Notfallmedizin

Thoraxtrauma bei Kindern
Erstabklärung nicht zwingend mit Sono

Die FAST-Methode (Focused Assessment with Sonography for Trauma) wird regelmäßig in der Initialuntersuchung von erwachsenen Polytrauma-Patienten im Schockraum angewandt und dient dem schnellen Nachweis einer Hämorrhagie oder einer Perikardtamponade. In der vorliegenden Studie sollte nun geklärt werden, ob Kinder im selben Maße von FAST profitieren wie Erwachsene.

Quelle: Holmes JF et al.: Effect of abdominal ultrasound on children with blunt torso trauma. JAMA 2017; 317: 2290-6

Erfinder des berühmten Handgriffs
Heimlich gestorben

Vielen ist er aus der Theorie bekannt, nur die wenigsten dürften ihn schon einmal angewendet haben, den „Heimlich-Handgriff“. Nun ist der Erfinder dieser berühmten lebensrettenden Maßnahme gestorben. Nicht nur in den USA, wo eine entsprechende Anleitung häufig in Restaurants aushängt, wird man sich seiner noch lange erinnern.

Quelle: Snyder A: Henry J Heimlich. Lancet 2017; 389: 902

Präklinischer Herzstillstand
Drohnen-Defibrillator

Im Falle eines präklinischen Herzstillstands zählt jede Minute. Vor allem in abgelegeneren Gegenden dauert es aber oft länger, bis der Notarzt eintrifft, und externe Defibrillatoren sind dort meist auch nicht verfügbar. Theoretisch könnte man diese aber per Drohne an den Einsatzort transportieren. In Schweden haben Forscher dies ausprobiert.

Quelle: Claesson A et al.: Unmanned aerial vehicles (drones) in out-of-hospital-cardiac-arrest. Scand J Trauma Resusc Emerg Med 2016; 24(1): 124

Neue Website zu Rifaximin-α

Auf der neuen Website www.xifaxan.de der Norgine GmbH erhalten medizinische Fachkreise kompakte Informationen zur Diagnostik und zum Verlauf der hepatischen Enzephalopathie sowie zur Therapie mit Behandlung mit Rifaximin-α (Xifaxan® 550 mg). Auch eine Studienübersicht und ein ...

STUDIEN-STECKBRIEF
Antiarrhythmika bei Herzkreislaufstillstand
Studieninitiator: Resuscitation Outcomes Consortium
Fazit: Weder Amiodaron noch Lidocain führen insgesamt zu einer höheren Überlebenschance von reanimierten Patienten mit Herzstillstand wegen Schock-refraktärem Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie. Auch
...

Quelle: Kudenchuk PJ et al.: Amiodarone, lidocaine, or placebo in out-of-hospital cardiac arrest. N Engl J Med 2016; 374: 1711-22

AED gegen Herztod
Mehr Defis, mehr Überlebende

Man sieht sie mittlerweile immer häufiger an öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Gebäuden: AED (automatische externe Defibrillatoren), gedacht zur Reanimation durch Laien. Ob diese „Defi-Schwemme“ das Überleben von Patienten mit akutem Kammerflimmern überhaupt verbessert, untersuchte man in Japan.

Quelle: Kitamura T et al.: Public-access defibrillation and out-of-hospital cardiac arrest in Japan. N Engl J Med 2016; 375: 1649-59

Leitlinie der AWMF
Prähospitale Notfallnarkose – State of the art

Die Arbeitsgruppe „Prähospitale Notfallnarkose“ der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin hat eine Handlungsempfehlung zum Vorgehen bei Erwachsenen erarbeitet, bei denen prähospital eine Narkose eingeleitet werden muss.

Quelle: Bernhard M et al.: Handlungsempfehlung zur prähospitalen Notfallnarkose beim Erwachsenen. AWMF online, Register-Nr. 001/030

Pädiatrische Reanimation
Notfall-Medikamente bei Kindern dosieren: Zwei Formeln stehen zur Wahl!

Die meisten Notfall-Medikamente werden bei Kindern nach Körpergewicht angepasst dosiert. Aber im Notfall lässt sich das Kinds-Gewicht nicht immer besonders zuverlässig oder gar nicht bestimmen, weshalb es Formeln zur Bestimmung des Gewichts anhand des Alters gibt. Welche man nehmen sollte, ist aber gar nicht so banal, denn die beste Wahl hängt hier auch vom zu dosierenden Medikament ab.

Quelle: Carasco CF et al.: Review of commonly used agebased weight estimates for paediatric drug dosing in relation to the pharmacokinetic properties of resuscitation drugs. Br J Clin Pharmacol 2016; 81: 849-56

Selbsthilfe im Notfall
Bei Erstickung: Vornüber beugen!

Den Heimlich-Handgriff als Erste-Hilfe- Maßnahme bei drohender Erstickung kennt jeder. Was aber kann man als Erstickender tun, wenn man allein ist?

Quelle: Luczak A: Head-down self-treatment. Resuscitation 2016; 103: e13

Opioide in der Notfallmedizin
Hohes Risiko für weiteren Opioid-Gebrauch

Akute Schmerzen sind oft Anlass, die Notaufnahme aufzusuchen. Kurz wirkende Opioide gelten in der Therapie des akuten Schmerzes als sicher. Aber besteht in der Zeit danach eigentlich ein erhöhtes Risiko für eine erneute Opioid-Anwendung?

Quelle: Hoppe JA et al.: Association of emergency department opioid initiation with recurrent opioid use. Ann Emerg Med 2015; 65: 493-99

Richtig entscheiden, richtig (be)handeln
Medizinische Notfälle auf Linienflügen

Jeder Arzt kann während eines Linienfluges in die Situation gelangen, dass Personen an Bord medizinische Hilfe benötigen. Aber ist man als Arzt – abseits der ethischen Belange – eigentlich zur Notfallversorgung in der Luft verpflichtet? Welche Besonderheiten gilt es bei der Behandlung zu beachten? Und welches Material und sonstige Ressourcen stehen medizinischem Personal an Bord zur Verfügung?

Quelle: Nable JV et al.: In-flight medical emergencies during commercial travel. N Engl J Med 2015; 373: 939-45; Graf J et al.: In-flight medical emergencies. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(37): 591-602

Kardiogener Schock durch Viren
Auf's Herz geschlagen

Eine 35-jährige Patientin stellte sich in der Notaufnahme zunächst mit unspezifischen Symptomen vor. Dann ging alles ganz schnell und der Kreislauf konnte nur durch ein biventrikuläres Kreislaufunterstützungssystem aufrecht erhalten werden. Die eigentliche Ursache fand man in der Myokardbiopsie.

Quelle: Mody KP et al.: A cold taken to heart. Circulation 2015; 131: 1703-11

Vorboten des Herzstillstands
Doch gar nicht so plötzlich?

Ein plötzlicher Herzstillstand beim Sport tritt meist unerwartet auf – schließlich gelten gerade Sportler als gesund. Was zeichnet diese Fälle aus?

Quelle: Marijon E et al.: Sudden cardiac arrest during sports activity in middle age. Circulation 2015; 131(16):1384-91

Verzögerte Sequenz-Intubation
Wenn die Präoxygenierung nicht toleriert wird

In einer prospektiven Beobachtungsstudie wurde bei bewusstseinsgetrübten Patienten eine neue Technik – die verzögerte Sequenz-Intubation (delayed sequence intubation = DSI) – für das Atemwegsmanagement im Notfall untersucht. Es stellte sich heraus, dass die verzögerte Narkoseeinleitung durchaus eine Alternative zur Rapid Sequence Intubation, also zur raschen Narkoseeinleitung, darstellt.

Quelle: Weingart SD et al.: Delayed sequence intubation: a prospective observational study. Ann Emerg Med 2015; 65: 349-55

Kardiopulmonale Reanimation
Schwangere haben höhere Überlebenschance

Das höhere Alter werdender Mütter und die Zunahme von Komorbiditäten erhöhen das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und die Wahrscheinlichkeit für kardiopulmonale Probleme und Reanimation. Eine kardiopulmonale Reanimation (CPR) bei Schwangeren ist nur extrem selten notwendig, weshalb es kaum Kenntnisse zu Überlebensraten und Outcome-Prädiktoren gibt. Diese beiden Parameter standen daher im Fokus einer kanadischen Kohortenstudie.

Quelle: Lavecchia M, Abenhaim HA: Cardiopulmonary resuscitation of pregnant women in the emergency department. Resuscitation 2015; 91: 104-7

Reanimation
Wo gehobelt wird ...

Kardiopulmonale Reanimationen ziehen wohl mehr Frakturen von Rippen und Sternum nach sich als bisher angenommen. Zu dieser Erkenntnis kam eine slowenische Studie.

Quelle: Kralj E et al.: Frequency and number of resuscitation related rib and sternum fractures are higher than generally considered. Resuscitation 2015; 93: 136-141

Mit dem Defi in der Hand ...
Wiederbelebung auf der Leinwand – eine verpasste Chance

Im Kino sehen Reanimationen häufig spektakulär aus – besonders wenn der Patient danach umgehend das Bewusstsein wiedererlangt und auf die Beine springt. Wie unrealis - tisch diese Darstellungen tatsächlich sind, untersuchte man nun in den USA.

Quelle: Mgbako OU et al.: Defibrillation in the movies: a missed opportunity for public health education. Resus - citation 2014; 85: 1795-8

Lungenembolie-Diagnostik
D-Dimer besser altersabhängig bewerten?

Der D-Dimer-Test ist fester Bestandteil der Abklärung bei Verdacht auf Lungenembolie (LE). Muss der Normalbereich für ältere Patienten angepasst werden?

Quelle: Woller SC et al.: Assessment of the safety and efficiency of using an age-adjusted D-dimer threshold to exclude suspect pulmonary embolism. Chest 2014; 146(6): 1444-51

DOAC nach TVT und LE
Langfristige Rezidivprophylaxe-Dosis

Bei der Fortführung einer Rezidivprophylaxe nach TVT oder LE über sechs Monate hinaus ist die Nutzen-Risiko-Abwägung besonders wichtig. Das DOAC Apixaban steht hierfür in einer „Prophylaxe -Dosis“ von 2,5 mg 2x tgl. zur Verfügung.

Quelle: Symposium:„Progress in prophylaxis and treatment of thrombotic events“, 59. Jahrestagung der GTH, Düsseldorf, 26.2.2015, Veranstalter: BMS/Pfizer Apixaban: Eliquis® (D, CH)

ARDS und Sepsis
Zukunft Stammzellen?

Die Behandlungsoptionen bei ARDS und Sepsis sind gering. Könnte eine Therapie mit mesenchymalen Stammzellen die Chancen in Zukunft verbessern?

Quelle: Walter J et al.: Mesenchymal stem cells: mechanisms of potential therapeutic benefit in ARDS and sepsis. Lancet Respir Med 2014; 2(12): 1016-26

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