Langzeit-DAT bei Stent-Patienten
Mehr Ischämien als Blutungen

Bei Patienten mit Koronarstent ist die duale Plättchenhemmung (DAT) über zwölf Monate Standard, um eine Stentthrombose und ein ischämisches Rezidiv zu verhindern. Welche Nutzen-Risiko-Relation besteht bei längerer DAT-Gabe?

Quelle: Levine GN: Balancing ischemic and bleeding risks of prolonged dual antiplateled therapy, JAMA Cardiol 2017; 2: 478-87

Atherosklerose-Risiko
Gen als Ansatz für Lipidsenkung

Funktionslose Varianten des Gens ANGPTL3 (angiopoietin-like 3 gene) sind mit einer Erniedrigung von Triglyzeriden und Cholesterinfraktionen assoziiert. Ungeklärt war bisher, ob solche Varianten oder ein therapeutischer Antagonismus des Genprodukts ANGPTL3 mit einer Verminderung des Atherosklerose-Risikos einhergehen.

Quelle: Dewey FE et al.: Genetic and pharmacologic inactivation of ANGPTL3 and cardiovascular disease. N Engl J Med 2017; 377: 211-21

Seltener Grund für Bauchschmerz
Spontaner Niereninfarkt

Thrombosen in der Arteria renalis treten in der Regel im Kontext einer Erkrankung auf. In sehr seltenen Fällen kann eine Nierenarterienthrombose aber auch spontan entstehen. Früh erkannt kann man die Niere dann vielleicht noch retten.

Quelle: Raghavendran M et al.: Isolated spontaneous renal artery thrombosis ... Urol Case Rep 2016; 9: 4-5

Venöse Thromboembolie
DOAK von früh bis lang

Venöse Thromboembolien sind häufig. Darüber, womit und wie lange eine Rezidivprophylaxe erfolgen sollte, diskutierten Experten im Rahmen des 123. DGIM-Kongresses.

Quelle: Symposium:„Lungenembolie und tiefe Beinvenenthrombose – diagnostische und therapeutische Tipps für den Alltag“, Mannheim, 30.4.2017, Veranstalter: Bristol-Myers- Squibb/Pfizer Apixaban: Eliquis® (D, A, CH)

Thromboseprophylaxe
Cave Nierenfunktion bei älteren Patienten

Ältere Patienten, die nach stationärem Aufenthalt eine ambulante Thromboseprophylaxe benötigen, haben oft eine eingeschränkte Nierenfunktion. Dies wird bei der Wahl der Medikation zu wenig beachtet, mahnen Experten.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Verlängerte Thromboseprophylaxe mit Certoparin (Mono-Embolex®) – Patientensicherheit im Fokus“, im Rahmen des DGIM-Kongresses 2017, Mannheim, 1.5.2017, Veranstalter: Aspen Fondaparinux: Arixtra® (D, CH) Certoparin: Mono-Embolex® (D, A, CH)

Varikose-Therapie
Polidocanol: genauso effektiv wie Laser

Zur Behandlung von kleinkalibrigen Varizen ist die Flüssigsklerosierung die Methode der Wahl und dem Laser deutlich überlegen. Bei größeren Varizen ist die ultraschallgesteuerte Schaum-Sklerotherapie eine gute Alternative.

Quelle: Fachpressekonferenz:„Sklerotherapie – Goldstandard bei der Therapie der Varikose?“, Berlin, 26.4.2017, im Rahmen des DDG-Kongresses, Veranstalter: Kreussler Pharma Polidocanol: Aethoxysklerol® (D)

Koronarinsuffizienz
Was für ein Stent soll es sein?

Die perkutane Koronar-Intervention (PCI) mit Einsetzen eines Stents gehört heute zu den häufigsten Eingriffen in der Medizin. Dabei konkurrieren immer noch baremetal stents (BMS) und verschiedene drug-eluting stents (DES).

Quelle: Bønaa KH et al.: Drug-eluting or bare-metal stents for coronary artery disease. N Engl J Med 2016; 375: 1242-52

Nicht nur gut für die Venen
Kompressionsstrümpfe wirken analgetisch

Eine Kompressionstherapie soll der Bildung von Lymphödemen und venösen Störungen vorbeugen. Breitflächig angewandt kann der ausgeübte Druck aber auch Schmerzen lindern.

Quelle: Honigman L et al.: Nonpainful wide-area compression inhibits experimental pain. Pain 2016; 157: 2000-11

Koronar-Intervention
Wem droht Kontrastmittel-Nephropathie?

Bei perkutanen Koronar-Interventionen im Rahmen eines akuten Infarkts sind Kontrastmittel unverzichtbar. Sie bergen allerdings das Risiko einer Kontrastmittel- Nephropathie – verbunden mit hoher Morbidität und Mortalität. Es ist aber schwer abzuschätzen, welchen Patienten diese Komplikation droht.

Quelle: Lazaros G et al.: Usefulness of C-reactive protein as a predictor of contrast-induced nephropathy after percutaneous coronary interventions in patients with acute ... Am J Cardiol 2016; 118: 1329-33

KHK-Patienten mit Statintherapie profitieren von Evolocumab
Evolocumab reduziert Koronar-Atherosklerose

Die Senkung des LDL-Cholesterinspiegels (LDL-C) durch Statine stellt einen Eckpfeiler in der Behandlung der koronaren Herzerkrankung dar. Frühere Studien zeigten, dass der PCSK9-Inhibitor Evolocumab als Add-on-Therapie zu Cholesterinsenkern das LDL-C zusätzlich reduzieren kann. In der GLAGOV-Studie wurde nun erstmals gezeigt, dass unter einer zusätzlichen LDL-C-Senkung mit Evolocumab die „Atherom-Last“ sinkt, sich koronare Plaques sogar zurückbilden können und im Vergleich zu einer Statin-Monotherapie signifikant mehr Patienten eine Plaque-Regression erfahren.

Quelle: Nicholls SJ et al.: Effect of evolocumab on progression of coronary disease in statin-treated patients. The GLAGOV randomized clinical trial. JAMA 2016; Epub Nov 15; doi: 10.1001/jama.2016.16951

Koronare Bildgebung bei Angina
Sofort kathetern?

Die invasive Koronar-Angiographie ist für die definitive Diagnose einer Stenose unverzichtbar. Als Suchtest bei atypischer Angina pectoris wird sie jedoch zunehmend infrage gestellt.

Quelle: Dewey M et al.: Evaluation of computed tomography in patients with atypical angina or chest pain clinically referred for invasive coronary angiography: randomised controlled trial. BMJ 2016; 355: i5441

Koronar-CT
Kann Bildgebung die Akuttherapie leiten?

Mittels CCTA (coronary computed tomographic angiography) lassen sich Koronarstenosen weniger invasiv als mit dem Herzkatheter darstellen. Bei akutem Thoraxschmerz eröffnen sich damit auch Optionen der Therapiesteuerung.

Quelle: Pursnani A et al.: Use of coronary computed ... Am J Cardiol 2016; 117: 319-24

Chronische stabile Angina pectoris
Braucht der Patient eine Koronarintervention?

Eine koronare Herzkrankheit manifestiert sich in etwa der Hälfte der Fälle als chronische stabile Angina pectoris. Sie äußert sich als retrosternaler Schmerz von weniger als 10 min Dauer. Solche Patienten kommen oft mit Pharmaka aus; manche aber brauchen eine PCI.

Quelle: Ohman EM: Chronic stable angina. N Engl J Med 2016; 373: 1167-76

Einfache Studie – klare Botschaft
Bei Venenproblemen auch ABI messen

Eine kleine Studie aus Serbien erbrachte ein praxisrelevantes Ergebnis: Leiden Patienten unter einer schweren chronischvenösen Insuffizienz (CVI), dann haben sie auch häufiger eine pAVK. Deshalb sollte man bei jedem schwer betroffenen CVI-Patienten auch den Knöchel-Arm-Index (ABI) auf der Suche nach einer pAVK bestimmen.

Quelle: Matic M et al.: Frequency of peripheral arterial disease in patients with chronic venous insufficiency. Iran Red Crescent Med J 2016; 18(1): e20781

Patientenfragebogen zum postthrombotischen Syndrom
Diagnose ohne Arzt möglich

Nach einer tiefen Beinvenenthrombose kann es zum postthrombotischen Syndrom (PTS) kommen. Von Fachgesellschaften empfohlen wird die Diagnose eines PTS mittels Villalta- Skala, bei der der Patient fünf und der Arzt sechs Parameter bewerten muss. Nun wurde ein modifiziertes Score-System validiert, bei dem nur der Patient mitwirken muss.

Quelle: Utne KK et al.: Development and validation of a tool for patient reporting of symptoms and signs of the post-thrombotic syndrome. Thromb Haemost 2016; 115: 361-7

Therapie-Optionen
Erweiterte Zulassung für TAVI-Klappe
Seit 2014 ist die Transkatheter Aortenklappe Edwards SAPIEN 3 zur Behandlung von inoperablen und Hochrisikopatienten mit schwerer, symptomatischer Aortenstenose zugelassen. Nun wurde die CE-Zulassung für die erweiterte Anwendung des kathetergestützten Aortenklappenersatzes auch bei
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Perkutane Koronar-Intervention
Ein Score wird noch besser

Es gibt verschiedene Methoden zur Abschätzung der Prognose nach einer perkutanen Koronar-Intervention. Jede von ihnen hat ihre Stärken und Schwächen – so auch der SYNTAX-Score.

Quelle: Ueki Y et al.: Predictive value of combining the ankle-brachial index and SYNTAX score for the prediction of outcome after percutaneous coronary intervention (from the SHINANO registry). Am J Cardiol 2016; 117: 179-85

Perkutane Koronar-Intervention
Ein Blut-Parameter korreliert mit Prognose

Gegen Myokard-Ischämie ist die perkutane Koronar-Intervention mit Stent-Implantation die gängigste invasive Therapie. Dabei werden die betroffenen Gefäße allerdings auch geschädigt, mit negativen Folgen für die Prognose. Es könnte einen Marker dafür geben.

Quelle: Rutten B et al.: Platelet density per monocyte predicts adverse events in patients after percutaneous coronary intervention. Thromb Haemost 2016; 115: 353-60

Periphere Verschlusskrankheit
Risiko bei rheumatoider Arthritis erhöht

Die rheumatoide Arthritis (rA) wird heute als ein systemisch-entzündliches Autoimmunleiden interpretiert, das außer mit Gelenkschäden auch mit extra artikulären Manifestationen einhergeht. Davon sind auch diverse Gefäße betroffen.

Quelle: Chuang Ya-Wen et al.: Risk of peripheral arterial ... Thromb Haemost 2016; 115: 439-45

Neue Antikoagulation bei PCI
REG1 enttäuscht

Eine optimale Antikoagulationsstrategie für perkutane Koronarinterventionen (PCI) gibt es bisher nicht. Gegenüber Heparin und Glycoprotein-IIb/IIIa-Hemmung senkt Bivalirudin zwar das Blutungsrisiko, begünstigt aber akute Stentthrombosen. Auf der Suche nach einer Alternative testeten Forscher eine neue antithrombotische Kombination aus dem Faktor-IXa-Hemmer Pegnivacogin und dem reversierenden Agens Anivamersen (REG1) – leider ohne Erfolg.

Quelle: Lincoff AM et al.: Effect of the REG1 anticoagulation system versus bivalirudin ... Lancet 2016; 387: 349-56

Angiologie

 

 

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