Praxis-Depesche 12/2017

Patellofemorales Schmerzsyndrom

Eine Sache der Psyche

Patellofemorale Schmerzen gleichen in vielerlei Hinsicht einer Lumbalgie – die Prävalenz ist hoch, die Ursache häufig unbekannt und das Leiden oft chronisch. Ähnlich wie bei chronischen Rückenschmerzen spielt auch bei Schmerzen im vorderen Knie die Psyche vermutlich eine wichtige Rolle.

Beim patellofemoralen Schmerzsyndrom (PFSS) treten Schmerzen nach mechanischer Überlastung im Kniegelenk auf. Depressionen und Ängste und auch das Katastrophisieren der Schmerzen können einem Abheilen aber im Wege stehen. Dies lässt zumindest eine aktuelle Metaanalyse vermuten. Eingeschlossen waren 16 Fallserien und neun Kohortenstudien, die sich mit der allgemeinen psychischen Verfassung von Patienten mit PFSS befassten. Insgesamt lagen Daten von 1357 Betroffenen und knapp 350 gesunden Kontrollpersonen im Alter zwischen 14 bis 47 Jahren vor.
Die Qualität der Studien war mittelgut und das Studiendesign sehr heterogen. Zwar ließen sich die Daten dadurch nur sehr schwer vergleichen, doch fanden die Forscher Hinweise darauf, dass manche Patienten mit PFSS ein auffälliges psychisches Profil aufweisen können. So ließen zwei Studien auf ein höheres Risiko für Angststörungen und/oder Depressionen der Betroffenen schließen. Eine weitere Studie deutete auf Konzentrationsprobleme und eine Neigung zur Schmerz-Katastrophisierung hin. Vermehrter Stress, emotionale Probleme und schmerzbezogene Angst wurden bei den PFSS-Patienten ebenfalls beobachtet.
In mehreren Arbeiten zeigte sich, dass das Ausmaß der psychischen Belastung linear mit der empfundenen Schmerzintensität und der körperlichen Funktion korrelierten. Die Autoren empfehlen daher, die psychische Verfassung von Patienten mit PFSS frühzeitig in die Therapie miteinzubeziehen. OH

Quelle:

Maclachlan LR et al.: The psychological features of patellofemoral pain: a systematic review. Br J Sports Med 2017; 51: 732-42



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