Hämatologie

Neue Hoffnung bei Hämophilie A
Kaum Blutungen bei weniger Injektionen

Seit Februar 2017 gibt es zur Behandlung der Hämophilie A einen rekombinanten Faktor VIII, der vor allem für Patienten mit Hämophilie A unter Prophylaxe, bei akuten Blutungen und bei schlechten Venenverhältnissen einen Vorteil bringen kann.

Quelle: Symposium: „Hämophilie und von-Willebrand-Syndrom: mit CSL Behring die Zukunft gestalten.“ Berlin, 10.7.2017 Veranstalter: CSL Behring rVIII-Single-chain: AFSTYLAR® (D, A, CH)

Die häufigste erbliche Koagulopathie
Von-Willebrand-Syndrom

Patienten mit von-Willebrand-Syndrom (vWS) können keinen oder nicht ausreichend funktionellen von-Willebrand-Faktor (vWF) bilden. Das hat auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Faktor VIII. Für die Therapie gilt es, die verschiedenen Krankheitstypen voneinander zu unterscheiden.

Quelle: Leebeek FWG et al.: Von Willebrand’s Disease. NEJM 2017; 375: 2067-80

Ixazomib bei neu diagnostiziertem Multiplen Myelom
Tiefes und anhaltendes Ansprechen

Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM), die sich keiner Stammzelltransplantation (SCT) unterziehen, erreichen unter Ixazomib plus Lenalidomid und Dexamethason, gefolgt von einer Erhaltungs-Monotherapie mit Ixazomib, ein tiefes und anhaltendes Ansprechen – so neue Daten von der Jahrestagung der European Hematology Association 2017.

Quelle: Kumar S et al.: Deep and durable responses with weekly ixazomib ... Abstract S408, oral presentation. EHA, Madrid, 24.6.2017

Venöse Thromboembolie
DOAK von früh bis lang

Venöse Thromboembolien sind häufig. Darüber, womit und wie lange eine Rezidivprophylaxe erfolgen sollte, diskutierten Experten im Rahmen des 123. DGIM-Kongresses.

Quelle: Symposium:„Lungenembolie und tiefe Beinvenenthrombose – diagnostische und therapeutische Tipps für den Alltag“, Mannheim, 30.4.2017, Veranstalter: Bristol-Myers- Squibb/Pfizer Apixaban: Eliquis® (D, A, CH)

Antikoagulation mit Edoxaban
Auch Risikopatienten profitieren

Neue Daten zeigen, dass das direkte orale Antikoagulanz (DOAK) Edoxaban auch bei schwer zu behandelnden Patientengruppen eine sichere Option darstellt. So eignet sich Edoxaban sowohl für Patienten mit Kardioversion als auch bei eingeschränkter Nierenfunktion oder höherem Alter.

Quelle: Symposium:„Moderne Schlaganfallprophylaxe bei VHF – Am Puls der Zeit“, im Rahmen des 83. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Mannheim, 21.4.2017, Veranstalter: Daiichi Sankyo Edoxaban: Lixiana® (D, A, CH)

Phenprocoumon – nicht Warfarin – als Komparator
Apixaban schlägt (auch) Phenprocoumon

Warfarin ist international der am häufigsten eingesetzte Vitamin-K-Antagonist (VKA) zur Therapie bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF). Nun gibt es erstmals auch Daten zur Sicherheit des direkten oralen Antikoagulanz (DOAK) Apixaban im Vergleich zu dem in Deutschland häufig verwendeten VKA Phenprocoumon.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Einblicke in den kardiologischen Therapiealltag: Fünf Jahre Apixaban in der Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern“, im Rahmen der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Mannheim, 20.4.2017, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb und Pfizer Apixaban: Eliquis® (D, A, CH)

Wie lange nach Stenting antikoagulieren?
PRECISE-DAPT-Score bestimmt Blutungsrisiko

Die duale Plättchenhemmer-Therapie (DAPT) ist Standard nach perkutaner Revaskularisation mit Stenting und beugt Ischämie-Rezidiven nach dem Eingriff vor. Sie geht allerdings auch mit einem erhöhten Blutungsrisiko einher.

Quelle: Costa F et al.: Derivation and validation of the predicting bleeding complications in patients undergoing stent implantation and subsequent dual antiplatelet therapy (PRECISE-DAPT) scoe: a pooled analysis of individual-patient datasets from clinical trials. Lancet 2017; 389: 1025-34

Erhöhte Hämatom-Neigung
Manchmal stecken Gefäßerkrankungen oder Gerinnungsstörungen dahinter

Hinter Hämatomen kann sich mehr verbergen als ein einfaches Trauma. Je nach Vorgeschichte, Alter und Risikoprofil des Patienten können sie auch Zeichen einer schwerwiegenden Erkrankung sein. Die wichtigsten Merkmale sollte man kennen.

Quelle: Harrison LB et al.: Investigating easy bruising in an adult. BMJ 2017; 356: j251

Kongress der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung 2017
VKA aufheben – Rivaroxaban bei SVT – Blutgruppe und Thrombophilie

Im Rahmen der 61. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) stellten Experten neue Erkenntnisse zum Antikoagulationsmanagement vor und einige geltende Empfehlungen zum Thrombophilie-Management infrage. Im Fokus standen natürlich Patienten im Allgemeinen, aber auch Jüngere und Schwangere.

Optimierte Hämophilietherapie
Individuelle Faktordosierung bei Adipositas

Eine speziell auf den Patienten zugeschnittene Hämophilie-Therapie schützt die Gelenkfunktion und verbessert die Lebensqualität der Patienten. Besonders eine angepasste Faktordosierung ist dabei wichtig – gerade bei Übergewicht und Adipositas.

Quelle: Symposium: „Chancen einer individualisierten Hämophilietherapie – spezialisierte Physiotherapie – gewichtsadaptierte Dosierung – individuelle Pharmakokinetik“, Basel, 16.2.2017, Veranstalter: Novo Nordisk Turoctocog: NovoEight® (D, CH)

DOAK
Neue positive Daten zur Sicherheit

Seit ca. fünf Jahren sind zur Schlaganfall- und Embolieprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (VHF) neben Vitamin-K-Antagonisten (VKA) auch direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) zugelassen. Die in klinischen Studien bestätigte Wirksamkeit und Sicherheit von DOAK wurde nun auch in Studien aus dem Versorgungsalltag bestätigt.

Quelle: Symposium: „Moderne Gerinnungshemmung – Was gehört dazu, was ist zu beachten?“, Basel, 17.2.2017, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb & Pfizer Apixaban: Eliquis® (D, A, CH)

Neues Scoremodell PRAXIS-TIPP
Wann nach PCI länger antikoagulieren?

Bei einer länger als ein Jahr fortgesetzten Antikoagulationstherapie nach PCI gilt es, die Ischämie-Vermeidung und den Anstieg des Blutungsrisikos genau abzuwägen. Um dies einfacher zu gestalten, entwickelten Forscher nun erstmals ein Modell.

Quelle: Yeh RW et al.: Development and validation of a prediction rule for ... JAMA 2016; 315: 1735-49

Krebsrisiko nach venöser Thromboembolie
D-Dimer zeigt mehr

Venöse Thromboembolien (VTE) und Krebserkrankungen sind eng verknüpft. Der D-Dimer- Spiegel wird standardmäßig zur Ausschlussdiagnose von VTE herangezogen, ist aber unter anderem auch bei einer Krebserkrankung erhöht. Diesen Zusammenhang kann man sich zunutze machen.

Quelle: Gran OV et al.: D-dimer measured at first venous ... Haematologica 2016; Epub Sep 9; doi: 10.3324/haematol.2016.151712

Neue Antikoagulation bei PCI
REG1 enttäuscht

Eine optimale Antikoagulationsstrategie für perkutane Koronarinterventionen (PCI) gibt es bisher nicht. Gegenüber Heparin und Glycoprotein-IIb/IIIa-Hemmung senkt Bivalirudin zwar das Blutungsrisiko, begünstigt aber akute Stentthrombosen. Auf der Suche nach einer Alternative testeten Forscher eine neue antithrombotische Kombination aus dem Faktor-IXa-Hemmer Pegnivacogin und dem reversierenden Agens Anivamersen (REG1) – leider ohne Erfolg.

Quelle: Lincoff AM et al.: Effect of the REG1 anticoagulation system versus bivalirudin ... Lancet 2016; 387: 349-56

Sichelzell-Anämie
Pulmonale Hypertonie aktiv angehen

Bei Sichelzellkrankheit (SCD) verweist ein Anstieg des pulmonalarteriellen Drucks, echokardiographisch gemessen, auf ein erhöhtes Risiko für pulmonale Hypertonie (PH). Die Diagnose liefert der Rechtsherzkatheter.

Quelle: Gordeuk VR et al.: Pathophysiology and treatment of pulmonary ... Blood 2016; 127: 820-8

Neue Antikoagulanzien
Bei Blutung eine Herausforderung

Zur Prophylaxe thromboembolischer Komplikationen bei tiefer Venenthrombose und Vorhofflimmern dienen seit langem Vitamin-K-Antagonisten. Diese VKA wirken, sie haben aber auch Nachteile.

Quelle: Peacock WF et al.: Direct-acting oral ... Emerg Med Int 2016: 1781684; doi: 10.1155/2016/1781684

Gerinnungs-Diagnostik
Kinder haben eigene Normbereiche

Das Gerinnungssystem des Menschen macht zwischen Geburt und Erwachsenenalter einen umfassenden Entwicklungsprozess durch. Dies drückt sich auch in unterschiedlichen Normalwerten (Referenzbereichen) aus.

Quelle: Toulon P et al.: Age dependency for coagulation ... Thromb Haemost 2016; 116: 9-16

Auch hier punktet Certoparin
Bettlägerige internistische Patienten

Nicht nur chirurgische, sondern auch akut kranke internistische Patienten mit Mobilitätseinschränkungen brauchen eine effektive Thromboseprophylaxe. Empfohlen wird niedermolekulares Heparin (NMH) – und zwar in einer Hochrisikoprophylaxe-Dosierung.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Thromboseprophylaxe und Risikobestimmung bei internistischen Patienten: Was zählt?“, im Rahmen der 17. Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Angiologie und der 58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, Dresden, 9.9.2016, Veranstalter: Aspen Germany GmbH Certoparin: Mono-Embolex® (D)

Gicht und Thrombose
Erste Anzeichen eines Zusammenhangs

Hyperurikämie und kardiovaskuläre Erkrankungen hängen zusammen, das ist bekannt. Aber obwohl KHK & Co. als eine andere Entität als Thrombosen angesehen werden, teilen beide gewisse Risikofaktoren. Teilen sie auch das Risiko „Gicht?“

Quelle: Chiu CC et al.: Association between previous history of gout attack and risk of deep vein thrombosis ... Sci Rep 2016; Epub May 27; doi: 10.1038/ srep26541

Von der Oberfläche in die Tiefe
Risiko Thrombophlebitis

Oberflächliche Venenthrombosen (OVT, Thrombophlebitis) können die gleichen Risikofaktoren wie tiefe Beinvenenthrombosen (TVT) haben. Aber wie groß ist die Gefahr einer komplikationsreichen tiefen Thrombosierung bei Bestehen einer OVT tatsächlich? Größer als gedacht!

Quelle: Cannegieter SC et al.: Risk of venous and arterial thrombotic events in patients diagnosed with super - ficial vein thrombosis: a nationwide cohort study. Blood 2015; 125(2): 229-35

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