Autofluoreszenz-Messung | Praxis-Depesche

Risiko-Früherkennung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Mit einer Autofluoreszenz-Messung der Haut, etwa im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen, können AGEs identifiziert werden. Sie geben Aufschluss darüber, ob der Patient ein Risiko zur Entwicklung chronischer Krankheiten wie Diabetes, KHK oder Nierenversagen trägt.

Advanced Glycation Endproducts (AGEs) spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung chronischer altersbedingter Krankheiten. Einige AGEs haben autofluoreszierende Eigenschaften. Durch ihre Akkumulation erhöhen Sie die Autofluoreszenz der Haut, welche per Licht-Spektrometrie gemessen werden kann. Die non-invasive Methode der Haut-Autofluoreszenzmessung ersetzt die invasive Bestimmung von AGEs im Blutplasma. Sie ermöglicht eine schnelle und aussagekräftige Risikoprognose.

Über 200 Peer-Review Publikationen existieren zu diesem Thema. Eine der relevantesten ist die Dutch LifeLines Study  (Van Waateringe et al in Diabetologia 62, 2019), die mit einer Kohorte von 72.880 Personen (18-90 Jahre) in der Allgemeinbevölkerung durchgeführt wurde. Nach einem durchschnittlichen Betrachtungszeitraum von 4 Jahren entwickelten 1.056 Personen einen Typ-2-Diabetes, 1.258 Personen eine kardiovaskuläre Erkrankung und 928 Personen verstarben. Im Vergleich mit den Personen, die keine Erkrankung entwickelt haben, waren die AGE-Werte der ersten 3 Personengruppen bereits zu Studienbeginn erhöht. Diese Ergebnisse waren unabhängig von sonstigen Risikofaktoren. Eine detailliertere Analyse der Zahlen zeigt: Jede*r Proband*in im Alter 48,05±7,65 (Jahre±SD) und einem AGE-Wert größer 2,32 AU hatte innerhalb dieser 4 Jahre ein kardiovaskuläres Ereignis oder einen Typ-2-Diabetes ausgeprägt oder ist verstorben.

Die Autofluoreszenzmessung der Haut hat sich somit als valide Methode erwiesen. Sie dient im Rahmen der Risikobewertung etwa bei Diabetespatienten der Risiko-Früherkennung diabetesbedingter Folgeerkrankungen, wie kardiovaskuläre Ereignisse, diabetische Neuropathie oder diabetische Retinopathie, und unterstützt bei der Bewertung des Patientenrisikos, ob Diabeteskomplikationen zu erwarten sind.  Zusätzlich ist der AGE-Wert, nach dem Alter, auch der beste Prädiktor für die Mortalität, sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch bei Hochrisiko-Patienten.

Quelle:

Presseinformation: „Risiko-Früherkennung einfach und sekundenschnell“, Mai 2020, MSP Bodmann: AGE Reader

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