Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern
Apixapan punktet im Versorgungsalltag

Zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) werden neben Vitamin-K-Antagonisten (VKA) auch direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) wie Apixaban eingesetzt. In der zulassungsrelevanten Studie ARISTOTLE reduzierte Apixaban gegenüber Warfarin das Risiko für Schlaganfälle und systemische Embolien um 21%, bei geringerem Risiko schwerer Blutungen. Aktuelle Studien aus dem Versorgungsalltag bestätigen das günstige Wirkprofil des DOAK erneut.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Apixaban zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern – Ein Update aus dem Versorgungsalltag“, Berlin, 12.10.2017, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb und Pfizer
Apixaban: Eliquis®

Normoxämischer akuter Myokardinfarkt
Sauerstoff ist ohne Nutzen!

Standardmäßig und leitlinienkonform behandelt man Patienten mit Verdacht auf akuten Myokardinfarkt mit einer begleitenden Sauerstofftherapie. Die Maßnahme soll das Ausmaß des Infarkts begrenzen. Dass die Therapie bei normaler Sauerstoffsättigung aber wahrscheinlich gar nichts bringt, verdeutlicht eine aktuelle Studie aus Schweden.

Quelle: Hofmann R et al.: Oxygen therapy in suspected acute myocardial ... N Engl J Med 2017; 377(13): 1240-9

Stethoskop-Hygiene
Keiner tut's!

Hand auf‘s Herz: Wann haben Sie zuletzt Ihr Stethoskop desinfiziert? So wie die Händedesinfektion zwischen zwei Patientenkontakten geboten ist, sollte man auch sein Stethoskop desinfizieren. Das passiert aber viel zu selten, weshalb man nun versuchte, Medizinstudenten zu einer besseren Hygiene zu erziehen – mit null Effekt!

Quelle: Holleck JL et al.: Can education influence stethoscope hygiene? Am J Infect Control 2017; 45: 811-2

Blutdruckkontrolle
Ditigal geht's besser

Trotz effektiver Medikamente bleibt der Blutdruck vieler Patienten unkontrolliert. Häufige Gründe sind ein suboptimales Therapieregime, mangelnde Eigeninitiative des Patienten und fehlende Zeit für die Patientenberatung. Mit modernen Smartphone-Tools und digitaler Vernetzung kann man vieles davon verbessern, wie ein Beispiel aus den USA zeigt.

Quelle: Milani RV et al.: Improving hypertension control and patient engagement using digital tools. Am J Med 2017; 130(1): 14-20

Sekundärprävention nach Myokardinfarkt
Canakinumab senkt KV-Risiko

Neben den Lipidwerten hängen atherosklerotische Prozesse auch vom Entzündungsstatus der Patienten ab. Einen Beweis dafür lieferte die CANTOS-Studie. Mit dem IL-1b-Antikörper Canakinumab ließ sich unabhängig vom Lipidspiegel das kardiovaskuläre (KV-)Risiko von Postinfarkt-Patienten um 15% senken.

Quelle: „Post MI: Es gibt mehr zu bedenken als LDL-C – Inflammation bei Atherosklerose“, Barcelona, 27.8.2017, Veranstalter: Novartis Pharma

Kardiovaskuläre Erkrankungen
Neuer genetischer Risikofaktor identifiziert

Im Alter erhöht sich die Prävalenz von malignen und kardiovaskulären Erkrankungen. Bestimmte Gen-Mutationen, die z. B. mit dem myelodysplastischen Syndrom und mit der AML in Verbindung stehen, finden sich bei älteren Patienten häufiger. Aufgrund von positiven Vorversuchen hypothetisierten die Autoren dieses aktuellen Papers, dass das Auftreten spezieller Mutationen und deren Auswirkung auf das periphere Blut mit der Entstehung der Atherosklerose in Verbindung stehen könnten. Um jeglichen Zweifel zu eliminieren, wiesen sie im Tiermodell nicht nur eine Assoziation sondern Kausalität nach. Es handelt sich um ein neues bzw. erweitertes Verständnis der Atherogenese.

Quelle: Jaiswal S et al.: Clonal hematopoiesis and risk of atherosclerotic cardiovascular disease. N Engl J Med 2017; 377: 111-21

Vier neue Biomarker validiert
KHK-Risiko nicht-invasiv bestimmen

Die Diagnose einer möglichen KHK belastet Patienten und das Gesundheitssystem mit möglicherweise unnötigen Koronarangiographien. Nun fanden Autoren aus Boston aus über 100 Biomarkern vier heraus, mit denen sich nicht-invasiv das Risiko für das Vorhandensein mindestens einer Koronarstenose ≥ 70% vorhersagen lässt.

Quelle: Ibrahim NE et al.: A clinical and biomarker scoring system to predict the presence of .... J Am Coll Cardiol 2017; 69: 1147-56

ACC 2017 – Fokus KHK – Teil 1
PCI auch bei Über-80-Jährigen

Sollte man KHK-Patienten mit NSTEMI auch eine PCI anbieten, wenn sie älter als 80 Jahre sind? Zu dieser Frage gab es bislang kaum Daten. Das Poster Nr. 1138M-09 vom diesjährigen US-Kardiologenkongress (ACC) gab eine Antwort.

Quelle: Siddiqui AJ et al.: Percutaneous coronary intervention (PCI) has better prognosis than conservative treatment in patient over 80 years during non ST-elevation myocardial infarction (NSTEMI). ACC-Presentation 1138M-09, Washington, DC

ACC 2017 – Fokus KHK – Teil 3
Wirkt eine Stammzelltherapie bei KHK?

Manche KHK-Patienten werden trotz optimaler medikamentöser Therapie bezüglich ihrer Angina pectoris nicht beschwerdefrei. In solchen Fällen könnte eine Stammzelltherapie einen Ausweg bieten. Aber dazu gab es bislang nur Studien mit kleinen Fallzahlen, was deren Aussagekraft begrenzt. Daher wurde nun eine umfangreiche Meta-Analyse der verfügbaren Daten durchgeführt. Und die Ergebnisse sehen gar nicht so schlecht aus.

Quelle: Shahreyar M et al.: An updated comprehensive meta- analysis of randomized trials evaluating the efficacy of stem cell therapy for refractory angina. ACC-Presentation 1178M-03, Washington, DC

ACC 2017 – Fokus KHK – Teil 2
Junge KHK-Patienten sind anders ...

Meist tritt eine KHK im Alter von über 50 Jahren klinisch in Erscheinung. Aber auch jüngere Menschen sind von Verkalkungen und Stenosen der Koronarien betroffen – nur werden diese selten in Studien eingeschlossen. Deshalb wertete man nun die Daten speziell von ACS-Patienten (akutes Koronarsyndrom) unter 45 Jahren aus.

Quelle: Ricci B et al.: Acute coronary syndrome: the risk to be young and women. ACC-Presentation 1204-327, Washington, DC

Neutrophilenzahl
Sie verrät das kardiovaskuläre Risiko

Wie die Neutrophilenzahl mit dem Risiko für die wichtigsten kardiovaskulären Erkrankungen zusammenhängt, untersuchten Forscher anhand Daten einer großen nationalrepräsentativen Gesundheitsdatenbank aus England.

Quelle: Shah AD et al.: Neutrophil counts and initial presentation of 12 cardiovascular diseases. J Am Coll Cardiol 2017; 69: 1160-9

Herzinsuffizienz
Rehospitalisierung nach Klinikentlassung

Bei rund 70% der aufgrund einer Herzinsuffizienz stationär behandelten US-Patienten wird innerhalb eines Monats nach der Klinikentlassung ein weiterer Krankenhausaufenthalt notwendig. Forscher aus Portland und Saint Louis haben die Ursachen dieser Problematik analysiert.

Quelle: Davis JD et al.: All-Payer analysis of heart failure hospitalization 30-day readmission: Comorbidities matter. Am J Med 2017; 130: 93.e9-93.e28

Empfehlungen zur KHK-Medikation in Zweifel gezogen
RAS-Inhibitoren sind kein Allheilmittel

RAS-Inhibitoren sind kein Allheilmittel Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems (RAS), also ACE-Hemmer und AT1-Blocker (Sartane) gelten als präventiv wirksam gegen kardiovaskuläre Ereignisse, vor allem bei Patienten mit KHK. Diese Einschätzung geht hauptsächlich auf ältere Studien zurück. Es scheint, dass ihr Nutzen zu Unrecht verallgemeinert wurde.

Quelle: Bangalore S et al.: Renin angiotensin inhibitors for patients with stable coronary artery disease without heart failure: systematic review and meta-analysis of randomized trials. BMJ 2017; 356: j4

Koronarinsuffizienz
Noch eine Statin-Richtlinie

Nach den US-Guidelines Empfehlungen für den Einsatz von Statinen von 2013 (ACC, AHA) gab eine US Preventive Services Task Force (USPSTF) 2016 weitere Ratschläge heraus, die theoretisch zur primärpräventiven Statin-Gabe bei weniger Patienten führen.

Quelle: Pagidipati NJ et al.: Comparison of recommended eligibility for primary prevention statin therapy based on the US Preventive Services Task Force Recommendations .... JAMA 2017; 317: 1563-7

Todesursachenabklärung
CT statt Autopsie?

Der bisherige Goldstandard für die Feststellung der eigentlichen Todesursache ist die Autopsie. Doch ein postmortales CT mit Darstellung der Koronararterien besitzt nach den Ergebnissen einer vergleichenden Studie eine durchaus vergleichbare Aussagekraft.

Quelle: Rutty GN et al.: Diagnostic accuracy of post-mortem CT with targeted coronary angiography versus autopsy for ... Lancet 2017; 390: 145-54

Nicht-MRT-taugliche Herzschrittmacher
Mit 0,5 Tesla ist eine Untersuchung durchaus zu erwägen

Ein implantierter Herzschrittmacher (SM) oder ein Kardioverter-Defibrillator- (ICD)-System galt lange als absolute Kontraindikation für die Durchführung einer Kernspintomographie (MRT). Die inzwischen auch von der FDA zugelassenen MRT-tauglichen Systeme bieten eine Alternative – doch wie soll mit den acht Millionen Menschen weltweit verfahren werden, die noch mit konventionellen Systemen versorgt sind?

Quelle: Russo RJ et al.: Assessing the risks associated with MRI in patients with a pacemaker or defibrillator. N Engl J Med 2017; 376: 755-64

Orale Antikoagulation bei Beinvenenthrombose und Lungenembolie
Deutlich reduziertes Blutungsrisiko unter Apixaban

Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) sind bei der Therapie venöser Thromboembolien (VTE) genauso effektiv wie die herkömmlich eingesetzten Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Das Blutungsrisiko ist zum Teil aber erheblich geringer.

Quelle: Symposium:

“Venous Thromboembolism  - Improving Patient Care With non VKA Oral Anticoagulants”, im Rahmen des ISTH-Kongress 2017, Berlin, 11.7.2017, Veranstalter: BMS und Pfizer

Apixaban: Eliquis®

Herzinsuffizienz diagnostizieren
Die richtige NT-proBNP- Grenze zählt!

Eine neue klinische Entscheidungsregel sollte helfen, Herzinsuffizienz leichter auf die Schliche zu kommen. In einer Untersuchung der Effektivität dieser Regel, erwies sich diese jedoch als wenig nützlich. Trotzdem kann man aus der Studie einiges lernen.

Quelle: Taylor CJ et al.: Primary care referral ... Br J Gen Pract 2017; 67(655): e94-e102

Myokardinsuffizienz
Der plötzliche Herztod wird seltener

Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion sind vom plötzlichen Herztod bedroht, oft infolge ventrikulärer Arrhythmien. Das Risiko hat sich in den letzten Jahren jedoch verringert.

Quelle: Shen L et al.: Declining risk of sudden death in heart failure. N Engl J Med 2017; 377: 41-54

Kardiovaskuläres Risiko
Den Diabetes multimodal managen

Auch wenn der HbA1c-Wert nach wie vor der relevante Parameter zur Steuerung der Therapie von Diabetespatienten ist, gilt es auch andere Parameter wie Blutdruck und Lipide zu adressieren, um das kardiovaskuläre Risiko der Betroffenen zu senken.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Diabetes to go – Diabetesmanagement: mehr als nur Blutzuckerkontrolle?“, Eppstein-Bremthal, 18.8.2017, Veranstalter: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Alirocumab: Praluent® (D, A, CH) Insulin glargin 300 E/ml: Toujeo® (D, A, CH)

Kardiologie

GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2017, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum