Praxis-Depesche 12/2017

Editorial

Gefährliche Feiertage

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!
 
Und wieder steht die ruhige, besinnliche Zeit des Jahres an. Aber die Weihnachtsfeiertage bergen auch gesundheitliche Risiken, wie einige aktuelle medizinische Veröffentlichungen zeigen.
Starten wir mit der Kasuistik eines 14 Monate alten Kindes (Carsin A et al., Resp Med Case Rep 2017). Das Mädchen entwickelte zwei Tage vor Weihnachten Husten und pfeifende Atemgeräusche. Die Ärzte behandelten aufgrund der Vorgeschichte mit Salbutamol und Prednisolon, was die Beschwerden nicht besserte. Im dann durchgeführten Röntgen-Thorax sah man im linken Hauptbronchus einen kleinen U-förmigen Fremdkörper, der sich in der Bronchoskopie als aspiriertes Birnchen einer Lichterkette herausstellte. Es konnte geborgen werden ... und die Eltern bemerkten Tage später, dass genau ein solches Birnchen an ihrer Lichterkette zu Hause fehlte.
Dass man über die Feiertage sein „Sweetheart“ nicht unnötig aufregen sollte, legen die Ergebnisse der SWEDEHEART-Studie nahe (Wallert J et al., Am Heart J 2017). Sie fand in der schwedischen Bevölkerung eine um 7% erhöhte Wahrscheinlichkeit, während der Weihnachtsfeiertage oder an Neujahr einen Myokardinfarkt zu erleiden. Dass psychosozialer Stress einen Infarkt triggern kann, ist bekannt. Neu ist, dass es offensichtlich auch an den eigentlich ruhigen Tagen des Jahres, die man mit seinen Liebsten verbringt, zu einer stressbedingten Infarkthäufung kommt.
Zum Schluss sei noch auf eine Häufung von Campylobakteriosen um die Feiertage herum hingewiesen, die nun erstmals eine Studie für Deutschland und andere europäische Länder zeigen konnte (Bless PJ et al., BMC Res Notes 2017). Ein Erkrankungs-Peak fand man in Kalenderwoche 52 und 1. Ursachen der Durchfall-auslösenden Infektionen könnten ein vermehrter Fondue-Verzehr und eine erhöhte Reisetätigkeit sein, so die Autoren.
 
Passen Sie während der Feiertage gut auf sich und Ihre Liebsten auf!
 
Ihr
Dr. med. Christian Bruer
Chefredakteur



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