Praxis-Depesche 11/2017

Gastrointestinale Blutungen

Nur ein Score ist verlässlich

Es gibt zahlreiche Risikoscores, mit denen man vor oder nach der Endoskopie bei Patienten mit gastrointestinalen Blutungen relevante Endpunkte abschätzen kann, z. B. das Mortalitätsrisiko. In einem aktuellen Vergleich verfügbarer Risikomodelle erreichte aber nur ein Score ein gutes Ergebnis.

Verglichen wurde die Zuverlässigkeit von insgesamt fünf relevanten Scoresystemen: Rockall, Admission-Rockall, PNED, AIMS65 und Glasgow-Blatchford. Getestet wurde ihre Aussagekraft an den Daten von 3012 Patienten, die an insgesamt sechs Krankenhäusern in Europa, Nordamerika, Asien und Ozeanien mit Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt vorstellig wurden.

Als klarer Gewinner ging der Glasgow-Blatchford- Score aus dem Vergleich hervor. Mit diesem ließ sich der Endpunkt „Intervention oder Tod“ zuverlässiger vorhersagen als mit allen anderen Scores. Der klinische Nutzen der anderen Scores war dagegen nur begrenzt. Bei einem Glasgow-Blatchford-Score ≤1 ließ sich am zuverlässigsten das Überleben ohne Intervention vorhersagen. Ein Glasgow-Blatchford-Score ≥7 erwies sich außerdem als bester Grenzwert zur Vorhersage erneuter endoskopischer Behandlungen.

Der Score berechnet sich aus Harnstoff im Serum (6,5-7,9 mmol/l: +2; >25,0 mmol/l: +6), Hb (Männer: 120-129 g/l: +1; <100 g/l: +6; Frauen: 100-119 bzw. <100), RR syst (100-109 mmHg: +1; <90 mmHg: +3); Herzfrequenz >100/min: +1, Meläna: +1, Synkope: +2, Lebererkrankung: +2 und Herzinsuffizienz: +2. OH


Quelle:

Stanley AJ et al.: Comparison of risk scoring systems for patients ... BMJ 2017; 356: i6432



Link zur Originalarbeit Originalarbeit bestellen

GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2017, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum