17A mit Ixekizumab den Hautzustand verbessern oder vollständig normalisieren. Bei vierwöchiger Gabe konnte das Ansprechen dauerhaft erhalten bleiben.
...

Quelle: Gordon KB et al.: Phase 3 trials of ixekizumab in moderate-to-severe plaque psoriasis. N Engl J Med 2016; 375(4): 345-56

Periphere Verschlusskrankheit
Risiko bei rheumatoider Arthritis erhöht

Die rheumatoide Arthritis (rA) wird heute als ein systemisch-entzündliches Autoimmunleiden interpretiert, das außer mit Gelenkschäden auch mit extra artikulären Manifestationen einhergeht. Davon sind auch diverse Gefäße betroffen.

Quelle: Chuang Ya-Wen et al.: Risk of peripheral arterial ... Thromb Haemost 2016; 115: 439-45

Osteoporose bei rA
Vitamin D + Kalzium für alle Rheumatiker?

Rheumatoide Arthritis (rA) geht häufig mit Osteoporose einher – verursacht durch die Krankheit selbst sowie durch den Gebrauch von Glukokortikoiden. Die Knochenmineraldichte ändert sich dabei zwar langsam, doch langfristig ist das Osteoporose-Risiko sehr hoch.

Quelle: Peng J et al.: Bone mineral density in patients with ... J Clin Rheum 2016; 22(2): 71-4

KHK-Risiko bei Psoriasis-Arthritis
Auch bei Plaque-Nachweis unzureichende Prävention

Bei Patienten mit einer Psoriasis-Arthritis ist das kardiovaskuläre Risiko deutlich erhöht, so dass alle präventiven Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollten. Doch sogar bei Nachweis von Plaques ist die Versorgung mit Statinen und Plättchenhemmern unzureichend.

Quelle: Lucke M et al.: The impact of identifying carotid plaque on addressing cardiovascular risk in psoriatic arthritis. Arthritis Res Ther 2016; 18: 178

Psoriasis-Arthritis
Je nach Medikation mehr Karzinome

Rheumatoide Arthritis und Psoriasis gehen bekanntermaßen mit einem erhöhten Risiko für Malignität einher. Wie hoch das Risiko bei Psoriasis-Arthritis ausfällt, hängt einer aktuellen Studie zufolge unter anderem von der Art der Therapie ab.

Quelle: Hagberg WK et al.: Rates of cancers and opportunistic infections in patients with psoriatic arthritis ... J Clin Rheumatol 2016; 22(5): 241-7

Daten aus dem Patientenalltag
Mehr Lebensqualität mit Golimumab

Erst in den letzten Jahren erlangten in der Rheumatologie Aspekte zunehmend an Bedeutung, die sich am Alltagsleben und an Kriterien der Lebensqualität orientieren. Die Ergebnisse der nicht-interventionellen GO-NICE Studie zeigten, dass der TNFa- Blocker Golimumab die Lebensqualität der Patienten verbessert.

Quelle: Fachpressekonfernz: „‘Die Stimme des Patienten – in Studien nicht gehört?’ – SIMPONI® – Patient Reported Outcome aus der nicht-interventionellen Studie GO-NICE“, Frankfurt am Main, 1.9.2016, Veranstalter: MSD Golimumab: Simponi® (D, A, CH)

Psoriasis-Arthritis (PsA) und ankylosierende Spondylitis (AS)
IL-17A als Schlüssel für zwei Erkrankungen

Von der Zulassungserweiterung des Anti-IL-17A-Antikörpers Secukinumab profitieren Patienten mit PsA oder AS, deren Erkrankung mit den jeweiligen konventionellen Standardtherapien nicht gut kontrolliert werden kann.

Quelle: Symposium: „Der IL-17A Signalweg: Neueste Entwicklungen und erste klinische Erfahrungen aus der Praxis“, Frankfurt am Main, 1.9.2016, Veranstalter: Novartis Secukinumab: Cosentyx® (D, A, CH)

Therapie-Optionen
Neue Rabattverträge für Etoricoxib

Seit dem 1. Juli 2016 ermöglichen neue Rabattverträge für Etoricoxib (Arcoxia®) in der Therapie entzündlicher Gelenkschmerzen eine wirtschaftliche Verordnung und Budgetentlastung. Etoricoxib ist zugelassen für die Behandlung von Symptomen bei Reizzuständen ...

Verwandte von rA-Patienten
Mein Rheuma-Risiko?

Verwandte von Patienten mit rheumatoider Arthritis (rA) weisen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auf. Aber was halten die Betroffenen eigentlich von dieser Information und wie gehen sie damit um? Wünschen sie ggf. weitere medizinische Untersuchungen?

Quelle: Stack RJ et al.: Perceptions of risk and ... BMJ Open 2016; 6(6): e010555

Biologicals head-to-head bei rheumatoider Arthritis
Tofacitinib und Adalimumab wirken gleich gut

Biologicals haben die Therapie der rheumatoiden Arthritis (rA) verbessert. In einem direkten Vergleich des Janus-Kinase-Inhibitors Tofacitinib (in D zur Zulassung eingereicht) mit dem TNFa-Inhibitor Adalimumab zeigte sich eine vergleichbar gute Wirkung.

Quelle: Strand V et al.: Tofacitinib or adalimumab versus placebo: patient-reported outcomes from a phase 3 study ... Rheumatology 2016; 55: 1031-1041

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