Stoffwechsel

Stresshyperglykämie mit Folgen

Stresshyperglykämie ist ein Warnschuss. Das zeigte eine retrospektive Kohortenstudie von 86 634 Patienten im Alter von 40 Jahren und älter, die als Notfall stationär aufgenommen werden mussten. Das Risiko, in den nächsten drei Jahren einen Diabetes zu entwickeln, lag bei einem Blutzuckerspiegel von ...

Quelle: McAllister DA et al.: Stress hyperglycaemia in hospitalised patients and their 3-year risk of diabetes. PLoS Med 11 (2014)

Pathophysiologische Erkenntnisse zu Kristallopathien
Neue therapeutische Ansätze am Horizont

Unter Kristallopathien fassten Autoren der LMU München in einem Artikel im New England Journal of Medicine nicht nur Erkrankungen durch Kristalle im herkömmlichen Sinne, sondern auch solche durch fehlgefaltete Proteine und durch Partikel im Nano- und Mikrometer-Bereich zusammen und diskutierten innovative Therapien.

Quelle: Mulay SR et al.: Crystallopathies. N Engl J Med 2016; 374: 2465-76

Kardiovaskuläre Hochrisikopatienten
Alirocumab kann Lipidapherese ersetzen

Bis vor einigen Jahren war die Lipoproteinapherese für Hochrisikopatienten die einzige Möglichkeit, den LDL-C-Spiegel zu senken, wenn sich unter einer lipidsenkenden Therapie die therapeutischen Zielwerte nicht erreichen ließen. Heute können diese Patienten von einer Therapie mit PCSK9-Inhibitoren wie Alirocumab profitieren.

Quelle: Fachpressekonferenz:„Campus Odyssey: PCSK9-Inhibition und kardiovaskuläres Hochrisiko – ein Update“, Frankfurt, 6.4.2017, Veranstalter: Sanofi-Aventis Alirocumab: Praluent® (D, A, CH)

LDL- und Blutzuckersenkung
Das kardiovaskuläre Risiko muss minimiert werden

Der Blutzuckerspiegel und das LDL-Cholesterin sind entscheidende kardiovaskuläre Risikofaktoren, die die Prognose des Patienten maßgeblich beeinflussen. Beide Risikoparameter sollten daher optimal eingestellt sein. Das gilt im besonderen Maße für Patienten mit vorausgegangenem Infarkt.

Quelle: Symposium:„Der chronisch kranke Patient mit Typ-2-Diabetes/ nach Myokardinfarkt zwischen Klinik und Hausarztpraxis“, Mannheim, 29.4.2017, Veranstalter: MSD Atorvastatin plus Ezetimib: Atozet® (D, A, CH) Sitagliptin: Januvia® (D, A, CH)

Latente Hypothyreose
Ein arteriosklerotischer Risikofaktor?

Die klinische Bedeutung einer latenten Hypothyreose wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Bekannt ist, dass sich bei Diabetikern häufiger eine subklinische Hypothyreose findet als bei Stoffwechselgesunden.

Quelle: Abdel-Gayoum at et al.: The effect ... Endocrinol Metab Syndr 2016; 5: doi: 10.4172/2161-1017.1000248

LDL-C-Senkung mit Evolocumab
Niedriges LDL-C = niedriges CV-Risiko?

Mit der FOURIER-Outcome-Studie wurde erstmals belegt, dass die Senkung des LDL-Cholesterins durch Evolocumab einen klinisch relevanten kardiovaskulären Nutzen mit sich bringt. Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wurde um 20% gesenkt.

Quelle: Fachpressekonferenz:„ACC-Update: Kann die LDL-C-Senkung mit Repatha® (Evolocumab) das kardiovaskuläre Risiko reduzieren? Die FOURIER-Studie gibt Antwort!“, München, 27.3.2017, Veranstalter: Amgen Evolocumab: Repatha® (D, A, CH)

Adipositas als Krebs-Risiko
Starke Evidenz für neun Krebsarten

Dass Übergewicht das Risiko erhöht, an Krebs zu erkranken oder zu sterben, wurde schon mehrfach beschrieben. Eine wirklich robuste Evidenz fand man in einer zusammengefassten Analyse nun aber nur für insgesamt neun Malignome.

Quelle: Kyrgiou M et al.: Adiposity and cancer at major anatomical sites ... BMJ 2017; 356: j477

KHK-Risiko
Die Rolle des Lipoprotein-Lipase-Gens

Für den Stoffwechsel der Triglyzeride spielt das Lipoprotein-Lipase-Gen eine maßgebliche Rolle. Der Zusammenhang von Mutationen des Gens mit dem KHK-Risiko ist bisher aber weitgehend unbekannt.

Quelle: Khera AV et al.: Association of rare and common variation ... JAMA 2017; 317: 937-46

Mittel gegen Adipositas
Wie abnehmen?

Es gibt verschiedene Pharmaka, mit denen das Abspecken erleichtert werden soll. Es gibt allerdings nur wenige Studien, in denen ein Vergleich zwischen den verschiedenen Mitteln angestellt wurde.

Quelle: Khera R et al.: Association of pharmacological treatments for ... JAMA 2016; 315: 2424-34

Lipidsenkung mit Kombi
Niedriges LDL, weniger negative Ereignisse

Für Patienten mit sehr hohem kardiovaskulären Risiko ist es von großer Bedeutung, den LDL-Spiegel leitliniengerecht auf unter 70 mg/dl (<1,8 mmol/l) zu senken. Eine Statintherapie kann dabei schnell an ihre Grenzen stoßen. Einen zusätzlichen Nutzen bringt die Kombinationstherapie mit Ezetimib.

Quelle: Symposium: „Herz Update 2017“, München, 25.2.2017, Veranstalter: Berlin-Chemie Simvastatin plus Ezetimib: Goltor® (D)

Statintherapie
Wer unterbricht, wer setzt ganz ab?

Auch wenn eine einmal angesetzte Statintherapie nicht ohne weiteres beendet werden sollte, so lässt die Therapieadhärenz gerade bei dieser Substanzgruppe zu wünschen übrig. Doch wie hoch ist der Anteil der Patienten, die eine Pause einlegen und wie viele setzen das Medikament ganz ab bzw. nehmen es später wieder ein?

Quelle: Vinogradova Y et al.: Discontinuation and restarting in patients on statin treatment: prospective open cohort study using primary care database. BMJ 2016; 353: i3305

Übergewicht
Fitness-App bringt wenig

Wer kennt sie nicht, die Fitness-Armbänder, die jede körperliche Aktivität in verbrauchte Kalorien umrechnen. In Kurzzeitstudien zeigte sich bereits, dass diese technischen Hilfsmittel während einer Diät die Gewichtsreduktion durchaus unterstützen können. Ob sich diese Ergebnisse auch auf langfristige Bedingungen übertragen lassen, untersuchte nun ein Team der Universität Pittsburgh.

Quelle: Jakicic JM et al.: Effect of wearable technology combined with a lifestyle intervention on long-term weight loss: the IDEA randomized clinical trial. JAMA 2016; 316: 1161-71

Leichte kognitive Beeinträchtigung
Abnehmen schafft Abhilfe

Übergewicht in den mittleren Lebensjahren erhöht das Risiko, später an Demenz zu erkranken. Ob man dies verhindern kann, wenn man frühzeitig sein Gewicht reduziert, war bisher jedoch unklar. Einer aktuellen Studie zufolge hat das Abspecken durch Kalorienreduktion tatsächlich einen neuroprotektiven Effekt.

Quelle: Horie NC et al.: Cognitive effects of intentional weight loss in elderly obese individuals with mild cognitive impairment. J Clin Endocrinol Metab 2016; 101: 1104-12

Leitliniengerechte Therapie
Alirocumab bei zu hohen LDL-C-Spiegel

Dyslipidämien gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. PCSK9-Inhibitoren könnten hier zu einer substanziellen Verbesserung beitragen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Die Highlights des Jahres 2016: Aktuelle Studienergebnisse und Therapiekonzepte“, Berlin, 2.12.2016, Veranstalter: Sanofi, Alirocumab: Praluent® (D, A, CH)

Ungesunder Cholesterinsenker
Pflanzenöle doch eher schlecht fürs Herz?

Als viel gesünder als gesättigte tierische Fette gelten Pflanzenöle. Denn diese enthalten viel Cholesterin-senkende Linolsäure und sollen daher kardiovaskulär protektiv wirken. Diese Hypothese gründet allerdings nur auf wenigen randomisiert kontrollierten Daten. Eine erneute Analyse unveröffentlichter Daten der damals ausschlaggebenden Studie zeigt, dass ein hoher Verzehr von Pflanzenöl nicht gesund, sondern sogar gefährlich ist.

Quelle: Ramsden CE et al.: Re-evaluation of the traditional diet-heart hypothesis: analysis of recovered data from Minnesota Coronary Experiment (1968-73). BMJ 2016; 353: i246

Diabetogenes Risiko unter Statinen
Übergewicht und erhöhte Triglyzeride

Der diabetogene Effekt eines Statins ist moderat. Ein deutlich erhöhtes Diabetesrisiko besteht aber dann, wenn neben einem Prädiabetes auch erhöhte Triglyzeridwerte und/oder Übergewicht, also ein metabolisches Syndrom vorliegen.

Quelle: Kohli P et al.: Metabolic markers to predict ... Am J Cardiol 2016; 118: 1275-81

Eisenmangelanämie
Fast jeder achte Deutsche betroffen

Rund 800 000 Tote pro Jahr sind auf Eisenmangelanämie (iron deficiency anemia, IDA) zurückzuführen. Wie häufig IDA in der allgemeinen Bevölkerung in West europa vorkommt, ist bisher nur wenig untersucht. Aktuellen Daten zufolge ist die Inzidenz in Deutschland aber höher als bisher vermutet.

Quelle: Levi M et al.: Epidemiology of iron deficiency anaemia in four european countries: a populationbased study in primary care. Eur J Haematol 2016; 97(6): 583-93

Hypercholesterinämie bei Hochrisikopatienten
Alirocumab reduziert Notwendigkeit von Lipid-Apherese-Therapien

Der PCSK9-Inhibitor Alirocumab kann in Deutschland seit einem Jahr zur Senkung des LDL-C-Spiegels bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten eingesetzt werden, die mit den bisherigen medikamentösen Optionen nicht adäquat therapiert werden konnten.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Den kardiovaskulären Hochrisikopatienten im Blick – 1 Jahr Expertise mit Alirocumab in der Praxis“, 2.11.2016, Frankfurt, Veranstalter: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Alirocumab: Praluent® (D, A, CH)

Abdominale Adipositas
Dicker Bauch sorgt für dünne Bandscheiben

Einigen Studien zufolge fördert starkes Übergewicht, speziell das abdominale Fettgewebe, neben Stoffwechsel- und kardiovaskulären Erkrankungen auch die Bandscheibendegeneration. Da BMI und Taillenumfang aber nur begrenzt Rückschlüsse zulassen, untersuchten Forscher den Zusammenhang nun im MRT.

Quelle: Yang L et al.: Abdominal adipose tissue thickness measured using ... Oncotarget 2016; Epub Nov 9, doi: 10.18632/oncotarget.13255

LDL-Senkung
Egal wie!

Heute stehen zahlreiche Interventionen zur LDL-Senkung zur Verfügung (Statin-basierte und Nicht-Statin-basierte). Das Ergebnis dieser großen Metaanalyse, die die unterschiedlichen Möglichkeiten verglich: Für die kardiovaskuläre Risikoreduktion ist es egal, wie man das LDL senkt, hauptsache man tut es.

Quelle: Silverman MG et al.: Association between lowering ... JAMA 2016; 316(12): 1289-97

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