Praxis-Depesche 6/2017

Darmflora und Diabetes

Fördert Antibiose bei Kindern Typ-1-Diabetes?

Eine gestörte Darmflora gilt als möglicher Auslöser von Typ-1-Diabetes bei Kindern mit genetischer Prädisposition. Da die Darmflora von Kleinkindern noch sehr sensibel auf Störungen reagiert, könnten Antibiosen in diesem Alter das Risiko eines Diabetes erhöhen. Eine dänische Arbeitsgruppe hat nachgeforscht.

Man analysierte an Registerdaten von 1578 Kindern, die im Verlauf ihrer Kindheit an Typ-1-Diabetes erkrankt waren, wie oft diese vor Diagnose des Diabetes antibiotisch behandelt worden waren. Gegenüber Kindern, die keine Antibiotika vor Diagnose einer Diabeteserkrankung erhalten hatten, wiesen Kinder auch nach ein bis fünf oder mehr antibiotischen Therapien kein höheres Diabetesrisiko auf. Das galt sowohl für Schmal- wie für Breitspektrum-Antibiotika und für bakterizide wie bakteriostatische Mittel. Auch gab es keine altersspezifischen Unterschiede. Ganz von der Hand zu weisen war ein ungünstiger Einfluss früher Antibiosen auf das Diabetesrisiko aber dennoch nicht. Kinder, die vor dem zweiten Lebensjahr fünf oder mehr antibiotische Therapien erhielten, erkrankten mit 35% höherer Wahrscheinlichkeit an Typ-1-Diabetes als jene, die keine Antibiosen aufzuweisen hatten. Ausschlaggebend war dabei vor allem der Einsatz von Breitspektrum- Antibiotika im zweiten Lebensjahr. Dass dieser Zusammenhang nicht auch für das erste Lebensjahr der Kinder beobachtet werden konnte, führten die Forscher auf die positive Wirkung des Stillens zurück. OH

Quelle:

Mikkelsen KH et al.: Use of antibiotics in childhood and risk ... Diabet Med 2017; 34(2): 272-7



Link zur Originalarbeit Originalarbeit bestellen


ICD-Codes: E10

GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2017, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum