Urologie

Lokal begrenztes Prostatakarzinom
Operieren, bestrahlen oder abwarten?

Welche Therapiestrategie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom am besten ist, hängt neben dem Progressions- und Mortalitätsrisiko auch von der Blasen-, Sexualund Darmfunktion ab. Neue Daten können bei der Therapieentscheidung helfen.

Quelle: Barocas DA et al.: Association between radiation therapy, surgery, or observation for localized prostate cancer and patient-reported outcomes after 3 years. JAMA 2017; 217(11): 1126-40

Tamoxifen
Nebenwirkungen bei Männern variabel

Der selektive Östrogenrezeptor-Modulator Tamoxifen wird off-label immer häufiger auch bei Männern eingesetzt, u. a. bei Brust- oder Prostatakarzinom-Patienten. Das Sicherheitsprofil ist bei Männern allerdings anders als bei Frauen und abhängig von der Indikation und weiteren Faktoren.

Quelle: Wibowo E et al.: Tamoxifen in men: a review of adverse events. Andrology 2016; 4: 776-88

Benigne Dermatosen am Penis
Meist sind es entzündliche Veränderungen

Bei Dermatosen am männlichen Genitale handelt es sich oft um Manifestationen geläufiger entzündlicher Hauterkrankungen. Natürlich muss man aber auch Präkanzerosen und Malignome ausschließen.

Quelle: Shim TN et al.: Benign male genital dermatoses. BMJ 2016; 354: i4337

Strahlentherapie bei Prostatakarzinom
Risiko für sekundäre Malignitäten

Eine mögliche Komplikation der Strahlentherapie von Prostatakarzinomen ist die Entstehung sekundärer Malignitäten in anderen Geweben. Es wird vermutet, dass Streustrahlung und genetische Auswirkungen der Bestrahlung das Risiko besonders von Blasenoder Darmkrebs erhöhen. Eine aktuelle Metaanalyse bestätigt diesen Verdacht.

Quelle: Wallis CJ et al.: Second malignancies after radiotherapy for prostate cancer: systematic review and meta-analysis. BMJ 2016; 352: i851

Urothelkarzinom
Hohes Risiko für Zweittumor

Verbesserte Krebstherapien führen dazu, dass onkologische Patienten länger leben. Diese müssen dann aber ein erhöhtes Risiko für ein weiteres Neoplasma fürchten – durch Faktoren wie Exposition gegenüber allgemeinen Karzinogenen, genetische Prädisposition, häufige Follow-up-Untersuchungen und frühere Radio-Chemotherapien. Eine Analyse fand heraus, dass 13,7% der Krebsüberlebenden innerhalb von 25 Jahren einen zweiten Primärkrebs (second primary cancer = SPC) entwickelten.

Quelle: Sahin AF et al.: Second primary cancers in patients with urothelial cancers. Investig Clin Urol 2016; 57: 330-35

Blasensteine und Herzvitium
Wie passt das zusammen?

Zunächst fanden sich Blasensteine als Ursache von rezidivierenden Harnwegsinfektionen mit Ausbildung einer Hydronephrose. Die weitere kardiologische Untersuchung deckte dann ein bisher nicht bekanntes Shuntvitium auf, was bei der Pathogenese der Harnsäuresteine eine wesentliche Rolle spielen dürfte.

Quelle: Shah A et al.: Uric acid bladder stones in congenital ... Lancet 2016; 388: 1921

Uretersteine
Leichtere Expulsion mit Tadalafil

Spontan passieren die meisten Harnleitersteine unter 5 mm den Ureter von selbst; bei über 8 mm großen Steinen verhindern die uretralen Spasmen oft die spontane Expulsion. Indem sie die Harnleitermuskulatur entspannen, können Alpharezeptorblocker wie Tamsulosin die Passage erleichtern. Noch besser gelingt das einer Studie zufolge mit dem PDE-5-Hemmer Tadalafil.

Quelle: Hari Bahadur KC et al.: Tamsulosin versus tadalafil as a medical expulsive therapy for distal ureteral stones: a prospective randomized study. Investig Clin Urol 2016; 57: 351-6

Hämatospermie
Meist ein harmloses Symptom

Die Hämatospermie ist ein Symptom, welches von Patienten oft als gefährlich wahrgenommen wird, weil man damit eine maligne Erkrankung assoziiert. Doch in den meisten Fällen findet sich keine bösartige Erkrankung.

Quelle: Dantanarayana N: Haematospermia. Aust Fam Physician 2015; 44(12): 907-10

Wie am besten diagnostizieren, wie therapieren?
Harnwegsinfektionen bei älteren Männern

Harnwegsinfektionen (HWI) bei älteren Männern sind mit bis zu 7,7 Fällen pro 1000 Männer häufig. HWI sind bei älteren Männern zudem die häufigste Ursache einer Bakteriämie, auch wenn die Mortalität in diesen Fällen nicht allzu hoch ausfällt. In der Regel findet sich bei einem HWI eine zugrundeliegende urologische Abnormalität. Zur Wahl einer sinnvollen Therapie gehört auch, zuvor zu bestimmen, ob die Infektionsquelle die Niere, die Blase oder die Prostata ist. Besonders eine chronische bakterielle Prostatitis kann sich hartnäckig der Therapie widersetzen. Wie geht man in der Praxis am besten vor?

Quelle: Schaeffer AJ, Nicolle LE: Urinary tract infections in older men. N Engl J Med 2016; 374: 562-71

Metastasiertes Prostatakarzinom
Schon frühzeitig Chemotherapie

Für Patienten mit fortgeschrittenem, aber noch hormonsensiblem Prostata-Ca empfehlen Fachgesellschaften auf der Basis aktueller Studiendaten die frühzeitige Chemohormontherapie. Mit Cabazitaxel kann dabei eine Docetaxel-Resistenz überwunden werden.

Quelle: Symposium: „Innovative Therapiekonzepte beim metastasierten Kolorektal- und Prostatakarzinom“, Leipzig, 14.10.2016, Veranstalter: Sanofi Genzyme Cabazitaxel: Jevtana® (D, A, CH)

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom
Konsequente Chemotherapie für mehr Lebenszeit

Geht es darum, für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom einen Überlebensvorteil bei guter Symptomkontrolle und Erhalt der Lebensqualität zu erreichen, sollte ihnen die Chemotherapie nicht vorenthalten werden.

Quelle: Symposium: „What´s hot in mCRPC?“, Leipzig, 29.9.2016, im Rahmen des DGU-Kongresses 2016 Veranstalter: Sanofi Genzyme Cabazitaxel: Jevtana® (D, A, CH)

Therapie-Optionen
Sildenafil in günstiger 10er-Packung

Seit 2013 steht mit Sildaristo® ein kostengünstiges Bioäquivalent zu Sildenafil für die Behandlung der erektilen Dysfunktion zur Verfügung. Sildaristo® ist in den Dosierungen 50 bzw. 100 mg jeweils in den Packungsgrößen mit vier, zwölf und 20 Filmtabletten...

Ein Warnzeichen, nur für was?
Schwellung am Skrotum

Ein 65-jähriger Mann stellte sich mit einer skrotalen linksseitigen Schwellung in einer urologischen Klinik vor. Die retroperitoneal gefundene Ursache bedurfte dann allerdings eines etwas größeren Eingriffs.

Quelle: El Abiad Y, Qarro A: Acute varicocele revealing renal cancer. N Engl J Med 2016; 374(21): 2075

Männergesundheit
Was reduzierte Fertilität verrät

Die allgemeine Gesundheit eines Mannes und seine Reproduktionsfähigkeit sind offenbar eng verknüpft. Bisher wurden aber nur einzelne Aspekte dieses Zusammenhangs systematisch analysiert.

Quelle: Ventimiglia E et al.: Infertility as a proxy of general male health: ... Fertil Steril 2015; 104: 48-55

Never ending story – nächstes Kapitel
Glitazone und Blasenkarzinom-Risiko

Können die Glitazone Pioglitazon (PIO) und Rosiglitazon (ROSI) Blasenkrebs verursachen? Die Angaben dazu waren bislang widersprüchlich. Nun wurden dazu neue Daten aus Korea publiziert, aber die Unklarheit bleibt, denn die Ergebnisse sind teilweise konträr zu früheren Untersuchungen. Das ist zumindest für Pioglitazon relevant, denn Rosiglitazon ist in Deutschland seit dem Jahr 2010 ohnehin nicht mehr auf dem Markt.

Quelle: Han E et al.: Rosiglitazon use and the risk of bladder cancer in patients with type 2 diabetes. Medicine (Baltimore) 2016; 95(6): e2786

Komplizierter Harnwegsinfekt
Neues Kombi- Antibiotikum

Die Anzahl resistenter gram-negativer Infektionen der unteren Harnwege steigt. Nun erwies sich eine neue Fixkombination aus Ceftolozan und Tazobactam einer Hochdosis-Levofloxacin- Therapie als überlegen ... bei hospitalisierten schwer kranken Patienten.

Quelle: Wagenlehner FM et al.: Ceftolozane-tazobactam compared with levofloxacin in the treatment ... Lancet 2015; 385(9981): 1949-56

ADPKD-Komplikation?
Ein Abszess an untypischer Stelle

Ein 67-jähriger Patient mit bekannter autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (ADPKD) stellte sich in der Notaufnahme mit Fieber und Abdominalschmerzen vor. Im CT sah man schnell, wo das Problem lag. Aber wie war es dort hingekommen?

Quelle: Sabanis N et al.: Unexpected abscess localization of the anterior abdominal wall in an ADPKD patient undergoig hemodialysis. Case Rep Nephrol 2015; 2015: 982575

Synopsis klinischer Leitlinien
Prostatakarzinom-Screening

Die Bestimmung des PSA-Wertes, zusammen mit der digitalen rektalen Untersuchung, wird heute als Screeningmaßnahme zur Früherkennung des Prostatakarzinoms angeboten. Die in aktuellen Leitlinien aus USA und Deutschland veröffentlichten Empfehlungen differieren allerdings zum Teil deutlich. Wir zeigen die Daten hinter den Empfehlungen.

Quelle: Eggener SE et al.: Prostate Cancer Screening. JAMA 2015; 314(8): 825-6; S3-Leitlinie „Prostata - karzinom“, AWMF-Reg.-Nr. 043/022OL, 10/2014

Fortgeschrittenes Prostata-Ca
Chemotherapie bei endokriner Resistenz

Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), die nicht ausreichend auf eine Hormontherapie ansprechen, benötigen eine Chemotherapie. Therapiekontrollen per Bildgebung helfen bei der schnellen Identifizierung.

Quelle: Symposium: „Das fortgeschrittene Prostatakarzinom – Aufbruch in eine neue Therapieära?“, 67. DGU-Kongress, Hamburg, 24.9.2015, Veranstalter: Sanofi Cabazitaxel: Jevtana® (D, A, CH)

Unkomplizierte Zystitis
Duale Wirkung in Blase und Darm

Studien zeigen, dass die Kombination von Xyloglycan, Hibiskus und Propolis zur Behandlung sowie Vorbeugung von Harnwegsinfekten angewendet werden kann. Das Wirkprinzip entfaltet sich sowohl in der Blase als auch im Darm.

Quelle: Fachpressekonferenz:“Utipro® plus: Neuer Wirkansatz zur Behandlung der unkomplizierten Zystitis“, Hamburg, 17.9.2015, Veranstalter: Trommsdorff Xyloglycan, Hibiskus und Propolis: Utipro® plus (D)

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