Immunologie - Übersicht

Serie „Shared Decision Making in der Praxis", Teil 2
Fünf gute Gründe dagegen? Keineswegs!

Seit 2010 gibt es in England ein Programm, das sich mit „Shared Decision Making“, also der partizipativen Entscheidungsfindung beim ärztlichen Umgang mit Patienten, beschäftigt. Man identifizierte fünf wesentliche Herausforderungen für die erfolgreiche Implementierung von SDM in den Praxisalltag.

Quelle: Joseph-Williams N et al.: Implementing shared decision making in the NHS: lessons from the MAGIC programme. BMJ 2017; 357: j1744

Akute Verwirrtheit
CT führt zur richtigen Diagnose

Ein plötzlicher Verwirrtheitszustand führte zur Klinikaufnahme, wo ein CT gefahren wurde. Hier fanden sich intrazerebrale Läsionen, die zusammen mit dem klinischen Befund und der Anamnese auf die richtige Spur führten.

Quelle: Mukerji SS et al.: Case 20-2017: A 48-year-old man with weight loss, confusion, skin lesions and pancytopenia: N Engl J Med 2017; 376: 2580-9

Krebsmedikamente zur Viruseradikation
Ist HIV bald heilbar?

Dank moderner antiretroviraler Therapien (ART) kann man das HI-Virus heute gut in Schach halten. Nach Absetzen der Medikation kann das latent in den Zellen verweilende Virus aber – ähnlich wie ein hartnäckiger Tumor – zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung führen. Neue Therapieansätze bauen daher auf immunonkologische Strategien, um das Virus endgültig auszuschalten.

Quelle: Cousins S: Could cancer research hold the key to a cure for HIV? BMJ 2017; 358; j3905

Renale Denervierung
Blutdruck runter – Blutungsrisiko rauf

Die kathetergestützte renale Denervierung mittels Radiofrequenzablation gilt als Last-line-Option, wenn der Hypertonus medikamentös nicht zu beherrschen ist. Allerdings kompromittiert diese Technik auch die hämodynamische Antwort des Körpers auf einen blutdruckwirksamen Blutverlust, wie nun eine aktuelle Studie zeigte – zumindest bei Schafen.

Quelle: Singh RR et al.: Catheter-based renal denervation exacerbates blood pressure fall during hemorrhage. J Am Coll Cardiol 2017; 69: 951-64

HIV in Afrika
Test wider Willen

In Afrika stellt die hohe Zahl HIV-positiver Menschen eine große gesellschaftliche und gesundheitspolitische Herausforderung dar. Der Präsident von Sambia, einem Staat im südlichen Afrika, plant nun, HIV-Tests bei allen Menschen, die eine staatliche Gesundheitseinrichtung aufsuchen, zwangsweise durchzuführen. Die Idee finden nicht alle gut.

Quelle: Green A: President of Zambia declares HIV testing mandatory. Lancet 2017; Epub Aug 25; doi: 10.1016/ S0140-6736(17)32295-X

Diabetes-Risiko bei HIV
Auf den Blutzucker achten!

Die Lebenserwartung HIV-infizierter Patienten ist heute nahezu normal. Der Stellenwert typischer Volkskrankheiten hat in dieser Patientengruppe entsprechend zugenommen. Aktuelle Daten aus den USA zeigen, dass man vor allem den Blutzucker von HIV-Patienten im Auge behalten sollte.

Quelle: Hernandez-Romieu AC et al.: Is diabetes prevalence higher among HIV-infected ... BMJ Open Diabetes Res Care 2017; 5: e000304

Komplikationen bei ART
Elektrolyt- und Schlafstörungen beachten

Mit einer antiretroviralen Therapie (ART) allein ist es mit der Versorgung HIV-infizierter Patienten nicht getan. Denn therapiebedingte Komplikationen sorgen oft für Therapieabbrüche und erhöhte Mortalität. Besonders einen Elektrolytmangel und Schlafstörungen sollte man im Blick behalten.

Quelle: Manzar D et al.: Electrolyte imbalance and sleep problems ... Sleep Sci 2017; 10(2): 64-7

Kampf gegen HIV
Große Fortschritte, aber nicht überall

Im Juli veröffentlichte die UNAIDS ihren jährlichen Statusbericht zur globalen HIV/ AIDS-Epidemie. Erfreulicherweise ist die Zahl der Neuinfektionen in vielen Ländern stark zurückgegangen, und auch die Versorgung mit antiretroviralen Therapien (ART) hat sich insgesamt verbessert. Doch nicht überall sieht es so rosig aus.

Quelle: The Lancel: The global HIV/AIDS epidemic – progress and challenges. Lancet 2017; 390: 333

Ins Auge gegangen
Mikrobiom ist überall

Alles fing im Darm an. Die Darmflora, die man heutzutage eleganter „Darm-Mikrobiom“ nennt, ist ein wichtiger Bestandteil des Körpers und für die Gesunderhaltung notwendig. Dann kamen Haut und Lunge und reklamierten für sich ebenfalls das Vorhandensein eines Mikrobioms. Neuesten Forschungen zufolge hat das Auge nun auch eines.

Quelle: Lyon J: Health Agencies ... JAMA 2017; 318: 689

ART bei hoher CD4-Zellzahl
Schneller Theapiestart = weniger Infektionen

Auch die Ergebnisse der START-Studie führten dazu, dass man heute eine antiretrovirale Therapie (ART) unabhängig von der CD4-Zellzahl beginnt. Dass das auch für weniger bakterielle Infektionen sorgt, zeigte nun eine Sekundäranalyse der START-Daten.

Quelle: O‘Connor J et al.: Effect of immediate initiation of antiretroviral therapy on risk of severe bacterial infections ... Lancet HIV 2017; 4: e105-e112

Es kommt auf die Prävalenz an
Wem einen HIV-Test anbieten?

Sollte man jedem Patienten in der Praxis zumindest einmal „anlasslos“ einen HIVTest anbieten? Diese Frage beantworteten UK-Autoren eindeutig.

Quelle: Kirkham D, Bains M: The offer of an HIV screen for an asymptomatic adult. BMJ 2017; 356: i6656

Switch-Studie „EMERALD"
Single-Tablet-Regime mit Darunavir

Darunavir ist der erste Proteaseinhibitor (PI), mit dem in Kombination mit zwei anderen HIV-Medikamenten eine gesamte HIV-Therapie in nur einer Tablette – ein Single-Tablet- Regime (STR) – entwickelt wurde.

Quelle: Molina JM et al.: Efficacy and safety of switching from boosted-protease inhibitor plus emtricitabine/ tenofovir disoproxil fumarate regimens to the single-tablet regimen... IAS 2017, Abstract TUAB0101, Paris, 25.7.2017

Aufklärungskampagne zur Eliminierung der Hepatitis C

Die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und das Unternehmen Gilead Sciences haben die Initiative pro Leber gegründet und eine bundesweite Aufklärungskampagne zur Hepatitis C gestartet. Denn dank moderner antiviraler Kombinationstherapien ist die Infektionserkrankung ...

Secukinumab bei AS und PsA
Wirkung hält lange an

Secukinumab ist ein vollständig humaner IL-17A-Antikörper, der zur Therapie der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis, der PsA (Psoriasis-Arthritis) und der AS (ankylosierende Spondylitis) zugelassen ist. Nun wurden auf dem EULAR Langzeitdaten zur AS präsentiert, die zeigten, dass die Wirkung von Secukinumab über einen Zeitraum von drei Jahren anhält.

Quelle: Fachpressekonferenz:„EULAR-Update: Secukinumab bei PsA und AS“, Madrid, 16.6.2017, Veranstalter: Novartis Pharma Secukinumab: Cosentyx® (D, A, CH)

Seit Jahrhunderten bekannt, immer noch nicht besiegt
Die Syphilis ist ein weltweites Problem

Die Infektion durch Treponema pallidum ist in unterentwickelten Ländern endemisch, in Industrienationen relativ selten. Die Behandlungsprinzipien sind seit Dekaden etabliert, aber Diagnose und Therapie können doch zur Herausforderung werden.

Quelle: Hook 3rd EW: Syphilis. Lancet 2017; 389: 1550-7

Herpes zoster
Zosterschmerzen frühzeitig abwenden

Jährlich treten in Deutschland rund 400 000 Zostererkrankungen auf. Die Reaktivierung des Varicella-zoster-Virus (VZV) ist häufig mit akuten Schmerzen verbunden, die später aber auch wieder von alleine zurückgehen. Vor allem bei älteren Patienten kann es aber oft zu einem chronischen Schmerzsyndrom kommen. Damit dies nicht geschieht, sollte man frühzeitig zu effektiven Behandlungsoptionen greifen.

Quelle: Fachpressekonferenz:„Folgeschäden vermeiden: Gicht und Gürtelrose adäquat behandeln“, Berlin, 29.6.2017, Veranstalter: Berlin-Chemie Brivudin: Zostex® (D, A, CH)

Probleme mit der Nomenklatur
Nicht „RAD", sondern „Asthma"

Nicht selten wird bei Kleinkindern mit Atemgeräuschen die Diagnose einer reaktiven Atemwegserkrankung gestellt. Dabei beschreibt dieser Begriff lediglich ein Asthma- Symptom und nicht eine eigenständige Erkrankung. Experten rufen daher dazu auf, die unnötige Bezeichnung aus dem medizinischen Jargon zu streichen.

Quelle: Douglas LC, Feder KJ: RAD: reactive airways disease or really ... Pediatrics 2017; 139(1): e20160625

Trockener Husten
Es kann auch mal ein Abszess sein

Hinter einem akuten trockenen Husten steckt meistens eine Bronchitis oder eine Pneumonie. Wenn der Patient aber auf die entsprechende Therapie nicht anspricht, muss man sich differenzialdiagnostische Gedanken machen. Ein pulmonaler Abszess ist dann zwar nach wie vor selten, muss aber in Betracht gezogen werden.

Quelle: Urso B, Michaels S: Differentiation of Lung Cancer, Empyema, and Abscess ... Cureus 2016; 8: e896

Reisediarrhoe
Wann Antibiotika, wann nicht?

Eine Reisediarrhoe trifft etwa 20 bis 60% aller Reisenden. Meist gehen die Symptome nach ein paar Tagen von selbst zurück und ein paar einfache Eigenmaßnahmen reichen zur Therapie aus. Manchmal müssen aber auch Antibiotika ran.

Quelle: Barrett J: Travellers‘ diarrhoea. BMJ 2016; 353: i1937

Unabhängig von Symptomfrequenz
ICS auch bei intermittierendem Asthma?

Inhalative Kortikosteroide (ICS) sind ein Kernelement der Asthmatherapie. Leitlinien empfehlen ihren Einsatz bei Patienten mit Symptomen an mehr als zwei Tagen pro Woche (persistierendes Asthma). Eine neue Analyse der START-Studie zeigte aber nun, dass Patienten mit geringerer Symptomfrequenz ebenso stark von ICS profitieren können. Ist die Unterscheidung zwischen intermittierendem und persistierendem Asthma damit hinfällig?

Quelle: Reddel HK et al.: Should recommendations about starting inhaled ... Lancet 2017; 389: 157-66

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