Psychiatrie

Depression, Schmerzen und Angst
Effektives Therapiemanagement psychischer Störungen

Die Korrelation aus Depression, Schmerzen und Angst gleicht einem Bermudadreieck, dem in enger Zusammenarbeit von Allgemeinarzt und Facharzt mit einem effektiven Therapiemanagement begegnet werden muss. Bewährt haben sich hier SNRI wie Duloxetin und Antikonvulsiva wie Pregabalin.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Das Bermudadreieck Angst, Depression und Schmerz“, Berlin, 10.10.2017, Veranstalter: Hexal
Duloxetin: DuloxHEXAL®
Pregabalin: PregabaHEXAL®

Major Depression bei älteren Erwachsenen
Wie sieht das Therapiemanagement aus?

In einem Review wurde untersucht, wie Depressionen bei älteren, gebrechlichen und multimorbiden älteren Menschen am besten angegangen werden. Als am effektivsten erwies sich die medikamentöse Therapie.

Quelle: Kok RM, Reynolds CF: Management of depression in older adults. A review. JAMA 2017; 317: 2114-44

Depressionen
Aufrechte Haltung hilft

Patienten mit Depressionen haben typischerweise eine zusammengesunkene, gekrümmte Körperhaltung. Eine aufrechte Haltung wirkt dagegen allgemein stimmungsaufhellend und kann einer Studie zufolge auch Depressionen lindern. Die Probanden bzw. Patienten wurden im Rahmen der Untersuchung mit Physio-Tape in eine aufrechte Position „gezwungen“, was deren Stimmung signifikant aufhellte.

Quelle: Wilkes C et al.: Upright posture improves affect and fatigue in people with depressive symptoms. J Behav Ther & Exp Psychiat 2017; 54: 143-9

Depressionsbehandlung
Positive Emotionen wieder herstellen

In der allgemeinärztlichen Praxis finden sich gar nicht so selten Patienten mit Depression. Mit zwei einfachen Fragen kann man bei einem entsprechenden Verdacht einen Therapiebedarf feststellen. Wenn man therapiert, reicht es nicht aus, sich nur um die negative Symptomatik zu kümmern – es geht auch um positive Emotionen.

Quelle: Symposium: „Management von Depressionen in der Hausarztpraxis“, im Rahmen des DGIM 2017, Mannheim, 30.4.2017, Veranstalter: Servier Agomelatin: Valdoxan® (D, A, CH)

Internetbasierte Psychotherapie
Interaktives Therapieprogramm hilft bei Depression

Die Nutzung von Online-Psychotherapieprogrammen bietet die Chance, die bestehenden Versorgungsdefizite in der Behandlung von Depressionen zu schließen. Dabei sollte man nur auf solche Programme setzen, deren Wirksamkeit durch Studiendaten belegt ist.

Quelle: Symposium: „Depression in der Pflege, Hilfe aus dem Netz“, im Rahmen des Deutschen Pflegetags 2017, Berlin, 24.3.2017, Veranstalter: Servier

Kinder und Jugendliche
Längere Bildschirmzeit – mehr Depressionen

Eine Metaanalyse auch in China beschäftigte sich mit der Frage, ob sich bei Jugendlichen und Kindern die vor dem Bildschirm verbrachte Zeit auf das Depressionsrisiko auswirkt.

Quelle: Mingli L et al.: Dose-response association of screen time-based ... Br J Sports Med 2016; 50: 1252-58

Therapiestrategien für ein komplexes psychisches Problem
Vor suizidalem Verhalten schützen

Suizidale Verhaltensweisen, von Selbstmordgedanken bis hin zum versuchten und vollendeten Selbstmord, sind in ihrer Ätiologie und Präsentation sehr heterogen. Bei der Wahl der psychotherapeutischen oder pharmakologischen Behandlung ist daher ein individuelles Vorgehen gefragt. Auch ein regelmäßiges Follow-up ist von entscheidender Bedeutung.

Quelle: Turecki G, Brent DA: Suicide and suicidal behaviour. Lancet 2016; 387: 1227-39

Krankhafter Kaufzwang
Jeder Zwanzigste im Kaufrausch

Für einige ist das Einkaufen eine lästige Notwendigkeit, für andere ist es ein angenehmes Hobby. Im Extremfall kann Einkaufen zur Sucht werden, oft mit dramatischen Folgen. Die Prävalenz von krankhaftem Kaufzwang ist gar nicht mal so gering.

Quelle: Maraz A et al.: The prevalence of compulsive buying: a meta-analysis. Addiction 2016; 111: 408-19

Weißkittel-Hypertonie
Mehr als ein Schein-Hochdruck

Wird in der Arztpraxis ein zu hoher Blutdruck gemessen, andernorts aber nicht, spricht man von Weißkittel-Hypertonie (WKH). Die Indizien nehmen zu, dass ein solches Phänomen konkrete Auswirkungen auf Herz und Gefäße hat.

Quelle: Androulakis E et al.: Subclinical organ damage in white-coat hypertension: ... J Clin Hypertens 2016; Epub Jul 21; doi: 10.1111/jch.12882

Zahnuntersuchung zur frühkindlichen Metall-Exposition
Schizophrenie-Risiko als Erwachsene erhöht?

Obwohl Hinweise vorliegen, dass die prä- und postnatale Exposition gegenüber bestimmten Metallen die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigt und das Risiko für eine spätere Schizophrenie erhöht, konnten die Langzeiteffekte bislang noch nicht entschlüsselt werden. Dies versuchte jetzt ein internationales Forscherteam erstmals anhand ungewöhnlicher Biomarker, den Metallkonzentrationen in der Zahnmatrix, herauszufinden.

Quelle: Modabbernia A et al.: Early-life metal exposure ... Euro Psych 2016; Epub Jun 2016; doi: 10.1016/j.eurpsy.2016.03.006

Kinder und Jugendliche mit Major Depression
Kein klarer Vorteil für ein Antidepressivum!

Die am häufigsten eingesetzten Antidepressiva besitzen bei Kindern und Jugendlichen mit Major Depression ein schlechtes Nutzen-Risiko-Verhältnis. So lassen sich die Ergebnisse einer aktuellen Netzwerk-Metaanalyse zusammenfassen. Lediglich Fluoxetin war in diesem indirekten Vergleich wirksamer als Plazebo. Dem Autorenteam zufolge erwiesen sich einige Antidepressiva sogar als gefährlich.

Quelle: Cipriani A et al.: Comparative efficacy and tolerability of antidepressants for major depressive disorder in children and adolescents: a network meta-analysis. Lancet 2016; Epub Jun 8; doi 10.1016/S0140- 6736(16)30385-3

Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS)
Die Versorgung Jugendlicher nicht vergessen

Obwohl ADHS in etwa einem Drittel der Fälle bis zum Erwachsenenalter fortbesteht, sind die meisten Studien auf die Behandlung von Kindern ausgerichtet. Für die ADHS-Therapie im Jugendalter gibt es dagegen nur begrenzt Evidenz. Das Management der ADHS-Symptome ist allerdings gerade in dieser geistig und emotional anspruchsvollen Lebensphase wichtig.

Quelle: Chan E et al.: Treatment of attention deficit/ hyperactivity disorder in adolescents: a systematic review. JAMA 2016; 315(18): 1997-2008

Therapie Optionen
Depression auch im Sommer behandeln

Depressive Störungen werden häufig mit den Wintermonaten assoziiert. Das ist insbesondere dann problematisch, wenn eine antidepressive Medikation im Sommer frühzeitig abgesetzt wird, denn ein zu frühes Absetzen erhöht das Rezidivrisiko (nach drei Depressionsepisoden etwa 90%...

Leitlinien-Update bei Depressionen
An nicht-medikamentöse Optionen denken

Depressionen werden oft im Rahmen der hausärztlichen Versorgung behandelt. Die Ärzte greifen dabei in erster Linie zu Antidepressiva der zweiten Generation. Gemäß der aktuellen Empfehlung des American College of Physicians (ACP) sind nicht-medikamentöse First-line-Optionen ebenfalls zu erwägen.

Quelle: Qaseem A et al.: Nonpharmacologic versus pharmacologic treatment of adult patients with major depressive disorder: a clinical practice guideline from the American College of Physicians. Ann Intern Med 2016; 164(5): 350-9

Depressionen
Wie man geht, beeinflusst wie man denkt

Ein Spaziergang kann als einfachste Form körperlicher Bewegung positive Emotionen stärken und depressive Symptome lindern. Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie viel man geht, sondern auch darauf, wie.

Quelle: Michalak J et al.: How we walk affects ... J Behav Ther & Exp Psychiat 2015; 46: 121-5

Serie „Intoxikationen" – Teil 2 von 6
Der „Coma-Cocktail": Flumazenil und Naloxon bei Bewusstseins-eingeschränkten Patienten

Flumazenil und Naloxon erscheinen wie die idealen Antidote bei Benzodiazepin- bzw. Opioid-Intoxikation, denn sie binden kompetitiv an die entsprechenden Rezeptoren und haben eine kurze Halbwertszeit. Aber nur Naloxon wird als Bestandteil des so genannten Coma-Cocktails empfohlen, den man Notfall-Patienten mit Bewusstseinseinschränkung unbekannter Ursache oder durch vermutete Benzo- oder Opioid-Intoxikation empirisch geben kann. Worauf man achten sollte, und was noch in den Coma-Cocktail gehört, lesen Sie hier. In der nächsten Ausgabe der Praxis-Depesche (erscheint am 22.9.2016) erfahren Sie in Teil 3 der Serie, weshalb es bei einer Insulin- oder Sulfonylharnstoff-Überdosierung mit einer Glucose-Gabe alleine nicht getan ist.

Quelle: Sivilotti MLA: Flumazenil, naloxone and the ‘coma cocktail’. Br J Clin Pharmacol 2015; 81(3): 428-36

Ess-Störungen
Häufig auch bei älteren Frauen

Abhängig vom Ausmaß an Gewichtsverlust und der Chronizität können durch Ess-Störungen bleibende Schäden entstehen. Gerade bei Frauen fortgeschrittenen Alters sollte man bestehende Ess-Störungen daher frühzeitig erkennen und behandeln.

Quelle: Podfigurgna-Stopa A et al.: Eating disorders in older women. Maturitas 2015; 82: 146-52

Bewegung hält geistig gesund
Der Depression davonlaufen

Körperliche Aktivität ist mit höherer Lebensqualität assoziiert. Einer aktuellen Langzeitstudie zufolge können davon auch depressive Frauen profitieren.

Quelle: Heesch KC et al.: Physical activity, walking, and quality of life in women with depressive symptoms. Am J Prev Med 2015; 48(3): 281-91

Autismus-Spektrum-Störung
Hilfe für die Eltern

Eltern von Kindern mit Autismus-Spektrum- Störung (ASD) sind mit den Folgen der Erkrankung häufig überfordert. Vorbereitungskurse können helfen, die psychischen Herausforderungen zu bewältigen und Stress sowie Depression vorzubeugen.

Quelle: Karp EA, Kuo AA .: Maternal mental health after a child’s diagnosis of autism spectrum disorder. JAMA 2015; 313(1): 81-2

ADHS-Screening bei Eltern von ADHS-Kindern
Die Hälfte der Väter und ein Viertel der Mütter sind selbst betroffen

Ob die Eltern von Kindern mit einer ADHS selbst unter dieser Erkrankung leiden, kann u. a. die Therapieaussichten maßgeblich beeinflussen. In einem Kollektiv von Müttern und Vätern betroffener Kinder untersuchten deutsche Forscher nun Prävalenz und Schwere eines elterlichen ADHS. Es waren erstaunlich viele Elternteile betroffen – Väter deutlich häufiger als Mütter

Quelle: Starck M et al.: Occurrence of ADHD in parents of ADHD children in a clinical sample. Neuropsychiatr Dis Treat 2016; 12: 581-8

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