Stresshyperglykämie mit Folgen

Stresshyperglykämie ist ein Warnschuss. Das zeigte eine retrospektive Kohortenstudie von 86 634 Patienten im Alter von 40 Jahren und älter, die als Notfall stationär aufgenommen werden mussten. Das Risiko, in den nächsten drei Jahren einen Diabetes zu entwickeln, lag bei einem Blutzuckerspiegel von ...

Quelle: McAllister DA et al.: Stress hyperglycaemia in hospitalised patients and their 3-year risk of diabetes. PLoS Med 11 (2014)

Seltener Grund für Bauchschmerz
Spontaner Niereninfarkt

Thrombosen in der Arteria renalis treten in der Regel im Kontext einer Erkrankung auf. In sehr seltenen Fällen kann eine Nierenarterienthrombose aber auch spontan entstehen. Früh erkannt kann man die Niere dann vielleicht noch retten.

Quelle: Raghavendran M et al.: Isolated spontaneous renal artery thrombosis ... Urol Case Rep 2016; 9: 4-5

Ixazomib bei neu diagnostiziertem Multiplen Myelom
Tiefes und anhaltendes Ansprechen

Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM), die sich keiner Stammzelltransplantation (SCT) unterziehen, erreichen unter Ixazomib plus Lenalidomid und Dexamethason, gefolgt von einer Erhaltungs-Monotherapie mit Ixazomib, ein tiefes und anhaltendes Ansprechen – so neue Daten von der Jahrestagung der European Hematology Association 2017.

Quelle: Kumar S et al.: Deep and durable responses with weekly ixazomib ... Abstract S408, oral presentation. EHA, Madrid, 24.6.2017

Zeit sparen bei Auswertung der RR-Selbstmessung
3-von-10-Regel bewährt sich

Für die Blutdruckkontrolle wird neben der 24-Stunden-Messung die tägliche Selbst-Messung empfohlen. Jetzt konnte in einer Studie gezeigt werden, dass die Analyse der letzten zehn gemessenen Werte ausreicht, um beurteilen zu können, ob der Blutdruck zufriedenstellend eingestellt ist.

Quelle: Sharman JE et al.: Pragmatic method using blood pressure diaries to assess blood pressure control. Ann Fam Med 2016; 14: 63-9

Kardiovaskuläres Risiko
Tai Chi senkt Entzündungsmarker

Frauen tragen allgemein ein höheres kardiovaskuläres Risiko als Männer. Neben Arteriosklerose tragen verschiedene physische und psychische Faktoren dazu bei. Stress, Erschöpfung und einige weitere Risikofaktoren lassen sich einer aktuellen Studie zufolge durch Tai Chi reduzieren.

Quelle: Robins JL et al.: The effects of Tai Chi on ... Am J Health Promot 2016; 30(8): 613-22

Diabetiker mit Herzinsuffizienz
Das kardiovaskuläre Risiko mit den richtigen Medikamenten in Schach halten

Die Prävalenz der Herzinsuffizienz ist bei Diabetikern sehr hoch, die Prognosen dabei relativ schlecht. Therapiert wird die Herzinsuffizienz bei diabetischen Patienten im Prinzip wie bei anderen Patienten auch. Bei der Wahl der Antidiabetikums gibt es allerdingd einiges zu beachten.

Quelle: Lehrke M, Marx N: Diabetes mellitus and heart failure. Am J Med 2017; 130(6S): S40-S50

Unerwartet hohe Inzidenz
Mitralinsuffizienz bei Diabetikern

Sollten alle Typ-2-Diabetiker ein Herzecho erhalten? Diese Frage scheint in Anbetracht der aktuellen Ergebnisse einer Studie aus Verona, Italien, durchaus angebracht. Denn die Ergebnisse belegten, dass zum einen die Inzidenz der Mitralinsuffizienz unerwartet hoch war, und dass zum anderen auch bereits eine leichte Mitralinsuffizienz die Mortalität unabhängig von anderen Risikofaktoren deutlich erhöhte.

Quelle: Rossi A et al.: Mitral regurgitation and increased risk of all-cause and cardiovascular mortality in patients ... Am J Med 2017; 130: 70-6

Venöse Thromboembolie
DOAK von früh bis lang

Venöse Thromboembolien sind häufig. Darüber, womit und wie lange eine Rezidivprophylaxe erfolgen sollte, diskutierten Experten im Rahmen des 123. DGIM-Kongresses.

Quelle: Symposium:„Lungenembolie und tiefe Beinvenenthrombose – diagnostische und therapeutische Tipps für den Alltag“, Mannheim, 30.4.2017, Veranstalter: Bristol-Myers- Squibb/Pfizer Apixaban: Eliquis® (D, A, CH)

Antikoagulation mit Edoxaban
Auch Risikopatienten profitieren

Neue Daten zeigen, dass das direkte orale Antikoagulanz (DOAK) Edoxaban auch bei schwer zu behandelnden Patientengruppen eine sichere Option darstellt. So eignet sich Edoxaban sowohl für Patienten mit Kardioversion als auch bei eingeschränkter Nierenfunktion oder höherem Alter.

Quelle: Symposium:„Moderne Schlaganfallprophylaxe bei VHF – Am Puls der Zeit“, im Rahmen des 83. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Mannheim, 21.4.2017, Veranstalter: Daiichi Sankyo Edoxaban: Lixiana® (D, A, CH)

Phenprocoumon – nicht Warfarin – als Komparator
Apixaban schlägt (auch) Phenprocoumon

Warfarin ist international der am häufigsten eingesetzte Vitamin-K-Antagonist (VKA) zur Therapie bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF). Nun gibt es erstmals auch Daten zur Sicherheit des direkten oralen Antikoagulanz (DOAK) Apixaban im Vergleich zu dem in Deutschland häufig verwendeten VKA Phenprocoumon.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Einblicke in den kardiologischen Therapiealltag: Fünf Jahre Apixaban in der Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern“, im Rahmen der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Mannheim, 20.4.2017, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb und Pfizer Apixaban: Eliquis® (D, A, CH)

Hypertonie kontrollieren
Fixe Kombination verbessert Blutdruck

Fixkombinationen verbessern bei der antihypertensiven Therapie die Zielblutdruckwerterreichung und die Adhärenz. Gleichzeitig werden kardiale Ereignisse reduziert.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Herausforderung Hypertonie – Zielwerterreichung und Therapieoptionen“, Berlin, 13.5.2017, Veranstalter: Berlin Chemie
Amlodipin/Olmesartan: Vocado®
Amlodipin/Olmesartan/Hydrochlorothiazid: Vocado® HCT

Neue Empfehlungen der Kölner Konsensus-Konferenz
Frühe Kombinationstherapie bei PAH

Im Rahmen der Kölner Konsenus-Konferenz (KKK) 2017 diskutierten Experten die aktuellen europäischen Leitlinien zur Therapie der pulmonalen bzw. pulmonalarteriellen Hypertonie (PAH) in Deutschland. Der Fokus lag dabei auf der Risikostratifizierung und neuen Therapiealgorithmen.

Quelle: Symposium: „Neuorientierung in der P(A)H“, Mannheim, 20.4.2017, Veranstalter: Actelion
Macitentan: Opsumit®, Selexipag: Uptravi®  

 

Thromboseprophylaxe
Cave Nierenfunktion bei älteren Patienten

Ältere Patienten, die nach stationärem Aufenthalt eine ambulante Thromboseprophylaxe benötigen, haben oft eine eingeschränkte Nierenfunktion. Dies wird bei der Wahl der Medikation zu wenig beachtet, mahnen Experten.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Verlängerte Thromboseprophylaxe mit Certoparin (Mono-Embolex®) – Patientensicherheit im Fokus“, im Rahmen des DGIM-Kongresses 2017, Mannheim, 1.5.2017, Veranstalter: Aspen Fondaparinux: Arixtra® (D, CH) Certoparin: Mono-Embolex® (D, A, CH)

83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
TAVI bei mittlerem Risiko – Stent oder Bypass – Impeller-Pumpe

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bietet alljährlich einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen in diesem Fachgebiet, wobei das Themenspektrum von der Prävention über technische und medikamentöse Innovationen bis hin zur Rehabilitation reicht. Zahlreiche Neuigkeiten gab es aus medizintechnischer Sicht zum Beispiel zur Transkatheter-Aortenklappe und zu neuen Herzunterstützungssystemen.

Diabetiker mit Herzinsuffizienz
Sacubitril/Valsartan ist Enalapril bezüglich Blutzuckereinstellung überlegen

Der Angiotensinrezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI) Sacubitril/Valsartan wurde kürzlich zur Therapie von Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) zugelassen. Grundlage war die Studie PARADIGM-HF. Nun ergab eine Posthoc- Analyse der Studiendaten, dass bei herzinsuffizienten Diabetikern der ARNI günstiger auf die diabetische Stoffwechsellage wirkt als die alleinige Enalapril-Therapie.

Quelle: Seferovic J et al.: Effect of sacubitril/valsartan versus enalapril on glycaemic control in patients with heart failure and diabetes: a post-hoc analysis ... Lancet Diabetes Endocrinol 2017; 5: 333-40

Medikamentöse Therapie bei KHK
Koronar-Plaques können sich zurückbilden

Ein Patient mit stabiler KHK stellte sich vier Jahre nach der Erstdiagnose einer schweren koronaren Stenose erneut mit Brustschmerzen vor. In der Bildgebung konnten die Ärzte aber „kardiale Entwarnung“ geben, denn die von ihnen angesetzte Therapie hatte die Stenose deutlich zurückgebildet.

Quelle: Keraliya A, Blankstein R: Regression of coronary atherosclerosis with medical therapy. N Engl J Med 2017; 376: 1370

Koronare Herzkrankheit
Tödlicher Jojo-Effekt

Gewichtsreduktion ist eine elementare Maßnahme im Kampf gegen kardiovaskuläre Erkrankungen. Häufig halten die Abnehmerfolge jedoch nicht lange, und der „Jojo-Effekt“ stellt sich ein. Dieser kann das kardiovaskuläre Risiko erhöhen, was bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) besonders folgenreich sein kann.

Quelle: Bangalore S et al.: Body-weight fluctuations and outcomes ... N Engl J Med 2017; 376(14): 1332-40

RAS-Blockade
Alarm, wenn das Kreatinin steigt

ACE-Hemmer und AT1-Blocker werden vielfach bei Hypertonie, Herzinsuffizienz, diabetischer Mikroalbuminurie, Proteinurie und nach Herzinfarkt eingesetzt. Unter der Medikation kann allerdings die Nierenfunktion abrupt zurückgehen.

Quelle: Schmidt M et al.: Serum creatinine elevation after renin-angiotensin ... BMJ 2017; 356: j791

Thromboseprophylaxe bei Vorhofflimmern
Zu selten antikoaguliert

Vorhofflimmern (VHF) erhöht das Risiko für Schlaganfälle um das Vier- bis Fünffache. Durch die Gabe von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) lässt sich dieses Risiko verringern, wie es auch in den aktuellen Leitlinien empfohlen wird. Neuen Daten zufolge werden viele gefährdete Patienten jedoch nicht ausreichend oder gar nicht therapiert – mit ernsten Folgen.

Quelle: Xian Y et al.: Association of preceding antithrombotic treatment with acute ischemic stroke severity and in-hospital outcomes among patients with atrial fibrillation. JAMA 2017; 317(10): 1057-67

Wie lange nach Stenting antikoagulieren?
PRECISE-DAPT-Score bestimmt Blutungsrisiko

Die duale Plättchenhemmer-Therapie (DAPT) ist Standard nach perkutaner Revaskularisation mit Stenting und beugt Ischämie-Rezidiven nach dem Eingriff vor. Sie geht allerdings auch mit einem erhöhten Blutungsrisiko einher.

Quelle: Costa F et al.: Derivation and validation of the predicting bleeding complications in patients undergoing stent implantation and subsequent dual antiplatelet therapy (PRECISE-DAPT) scoe: a pooled analysis of individual-patient datasets from clinical trials. Lancet 2017; 389: 1025-34

Herz-Kreislauf

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