Gynäkologie

Leistungssport
Beeinträchtigt Training den Fetus?

Eine Expertengruppe der IOC Medical Commission suchte in der verfügbaren Literatur nach Evidenzen dafür, ob intensives Training bei schwangeren Freizeit- und Hochleistungssportlerinnen das Risiko fetaler und maternaler Komplikationen erhöht.

Quelle: Bø K et al.: Exercise and pregnancy in recreational and elite athletes: 2016 evidence summary from the IOC expert group meeting, Lausanne. Part 2 – the effect of exercise on the fetus, labour and birth. Br J Sports Med 2016; 50: 1297-1305

Psoriasis in der Schwangerschaft
Möglichen Komplikationen auf der Spur

Die möglichen Auswirkungen einer Psoriasis auf das Schwangerschaftsoutcome sind weitgehend ungeklärt. Bisherige Daten lassen nur vage auf mögliche Risiken schließen.

Quelle: Bobotsis R et al.: Psoriasis and adverse pregnancy outcomes ... Br J Dermatol 2016; 175: 464-72

Studien-Steckbrief
Opioid-Substitution in der Schwangerschaft
  • Fazit: Die Substitutionstherapie Opioid-abhängiger Frauen in der Schwangerschaft mit Buprenorphin ist nicht schädlicher als die Therapie mit Methadon. Die derzeitig verfügbare Evidenz spricht dafür, dass der Einsatz von Buprenorphin gegenüber Methadon mit einem geringeren
...

Quelle: Zedler BK et al.: Burenorphine compared with methadone to treat pregnant women with opioid use disorder: a systematic review and metaanalysis of safety in the mother, fetus and child. Addiction 2016; Epub Mai 25; doi: 10.1111/add.13462

Gestationsdiabetes
Bei Allergie auf anderes Insulin umstellen

Eine allergische Reaktion auf ein Insulinpräparat ist selten und wird oft nicht durch das Insulin selbst, sondern durch einen der Zusatzstoffe ausgelöst. Deshalb ist eine Umstellung auf ein anderes Präparat sinnvoll, zumal das Risiko bei Insulinanaloga geringer ist.

Quelle: Morton A et al.: Allergic reactions to insulin detemir in women with gestational diabetes mellitus. Aust Fam Physician 2016; 45: 485-6

Mammakarzinom
Viel Obst in der Jugend – weniger Brustkrebs im Alter

Dass eine faserreiche Ernährung die Entstehung von Krebs beeinflussen kann, wird immer wieder hypothetisiert. Eine US-amerikanische Studie lieferte nun neue Argumente in der andauernden Diskussion: Wer in jungen Jahren viel Obst isst, erkrankt später wohl seltener an einem Mammakarzinom.

Quelle: Farvid MS et al.: Fruit and vegetable consumption in adolescence and early adulthood and risk of breast cancer: population based cohort study. BMJ 2016; 353: i2343

Digitale Mammographie
Wie viele Frauen sterben durch Screening?

Ionisierende Strahlen können karzinogen wirken – sie ermöglichen aber auch Vorsorgeuntersuchungen. Am Beispiel der Mammographie wurde und wird heftig über Nutzen und Risiken der Röntgenaufnahmen der Brust gestritten. Nun berechnete man mit einem Simulationsmodell, wie viele zusätzliche Mammakarzinome durch die digitale Screening-Mammographie verursacht werden. Die Systematik der Studie wurde allerdings auch kritisiert, und der Knackpunkt scheint die Uneinigkeit darüber zu sein, wie Strahlung biologisch grundsätzlich wirkt.

Quelle: Miglioretti DL et al.: Radiation-induced breast cancer incidence and mortality from digital mammography screening. Ann Intern Med 2016; 164: 205-14

Screening auf Chlamydien
Für jüngere Schwangere lohnend

Die Infektion mit Chlamydia trachomatis gehört zu den häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten. Für Schwangere birgt sie besondere Risiken. Den ökonomischen Aspekt eines Screenings untersuchte man in Australien.

Quelle: Ong JJ et al.: Chlamydia screening for pregnant women aged 16-25 years attending an antenatal service ... BJOG 2016; 123: 1194-1202

Vorsicht in der Schwangerschaft
Mehr Resistenz bei perinataler Infektion

Frauen, die seit ihrer Geburt HIV-positiv sind, haben mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bereits mehrere verschiedene und teilweise inadäquate antiretrovirale Therapien (ART) erhalten. Das hat auch Konsequenzen für spätere Schwangerschaften.

Quelle: Lazenby GB et al.: Antiretroviral resistance and pregnancy characteristics of women with perinatal ... Infect Dis Obstet Gynecol 2016; 4897501

ESMO 2016
CRC-Nachsorge – Flüssigbiopsie – CDK4/6-Target bei Mamma-Ca

Der Kongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) war ein Kongress der Rekorde: Mehr als 20 000 Teilnehmer, denen die Ergebnisse von über 1600 Studien, darunter 47 Late Breaking Abstracts, präsentiert wurden. Einige Studiendaten finden Sie hier im Überblick zusammengefasst.

Kardiometabolischer Stress
Kurz aufeinander folgende Schwangerschaften erhöhen das Herz-Kreislauf-Risiko

Eine Schwangerschaft stellt für das mütterliche Gefäßsystem und den Stoffwechsel eine erhebliche Belastung dar. Ob ein zweiter solcher „Stresstest“ in kurzem Abstand das kardiovaskuläre Risiko beeinflusst, untersuchten australische Forscher.

Quelle: Ngo AD et al.: Association between interpregnancy interval and ... BJOG 2016; 123: 1311-8

Gilt für Frauen und Männer
Mehr Kinder, mehr Diabetes

Eine mehrfache Mutterschaft erhöht bei Frauen das spätere Risiko für Diabetes. Einige Forscher vermuteten, dass dies an schwangerschaftsbedingten metabolischen Veränderungen liegt. Eine aktuelle Studie zeigt nun allerdings, dass viele Kinder zu haben auch bei Männern für Diabetes prädisponiert.

Quelle: Peters SAE et al.: Parenthood and the risk of diabetes .... Diabetologia 2016; Epub Apr 18; doi: 10.1007/s00125-016-3980-x

Gestationsdiabetes
Erweitertes Screening hat keinen Vorteil

Ein Gestationsdiabetes geht für Mutter und Kind mit Risiken einher, so dass ein Screening sinnvoll und notwendig ist. Ein intensiveres Screening mit einem 2- Stufen-Schema ist allerdings im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes nicht effektiver als das einstufige Vorgehen.

Quelle: Feldman RK et al.: Gestational Diabetes Screening. Obstet Gynecol 2016; 127: 10-7

Chemotherapie
Testikuläre Toxizität: Gibt es Biomarker?

Durch die zunehmende Zahl junger Krebspatienten gewinnt die Beachtung schädlicher Einflüsse der Tumorbehandlung auf die Fertilität immer mehr Aufmerksamkeit. Während Fortschritte hinsichtlich der ovarialen Toxizität erzielt wurden, fehlen verlässliche Biomarker zur testikulären Toxizität.

Quelle: Levi M et al.: Anti-Müllerian Hormon is a marker for chemotherapy-induced testicular toxicity. Endocrinology 156: 3818-3827, 2015. Doi: 10.1210/en.2015-1310

American Society of Clinical Oncology 2016
Lange Letrozol – Glioblastom bei Älteren – besser kein Rituximab

Dass die Onkologie immer mehr auch eine Frage von „big data“ wird, kam in dem Kongress- Motto „Collective Wisdom“ zum Ausdruck. Die Immuntherapie, bei der das patienteneigene Immunsystem das Karzinom bekämpft, und die personalisierte oder Präzisions-Medizin, bei der entsprechend der Genmutationen des Krebses spezifisch wirkende Biologika eingesetzt werden, sind zwei große Trends der gegenwärtigen Onkologie.

Verhütung und Vaskulatur
Langzeitkontrazeptiva bei Herzkranken

Reversible Langzeitverhütung (LARC) mit Intrauterinsystemen (IUD) oder implantierbaren Verhütungsstäbchen ist effektiv und sicher. Aber gilt das auch für Frauen mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen? Eine Studie suchte nach der Antwort, ließ aber die entscheidende Frage offen.

Quelle: Vu Q et al.: Efficacy and safety of long-acting reversible contraception in women with cardiovascular conditions. Am J Cardiol 2016; 117: 302-4

Schlafapnoe bei Schwangeren
Der Fötus leidet mit

Schlafbezogene Atemstörungen wie habituelles Schnarchen oder obstruktive Schlafapnoe (OSA) können zu chronischer Hypoxie und Tagesschläfrigkeit führen. Wenn Schwangere darunter leiden, ist auch das Ungeborene beeinträchtigt, wie eine aktuelle Studie nun erstmals nachweisen konnte.

Quelle: Ravishankar S et al.: Evidence of placental hypoxia in maternal sleep disordered breathing. Pediatr Dev Pathol 2015; 18(5): 380-6

Gastroenterologie und Gynäkologie interdisziplinär
IBD und zervikale Neoplasien

Entzündliche Darmerkrankungen (IBD) führen zu immunologischen Veränderungen und könnten so die Abwehr gegen HPV-Infektionen beeinträchtigen. Tatsächlich scheinen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa das Risiko zervikaler Neoplasien zu erhöhen.

Quelle: Rungoe C et al.: Inflammatory bowel disease and cervical neoplasia: ... Clin Gastroenterol Hepatol 2015; 13: 693-700

Gestationsdiabetes
Gewicht im Auge behalten!

Dass Frauen in der Schwangerschaft an Gewicht zulegen, ist normal. Vorsicht ist allerdings bei sehr starker Gewichtszunahme geboten – egal, ob die Patienten vorher dick oder dünn war.

Quelle: Brunner S et al.: Excessive gestiational weight gain prior to glucose screening and the risk of gestiational diabetes: a meta-analysis. Diabetologia 2015; 58(10): 2229-37

Antirheumatika und Schwangerschaftsoutcome
Paternale DMARD-Exposition ungefährlich

Frauen, die im Zeitraum von Konzeption oder Schwangerschaft mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) behandelt werden, haben ein höheres Risiko für ein ungünstiges Schwangerschaftsoutcome. Und was ist mit den Vätern?

Quelle: Wallenius M al.: No excess risks in offspring with paternal preconception exposure to disease-modifying antirheumatic drugs. Arthritis Rheumatol 2015; 67(1): 296-301

Risikofaktoren
Unerfüllter Kinderwunsch fördert Depressionen

Die psychische Belastung durch eine längere Fertilitätsbehandlung löst sowohl bei Patientinnen als auch bei ihren Partnern häufig eine Depression aus. Das zeigte eine USamerikanische Kohortenstudie.

Quelle: Holley SR et al.: Prevalence and predictors of major depressive... Fertil Steril 2015; 103: 1332-9

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