Refraktäre Asthma-Exazerbationen
Letzte Rettung Glucagon

Bereits in den 80er und 90er Jahren wurde Glucagon aufgrund seiner bronchorelaxierenden Wirkung als mögliche Asthmamedikation untersucht. Mangels klarer Evidenz wurde diese Option aber wieder fallen gelassen. Wenn verfügbare Therapien aber nicht fruchten, könnte Glucagon durchaus ein wertvolles Therapieadjuvans darstellen.

Quelle: Cavallari JM et al.: Glucagon for refractory asthma exacerbations. Am J Emerg Med 2017; 35: 144-5

Asthma durch Mäuseplage
Kammerjäger zur Allergiebekämpfung?

In vielen ärmeren Stadtteilen in den USA sind Mäuseplagen ein echtes Problem. Vor allem in Haushalten, in denen Kinder mit entsprechender allergischer Sensibilisierung wohnen. Können Kammerjäger an der Allergie etwas ausrichten? Eher nicht.

Quelle: Matsui EC et al.: Effect of an integrated pest management intervention on asthma symptoms among mouse-sensitized children and adolescents with asthma. JAMA 2017; 317(10): 1027-36

Neuer „GOLD"-Standard
COPD-Screening nur bei Symptomen

Die „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“ (GOLD) gilt als eine der wichtigsten Instanzen, wenn es um Empfehlungen zum klinischen Manage ment der COPD geht. In 2017 wurden nun die GOLD-Leitlinien aktualisiert und äußern sich dabei auch zu neuen Details des COPD-Screenings.

Quelle: Press VG et al.: Screening for chronic obstructive pulmonay disease. JAMA 2017; 318: 1702-3

LAMA/LABA-Kombis im Vergleich
Unterschiede klinisch nicht relevant

„Studien, die die Welt nicht braucht“ wäre auch eine passende Überschrift für diesen Artikel gewesen. Auch wenn die Autoren mit Mühe versuchten, aus den Ergebnissen ihres Vergleichs zweier LAMA/LABA- Kombinationspräparate bei COPD einen Unterschied herauszulesen, am Ende unterschieden sie sich nur marginal und klinisch nicht relevant. Wahrscheinlich stehen in der alltäglichen Praxis ohnehin ganz andere Probleme im Vordergrund. Weshalb sich die Autoren so sehr um ein positives Ergebnis bemühten, erklärt auch ein Blick auf deren beruflichen Hintergrund.

Quelle: Feldman GJ et al.: Comparative efficacy of once-daily umeclidinium/vilanterol and tiotropium/olodaterol therapy in symptomatic chronic obstructive pulmonary disease: a randomized study. Adv Ther 2017; Epub Nov 1; doi: 10.1007/s12325-017-0626-4

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
Das ABC der COPD

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD ist für mehr als drei Mio. Todesfälle jährlich weltweit verantwortlich. Rauchen gilt als COPD-Ursache Nummer 1. Aber in der Praxis kommen durchaus auch COPD-Patienten vor, die nie geraucht haben. Diese Klientel ist therapeutisch besonders herausfordernd, da die großen Zulassungsstudien für medikamentöse Therapien überwiegend Raucher oder Ex-Raucher mit COPD einschlossen, und deren Ergebnisse daher nicht eins zu eins anwendbar sind.

Quelle: Rabe KF, Watz H: Chronic obstructive pulmonary disease. Lancet 2017; 389: 1931-40

Infektionen der unteren Atemwege
Orale Steroide nicht wirksam!

Zunehmend wird orales Prednisolon bei Infekten der unteren Atemwege verschrieben – auch bei Patienten ohne Asthma. Doch sinnvoll ist das nicht, denn die Dauer und Schwere der Symptome lassen sich damit nicht verringern.

Quelle: Hay AD et al.: Effect of oral prednisolone of symptom duration and severity in nonasthmatic adults with acute ... JAMA 2017; 318: 721-30

Eigentlich ein „No-brainer"
Orale Medikamente nicht injizieren!

Bei der Injektion von Medikamenten, die eigentlich für den oralen Gebrauch gedacht sind, kann der Hilfsstoff Crospovidon (Polyvinylpolypyrrolidon; PVPP) erhebliche Probleme verursachen. Das zeigte eine kürzlich im New England Journal of Medicine publizierte Kasuistik.

Quelle: Staloch DA, Hedley JS: Pulmonary foreign-body granulomatosis. New Engl J Med 2017; 377: 1273

Leichte bis moderate COPD
Tiotropium verbessert Lungenfunktion

Die Wirksamkeit von Tiotropium bei moderater bis schwerer COPD ist gut belegt. Allerdings haben fast drei Viertel aller Patienten eine leichte oder moderate Erkrankung mit höchstens geringfügigen Symptomen. Erstmals wurde der Wirkstoff deshalb in einer großen Studie bei dieser Patientengruppe untersucht.

Quelle: Zhou Y et al.: Tiotropium in early-stage chronic obstructive pulmonary disease. N Engl J Med 2017; 377: 923-35

Dreifachfixkombination bei COPD
1 Inhaler + 3 Wirkstoffe = bessere Adhärenz

Um die Therapieziele bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erreichen, ist die Adhärenz der Patienten wichtig. Diese kann mit einfach anzuwendenden Inhalationssystemen wie z. B. einer Dreifachfixkombination unterstützt werden.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Extrafeine Dreifach-Fixkombination: Aufwind für die Versorgung instabiler COPD-Patienten“, Berlin, 30.11.2017, Veranstalter: Chiesi Dreifachfixkombination Glycopyrroniumbromid + Formoterolfumarat + Beclometasondipropionat: Trimbow® (D)

Schnelle Abhilfe bei Stimmstörungen

Als funktionelle Dysphonien bezeichnet man Stimmstörungen, welchen keine erkennbaren organischen Ursachen zugrunde liegen. Oft entstehen sie durch eine Überspannung infolge eines ungünstigen Sprechmusters bei hoher stimmlicher Belastung. Aber auch psychische Anspannung kann zu den ...

Chronische Bronchitis
Muzin in den Bronchien als Marker

Komponenten der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind chronische Bronchitis und Emphysem. Die Konzentration von Mukus in den Atemwegen hat etwas mit dem Mukus-Transport und damit der Reinigung bzw. Verstopfung der Atemwege zu tun. Könnte die Muzin-Konzentration ein Marker für die Erkrankungsschwere sein?

Quelle: Kesimer M et al.: Airway mucin concentration as a marker of chronic bronchitis. N Engl J Med 2017; 377: 911-22

Instabile COPD
Einfache Anwendung: Ein Device – drei Wirkstoffe

Studien zeigen, dass Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) mithilfe der Dreifach-Fixkombination Glycopyrronium/Formoterol/Beclometason (GB/FF/BDP) in extrafeiner Formulierung in einem Device effektiver behandelt werden können.

Quelle: Fachpressekonferenz:

„Trialog III: 3-facher Aufwind für COPD-Patienten“, Frankfurt, 21.09.2017, Veranstalter: Chiesi

Glycopyrronium, Formoterol, Beclometason: Trimbow®

Asthma im Erwachsenenalter
Individuelle Strategien für eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Asthma kann atopisch oder nicht-atopisch sein, manchmal wird es bei ASS-Einnahme schlimmer, manchmal steht es mit Adipositas oder COPD in Verbindung. Auch die Vielfalt an Therapieoptionen ist groß. Daher ist es gar nicht so einfach, für jeden Patienten die optimale Behandlungsstrategie zu finden.

Quelle: McCracken JL et al.: Diagnosis and management of asthma in adults ... JAMA 2017; 318(3): 279-90

Typ-2-Diabetes und COPD
Gefährliches Doppel

Typ-2-Diabetes ist eine häufige Komorbidität der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Wie stark sich die Prognosen der Patienten verschlechtern, wenn beides zusammenkommt, zeigen aktuelle Daten aus Taiwan.

Quelle: Lin CS et al.: Diabetes risks and outcomes in chronic obstructive pulmonary disease patients: two nationwide ... PLoS One 2017; 12(8): e0181815

Asthma bronchiale
Dosieraerosole in der Praxis erfolgreich

In der Abwägung zwischen Pulverinhalatoren und Dosieraerosolen erleben letztere derzeit eine Renaissance. Zu den Gründen zählen die einfachere Anwendung, die geringere Fehleranfälligkeit und die bessere Adhärenz unter Alltagsbedingungen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Meet the expert“, Mailand, 10.9.2017 Veranstalter: Mundipharma Fluticason/Formoterol: Flutiform® (D, A, CH)

Jahrestagung der European Respiratory Society
Asthma-Diagnose überprüfen – E-Zigaretten, Liquids & Gefahren

Den weltgrößten Lungenkongress richtete auch in diesem Jahr wieder die ERS aus: Fast 22 000 Teilnehmer kamen nach Mailand, um sich fortzubilden. Die Bandbreite der Themen war wie immer riesig – hier eine Auswahl.

3 Fragen, 1 Laborwert
Lungenembolie: ja oder nein?

Ob ein Patient mit Verdacht auf Lungenembolie eine CT-Angiographie benötigt, ist häufig gar nicht so einfach zu entscheiden. Mit der nun prospektiv validierten YEARS-Regel wird die Entscheidung leichter, denn man benötigt nur drei Fragen und einen Laborwert.

Quelle: van der Hulle T et al.: Simplified diagnostic management of suspected pulmonary embolism (the YEARS study): a prospective, multicentre, cohort study. Lancet 2017; 390: 289-97

Kortison bei Halsweh?
Keine kurz-, dafür langfristige Wirkung

Patienten mit akuten Halsschmerzen im Rahmen einer akuten Pharyngitis sind des Hausarzt täglich Brot. Immer wieder wird berichtet, dass in diesen Fällen zu häufig Antibiotika verordnet würden. Sind Kortikosteroide eine Alternative?

Quelle: Hayward GN et al.: Effect of oral dexamethasone without immediate antibiotics vs placebo on acute sore throat in adults. JAMA 2017; 317: 1535-43

Therapeutische Unsicherheiten
Tonsillektomie bei Erwachsenen?

Es existieren drei mögliche Vorgehensweisen bei erwachsenen Patienten mit Tonsillitis: konservativ (=abwarten und beobachten), Antibiose oder Tonsillektomie. Doch wann sollte man Erwachsenen wirklich zur Tonsillektomie raten?

Quelle: Powell J et al.: Is tonsillectomy recommended in adults with recurrent tonsillitis? BMJ 2017; 357: j1450

10-Minuten-Konsultation: Hörverlust beim Kleinkind
Sekretorische Otitis media, Cholesteatom oder doch perforiertes Trommelfell?

Der Fall: Eine Mutter kommt mit einem dreijährigen Kind in Ihre Praxis, die sich Sorgen um sein Gehör macht. Das Kind spreche weniger als andere in seinem Alter, es reagiere nicht immer sofort auf Ansprache. Wie gehen Sie als praktischer Arzt vor, wann sollten Sie an einen Pädiater oder HNO-Arzt überweisen?

Quelle: Nieto H et al.: 10-minutes consultation: Paediatric hearing loss. BMJ 2017; 356: j803

Atemwege - Übersicht

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