Stresshyperglykämie mit Folgen

Stresshyperglykämie ist ein Warnschuss. Das zeigte eine retrospektive Kohortenstudie von 86 634 Patienten im Alter von 40 Jahren und älter, die als Notfall stationär aufgenommen werden mussten. Das Risiko, in den nächsten drei Jahren einen Diabetes zu entwickeln, lag bei einem Blutzuckerspiegel von ...

Quelle: McAllister DA et al.: Stress hyperglycaemia in hospitalised patients and their 3-year risk of diabetes. PLoS Med 11 (2014)

Wahrlich multifaktoriell
Multimorbide Beinvenenthrombose

Eine 43-jährige Patientin stellte sich in der Notaufnahme mit seit zwei Wochen bestehenden Schmerzen und Schwellungen am rechten Bein vor. Was eigentlich nach einem leicht zu lösenden „Fall“ aussah, erwies sich im weiteren Verlauf aber als doch recht kompliziert, denn die Thrombose war wahrlich multifaktoriell.

Quelle: Miao J et al.: An uncommon case of lower limb deep ... Am J Case Rep 2017; 18: 313-6

Verdreifachung des Risikos
Thrombose nach Alkohol-Exzess

Geringer bis mäßiger Alkoholkonsum kann auch positive kardiovaskuläre Effekte haben. Exzessiver Alkoholkonsum hingegen hat wohl überwiegend negative Auswirkungen auf das Verhalten, das Krebsrisiko und natürlich auf die Leber. Dass eine akute Alkoholintoxikation aber auch das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse (VTE) drastisch erhöht, zeigte nun erstmals eine Studie aus Taiwan.

Quelle: Shen C-J et al.: Effect of alcohol intoxication on the risk of venous ... Medicine 2017; 96: 42(e8041

ACCP-Leitlinien-Update
Antithrombotische Therapie bei VTE

Das American College of Chest Physicians (ACCP) hat seine Leitlinien zur antithrombotischen Therapie bei venösen Thromboembolien (VTE) überarbeitet. Eingeflossen sind Studiendaten der Jahre 1946 bis 2015.

Quelle: Jain A, Cifu AS: Antithrombotic therapy for venous thromboembolic disease. JAMA 2017; 317: 2008-9

Zentrale Katheter-Platzierung
Thrombose-Risiko vervierfacht!

Onkologische Patienten benötigen häufig einen zentralvenösen Zugang zur Infusion einer Chemotherapie oder zur supportiven Behandlung. Dass in bestimmten Fällen durch einen solchen partiell implantierten zentralvenösen Katheter (PICC) das Thromboserisiko bis zu vervierfacht sein kann, zeigte nun eine aktuelle Studie aus England. Das Pikante daran: Eine Antikoagulation änderte in dieser Kohorte nichts an dem beobachteten Risiko.

Quelle: Jones D et al.: The risk of venous thromboembolism associated with peripherally inserted central catheters in ambulant cancer patients. Thromb J 2017; 15:25

FEATURES Mikroaxialpumpe für Hochrisiko-KHK-Patienten
Protected PCI: Perkutanes kardiales Unterstützungssystem verbessert Outcome

Wenn KHK-Patienten mit einem hohen Operationsrisiko eine Myokard-Revaskularisation benötigen, ist die Hochrisiko-PCI eine empfohlene Alternative zur koronaren Bypass-Chirurgie. Diese kann als „Protected PCI“ erfolgen, bei der das Herz periprozedural durch eine Pumpe entlastet wird. Die Mikroaxialpumpe Impella stellt ein solches System dar, für das Praktikabilität, Effektivität und Sicherheit nachgewiesen wurden.

Testosteron-Gabe im Alter
Das Herz leidet

Ob eine Testosteron-Therapie das kardiovaskuläre Risiko erhöht, dazu gibt es durchaus widersprüchliche Studienaussagen. Jetzt allerdings stellte man zweifelsohne eine koronar- atherogene Wirkung des Hormons bei älteren Männern fest.

Quelle: Budoff MJ et al.: Testosterone treatment and coronary artery plaque ... JAMA 2017; 317: 708-16

Radikale Blutdrucksenkung
Patienten berichten keine Einschränkung

Die SPRINT-Studie zeigte, dass eine Blutdrucksenkung bei nicht-diabetischen Risiko- Hypertonikern kardiovaskuläre Ereignisse signifikant reduzieren kann. Aber eine rigorose Blutdruckeinstellung auf systolisch <120 mmHg kann auch Nebenwirkungen haben. Deshalb wurden nun die „patient reported outcomes“ (PRO) von SPRINT veröffentlicht.

Quelle: Berlowitz DR et al.: Effect of intensive blood-pressure treatment on patient-reported outcomes. N Engl J Med 2017; 377: 733-44

Quadruple-Blutdruck-Pille
4 x ¼ = -19 mmHg

Viele Hypertoniker erreichen aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Zielblutdruckwerte nicht. Nun machte sich eine Arbeitsgruppe aus Australien auf, an einer kleinen Patientenkohorte den „proof of concept“ zu erbringen, dass eine antihypertensive Therapie mit einer Quadruple-Pille mit jeweils vier unterschiedlichen und unterdosierten Wirkstoffen eine gute Option sein könnte. Die Ergebnisse überzeugten durchaus und werden den Hype um die „Polypillen“ weiter befeuern.

Quelle: Chow CK et al.: Quarter-dose quadruple combination therapy for initial treatment of hypertension: placebo-controlled, crossover, randomised trial and systematic review. Lancet 2017; 389: 1035-42

Wie ist das zu erklären?
Mit Statinen häufiger vor der Glotze

Ein aktiver Lebensstil gehört zur Primär- und Sekundärprävention und zu einer lipidsenkenden Therapie dazu. TV-Konsum gilt als einer der wesentlichen Faktoren, die einen aktiven Lebensstil verhindern. Gucken Patienten, die Statine erhalten, eigentlich häufiger oder seltener fern als Nicht-Statin-Anwender?

Quelle: Vaidean GD et al.: Television viewing time among statin users ... Prev Med Rep 2017; 7: 106-9

Real-world-Beobachtung
Was bringen DOAK in niedriger Dosierung?

Alle aktuell verfügbaren direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) stehen auch in einer reduzierten Dosierung zur Verfügung. Zulassungskonform können zum Beispiel Faktoren wie Alter, Körpergewicht oder Niereninsuffizienz eine Dosisreduktion rechtfertigen. Aber frühere Studien zeigten, dass manche Patienten auch ohne diese Faktoren eine geringere DOAK-Dosis erhalten, vermutlich aus der Furcht vor Blutungskomplikationen heraus. Wie effektiv Apixaban (APIX), Dabigatran (DABI) und Rivaroxaban (RIVA) in reduzierter Dosis in der „real world“ sind, sah man sich nun in Dänemark an.

Quelle: Nielsen PB et al.: Effectiveness and safety of reduced dose non-vitamin K antagonist oral anticoagulants and warfarin in patients with atrial fibrillation: propensity weighted nationwide cohort study. BMJ 2017; 356: j510

Angina pectoris nach PCI
Die Stenokardien kommen oft wieder

Wenn nach der Behandlung eines akuten Myokardinfarkts die Brustschmerzen wiederkehren, leidet die Lebensqualität erheblich; die Kosten für die Betreuung der Patienten steigen.

Quelle: Fanaroff AC et al.: Patterns of angina and antianginal medication use among patients following MI treated with PCI: insights from TRANSLATE- ACS. JACC 2017; 69: #907-04

Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern
Apixapan punktet im Versorgungsalltag

Zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) werden neben Vitamin-K-Antagonisten (VKA) auch direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) wie Apixaban eingesetzt. In der zulassungsrelevanten Studie ARISTOTLE reduzierte Apixaban gegenüber Warfarin das Risiko für Schlaganfälle und systemische Embolien um 21%, bei geringerem Risiko schwerer Blutungen. Aktuelle Studien aus dem Versorgungsalltag bestätigen das günstige Wirkprofil des DOAK erneut.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Apixaban zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern – Ein Update aus dem Versorgungsalltag“, Berlin, 12.10.2017, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb und Pfizer
Apixaban: Eliquis®

Chronische Herzinsuffizienz
Mehr Lebensqualität bei frühzeitiger Therapie

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (HI) profitieren von einer frühzeitigen Therapie mit der Fixkombination aus Sacubitril und Valsartan. Daten der PARADIGM-HF-Studie weisen auf eine verbesserte Prognose hin.

Quelle: Fachpressekonferenz: „HI-Patient im Mittelpunkt: Frühzeitige Therapie für mehr Lebenszeit und -qualität“, im Rahmen der DGK-Herztage, Berlin, 13.10.2017, Veranstalter: Novartis Fixkombi Sacubitril/Valsartan: Entresto® (D, A, CH)

Rezidivrisiko nach Apoplexie II
Risikoreduktion um 62% durch PFO-Verschluss

Eine ähnliche Untersuchung wie die oben berichtete CLOSE-Studie zum Thema „Prophylaxe eines Hirnschlag-Rezidivs bei offenem Foramen ovale (PFO)“ unternahm man in Nordamerika. Hier nannte man die Untersuchung „RESPECT“.

Quelle: Saver JL et al.: Long-term outcomes of patent foramen ovale closure or medical therapy after stroke. N Engl J Med 2017; 377: 1022-32

Rezidivrisiko nach Apoplexie I
Ein Foramen ovale besser verschließen

Ein „kryptogener“ Hirnschlag wird nicht selten auf ein offenes Foramen ovale zurückgeführt. Es erscheint plausibel, einem Apoplexie-Rezidiv vorzubeugen, indem man das Loch zwischen den Vorhöfen verschließt.

Quelle: Mas J-L et al.: Patent foramen ovale closure or anticoagulation ... N Engl J Med 2017; 377: 1011-21

Die dilatative Kardiomyopathie hat viele Facetten
Man kann die Prognose verbessern

Unter den Kardiomyopathien zeichnet sich die dilatative Form meist durch eine besonders schlechte Prognose aus. Man kann das Fortschreiten der Herzinsuffizienz aber oft medikamentös verlangsamen. In der nächsten Ausgabe der Praxis-Depesche (Nr. 1/2018) geht es dann um die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie.

Quelle: Weintraub RG et al.: Dilated cardiomyopathy. Lancet 2017; 390: 400-14

Akutes Koronarsyndrom
Wie schnell muss man intervenieren?

Für Patienten mit akutem Koronarsyndrom ohne ST-Hebung (NSTE-ACS) wird bei mittlerem bis hohem Risiko eine invasive Therapie empfohlen. Nicht eindeutig geklärt ist das optimale Timing der Intervention.

Quelle: Jobs A et al.: Optimal timing of an invasive strategy in patients with non-ST-elevation acute coronary syndrome: a meta-analysis of randomised trials. Lancet 2017; 390: 737-46

Myokardinfarkt
Wenn fibrinolytische Therapie, dann ...

Bei Infarkt mit ST-Hebung (STEMI) ist die perkutane Koronar-Intervention (PCI) erste Therapiewahl. Wo diese Option nicht zur Verfügung steht, oder wenn dafür zu viel Zeit verstrichen ist, kommt die Reperfusionstherapie mit Fibrinolytika in Betracht.

Quelle: Jinatongthai P et al.: Comparative efficacy and safety of reperfusion therapy with fibrinolytic agents in patients with ST-segment elevation myocardial infarction. Lancet 2017; 390: 747-59

PCI-Technologie
Resorbierbarer Stent bringt's nicht

Die lange eingesetzten metallischen Stents mit Beschichtung haben sich bewährt, aber es gibt langfristige Komplikationen. Um diese zu vermeiden, hat man Stents entwickelt, die sich im Laufe der Zeit selbst auflösen.

Quelle: Ali ZA et al.: 2-year outcomes with the Absorb bioresorbable scaffold for treatment of coronary artery disease: a systematic review and meta-analysis of seven randomised trials with an individual patient data substudy. Lancet 2017; 390: 760-72

Herz-Kreislauf

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