Nephrologie

Hyperurikämie
Nierenprotektion durch Harnsäuresenkung

Die symptomatische Hyperurikämie ist mit einem erhöhten Risiko für Nierenerkrankungen verbunden. Dabei nimmt die harnsäuresenkende Therapie für den Erhalt der Nierenfunktion eine wichtige Rolle ein.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Folgeschäden vermeiden: Gicht und Gürtelrose adäquat behandeln“, Berlin, 29.6.2017, Veranstalter: Berlin-Chemie
Febuxostat: Adenuric®

Seltener Grund für Bauchschmerz
Spontaner Niereninfarkt

Thrombosen in der Arteria renalis treten in der Regel im Kontext einer Erkrankung auf. In sehr seltenen Fällen kann eine Nierenarterienthrombose aber auch spontan entstehen. Früh erkannt kann man die Niere dann vielleicht noch retten.

Quelle: Raghavendran M et al.: Isolated spontaneous renal artery thrombosis ... Urol Case Rep 2016; 9: 4-5

Autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD)
Wann Tolvaptan starten?

Charakteristisch für die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung ( ADPKD) ist die Entstehung und stetige Ausdehnung von Nierenzysten, die zunehmend zum Nierenfunktionsverlust führt. Mit Tolvaptan steht seit etwa zwei Jahren erstmals eine Therapieoption zur Verfügung, die der Krankheitsprogression entgegenwirken kann. Aber wie findet man die richtigen Patienten für diese Therapie?

Quelle: Symposium:„Optimising treatment of ADPKD patients: confidence through experience“, Madrid, 5.6.2017 Veranstalter: Otsuka Tolvaptan: Jinarc® (D, A, CH)

Hoffnungen nicht bestätigt
Präkonditionierung mit Blutdruckmanschette

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich die Nierentransplantation von einem risikobehafteten, experimentellen Ansatz zu einer sicheren und lebensrettenden Maßnahme. Unvermeidbar tritt dabei ein renaler Ischämie-Reperfusion-Insult (IRI) auf, der zu Komplikationen wie verzögerter Funktion des Spenderorgans (delayed graft function, DGF), akuter Abstoßung (acute rejection, AR) oder chronischer renaler Fibrose führen kann. Das „remote ischemic conditioning“ (RIC) ist ein neuer Ansatz, um IRI zu minimieren.

Quelle: Zhou CC et al.: Limited clinical utility of remote ischemic conditioning in renal transplantation: a meta- analysis ... PLoS ONE 2017; 12(1): e0170729

Nach Nierentransplantation
Diabetes verhindern = Maßnahme Nr. 1

Kardiovaskuläre Erkrankungen und Neoplasien sind bei nierentransplantierten Patienten mit funktionierender Niere die häufigsten Todesursachen. Eine aktuelle Studie aus Spanien untersuchte nun, wie häufig kardiovaskuläre Probleme nach einer Nierentransplantation auftraten und welche Risikofaktoren es dafür gab.

Quelle: Seoane-Pillado MT et al.: Incidence of cardiovascular events ... BMC Cardiovasc Disord 2017; 17: 72

Nierentransplantation in Zeiten der Organknappheit
Ein zweites Mal auch für ältere Patienten?

Bei der ansteigenden Anzahl dialysepflichtiger älterer Menschen und bestehendem Organmangel stellt sich die Frage, ob Nierentransplantationen auch bei älteren Menschen vertretbar sind und im Vergleich zur Dialyse überhaupt einen Vorteil bringen. Diese Frage gilt insbesondere für die Zweittransplantation.

Quelle: Heldal K et al.: Should patients older than 65 years be offered a second kidney ... BMC Nephrology (2017); 18: 13, DOI 10.1186/s12882-016-0426-0

Akutes Nierenversagen
Risikomodell für Transplantat-Verlust

Akutes Nierenversagen (acute kidney injury, AKI) ist bei nierentransplantierten Patienten keine Seltenheit und erhöht das Risiko, das Transplantat zu verlieren. Wie hoch das Risiko für den einzelnen Patienten ausfällt, verrät ein neuer Risikoscore.

Quelle: Molnar AO et al.: Derivation of a predictive model for graft loss ... Can J Kindes Health Dis 2017; Epub Jan 30; doi: 10,1177/2054358116688228

Chronische Niereninsuffizienz
Mehr Na-Ausscheidung, mehr KHK-Risiko

Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz haben ein deutlich erhöhtes Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis. Nach einer neuen Studie ist eine vermehrte Natrium-Aufnahme ein zusätzlicher Risikofaktor.

Quelle: Mills KT et al.: Sodium excretion and the risk ... JAMA 2016; 315(20): 2200-10

Koronar-Intervention
Wem droht Kontrastmittel-Nephropathie?

Bei perkutanen Koronar-Interventionen im Rahmen eines akuten Infarkts sind Kontrastmittel unverzichtbar. Sie bergen allerdings das Risiko einer Kontrastmittel- Nephropathie – verbunden mit hoher Morbidität und Mortalität. Es ist aber schwer abzuschätzen, welchen Patienten diese Komplikation droht.

Quelle: Lazaros G et al.: Usefulness of C-reactive protein as a predictor of contrast-induced nephropathy after percutaneous coronary interventions in patients with acute ... Am J Cardiol 2016; 118: 1329-33

Symptomatische Hyperurikämie
Metabolischer und kardiovaskulärer Risikofaktor

Die symptomatische Hyperurikämie ist eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung, die mit chronischen Nieren-, aber auch kardiovaskulären Erkrankungen, Hypertonie und Adipositas assoziiert ist. Auch steigt mit der Harnsäurekonzentration das Risiko einer Niereninsuffizienz. Daher sollte man die Bedeutung einer adäquaten Harnsäure senkende Therapie nicht vernachlässigen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Symptomatische Hyperurikämie – die neue alte Volkskrankheit“, Berlin, 1.12.2016, Veranstalter: Berlin-Chemie
Febuxostat: Adenuric®

Emphysematöse Pyelonephritis
Seltene Komplikation bei Diabetikern

Harnwegsinfekte sind bei Diabetikern keine Seltenheit. Doch die emphysematöse Pyelonephritis ist eine sehr seltene Form einer Pyelonephritis, die fast ausschließlich Diabetiker betrifft.

Quelle: Hirose Y, Kaida H: Emphysematous ... N Engl J Med 2016; 375: DOI: 10.10156/NEJMicm1501812

Uretersteine
Leichtere Expulsion mit Tadalafil

Spontan passieren die meisten Harnleitersteine unter 5 mm den Ureter von selbst; bei über 8 mm großen Steinen verhindern die uretralen Spasmen oft die spontane Expulsion. Indem sie die Harnleitermuskulatur entspannen, können Alpharezeptorblocker wie Tamsulosin die Passage erleichtern. Noch besser gelingt das einer Studie zufolge mit dem PDE-5-Hemmer Tadalafil.

Quelle: Hari Bahadur KC et al.: Tamsulosin versus tadalafil as a medical expulsive therapy for distal ureteral stones: a prospective randomized study. Investig Clin Urol 2016; 57: 351-6

Symptomatische Hyperurikämie
Zwischen Ohrläppchen und Zeh mittherapieren

Wie Untersuchungen zeigen, können durch eine konsequente Harnsäuresenkung nicht nur Gichttophi und -anfälle, sondern auch eine Schädigung von Herz, Gefäßen und Nieren verhindert werden. Dabei zeigt Febuxostat gegenüber Allopurinol eine überlegene Wirksamkeit.

Quelle: Symposium: „Nephrologische Aspekte der symptomatischen Hyperurikämie“ im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Berlin, 11.9.2016; Veranstalter: Berlin-Chemie
Febuxostat: Adenuric®

Nebennierenrinden-Karzinom
Vollständige Resektion ist entscheidend

Karzinome in der Nebennierenrinde (adrenocortical carcinoma, ACC) gehören zu den aggressivsten soliden Tumorarten. Die einzige Möglichkeit auf ein Langzeitüberleben bietet die vollständige Resektion. Allerdings sind Rezidive häufig und der Erfolg postoperativer Therapien gering. Um eine genauere Prognose treffen zu können, gingen Forscher in einer Fallserie den relevanten klinischen und pathologischen Faktoren auf den Grund.

Quelle: Scollo C et al.: Prognostic factors for adrenocortical carcinoma outcomes. Front Endocrinol 2016; 7: 99

Nephropathie bei Typ-1-Diabetes
Vorsicht bei hohem Blutdruck und hohem HbA1c

Nephropathie ist bei Typ-1-Diabetes die Hauptursache für terminales Nierenversagen. Eine aktuelle Studie zeigt auf, welche Risikofaktoren abhängig vom Patientenalter im Krankheitsverlauf die wichtigsten sind.

Quelle: Goñi JM et al.: Incidence and risk factors involved in the development of nephropathy ... Can J Diabetes 2016; 40: 258-63

Diabetische Nephropathie
Kontrollen auf Proteinurie kommen zu kurz

Typ-2-Diabetikern droht eine progrediente Verschlechterung der Nierenfunktion. Um diesen Prozess im Griff zu behalten, wird in Leitlinien die wiederholte Messung auf Proteinurie empfohlen.

Quelle: Liang H et al.: Monitoring for proteinuria ... BMJ Open Diab Res Care. 2015; 3(1): e000071

Head-to-head-Vergleich
Welches Analgetikum wirkt bei Nierenkolik?

Die Inzidenz von Nierenkoliken hat sich in der vergangenen Dekade um über 50% erhöht. Der Schmerz, der mit einer akuten Nierenkolik verbunden sein kann, wird von Patienten oft als „vernichtend“ beschrieben, weshalb eine effektive und schnelle Analgesie beim Kolik-Notfall not tut. Sollte man besser Morphin, Diclofenac oder Paracetamol geben?

Quelle: Pathan SA et al.: Delivering safe and effective analgesia for management of renal colic in the emergency ... Lancet 2016; 387: 1999-2007

Cholesterinsenkung mit Statinen
Auf Dauer können die Nieren leiden

Leitlinien amerikanischer Fachgesellschaften hatten 2013 den breiteren Einsatz von Statinen angesichts ihres kardiovaskulären Nutzens propagiert. Inzwischen haben sich aber auch die Erkenntnisse über langfris tige Nebenwirkungen gemehrt.

Quelle: Acharya et al.: Statin use ... Am J Cardiol 2016; 117: 647-655

Von Nierenexperten-Konferenz entwickelt
Erste De-facto-Leitlinie zur ADPKD

Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD) ist mit über zwölf Millionen Patienten weltweit gar nicht so selten. Dennoch existieren heute keine allgemein akzeptierten Leitlinien zu Diagnostik und Therapie der ADPKD. Das wollten die Teilnehmer einer Expertenkonferenz in Edinburgh (UK) ändern, publizierten ihre Konsens-Ergebnisse und brachten damit de facto die heute einzige verfügbare Leitlinie zu ADPKD heraus.

Quelle: Chapman AB et al.: Autosomal-dominant polycystic kidney disease (ADPKD): Kidney Int 2015; 88: 17-27

Polyzystische Nieren
Welche Gene eine Rolle spielen

Die autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD) gilt als ein unbehandelbares Leiden, das unaufhaltsam zum terminalen Nierenversagen führt. Man hofft aber, über tiefere Einblicke in die Pathophysiologie zu wirksamen Therapieansätzen zu kommen.

Quelle: Ong ACM et al.: Autosomal dominant polycystic kidney disease: the changing face of clinical management. Lancet 2015; 385: 1993-2002

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