Urogenitaltrakt

Infektionen als Ursache
Eine spezielle Form von Nephropathie

Ein 34-jähriger Patient entwickelte Fieber, Schweißausbrüche und Übelkeit. Eine Woche später kamen Brustschmerzen hinzu. Im Mittelpunkt stand aber die Niere mit nephrotischem Syndrom, akuter Niereninsuffizienz und Nephromegalie.

Quelle: Sise ME et al.: Case 12-2017: A 34-year-old ... N Engl J Med 2017: 376: 1575-85

Neue Serie: Shared Decision Making in der Praxis
Gemeinsam mit Patienten die beste Therapieentscheidung treffen

Die „partizipative Entscheidungsfindung“ (SDM, Shared Decision Making) ist schon lange kein rein theoretisches Konstrukt mehr, sondern findet zunehmend Eingang in die klinische Praxis. Dennoch tun sich Behandler zum Teil immer noch schwer, über notwendige Therapien gemeinsam mit ihren Patienten so zu entscheiden, dass beide Partner aktiv und vor allem wirklich verantwortlich beteiligt sind. Speziell bei Patienten mit fortschreitendem chronischem Nierenversagen (CKD, chronic kidney disease) stehen oft therapeutische Entscheidungen an, die zum einen einer hohen Adhärenz bedürfen, zum anderen aber auch einen immensen Einfluss auf das Leben und die Lebensqualität der Patienten haben. SDM kann Arzt und Patient dabei unterstützen, wobei spezielle Entscheidungshilfen für Patienten eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Mit einem einfachen 9-Punkte-Fragebogen kann man in der Praxis schnell erfassen, als wie „partizipativ“ der Patient seinen Kontakt mit dem Arzt empfindet.

Quelle: Davis JL, Davison SN: Hard choices, better outcomes: a review of shared decision-making and patient decision aids around dialysis initiation and conservative kidney management. Curr Opin Nephrol Hypertens 2017; 26: 205-13

Patienten-Rekrutierung
Diabetische Nephropathie

Diese Studie könnte etwas für Ihre Patienten sein, denn aktuell werden noch Teilnehmer in Deutschland gesucht.

Patienten-Rekrutierung
Diabetische Nierenerkrankung

Diese Studie könnte etwas für Ihre Patienten sein, denn aktuell werden noch Teilnehmer in Deutschland gesucht.

Mehr Sexualpartner, mehr STI
Höheres Risiko durch Online-Dating

Dank Dating-Apps und Online-Partnerbörsen ist es heutzutage sehr einfach, den Kontakt zu neuen Sexualpartnern herzustellen. Inwiefern sich dies auf das sexuelle Risikoverhalten und die Prävalenz von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ausgewirkt hat, zeigte eine Umfrage aus England.

Quelle: Cabecinha M et al.: Finding sexual partners online: prevalence and associations with sexual behaviour, STI diagnoses and other sexual health outcomes. Sex Transm Infect 2017; Epub Apr 10; doi: 10.1136/sextrans- 2016-052994

Steroide bei IgA-Nephropathie
Hohe Infektionsgefahr!

Der Einsatz von Kortikosteroiden bei Patienten mit IgA-Nephropathie ist umstritten und nur mit unsicherer Evidenz belegt. Den Versuch, Nutzen und Risiko von Kortikosteroiden genauer zu definieren, musste eine asiatische Forschergruppe allerdings vorzeitig abbrechen. Der Grund: Die Rate schwerer Infektionen war einfach zu hoch.

Quelle: Lv J et al.: Effect of oral methylprednisolone on clinical outcomes ... JAMA 2017; 318(5): 432-42

Männliche Infertilität
Ist retrograde Ejakulation schuld?

Bei einer Azoospermie fehlen Spermien im Ejakulat völlig. Aber es gibt auch eine andere Ursache für männliche Infertilität: retrograde Ejakulation. Wie man in solchen Fällen diagnostisch vorgehen kann, stellten Autoren nun dar, die auf der Suche nach einem idealen Cut-off-Wert für die Definition der partiellen retrograden Ejakulation als Infertilitätsursache waren.

Quelle: Mieusset R et al.: Diagnosis of partial retrograde ejaculation in non-azoospermic ... PLoS One 2017; 12: e01268742

Transplantationsmedizin
Niedrigere Dosierungen von Tacrolimus durch verbesserte Bioverfügbarkeit

Calcineurininhibitoren wie Tacrolimus sichern das Transplantatüberleben. Tacrolimus steht dabei auch als Retardpräparat zur Verfügung, wobei die MeltDose®-Technologie von Envarsus® eine höhere Bioverfügbarkeit ermöglicht.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Perspektive Transplantationsmedizin – Herausforderungen und Chancen einer interdisziplinären Versorgung am Universitätsklinikum Münster“, Münster, 13.9.2017, Veranstalter: Chiesi Tacrolimus mit MeltDose®-Technologie: Envarsus® (D)

Zystennieren
Bessere Patientenidentifikation

Mit Tolvaptan wurde in Europa die erste Therapie für Patienten mit autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (ADPKD) zugelassen, die zielgerichtet der Krankheitsprogression entgegenwirkt. Empfehlungen für die Indikationsstellung sollen helfen, den für die Tolvaptan- Therapie geeigneten ADPKD-Patient besser zu identifizieren.

Quelle: „ADPKD-Paradigmenwechsel in der Therapie: Studien, Mythen und Gelerntes“, Mannheim, 16.9.2017 Veranstalter: Otsuka

Hilfe für Kriegsverletzte und andere genital Versehrte
Penis-Transplantation bald Routine?

Zwischen 2001 und 2013 erlitten über 1300 männliche US-Soldaten urogenitale Verletzungen, davon 86 schwere penile. Eine Penisamputation ist manchmal die einzige Option. Seit der ersten erfolgreichen Penis-Transplantation im Jahr 2014 bemühen sich nun zwei US-Kliniken, den Eingriff zu standardisieren.

Quelle: Kuehn BM: US hospitals prepare for penis transplants. JAMA 2016; 315(13): 1322-4

Die „Quick-wee"-Methode
Uringewinnung bei Babys leicht gemacht

Leiden kleine Kinder unter Fieber, stecken oft Harnwegsinfektionen dahinter. Zur Abklärung ist eine Uringewinnung erforderlich. Eine Probe zu erhalten, ist jedoch bei kleinen Kindern gar nicht so einfach. Ein simples Stimulationsmanöver kann die Uringewinnung aber deutlich vereinfachen.

Quelle: Kaufman J et al.: Faster clean catch urine collection (Quick-Wee method) from infants: randomised controlled trial. BMJ 2017; 357: j1341

Refraktär überaktive Blase
Botox oder sakrale Neuromodulation?

Im Journal of Urology diskutierten zwei Ärzte, ob man die Onabotulinumtoxin- AInjektion der sakralen Neuromodulation (SNM) bei Patienten mit refraktärer überaktiver Blase (OAB) vorziehen sollte.

Quelle: Siegel S, Ginsberg DA: Onabotulinumtoxin A is preferred over sacral neuromodulation for refractory overactive bladder. J Urol 2017; 197: 11-3

Urologie für den Allgemeinarzt
Was tun bei Phimose?

Im Kleinkindes- und Kindesalter ist es normal, dass das Präputium nicht vollständig über die Glans penis zurückziehbar ist. Im Alter von 16 bis 17 Jahren klappt das bei etwa 95% aller Männer. Aber wie therapiert man in der Primärversorgung eigentlich eine Phimose?

Quelle: Raja A et al.: Tight foreskin. BMJ 2016; 355: i4639

Überaktive Blase
Plazebo-Effekt aufgeklärt

In Studien mit Medikamenten gegen überaktive Blase fällt oft ein starker Plazebo-Effekt auf. Es gibt verschiedene Faktoren, die zu diesem Phänomen beitragen könnten.

Quelle: Herschorn S et al.: Could reduced fluid intake cause the placebo effect ... Urology 2017; 106: 55-9

Angeborene Zystennieren
Dialysepflicht mit Tolvaptan aufschieben

Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD, „Zystennieren“) ist die häufigste angeborene Nierenerkrankung und ist für etwa 4 bis 10% aller Dialysen verantwortlich. Mit dem Vasopressin-V2-Rezeptor-Antagonisten Tolvaptan steht seit kurzem eine Therapie zur Verfügung, die die Krankheitsprogression und das Nierenversagen bei geeigneten Patienten herauszögern kann.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Leben mit ADPKD – die vielen Gesichter einer lebenslangen Erkrankung“, Berlin, 13.7.2017, Veranstalter: Otsuka; Tolvaptan: Jinarc® (D, A, CH)

Hyperurikämie
Nierenprotektion durch Harnsäuresenkung

Die symptomatische Hyperurikämie ist mit einem erhöhten Risiko für Nierenerkrankungen verbunden. Dabei nimmt die harnsäuresenkende Therapie für den Erhalt der Nierenfunktion eine wichtige Rolle ein.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Folgeschäden vermeiden: Gicht und Gürtelrose adäquat behandeln“, Berlin, 29.6.2017, Veranstalter: Berlin-Chemie
Febuxostat: Adenuric®

Seltener Grund für Bauchschmerz
Spontaner Niereninfarkt

Thrombosen in der Arteria renalis treten in der Regel im Kontext einer Erkrankung auf. In sehr seltenen Fällen kann eine Nierenarterienthrombose aber auch spontan entstehen. Früh erkannt kann man die Niere dann vielleicht noch retten.

Quelle: Raghavendran M et al.: Isolated spontaneous renal artery thrombosis ... Urol Case Rep 2016; 9: 4-5

Nahrungsergänzungsmittel
Seltene (?) Ursache einer Hyperkaliämie

Typischerweise sind es Medikamente wie NSAR oder ACE-Hemmer (ACE-I), die bei chronisch nierenkranken Patienten eine Hyperkaliämie verursachen. Eine nicht zu unterschätzende Ursache sind auch Nahrungsergänzungsmittel.

Quelle: Batra V, Villgran V: Hyperkalemia from dietary supplements. Cureus 2016; 8(11): e859

Progression der chronischen Nierenerkrankung
Parodontose und HbA1C als Prädiktoren

Parodontose ist eine der häufigsten Entzündungskrankheiten und auch eine häufige Diabetes- Komplikation. Beide Faktoren, parodontale Taschentiefe und HbA1C, sind starke Hinweise auf eine sich verschlechternde Nierenfunktion im Kontext einer chronischen Nierenerkrankung (CKD).

Quelle: Chang JF et al.: Periodontal pocket depth, hyperglycemia ... Am J Med 2017; 130(1): 61-9.e1

Lokal begrenztes Prostatakarzinom
Operieren, bestrahlen oder abwarten?

Welche Therapiestrategie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom am besten ist, hängt neben dem Progressions- und Mortalitätsrisiko auch von der Blasen-, Sexualund Darmfunktion ab. Neue Daten können bei der Therapieentscheidung helfen.

Quelle: Barocas DA et al.: Association between radiation therapy, surgery, or observation for localized prostate cancer and patient-reported outcomes after 3 years. JAMA 2017; 217(11): 1126-40

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