Onkologie

Erschreckendes Ergebnis einer ESMO-Umfrage
Burnout bei jungen Onkologen extrem häufig

Burnout von den Arbeitnehmern ist in der heute mehr und mehr arbeitsverdichteten Welt ein zunehmendes Problem. Jetzt untersuchte die ESMO (European Society for Medical Oncology), wie häufig Burnout bei jungen medizinischen Onkologen in Europa tatsächlich ist. Das Ergebnis erschreckt.

Quelle: Banerjee S et al.: Professional burnout in European young medical ... Ann Oncol 2017; 28: 1590-6

Bei onkologischen Patienten häufig übersehen
Endokrine paraneoplastische Syndrome

Meistens verursachen Tumoren Symptome durch lokale Verdrängung oder Metastasen. Manchmal erlangen Krebszellen – auch wenn sie gar keine endokrine Differenzierung aufweisen – im Verlauf ihrer Entwicklung aber auch die Fähigkeit, bioaktive Substanzen zu sezernieren oder immunologische Kreuzreaktivität zu induzieren. Die daraus entstehenden Symptome nennt man „endokrine paraneoplastische Syndrome“ (PNS).

Quelle: Dimitriadis GK et al.: Paraneoplastic endocrine syndromes. Endocr Relat Cancer 2017; 24: R173-R190

Risiko für und bei Krebs
Bewegung bessert die Prognose

Körperliche Aktivität gehört bekanntermaßen zu den Lebensstil-Faktoren, die das Krebrisiko reduzieren; auch der Verlauf bei etablierten Malignomen wird positiv beeinflusst. Wie kommt dieser Effekt zustande?

Quelle: Thomas RJ et al.: Exercise-induced biochemical changes and ... Br J Sports Med 2017; 51: 640-4

Mantelzell-Lymphom
Man kann die Remission verlängern

Das Mantelzell-Lymphom macht etwa 6% aller Non-Hodgkin-Lymphome Erwachsener aus und gilt als nicht heilbar. Man bemüht sich aber, die Remissionen nach Therapie zu verlängern.

Quelle: Le Gouill S et al.: Rituximab after autologous stem-cell transplantation in mantle-cell lymphoma. N Engl J Med 2017; 377: 1250-60

Adjuvante Therapie bei HER2+ Mamma-Ca
Weniger Rezidive, längeres Überleben

Dank zielgerichteter Therapien sind die Überlebenschancen von Patientinnen mitHER2-positivem Brustkrebs deutlich angestiegen. Mithilfe einer adjuvanten Therapie lassen sich die Chancen noch weiter verbessern.

Quelle: Symposium:
„Optimierte Therapie des Mammakarzinoms“, im Rahmen des DGHO-Kongress 2017, Stuttgart, 29.9.2017, Veranstalter: Roche Pharma
Pertuzumab: Perjeta®,
Trastuzumab Emtansin: Kadcyla®

ESMO 2017, Madrid
Radiochemo beim Zervix-Ca, CT-Nachsorge beim NSCLC & mehr ...

Die diesjährige ESMO-Tagung war ein Kongress der Rekorde: Fast 24 000 Teilnehmer aus 131 Ländern reisten nach Madrid, um mehr als 1700 Abstracts und 55 Late-breaking-abstracts zu hören. Erstmals wurde der ESMO-Kongress gemeinsam mit der European Association for Cancer Research (EACR) veranstaltet.

Wirksam und sicher im klinischen Alltag
Aflibercept beim mCRC

Die Zweitlinientherapie mit Aflibercept bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) hat in klinischen Studien ihre Wirksamkeit unabhängig vom RAS-­Status, der BRAF-Mutation oder der Lokalisation bewiesen. Nun zeigte eine aktuelle Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie QoLiTraP, dass das Fusionsprotein in Kombination mit FOLFIRI auch in der klinischen Praxis effektiv und sicher ist.

Quelle: Symposium:

„Aktuelle Therapiestrategien beim mCRPC und mCRC“, Stuttgart, 29.9.2017, Veranstalter: Sanofi Genzyme
Aflibercept: Zaltrap® (D, A, CH)
 

„Achtung, Sie könnten an einem Pankreaskrebs leiden!"
Karzinom-Warnung durch Google?

Um es gleich zu Beginn des Artikels klarzustellen: In der Studie, die nachweisen wollte, dass Anfragen an Internet-Suchmaschinen ein späteres Pankreaskarzinom beim Suchenden vorhersagen können, wurde Microsofts Suchmaschine „Bing“ verwendet, aber der Begriff „Google“ hat sich nun einmal als Synonym für alle Suchmaschinen etabliert.

Quelle: Gigerenzer G: Can search engine data predict pancreatic cancer? BMJ 2017; 358: j3159

Schutz vor Melanomen
Vitamin D nicht mit Vitamin A geben

Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Melanompatienten hängt neben klinischen auch von histopathologischen Faktoren ab, z. B. Tumordicke nach Breslow und mikroskopische Ulzeration. Mehrere Daten sprechen dafür, dass das Überleben außerdem vom Vitamin- D-Spiegel abhängt. Wichtig dabei ist, das Vitamin bei Bedarf stets separat zu supplementieren.

Quelle: O‘Shea SJ et al.: Vitamin D, vitamin A, the primary melanoma transcriptome and survival. Br J Dermatol 2016; 175: 30-4

Krebsrisiko vorbeugen
Wie effektiv sind Vitamin D und Kalzium?

Schützt Vitamin D vor Krebs? Einige Studien scheinen dies zu bestätigen, andere sprechen gegen eine präventive Wirkung. US-amerikanische Forscher haben diese Fragestellung randomisiert untersucht.

Quelle: Lappe J et al.: Effect of Vitamin D and Calcium Supplementation on cancer incidence in older women. JAMA 2017; 317: 1234-43

Metastasiertes Kolorektal-Ca
Therapie je nach Tumorlokalisation

Aktuellen Daten zufolge spielt die primäre Tumorlokalisation für die Therapiewahl bei RAS-WT-Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) eine wichtige Rolle. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Empfehlungen der AIO der DGK wider.

Quelle: „First-Line-Therapie & beyond: Einsatz von Avastin beim mCRC“, Frankfurt am Main, 25.7.2017, Veranstalter: Roche Pharma

Aflibercept als Second-line-Therapie beim mCRC
Konsistente Effektivität bei allen Patientenpopulationen

Aktuelle Auswertungen der Zulassungsstudie VELOUR zeigen, dass die Zweitlinien-Behandlung mit Aflibercept bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) effektiv ist – und zwar unabhängig von RAS, BRAF oder Lokalisation.

Quelle: „Rethinking Second-line Therapy in Metastatic Colorectal Cancer: Breaking the Mold“, Barcelona, 30.6.2017, Veranstalter: Sanofi Genzyme

Malignes Melanom
Tumor unter Immunkontrolle bringen

Die bislang wirksamste etablierte Therapie bei fortgeschrittenem malignem Melanom ist die kombinierte Immuntherapie mit den Checkpoint-Inhibitoren Ipilimumab plus Nivolumab oder Pembrolizumab. Jedoch bringt die Kombination auch eine erhebliche Toxizität mit sich. Mit Hochdruck wird an Konzepten gearbeitet, die Toxizität zu senken.

Quelle: Symposium: „The Class of 2017 Melanoma Management: Art or Maths?“, München, 30.6.2017, Veranstalter: MSD

Ixazomib bei neu diagnostiziertem Multiplen Myelom
Tiefes und anhaltendes Ansprechen

Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM), die sich keiner Stammzelltransplantation (SCT) unterziehen, erreichen unter Ixazomib plus Lenalidomid und Dexamethason, gefolgt von einer Erhaltungs-Monotherapie mit Ixazomib, ein tiefes und anhaltendes Ansprechen – so neue Daten von der Jahrestagung der European Hematology Association 2017.

Quelle: Kumar S et al.: Deep and durable responses with weekly ixazomib ... Abstract S408, oral presentation. EHA, Madrid, 24.6.2017

Hochdosis-Methotrexat
Die Risiken minimieren

Die in der Onkologie eingesetzten Dosen von Methotrexat (MTX) reichen von 20 bis hin zu 33 000 mg/m². Ab 500 mg/m² i.v. spricht man von Hochdosis-Methotrexat (HDMTX). Eingesetzt wird die Hochdosistherapie u. a. bei verschiedenen pädiatrischen Malignomen. Dabei kann es zu erheblichen Nebenwirkungen kommen.

Quelle: Howard SC et al.: Preventing and managing toxicities of high-dose methotrexate. Oncologist 2016; 21: 1-12

Lokal begrenztes Prostatakarzinom
Operieren, bestrahlen oder abwarten?

Welche Therapiestrategie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom am besten ist, hängt neben dem Progressions- und Mortalitätsrisiko auch von der Blasen-, Sexualund Darmfunktion ab. Neue Daten können bei der Therapieentscheidung helfen.

Quelle: Barocas DA et al.: Association between radiation therapy, surgery, or observation for localized prostate cancer and patient-reported outcomes after 3 years. JAMA 2017; 217(11): 1126-40

Molekulare Krebstherapien auf dem Vormarsch
Neue Chancen, aber auch neue Risiken

Immer tiefere Einsichten in die Genetik und die molekulare Pathophysiologie von Malignomen haben vielfältige Formen von „targeted therapy“ und vielversprechende Ansätze zur Immuntherapie von Krebs generiert. Bei diesen neuen Therapiestrategien sind die Effekte heute aber selten in ihrem ganzen Umfang überschaubar – man muss auch mit neuartigen Nebenwirkungen rechnen.

Quelle: Kroschinsky F et al.: New drugs, new toxicities: severe side effects of modern targeted and immunotherapy of cancer and their management. Crit Care 2017; 21: 89

Gilt auch für Nicht-Diabetiker
Hoher HbA1c spricht für hohes Krebsrisiko

Welche Rolle der HbA1c für das Krebsrisiko von Personen mit oder ohne Typ-1- oder Typ-2-Diabetes spielt, versuchten Forscher im Rahmen einer Metaanalyse zu klären.

Quelle: Hope C et al.: Relationship between HbA1c and cancer in people with or without dieabetes: a systematic review. Diabet Med 2016; 33: 1013-25

Theoretisch plausibel, aber auch wahrscheinlich?
Analkarzinom als Folge einer Brachytherapie bei Prostatakarzinom?

Bei einem Patienten wurde viele Jahre nach einer Brachytherapie eines Prostatakarzinoms ein Analkarzinom diagnostiziert. Es ist naheliegend, dass über einen kausalen Zusammenhang diskutiert wurde.

Quelle: Hong TS et al.: Case 39-2016: A 74-year-old man with rectal bleeding and history of prostate cancer. N Engl J Med 2016; 375: 2481-8

Imatinib bei chronisch myeloischer Leukämie
Frühe Blaupause der „targeted therapy"

Die chronische myeloische Leukämie ist ein myeloproliferatives Neoplasma, das durch das Philadelphia-Chromosom (Ph) charakterisiert wird. Seine Therapie wurde durch die Einführung von Imatinib im Jahre 2001 entscheidend optimiert.

Quelle: Hochhaus A et al.: Long-term outcomes of imatinib treatment for chronic myelod leukemia. N Engl J Med 2017; 376: 917-27

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