Sexualmedizin

Mehr Sexualpartner, mehr STI
Höheres Risiko durch Online-Dating

Dank Dating-Apps und Online-Partnerbörsen ist es heutzutage sehr einfach, den Kontakt zu neuen Sexualpartnern herzustellen. Inwiefern sich dies auf das sexuelle Risikoverhalten und die Prävalenz von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ausgewirkt hat, zeigte eine Umfrage aus England.

Quelle: Cabecinha M et al.: Finding sexual partners online: prevalence and associations with sexual behaviour, STI diagnoses and other sexual health outcomes. Sex Transm Infect 2017; Epub Apr 10; doi: 10.1136/sextrans- 2016-052994

US-amerikanischer Kardiologenkongress ACC 2017
KHK bei Jüngeren, PCI bei Älteren, ... und zwei Outcome-Marker

Ende März 2017 fand der Jahreskongress der US-amerikanischen Kardiologen in Washington D.C., USA, statt. Über 2500 Abstracts wurden als Vortrag, Poster oder in moderierten Postersessions präsentiert. „Die internationale Aufgabe der Kardiologenvereinigung ACC besteht darin“, so der letzte Kongresspräsident Dr. Richard A. Chazal, Florida, „die Last kardiovaskulärer Erkrankungen weltweit zu reduzieren.“ Um diese Mission zu unterstützen, haben wir hier einige aktuelle und praxisrelevante Informationen vom ACC 2017 zum Thema „akute und stabile KHK“ für Sie zusammengefasst.

Patientengruppe mit spezifischen Bedürfnissen
Transgender-Personen allgemein versorgen und in ihrer Identität unterstützen

Die allgemeinen und speziellen Gesundheitsansprüche von Transgender-Personen werden aufgrund häufiger Stigmatisierung dieser Minderheitengruppe in der Arztpraxis oft nicht adäquat adressiert. Dabei leiden Transgender nicht nur häufig an Geschlechtsdysphorie, sondern oft auch an psychischen Erkrankungen und erhöhten allgemeinen Gesundheitsrisiken. Als Arzt sollte man Transgender in ihren Bedürfnissen verstehen und sie auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer gefühlten Geschlechtsidentität begleiten.

Quelle: Winter S et al.: Transgender people: health at the margnis of society. Lancet 2016; 388: 390-400

Wylie K et al.: Serving transgender people: clinical care considerations and service delivery models in transgender health. Lancet 2016; 388: 401-11

Prekärer Punkt
Gibt es den G-Punkt?

Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht, den G-Punkt? In der Stadt der Liebe, Paris, machten sich Radiologen auf die Suche nach dem G-Punkt, der von Ernst Gräfenberg in den 1940/50ern als „erogener Bereich an der anterioren Vaginalwand“ beschrieben wurde. „Es war für uns völlig überraschend, dass es zu diesem seit Jahrhunderten diskutierten Thema noch keine ausführlichen MRT-Untersuchungen gab, zumal die Bildauflösung moderner MRT deutlich zugenommen hat“, so die Begründung der Autoren für ihre Forschung.

Quelle: Maratos YK et al.: The G-spot: an observational MRI pilot study. BJOG 2016; 123: 1542-9

Notfallkontrazeption
„Pille danach" bei promiskuitiven Singles

In Großbritannien ist Levonorgestrel als orales Notfallkontrazeptivum rezeptfrei erhältlich, seit 2009 außerdem Ulipristalacetat als verschreibungspflichtige Substanz. Wie sich deren Gebrauch durch die bessere Verfügbarkeit seit Anfang der Nullerjahre verändert hat, dokumentieren zwei nationale Umfragen.

Quelle: Black KI et al.: Trends in the use of emergency contraception in Britain: evidence from the second and third National ... BJOG 2016; 123: 1600-7

Evolution
Wie entstand der weibliche Orgasmus?

Eine Frau muss keinen Orgasmus haben, um schwanger zu werden. Doch warum gibt es den weiblichen Höhepunkt dann überhaupt? US-amerikanische Forscher entwickelten eine neue Hypothese zu seinem evolutionsbiologischen Ursprung.

Quelle: Pavlicev M et al.: The evolutionary origin of female orgasm. J Exp Zool 2016; doi: 10.1002/jez.b.22690

Hämatospermie
Meist ein harmloses Symptom

Die Hämatospermie ist ein Symptom, welches von Patienten oft als gefährlich wahrgenommen wird, weil man damit eine maligne Erkrankung assoziiert. Doch in den meisten Fällen findet sich keine bösartige Erkrankung.

Quelle: Dantanarayana N: Haematospermia. Aust Fam Physician 2015; 44(12): 907-10

Erektile Dysfunktion
Hohes Risiko für stummen Herzinfarkt

Diabetes ist häufig mit mikrovaskulären Störungen verbunden, wie der erektilen Dysfunktion. In diesem Fall lassen makrovaskuläre Komplikationen wie die koronare Herzkrankheit vermutlich auch nicht lange auf sich warten. Bei Diabetikern sollte man daher in besonderem Maße nach stummen Myokardinfarkten fahnden.

Quelle: Abdelhamed A et al.: Relation between erectile dysfunction ... Sex Med 2016; Epub Jun 30; doi: 10.1016/j.esxm.2016.04.005

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Physio, Biofeedback, Wärme und mehr6

Bei Frauen, die unter Dyspareunie leiden, verursachen meist eine ungewollte Kontraktion oder eine zu hohe Anspannung der Beckenbodenmuskulatur Schmerzen. Verschiedene Formen von Physiotherapie können helfen, die Symptome zu verbessern.

Quelle: Rochera MB: Physiotherapy in treating sexual pain disorders in women: a systematic review. Adv Sex Med 2016; 6: 26-32

Therapie-Optionen
Sildenafil in günstiger 10er-Packung

Seit 2013 steht mit Sildaristo® ein kostengünstiges Bioäquivalent zu Sildenafil für die Behandlung der erektilen Dysfunktion zur Verfügung. Sildaristo® ist in den Dosierungen 50 bzw. 100 mg jeweils in den Packungsgrößen mit vier, zwölf und 20 Filmtabletten...

Männergesundheit
Was reduzierte Fertilität verrät

Die allgemeine Gesundheit eines Mannes und seine Reproduktionsfähigkeit sind offenbar eng verknüpft. Bisher wurden aber nur einzelne Aspekte dieses Zusammenhangs systematisch analysiert.

Quelle: Ventimiglia E et al.: Infertility as a proxy of general male health: ... Fertil Steril 2015; 104: 48-55

Keine Lust auf Sex?
Akupunktur schafft Abhilfe

Etwa 43% aller US-amerikanischen Frauen leiden an einer sexuellen Dysfunktion, meist in Form von vermindertem sexuellen Verlangen (hypoactive sexual desire disorder, HSDD). Im Juni 2015 wurde in den USA Flibanserin zugelassen, das erste Medikament gegen die sexuelle Unlust der Frau. Wirksamkeit und Sicherheit dieses Mittels sind jedoch stark umstritten. Nun zeigte eine aktuelle Studie, dass die altbewährte Akupunktur eine wirksame und weitaus weniger bedenkliche Alternative darstellen könnte.

Quelle: Oakley SH et al.: Acupuncture in premenopausal women with hypoactive sexual desire disorder: a prospective cohort study. Sex Med 2016; Epub Mar 28; doi: 10.1016/j.esxm.2016.02.005

Was Männer denken
Müssen Schamlippen „schön" sein?

Labioplastien liegen im Trend, denn kleine Schamlippen gelten als attraktiv. Aber spielt das Aussehen des weiblichen Intimbereichs für Männer überhaupt eine Rolle?

Quelle: Mazloomdoost D et al.: Survey of male perceptions regarding the vulva. Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 731.e1-9

Erektile Dysfunktion
Dick, Diabetes und mit Hormonproblem

Störungen im Hormonhaushalt oder Stoffwechsel gehen häufig mit sexuellen Beeinträchtigungen einher. Eine aktuelle Studie klärte auf, wie hoch die Prävalenz solcher Störungen bei Patienten mit erektiler Dysfunktion ist.

Quelle: Maseroli E et al.: Prevalence of endocrine and metabolic disorders in subjects with erectile dysfunction: a comparative study. J Sex Med 2015; 12: 956-65

Postkoitale Dysphorie
Nicht selten, aber selten beachtet

Die meisten Untersuchungen zur weiblichen Sexualfunktion beziehen sich auf Aspekte, die vor oder während des Geschlechtsverkehrs zum Tragen kommen. Die postkoitale Dysphorie ist hingegen kaum erforscht. Dabei betrifft das Problem gar nicht so wenige Frauen.

Quelle: Schweitzer RD et al.: Postcoital dysphoria: prevalence and psychological correlates. J Sex Med 2015; 3: 235-43

Aufklärung tut not
Sexualfunktion nach Krebs-Therapie

Immer mehr Frauen – auch jüngere – überleben eine Krebserkrankung. Wie sich die Diagnose und Therapie auf die spätere Sexualfunktion auswirkt, ist für die Betroffenen ein wichtiges Thema, welches viel zu selten in der Praxis besprochen wird.

Quelle: Lindau ST et al.: A manifesto on the preservation of sexual ... Am J Obstet Gynecol 2015; 213(2): 166-74

Männliche Fertilität
Spermaqualität und Beruf

In Fällen, bei denen einem heterosexuellen Paar der biologische Nachwuchs verwährt bleibt, rückt zunehmend auch der Mann in den Fokus der Ursachenforschung. Jetzt wurde untersucht, von welchen beruflichen und gesundheitlichen Faktoren die Spermaqualität abhängt. Es gibt gute und schlechte Nachrichten.

Quelle: Eisenberg ML et al.: Relationship between physical occupational exposures and health on semen ... Fertil Steril 2015; 103(5): 1271-7

Sexuell übertragbare Infektionen
Riskantes Sexualverhalten auf dem Vormarsch

Den Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen vernachlässigen junge Frauen oft. Das ergab eine schwedische Umfrage.

Quelle: Stenhammar C et al.: Sexual and contraceptive behavior among female university students in Sweden – repeated surveys over a 25-year period. Acta Obstet Gynecol Scand 2015; 94: 253-9

Sexuelle Inhalte im Netz
Gefahr für das jugendliche Selbstbild

Das Internet ist voll mit sexuellen Inhalten. Fördert das Online-Verhalten ein gestörtes Selbstbild?

Quelle: Doornwaard SM et al.: Sex-related onlinebehaviours and adolescents’ body and sexual self-perceptions. Pediatrics 2014; 134(6): 1103-10

Männer mit Malignom
Trotz Krebs die Fertilität erhalten

Im Prinzip bleiben Männer lebenslang fertil. Ihre Fortpflanzungsfähigkeit kann aber durch Krebstherapien beeinträchtigt werden. Inzwischen gibt es Optionen, dabei die Fertilität zu retten – sogar wenn präpuberal noch gar keine Spermatozoen gebildet werden.

Quelle: Tournaye H et al.: Fertiliy preservation in men with cancer. Lancet 2014; 384: 1295-1301

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