Diabetes

Stresshyperglykämie mit Folgen

Stresshyperglykämie ist ein Warnschuss. Das zeigte eine retrospektive Kohortenstudie von 86 634 Patienten im Alter von 40 Jahren und älter, die als Notfall stationär aufgenommen werden mussten. Das Risiko, in den nächsten drei Jahren einen Diabetes zu entwickeln, lag bei einem Blutzuckerspiegel von ...

Quelle: McAllister DA et al.: Stress hyperglycaemia in hospitalised patients and their 3-year risk of diabetes. PLoS Med 11 (2014)

Diabetische Retinopathie
Fetten Fisch essen

Einer Studie zufolge können Diabetiker neben ihrem kardiovaskulären Risiko auch das Retinopathie-Risiko senken, wenn sie regelmäßig fetten Meeresfisch essen und so ihren Bedarf an V-3-Fettsäuren decken. Zwar konnte dieser günstige Effekt nicht in Supplementationsstudien reproduziert werden, doch der Großteil verfügbarer Studien sagt: Fisch essen hat viele Vorteile.

Quelle: Chew EY: Dietary ... JAMA 2017; 317: 2226-7

Bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes
Weniger Hypos unter Insulin degludec

Die modernen Basalinsuline Insulin degludec und Insulin glargin U100 haben die Insulintherapie sicherer gemacht, da im Vergleich zu NPH-Insulin weniger Hypoglykämien auftreten. Im direkten Vergleich schnitt nun Insulin degludec sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetikern etwas besser ab als Insulin glargin U100.

Quelle: Lane W et al., JAMA 2017; 318: 33-44; Wysham C et al., JAMA 2017; 318: 45-56

Schmerzhafte diabetische Neuropathie
Risikofaktoren rechtzeitig detektieren

Etwa 50% der Patienten mit Diabetes mellitus entwickeln im Laufe der Erkrankung auch eine Neuropathie, die Hälfte davon leidet unter neuropathischen Schmerzen. Welche Risikofaktoren hierfür sind bekannt?

Quelle: Hébert LH et al.: Risk factors for neuropathic pain in diabetes mellitus. Pain 2017; 158: 560-8

Neuer Marker für Gefäßgesundheit
CAVI besser als Pulswellenbestimmung?

Normalerweise wird die Schädigung der Nerven bei Typ-2-Diabetes mit einer Mikroangiopathie in Zusammenhang gebracht. Dass sie auch mit einer Makroangiopathie assoziiert ist, zeigte eine neue Arbeit aus Japan, die den CAVI als Marker für die Funktion der großen Gefäße nutzte.

Quelle: Ando A et al.: Cardio-ankle vascular index and indeces of diabetic polyneuropathy in patients with type 2 diabetes. J Diabetes Res 2017; Epub May 9; doi: 10.1155/2017/2810914

Typ-2-Diabetes
Auch die Epigenetik spielt eine Rolle

Ein entscheidender Faktor bei der Manifestation eines Typ-2-Diabetes ist neben den Genen die Ernährung. Letztere wirkt aber nicht nur über die Insulinschiene. Vielmehr dürften auch epigenetische Einflüsse eine Rolle spielen.

Quelle: Ortega Á et al.: Gene-diet interactions in type 2 diabetes: the chicken and egg debate. Int J Mol Sci 2017; 18(6): E1188

Typ-1-Diabetes
Metformin senkt den Insulinbedarf

Bisher ist Metformin nur für die Therapie des Typ-2-Diabetes zugelassen. Nach einer aktuellen Studie zeigt es aber auch bei Typ-1-Diabetikern eine günstige Wirkung.

Quelle: Setoodeh A et al.: The effect of metformin as an adjunct therapy in adolescents with type 1 diabetes. J Clin Diagn Res 2017; 11(4): SC01-4

Diabetischer Fuß
Ulzera sind „lebensgefährlich"

Trophische Schäden am Fuß beeinträchtigen mit muskuloskelettalen, neuropathischen und zirkulatorischen Problemen die Lebensqualität des Diabetikers. Sie gehen aber auch mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko einher.

Quelle: Walsh JW et al.: Association of diabetic foot ulcer and death ... Diabet Med 2016; 33: 1493-8

Übergewicht und Diabetes
Die Macht des Mikrobioms

Die humane Darmflora besteht aus mehr Zellen als der menschliche Körper an sich und besitzt außerdem auch 250 bis 800 Mal mehr Gene. Möglicherweise ist das umfangreiche und komplese Mikrobiom daher nicht nur ein relevanter Risikofaktor für Übergewicht und Diabetes, sondern sogar der wichtigste.

Quelle: Komaroff AL: The micobiome and risk for obesity and diabetes. JAMA 2017; 317(4): 355-6

Diabetes und stumme Infarkte
Jeder Vierte zeigt Änderungen im EKG

Aufgrund der autonomen diabetischen Neuropathie bleibt eine kardiovaskuläre Beteiligung bei vielen Diabetikern asymptomatisch. Frühe Anzeichen einer stummen Ischämie lassen sich aber im EKG finden. Forscher in Nordindien haben diese EKG-Veränderungen genauer charakterisiert.

Quelle: Gupta S et al.: Evaluation of ECG abnormalities ... J Clin Diagn Res 2017; 11(4): OC39-41

Gilt auch ohne Retinopathie
Diabetes macht farbenblind

Typ-2-Diabetiker, die an einer Retinopathie leiden, entwickeln mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Störungen im Farbensehen. Neue Daten aus Asien zeigen, dass Diabetiker ohne Retinopathie aber ebenfalls oft betroffen sein können.

Quelle: Tan NC et al.: Factors associated with impaired color vision ... BMC Endocr Disord 2017; 17(1): 29

Inselzelltransplantation
Welche Diabetiker sind geeignet?

Typ-1-Diabetiker benötigen exogenes Insulin, um ihren Stoffwechsel in den Griff zu bekommen. Pankreas- und Inselzelltransplantationen versprechen Heilung mit dem Ziel, kein exogenes Insulin mehr spritzen zu müssen. In Zeiten knapper Spender ist es aber wichtig einzuschätzen, welche Patienten besonders von einer Inselzell-Tx profitieren, denn heutzutage sind nur ca. die Hälfte aller Transplantierten nach fünf Jahren noch „insulinfrei“.

Quelle: Tatum JA et al.: Single-domor islet transplantation in type I diabetes: patient selection ... Diabetes Metab Syndr Obes 2017; 10: 73-8

Schnittstelle Hausarzt-Facharzt
Typ-2-Diabetiker erfolgreich auf Injektionstherapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten umstellen

Wenn orale Antidiabetika nicht mehr ausreichen, um den Stoffwechsel eines Typ-2-Diabetikers in den Griff zu bekommen, stellt sich die Frage nach einer Injektionstherapie, zum Beispiel mit dem GLP-1-Rezeptoragonisten Dulaglutid. Wie dabei die interkollegiale Abstimmung gelingt, diskutierten die Hausärztin Gisela Schell und der Diabetologe Dr. Gerd Nitzsche aus Offenbach auf einer Veranstaltung von Lilly.

Quelle: Fachpressekonfernz:„Die Rolle des Hausarztes in der interdisziplinären Behandlung des Diabetes – mehr als nur Tabletten?“, Frankfurt, 28.6.2017, Veranstalter: Lilly Dulaglutid: Trulicity® (D, CH)

Diabetiker mit Herzinsuffizienz
Das kardiovaskuläre Risiko mit den richtigen Medikamenten in Schach halten

Die Prävalenz der Herzinsuffizienz ist bei Diabetikern sehr hoch, die Prognosen dabei relativ schlecht. Therapiert wird die Herzinsuffizienz bei diabetischen Patienten im Prinzip wie bei anderen Patienten auch. Bei der Wahl der Antidiabetikums gibt es allerdingd einiges zu beachten.

Quelle: Lehrke M, Marx N: Diabetes mellitus and heart failure. Am J Med 2017; 130(6S): S40-S50

Preisverleihung des SilverStar Förderpreis 2017

Im Rahmen des diesjährigen Diabetes-Kongresses in Hamburg wurde am 24. Mai zum sechsten Mal der SilverStar Förderpreis der Berlin-Chemie AG verliehen. Mit dem Förderpreis werden herausragende Projekte für ältere Menschen mit Diabetes gewürdigt.

Der diesjährige ...

Typ-2-Diabetes umkehren
Kinder auf Radikaldiät

Entsteht ein Typ-2-Diabetes im Kindes- und Jugendalter, kann ein „schnelles und hartes Eingreifen“ den progredienten Erkrankungsprozess umkehren. Das zeigte eine Studie aus Australien, in der man acht diabetische Kinder auf eine radikale Diät setzte.

Quelle: Gow RL et al.: Reversal of type 2 diabetes in youth who adhere to a very-low-energy diet: a pilot study. Diabetologia 2017; 60(3): 406-15

Unterschätztes Frakturrisiko
Langzeitdiabetiker besonders gefährdet

Typ-2-Diabetes erhöht unabhängig von der Knochendichte das Risiko für osteoporotische und Hüftfrakturen. Wird das Frakturrisiko von Diabetikern mittels FRAX-Tool evaluiert, wird es bekanntermaßen unterschätzt. Besonders trifft dies auf Langzeitdiabetiker zu.

Quelle: Majumdar SR et al.: Longer duration of diabetes strongly impacts fracture risk assessment: the manitoba BMD cohort. J Clin Endocrinol Metab 2016; 101(11): 4489-96

Darmflora und Diabetes
Fördert Antibiose bei Kindern Typ-1-Diabetes?

Eine gestörte Darmflora gilt als möglicher Auslöser von Typ-1-Diabetes bei Kindern mit genetischer Prädisposition. Da die Darmflora von Kleinkindern noch sehr sensibel auf Störungen reagiert, könnten Antibiosen in diesem Alter das Risiko eines Diabetes erhöhen. Eine dänische Arbeitsgruppe hat nachgeforscht.

Quelle: Mikkelsen KH et al.: Use of antibiotics in childhood and risk ... Diabet Med 2017; 34(2): 272-7

Unerwartet hohe Inzidenz
Mitralinsuffizienz bei Diabetikern

Sollten alle Typ-2-Diabetiker ein Herzecho erhalten? Diese Frage scheint in Anbetracht der aktuellen Ergebnisse einer Studie aus Verona, Italien, durchaus angebracht. Denn die Ergebnisse belegten, dass zum einen die Inzidenz der Mitralinsuffizienz unerwartet hoch war, und dass zum anderen auch bereits eine leichte Mitralinsuffizienz die Mortalität unabhängig von anderen Risikofaktoren deutlich erhöhte.

Quelle: Rossi A et al.: Mitral regurgitation and increased risk of all-cause and cardiovascular mortality in patients ... Am J Med 2017; 130: 70-6

Konzept „Prädiabetes"
Nicht wirklich hilfreich

Einem Patienten verpasst man den Aufkleber „Prädiabetiker“, wenn man ausdrücken möchte, dass ein gewisses Risiko besteht, dass der innerhalb der kommenden Jahre einen manifesten Diabetes entwickeln wird. Aber dass das Konzept gar nicht so sinnvoll sein könnte, wie man hinlänglich meint, zeigte eine umfangreiche Metaanalyse mit systematischem Review.

Quelle: Barry E et al.: Efficacy and effectiveness of screen and treat policies in prevention of type 2 diabetes: systematic review and meta-analysis of screening tests and interventions. BMJ 2017; 356: i6538

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