E-Health

Google Trends
Webanfragen sagen Demenz voraus

Durch Auswertungen der Suchanfragen bei Google kann man Influenza-Epidemien vorhersagen (vgl. Praxis-Depesche 5/2015). Nun versuchten taiwanesische Forscher, mittels des allgemein verfügbaren Tools „Goolge Trends“ in die Zukunft der Inzidenz von Demenzerkrankungen zu blicken – mit Erfolg.

Quelle: Wang HW et al.: Forecasting the incidence of dementia and dementia-related outpatient visits with google trends: evidence from taiwan. J Med Internet Res 2015; 17(11): e264

Wirklich wirksam?
Mit Apps gegen Schlafapnoe

Mittels mHealth (z. B. Smartphone-Apps) kann man Patientenverhalten ändern und zu einer besseren Therapie beitragen – so zumindest die Hoffnung. Nun wurde untersucht, ob das bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) funktioniert. Tut es, fanden spanische Autoren heraus. Aber an der Uni Mannheim ging man noch einen Schritt weiter und ersetzte die herkömmliche Beatmungstherapie gleich komplett durch ein Smartphone.

Quelle: Isetta V et al.: A new mhealth application to support treatment of sleep apnoea patients. J Telemed Telecare 2015; epub Dec 15; pii: 1357633X15621848

Wer zählt am besten?
7 Tracker im Vergleich

„Quantified self“ ist die Bewegung, die dem aktuellen Tracker-Hype zugrunde liegt: Menschen (und Patienten) vermessen alle möglichen Körperfunktionen selbst, um daraus Rückschlüsse auf ihre Gesundheit zu ziehen. Bewegungstracker (vulgo „Schrittzähler“) sind dafür der erste und einfachste Schritt. Aber wie genau messen die aktuell verfügbaren Geräte eigentlich?

Quelle: Storm FA et al.: Step detection and activity recognition accuracy of seven physical activity monitors. PLoS One 2015; 10(3): e0118723

mHealth auf der Straße
Per SMS schneller zur Reanimation

Wenn Patienten mit plötzlichem Herzstillstand umgehend reanimiert werden, steigt ihre Überlebenschance. In Stockholm versuchte man, geschulte Laien per SMS schneller zu betroffenen Patienten zu lotsen. Reanimiert wurde dadurch häufiger, aber nicht weniger gestorben, wie die im New England Journal of Medicine publizierte Studie ergab.

Quelle: Ringh M et al.: Mobile-phone dispatch of layper - sons for CPR in out-of-hospital cardiac arrest. N Engl J Med 2015; 372: 2316-25

Computer vs. Blickdiagnose
Digitale Gesichtsanalyse überlegen?

Morbus Cushing und Akromegalie sind endokrine Erkrankungen, die mit charakteristischen Gesichtsmerkmalen verbunden sind. Die Diagnose erfolgt meist erst nach mehreren Jahren. Schneller könnte es mit digitaler Gesichtserkennung gehen.

Quelle: Kosilek RP et al.: Diagnostic use of facial image analysis software in endocrine and genetic disorders: review, current results and future perspectives. Eur J Endocrin 2015; 173(4): M39-44

Informationsqualität auf Webseiten
„Sectio" besser nicht googeln

Weltweit steigen die Sectioraten immer weiter an. Spitzenreiter ist Brasilien mit einer Rate von über 50% im Jahr 2010. Über die Risiken wissen die Patientinnen aber häufig nur wenig. Im Internet können sie sich über die Entbindung per Kaiserschnitt informieren, aber wie verlässlich sind diese Informationen?

Quelle: Fioretti BT et al.: Googling caesarean section: a survey on the quality of the information available on the internet. BJOG 2015; 122(5): 731-9

Soziale Netzwerke
So informieren Pharma firmen online

Immer mehr pharmazeutische Hersteller entdecken die sozialen Netzwerke für ihre Kommunikation in Richtung Patient – „Multi-Channel“, „crossmedial“ und „below the line“ sind die Marketing-Schlagwörter. Aber gehen die Hersteller auch verantwortungsvoll mit den „neuen Medien“ um?

Quelle: Tyrawski J, DeAndrea DC: Pharmaceutical companies and their drugs on social media: a content analysis of drug information on popular social media sites. J Med Internet Res 2015; 17(6): e130

Gleichgewichtsstörungen bei MS-Patienten
Ist e-Training genau so gut wie Reiten?

Neurologen aus Bad Mergentheim verglichen die Hippotherapie mit einem spezifischen Internet-basierten Heimtraining (e-Training) zur Verbesserung des Gleichgewichts.

Quelle: Frevel D, Mäurer M: Internet-based home training is capable to improve balance in multiple sclerosis: a randomized controlled trial. Eur J Phys Rehabil Med 2015; 51(1): 23-30

E-Health-Gesetz in öffentlicher Anhörung
E-Health nutzt Patienten – nur wann kommt die elektronische Gesundheitskarte?

Am 4.11.15 fand in Berlin eine öffentliche Anhörung zum E-Health-Gesetz statt. Zahlreiche Sachverständige wurden befragt und zeichneten ein frohes Zukunftsbild der digitalen Medizin ... aber auch mit düsteren Schatten. Ein ganz subjektiver Protokoll-Auszug.

Organ-Upgrade
„Bionic Man"

Dank moderner Materialforschung und kabelloser Technik können sich moderne elektronische Systeme den Eigenschaften des menschlichen Körpers anpassen oder gar mit ihm verschmelzen. Solche weichen, injizierbaren oder bioresorbierbaren Systeme eröffnen der Medizin völlig neue Möglichkeiten.

Quelle: Rogers JA: Electronics for the human body. JAMA 2015; 313(6): 561-2

Andrang in der Notaufnahme
Erlaubt das Internet eine Prognose?

Spiegelt die Anzahl der täglichen digitalen Besuche einer lokalen Gesundheitswebseite die akute Sorge der Menschen um ihre Gesundheit wider? Und erlaubt diese Anzahl eine Prognose, wie stark am nächsten Tag die Notaufnahme frequentiert wird?

KONTROVERSE: Medizinische Apps
Segen oder Fluch?

Die Anzahl medizinischer Apps für Laien und Patienten steigt stetig an. „Das ist auch gut so“, meint ein Notfallmediziner und Medizinjournalist. „Von medizinischen Apps lieber die Finger lassen“, ist hingegen die Empfehlung eines Allgemeinarztes.

Quelle: Husain I, Spence D: Can healthy people benefit from health apps? BMJ 2015; 350: h1887

Fitnessarmband angelegt und endlich fit?
Ganz so einfach ist es nicht ...

Damit tragbare Körpervermessungsgeräte (sog. „Wearables“) tatsächlich zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung führen, sind einige Dinge zu beachten.

Quelle: Patel MS et al.: Wearable devices as facilitators, not drivers, of health behavior change. JAMA 2015; 313(5): 459-60

Depression
Smartphone als Frühwarnsystem

Forscher untersuchten in den USA, ob man anhand der im Smartphone gespeicherten Bewegungs- und Aktivitätsdaten eine Depression des Handy-Nutzers erkennen kann. Die Ergebnisse verblüffen und ermöglichen Visionen.

Quelle: Saeb S et al.: Mobile phone sensors correlates of depressive symptoms severity in daily-life behavior: an exploratory study. J Med Internet Res 2015; 17(7): e175

Patientendaten-Erfassung
Freitext oder Freizeit

Digitale Praxisverwaltungssysteme sind heute allgegenwärtig. Eine zentrale Funktion ist das Erfassen von Anamnese-, Diagnose- und Therapiedaten. Inwieweit es dabei sinnvoll ist, strukturierte Datenbausteine zu verwenden, untersuchte man in Philadelphia.

Quelle: Gabriel PE et al.: Capturing structured, pulmonary disease-specific data elements in electronic health records. Chest 2015; 147(4): 1152-60

Diagnose-Websites im Test
Dr. Google ist ängstlich

Gesundheitsinformationen werden von Patienten mehr und mehr im Internet gesucht. Mittlerweile gibt es zahlreiche Websites, die Laien bei der Diagnosefindung unterstützen. Wie präzise diese Sys - teme sind, wurde nun untersucht, und es zeigte sich ein überraschender Trend bei den Automaten-Antworten.

Quelle: Semigran HL et al.: Evaluation of symptom checkers for self diagnosis and triage: audit study. BMJ 2015; 351: h3480

Telekonsultation
Akzeptieren Patienten Video-Sprechstunden?

Die moderne Technik macht’s möglich und der Ärztemangel macht’s nötig: Patienten- Fernberatung per Video-Telefonie. In den USA wurde nun untersucht, was Patienten davon halten, wenn sich der Arzt per Live-Video im Wohnzimmer meldet.

Quelle: Gardner MR et al.: Perceptions of video-based appointments from the patient’s home: a patient survey. Telemed J E Health 2015; 21(4): 281-5

Online-Unterstützung beim Arzt-Patient-Gespräch
Schlüssel zu hochwertiger Information

TheraKey nennt sich ein Online-Portal, auf dem zu ausgewählten Erkrankungen multimediale Patienteninformationen angeboten werden. Den Zugangscode erhält der Patient exklusiv von seinem Arzt. Jetzt gibt es Daten zur Nutzung und Akzeptanz.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Dr. Google und Co: Patienteninformation der Zukunft? Und wo bleiben Sie, Herr Doktor?“, im Rahmen des 121. Kongresses der DGIM, Mannheim, 19.4.2015, Veranstalter: Berlin-Chemie

Big Data gegen Heuschnupfen
Mit Google allergische Rhinitis vorhersagen

Dass Google Influenza-Epidemien vorhersagen kann, ist bekannt. Jetzt untersuchten Forscher anhand von Google-Daten aus den USA, ob das auch mit der allergischen Rhinitis funktioniert. Und wie sieht das eigentlich in Deutschland aus?

Quelle: Kang MG et al.: Google unveils a glimpse of allergic rhinitis in the real world. Allergy 2015; 70: 124-8

Telemedizin über Smartphone
Effektives Herzinsuffizienz- Monitoring

Die Herzinsuffizienz ist eine Parade erkrankung der Telemedizin: chronischer Verlauf, leicht zu messende Werte und bei adäquater Therapie resultiert eine Prognoseverbesserung. Nun wurde untersucht, inwieweit telemedizinisches Monitoring das Patientenmanagement in einer ländlichen Gegend verbessern kann.

Quelle: Riley WT et al.: Program evaluation of remote heart failure monitoring: healthcare utilization analysis in a rural regional medical center. Telemed J E Health 2015; 21(3): 157-62

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