Stoffwechsel

Stresshyperglykämie mit Folgen

Stresshyperglykämie ist ein Warnschuss. Das zeigte eine retrospektive Kohortenstudie von 86 634 Patienten im Alter von 40 Jahren und älter, die als Notfall stationär aufgenommen werden mussten. Das Risiko, in den nächsten drei Jahren einen Diabetes zu entwickeln, lag bei einem Blutzuckerspiegel von ...

Quelle: McAllister DA et al.: Stress hyperglycaemia in hospitalised patients and their 3-year risk of diabetes. PLoS Med 11 (2014)

Dick dank Drängeln
Stetes Nachfragen nährt das Fettpolster

„Darf‘s noch etwas mehr sein?“ „Möchten Sie das Maxi-Menü für nur 30 Cent mehr?“ Fragen, die beim Einkauf jeder schonmal gehört hat. Derartige „Upselling“-Techniken von Verkäufern im Gastro-Gewerbe führen dazu, dass sich Menschen noch ungesünder als ohnehin schon ernähren und sich zusätzliches Fett anfuttern ... bis zu 2,3 kg pro Jahr, wie nun ein aktueller Bericht der Royal Society for Public Health im UK herausfand.

Quelle: Rimmer A: Sixty seconds ... BMJ 2017; 358: j4212

Niedriges LDL-Cholesterin
Werden Demenz und Alzheimer begünstigt?

In Leitlinien zur kardiovaskulären Prävention wird eine sehr starke Absenkung des LDL-Cholesterins empfohlen. Es gibt aber Stimmen, die behaupten, bei einem niedrigen Cholesterin sei das Risiko für Alzheimer- und Parkinson-Erkrankung erhöht.

Quelle: Benn M et al.: Low LDL cholesterol, PCSK9 and HMGCR genetic variation ... BMJ 2017; 357: j1648

Koronarinsuffizienz
Statine hoch dosieren lohnt sich

Im Jahr 2013 hat eine amerikanische „Task Force on Practice Guidelines“ Empfehlungen für den Einsatz von Statinen zur Lipidsenkung herausgegeben, die heftigen Widerhall auslösten. Vielfach empfand man sie als zu „streng“.

Quelle: Laing ST: High-intensity statins. Guideline expectations and clinical application. JAMA 2017; 317: 2543-4

Pathophysiologische Erkenntnisse zu Kristallopathien
Neue therapeutische Ansätze am Horizont

Unter Kristallopathien fassten Autoren der LMU München in einem Artikel im New England Journal of Medicine nicht nur Erkrankungen durch Kristalle im herkömmlichen Sinne, sondern auch solche durch fehlgefaltete Proteine und durch Partikel im Nano- und Mikrometer-Bereich zusammen und diskutierten innovative Therapien.

Quelle: Mulay SR et al.: Crystallopathies. N Engl J Med 2016; 374: 2465-76

Kardiovaskuläre Hochrisikopatienten
Alirocumab kann Lipidapherese ersetzen

Bis vor einigen Jahren war die Lipoproteinapherese für Hochrisikopatienten die einzige Möglichkeit, den LDL-C-Spiegel zu senken, wenn sich unter einer lipidsenkenden Therapie die therapeutischen Zielwerte nicht erreichen ließen. Heute können diese Patienten von einer Therapie mit PCSK9-Inhibitoren wie Alirocumab profitieren.

Quelle: Fachpressekonferenz:„Campus Odyssey: PCSK9-Inhibition und kardiovaskuläres Hochrisiko – ein Update“, Frankfurt, 6.4.2017, Veranstalter: Sanofi-Aventis Alirocumab: Praluent® (D, A, CH)

LDL- und Blutzuckersenkung
Das kardiovaskuläre Risiko muss minimiert werden

Der Blutzuckerspiegel und das LDL-Cholesterin sind entscheidende kardiovaskuläre Risikofaktoren, die die Prognose des Patienten maßgeblich beeinflussen. Beide Risikoparameter sollten daher optimal eingestellt sein. Das gilt im besonderen Maße für Patienten mit vorausgegangenem Infarkt.

Quelle: Symposium:„Der chronisch kranke Patient mit Typ-2-Diabetes/ nach Myokardinfarkt zwischen Klinik und Hausarztpraxis“, Mannheim, 29.4.2017, Veranstalter: MSD Atorvastatin plus Ezetimib: Atozet® (D, A, CH) Sitagliptin: Januvia® (D, A, CH)

Latente Hypothyreose
Ein arteriosklerotischer Risikofaktor?

Die klinische Bedeutung einer latenten Hypothyreose wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Bekannt ist, dass sich bei Diabetikern häufiger eine subklinische Hypothyreose findet als bei Stoffwechselgesunden.

Quelle: Abdel-Gayoum at et al.: The effect ... Endocrinol Metab Syndr 2016; 5: doi: 10.4172/2161-1017.1000248

Diabetes Typ 2
Individualisierte Therapie und Therapieziele

Das orale inkretinbasierte Antidiabetikum Sitagliptin ist eine etablierte Therapieoption für Typ-2-Diabetiker, die vielseitig kombinierbar ist. Reichen orale Diabetika nicht mehr aus, ist ein kleines, konzentriertes Injektionsvolumen bei Insulinanaloga vorteilig.

Quelle: Symposium: „Speed-Lecture – Typ-2-Diabetes auf den Punkt“ im Rahmen der 52. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 2017, Hamburg, 24.5.2017 Veranstalter: Berlin-Chemie AG Sitagliptin: Xelevia® (D), Kombination Metformin/ Sitagliptin: Velmetia® (D), Insulin lispro: Liprolog® (D)

LDL-C-Senkung mit Evolocumab
Niedriges LDL-C = niedriges CV-Risiko?

Mit der FOURIER-Outcome-Studie wurde erstmals belegt, dass die Senkung des LDL-Cholesterins durch Evolocumab einen klinisch relevanten kardiovaskulären Nutzen mit sich bringt. Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wurde um 20% gesenkt.

Quelle: Fachpressekonferenz:„ACC-Update: Kann die LDL-C-Senkung mit Repatha® (Evolocumab) das kardiovaskuläre Risiko reduzieren? Die FOURIER-Studie gibt Antwort!“, München, 27.3.2017, Veranstalter: Amgen Evolocumab: Repatha® (D, A, CH)

Adipositas als Krebs-Risiko
Starke Evidenz für neun Krebsarten

Dass Übergewicht das Risiko erhöht, an Krebs zu erkranken oder zu sterben, wurde schon mehrfach beschrieben. Eine wirklich robuste Evidenz fand man in einer zusammengefassten Analyse nun aber nur für insgesamt neun Malignome.

Quelle: Kyrgiou M et al.: Adiposity and cancer at major anatomical sites ... BMJ 2017; 356: j477

KHK-Risiko
Die Rolle des Lipoprotein-Lipase-Gens

Für den Stoffwechsel der Triglyzeride spielt das Lipoprotein-Lipase-Gen eine maßgebliche Rolle. Der Zusammenhang von Mutationen des Gens mit dem KHK-Risiko ist bisher aber weitgehend unbekannt.

Quelle: Khera AV et al.: Association of rare and common variation ... JAMA 2017; 317: 937-46

Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheit
Unvermittelte starke Hyponatriämie

Mit Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheit wurde eine 27-Jährige in ein Krankenhaus eingeliefert. Noch eine Woche zuvor war die sportliche junge Frau fit und beschwerdefrei gewesen. Als Ursache kamen zunächst mehrere Dinge infrage.

Quelle: Nagarur A et al.: Case 9-2017: a 27-year-old woman with nausea, vomiting, confusion, and hyponatremia. N Engl J Med 2017; 376(12): 1159-67

Mittel gegen Adipositas
Wie abnehmen?

Es gibt verschiedene Pharmaka, mit denen das Abspecken erleichtert werden soll. Es gibt allerdings nur wenige Studien, in denen ein Vergleich zwischen den verschiedenen Mitteln angestellt wurde.

Quelle: Khera R et al.: Association of pharmacological treatments for ... JAMA 2016; 315: 2424-34

Lipidsenkung mit Kombi
Niedriges LDL, weniger negative Ereignisse

Für Patienten mit sehr hohem kardiovaskulären Risiko ist es von großer Bedeutung, den LDL-Spiegel leitliniengerecht auf unter 70 mg/dl (<1,8 mmol/l) zu senken. Eine Statintherapie kann dabei schnell an ihre Grenzen stoßen. Einen zusätzlichen Nutzen bringt die Kombinationstherapie mit Ezetimib.

Quelle: Symposium: „Herz Update 2017“, München, 25.2.2017, Veranstalter: Berlin-Chemie Simvastatin plus Ezetimib: Goltor® (D)

Statintherapie
Wer unterbricht, wer setzt ganz ab?

Auch wenn eine einmal angesetzte Statintherapie nicht ohne weiteres beendet werden sollte, so lässt die Therapieadhärenz gerade bei dieser Substanzgruppe zu wünschen übrig. Doch wie hoch ist der Anteil der Patienten, die eine Pause einlegen und wie viele setzen das Medikament ganz ab bzw. nehmen es später wieder ein?

Quelle: Vinogradova Y et al.: Discontinuation and restarting in patients on statin treatment: prospective open cohort study using primary care database. BMJ 2016; 353: i3305

Übergewicht
Fitness-App bringt wenig

Wer kennt sie nicht, die Fitness-Armbänder, die jede körperliche Aktivität in verbrauchte Kalorien umrechnen. In Kurzzeitstudien zeigte sich bereits, dass diese technischen Hilfsmittel während einer Diät die Gewichtsreduktion durchaus unterstützen können. Ob sich diese Ergebnisse auch auf langfristige Bedingungen übertragen lassen, untersuchte nun ein Team der Universität Pittsburgh.

Quelle: Jakicic JM et al.: Effect of wearable technology combined with a lifestyle intervention on long-term weight loss: the IDEA randomized clinical trial. JAMA 2016; 316: 1161-71

Leichte kognitive Beeinträchtigung
Abnehmen schafft Abhilfe

Übergewicht in den mittleren Lebensjahren erhöht das Risiko, später an Demenz zu erkranken. Ob man dies verhindern kann, wenn man frühzeitig sein Gewicht reduziert, war bisher jedoch unklar. Einer aktuellen Studie zufolge hat das Abspecken durch Kalorienreduktion tatsächlich einen neuroprotektiven Effekt.

Quelle: Horie NC et al.: Cognitive effects of intentional weight loss in elderly obese individuals with mild cognitive impairment. J Clin Endocrinol Metab 2016; 101: 1104-12

Leitliniengerechte Therapie
Alirocumab bei zu hohen LDL-C-Spiegel

Dyslipidämien gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. PCSK9-Inhibitoren könnten hier zu einer substanziellen Verbesserung beitragen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Die Highlights des Jahres 2016: Aktuelle Studienergebnisse und Therapiekonzepte“, Berlin, 2.12.2016, Veranstalter: Sanofi, Alirocumab: Praluent® (D, A, CH)

Ungesunder Cholesterinsenker
Pflanzenöle doch eher schlecht fürs Herz?

Als viel gesünder als gesättigte tierische Fette gelten Pflanzenöle. Denn diese enthalten viel Cholesterin-senkende Linolsäure und sollen daher kardiovaskulär protektiv wirken. Diese Hypothese gründet allerdings nur auf wenigen randomisiert kontrollierten Daten. Eine erneute Analyse unveröffentlichter Daten der damals ausschlaggebenden Studie zeigt, dass ein hoher Verzehr von Pflanzenöl nicht gesund, sondern sogar gefährlich ist.

Quelle: Ramsden CE et al.: Re-evaluation of the traditional diet-heart hypothesis: analysis of recovered data from Minnesota Coronary Experiment (1968-73). BMJ 2016; 353: i246

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