Praxis-Depesche

Immunsuppression mit Tacrolimus

Neues retardiertes Präparat mit günstigerem pharmakokinetischen Profil

Schlechte Bioverfügbarheit und ein enges therapeutisches Fenster machen es für den Arzt nicht immer leicht, die Immunsuppression mit Tacrolimus bei Transplantationspatienten im Bereich des therapeutischen Spiegels zu halten. Eine neue retardierte Formulierung des Wirkstoffs verbessert die Bioverfügbarkeit und verlängert das Resorptionsprofil.

"LCP-Tacro" ist eine neue retardierte Formulierung von Tacrolimus, die nur einmal täglich eingenommen wird und eine kontinuierliche Wirkstoffabgabe im Gastrointestinaltrakt kontinuierlich über 24 Stunden ermöglicht. "Der Spitzenspiegel bleibt dabei niedriger als beim zweimal täglich dosierten, sofort freisetzenden Tacrolimus-Präparat, und wird verzögert erreicht", erklärte Prof. Klemens Budde, Berlin, auf einer Veranstaltung von Chiesi.

Vergleichsdaten zeigen, dass mit LCP-Tacro eine durchschnittlich um 20 bis 25% niedrigere Tagesdosis benötigt wird, um den therapeutischen Spiegel zu erreichen und zu halten. Bei Patienten nach Nierentransplantation lag zudem die Bioverfügbarkeit des neuen Präparates um etwa 40% höher. In der Wirksamkeit, gemessen am Transplantatüberleben, gab es über eine Beobachtungszeit von zwei Jahren keinen Unterschied zwischen dem neuen und dem klassisichen, zweimal täglich applizierten Tacrolimus.  

Ein Problem stellen in der Praxis Patienten dar, die Tacrolimus aufgrund ihres genetischen Profils sehr schnell metabolisieren. Sie brauchen hohe Dosen eines nicht retardierten Präparats, um einen therapeutischen Talspiegel zu erreichen. Damit steigt aber auch der Spitzenspiegel – nicht selten in einen toxischen Bereich. Aus der Sicht von Prof. Barabara Suwelack, Münster, können solche Patienten besonders von einer Umstellung auf LCP-Tacro profitieren. Um Schnellmetabolisierer zu identifizieren, empfahl Suwelack die C/D-Ratio (Konzetrations-Dosis-Verhältnis). Dabei fallen in die Problemgruppe jene Patienten, bei denen das Verhältnis zwischen Tacrolimus-Talspiegel (ng/ml) und Tacrolimus-Tagesdosis (mg) unter 1,05 liegt. AB


Quelle:

Fachpressekonferenz:
„Envarsus®, die Therapieoption, insbesondere bei PK-Sensitivität“, Bonn, 25.10.17, Veranstalter: Chiesi
LCP-Tacrolimus: Envarsus®



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