Gastroenterologie

Junge asymptomatische Männer
Bei Eisenmangel immer zur Koloskopie

Eine Eisenmangelanämie (IDA, iron deficiency anemia) gilt als „Red-flag-Symptom“. Wie sollte man mit jungen Männern (Alter <50 Jahre) mit IDA diagnostisch weiter verfahren?

Quelle: Kim NH et al.: Shoul asymptomatic young men with iron deficiency anemia necessarily undergo endoscopy? Korean J Intern Med 2018; Epub Jan 5; doi: 10.3904/kjim.2016.421

Endlich positive Daten
Stuhltransplantation bei Colitis ulcerosa

Die allogene Stuhltransplantation (Stuhl-Tx) erzielt mittlerweile bei Clostridium-difficile- assoziierten Colitiden gute Ergebnisse. Bei der Colitis ulcerosa (CU) hingegen gab es bislang nicht besonders überzeugende Daten. Daher hat eine aktuelle Studie die Stuhl- Tx-Wirkung bei CU nochmal untersucht – mit einem besonders intensiven Tx-Regime.

Quelle: Paramsothy S et al.: Multidonor intensive faecal microbiota transplantation for active ulcerative colitis: a randomised placebo-controlled trial. Lancet 2017; 389: 1218-28

Magen-Darm-Blutungen
Bei Niereninsuffizienz schlechtere Prognose!

Akute gastrointestinale Blutungen sind häufig Anlass für Klinikaufnahmen. Nach adäquaten Notfallmaßnahmen sollte eine erschöpfende Abklärung der Ätiologie die Basis für spezifische therapeutische Interventionen schaffen.

Quelle: Hágendorn R et al.: Chronic kidney disease severely deteriorates the outcome of gastrointestinal bleeding: A meta-analysis. World J Gastroenterol 2017; 23: 8415-25

Gallenblasenpolypen
Cholezystektomie oder „watchful waiting"?

Es existiert eine altbekannte Regel, die besagt, dass Gallenblasenpolypen ab einem Durchmesser von 10 mm eine Indikation zur Cholezystektomie darstellen. Jetzt machte sich eine radiologische Arbeitsgruppe daran, die Evidenz dieser Empfehlung zu hinterfragen. Daraus entstand ein neuer Therapiealgorithmus, bei dem die OP-Indikation von mehr Faktoren als nur dem Polypendurchmesser abhängt.

Quelle: Wiles R et al.: Management and follow-up of gallbladder polyps. Eur Radiol 2017; doi: 10.1007/ s00330-017-4742-y

Chronische Hepatitis C
Antivirale Therapie bessert Glucosestoffwechsel

Direkte antivirale Therapieregime (DAA, direct-acting antiviral agents) ohne Interferon werden mehr und mehr in der Therapie der chronischen Hepatitis C eingesetzt – mit hohen Virussuppressionsraten. Dass eine derartige medikamentöse Therapie gleichzeitig auch die Betazellfunktion verbessern kann, zeigte nun eine Studie aus Taiwan.

Quelle: Huang JF: The outcomes of glucose abnormalities ... Kaohsiung J Med Sci 2017; 33: 567-71

Monitoring der HCV-Therapie
Molekular oder doch besser serologisch?

Zur Diagnose und Überwachung einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis- C-Virus (HCV) kann man den klassischen HCV-RNA-Nachweis heranziehen, oder das HCV-Antigen (HCV-Ag) bestimmen. Eine Vergleichsstudie verrät, warum der serologische Test von Vorteil ist.

Quelle: Loggi E et al.: Monitoring the treatment of hepatitis C with directly acting antivirals by serological and ... PLoS One 2017; 12(11): e0187755

Qualität der Koloskopie
Wer (häufig) suchet, der (besser) findet ...

Beeinflusst die Anzahl von Koloskopien, die ein Untersucher pro Jahr durchführt, deren Qualität? Die Antwort auf diese Frage lautet klar „Ja“, wenn man sich Qualitätsdaten der Jahre 2007 bis 2009 ansieht. Aber ist „Untersuchungshäufigkeit“ wirklich alles?

Quelle: Zwink N et al.: Screening colonoscopy volume and detection of colorectal neoplasms: a state-wide study from Bavaria ... Eur J Cancer Prevent 2017; 26: 181-8

Leberzirrhose verhindern
Screening oder doch besser Alkoholentzug?

Im UK ist die Mortalität durch Leberzirrhose in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Hauptursachen sind exzessiver Alkoholkonsum und die Tatsache, dass Lebererkrankungen oft erst sehr spät entdeckt werden. Ob ein Zirrhose-Screening die Lösung ist, ist aber umstritten.

Quelle: Hudson M et al.: Should we screen for cirrhosis? BMJ 2017; 358: j3233

Hoffnung für Leberkranke
Neue Stammzellquelle für Hepatozyten

Die Hepatozyten-Transplantation ist ein vielversprechender Therapieansatz für zahlreiche Lebererkrankungen. Genügend Zellen dafür zu gewinnen, ist aber nicht leicht, denn die Zahl der Donoren ist gering und die Entwicklung aus embryonalen oder Knochenmarkstammzellen aus ethischen und Sicherheitsgründen schwierig.

Quelle: Chen Z et al.: Transdifferentiation of human male germline stem cells to hepatocytes in vivo via the transplantation under renal capsules. Oncotarget 2017; 8(9): 14576-92

Crohn bei Kindern
Neue Prädiktoren für schweren Verlauf

Darmstrikturen und -fisteln sind häufige Komplikationen bei Morbus Crohn (MC). Nun suchten Forscher aus Atlanta, USA, bei jungen Crohn-Patienten nach Markern, die einen komplizierten Verlauf vorhersagen können. Sie wurden fündig und konnten so zugleich auch eine Empfehlung bzgl. der Therapie mit TNFa-Inhibitoren geben.

Quelle: Kugathasan S et al.: Prediction of complicated disease course ... Lancet 2017; 389: 1710-18

Morbus Crohn: „Treat to target"
Die Therapiekonzepte ändern sich

Die typischen Merkmale des Morbus Crohn (MC) in der Unterscheidung zur Colitis ulcerosa (CU) darf man wohl als bekannt voraussetzen: Der MC ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (IBD), die alle Abschnitte des Gastrointestinaltraktes betreffen kann, sich typischerweise aber im terminalen Ileum und Kolon abspielt und dabei zu einer segmentalen, asymmetrischen und transmuralen Entzündung der Darmwand führt. Fisteln, Stenosen und Abszesse sind die typischen Komplikationen. Neben diesen „altbekannten“ Beschreibungen des MC gab es aber in den letzten zehn Jahren auch eine rasante Entwicklung bzgl. der Ätiologie-Kenntnis, der Therapie und vor allem der Therapieziele. Heute besteht die Herausforderung darin, mit zahlreichen zur Verfügung stehenden Wirkstoffen eine tiefe Remission, definiert als klinische Symptomfreiheit und Darmmukosaheilung, zu erzielen und so Langzeit-Folgeschäden zu vermeiden.

Quelle: Torres J et al.: Crohn‘s disease. Lancet 2017; 389: 1741-55

Gastrointestinale Blutungen
Nur ein Score ist verlässlich

Es gibt zahlreiche Risikoscores, mit denen man vor oder nach der Endoskopie bei Patienten mit gastrointestinalen Blutungen relevante Endpunkte abschätzen kann, z. B. das Mortalitätsrisiko. In einem aktuellen Vergleich verfügbarer Risikomodelle erreichte aber nur ein Score ein gutes Ergebnis.

Quelle: Stanley AJ et al.: Comparison of risk scoring systems for patients ... BMJ 2017; 356: i6432

Kurzdarmsyndrom
Parenterale Ernährung minimieren

Ein Kurzdarmsyndrom mit chronischem Darmversagen (KDS) bedeutet für viele Patienten, langfristig auf eine parenterale Ernährung (PE) angewiesen zu sein. Teduglutid kann dies verzögern oder sogar verhindern.

Quelle: Symposium: „Kurzdarmsyndrom mit chronischem Darmversagen – Eine multiprofessionelle Herausforderung“, Dresden, 14.9.2017, Veranstalter: Shire Teduglutid: Revestive® (D, CH)

Refluxkrankheit
Rezidivrate bei Operation höher als erwartet

Die Langzeitergebnisse der laparoskopischen Anti-Reflux-Operation sind nach den Ergebnissen einer retrospektiven Registerstudie nicht befriedigend, so dass dieser Eingriff nur bei einem PPI-Versagen oder -Unverträglichkeit zum Einsatz kommen sollte.

Quelle: John Maret-Ouda et al.: Association between laparoskopic antireflux surgery and recurrence of gastroesophageal reflux. JAMA 2017; 318(10):939-946

Protonenpumpenhemmer
Wie sicher ist die Langzeittherapie?

PPI werden sehr häufig auch als Dauermedikation verordnet. Sie sind zwar gut verträglich, doch bei einer Langzeittherapie müssen gewisse Risiken bedacht werden.

Quelle: Abramowicz M et al.: From the medical letter on drugs and therapeutics: safety of long-term PPI use. JAMA 2017; 318: 1177-8

Junge Frau mit Leberversagen
Medikamente, Viren, oder was sonst?

Bei einer jungen Frau mit einem akuten Leberversagen wurde zunächst vieles ursächlich diskutiert, bis schließlich die richtige, allerdings seltene Diagnose gestellt wurde.

Quelle: Olson KR et al.: Case 2-2017: an 18-year-old woman ... N Engl J Med 2017; 376: 268-78

Akute Appendizitis
Frauen erhalten häufiger als Männer eine Fehldiagnose

Die Appendizitis ist ein häufiges und durchaus gefährliches Krankheitsbild, wobei die Diagnosestelllung meist klinisch erfolgt. Doch mittels bildgebender Diagnostik lassen sich Fehldiagnosen und somit unnötige Appendektomien vermeiden.

Quelle: Baird DLH et al.: Acute appendicitis. BMJ 2017; 357: j1703

Chronische Entzündung von Rektum bis Gesamtkolon
Colitis ulcerosa: Therapiewahl je nach Schwere und Ausmaß

Die Colitis ulcerosa (CU) ist wie Morbus Crohn (MC) eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, bei der die andauernde bzw. wiederkehrende Entzündung der Darmmukosa zu schweren Darmläsionen und leztlich anorektaler Dysfunktion führen kann. Die Ursache der CU ist vermutlich multifaktoriell und hängt mit einer defekten Barrierefunktion des Darmes zusammen. Welche Therapieoptionen man zur Induktion sowie zum Erhalt der Remission mit dem Ziel der Ausheilung der Darmmukosa einsetzt, hängt neben dem betroffenen Darmabschnitt von der Schwere der Erkrankung ab.

Quelle: Ungaro R et al.: Ulcerative colitis. Lancet 2017; 389: 1756-70

Nicht-Clostridium-difficile-Infektionen
Leitlinien-Update zu akuter Diarrhoe

Das American College of Gastroenterology (ACG) hat die Leitlinien zur Behandlung immunkompetenter Erwachsener mit akuter intestinaler Infektion (nicht Clostridium-difficile- verursacht) auf den neuesten Stand gebracht.

Quelle: Acree M, Davis AM: Acute diarrheal infections in adults. JAMA 2017; 318(10): 957-8

Eosinophile Ösophagitis
Frühzeitig Fibrose verhindern

Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronisch-entzündliche, immunvermittelte ösophageale Erkrankung, bei der es zu einer Fibrosierung der Speiseröhre kommt. Eine spezifische Therapie gibt es bisher nicht. Derzeit wird an neuen Budesonid-Formulierungen, z. B. einer Schmelztablette, geforscht, die gezielt am Ösophagus wirken.

Quelle: „Eosinophile Ösophagitis und CED 2017“, Berlin, 4.10.2017, Veranstalter: Falk Foundation e.V.

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