Praxis-Depesche 11/2017

Eosinophile Ösophagitis

Frühzeitig Fibrose verhindern

Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronisch-entzündliche, immunvermittelte ösophageale Erkrankung, bei der es zu einer Fibrosierung der Speiseröhre kommt. Eine spezifische Therapie gibt es bisher nicht. Derzeit wird an neuen Budesonid-Formulierungen, z. B. einer Schmelztablette, geforscht, die gezielt am Ösophagus wirken.

„Klinisch äußert sich eine EoE durch ösophageale Dysfunktion, histologisch durch Infiltration der Ösophagusmukosa mit eosinophilen Granulozyten“, erklärte Prof. Alex Straumann, Olten, auf einer Veranstaltung der Falk Foundation e.V. Das Leitsymptom der EoE ist eine Dysphagie bei festen Speisen. Dabei besteht die Gefahr, dass der Bolus in der Speiseröhre steckenbleibt. Etwa die Hälfte der Patienten leidet zudem an retrosternalen Schmerzen.

„Bei einer EoE wird der Ösophagus vom elastischen Schlauch zu einem starren Rohr“, so Straumann. Kennzeichnend für die Erkrankung ist die typische Symptomatik in Kombination mit einer Eosinophilen-prädominanten Entzündung. Endoskopisch kann sich die EoE variabel präsentieren, z. B. in Form von Längsfurchen, weißlichen Auflagerungen, Ringen, Stenosen und fibrotischem Umbau.

Speziell für die EoE ausgelegte Präparate befinden sich derzeit in Entwicklung, darunter eine Budesonid-Suspension und -Schmelztablette, von der es erste Wirksamkeitsdaten gibt. In der Phase-3-Studie BUL-1 wurden EoE-Patienten mit der Schmelztbl. behandelt und wiesen gegenüber Plazebo nach sechs Wochen hochsignifikant häufiger eine klinisch-histologische Remission auf (58 vs. 0%). OH


Quelle:

„Eosinophile Ösophagitis und CED 2017“, Berlin, 4.10.2017, Veranstalter: Falk Foundation e.V.



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