Stresshyperglykämie mit Folgen

Stresshyperglykämie ist ein Warnschuss. Das zeigte eine retrospektive Kohortenstudie von 86 634 Patienten im Alter von 40 Jahren und älter, die als Notfall stationär aufgenommen werden mussten. Das Risiko, in den nächsten drei Jahren einen Diabetes zu entwickeln, lag bei einem Blutzuckerspiegel von ...

Quelle: McAllister DA et al.: Stress hyperglycaemia in hospitalised patients and their 3-year risk of diabetes. PLoS Med 11 (2014)

ODYSSEY OUTCOMES: Topline-Results
Alirocumab reduziert Mortalität bei Hochrisikopatienten

Die Studie ODYSSEY OUTCOMES hat ihren primären Endpunkt erreicht und gezeigt, dass Hochrisikopatienten, die Alirocumab zusätzlich zu einer maximal tolerierten Statin-Therapie erhielten, signifikant weniger schwere kardiovaskuläre Ereignisse erfuhren als Patienten, die nur mit maximal tolerierten Statinen behandelt wurden.

Quelle: Schwartz G et al., The ODYSSEY OUTCOMES Trial: Topline Results Alirocumab in Patients After Acute Coronary Syndrome. The American College of Cardiology 67th Scientific Sessions; 10.3.2018; Orlando, Florida, USA; Veranstalter: Sanofi;
Alirocumab: Praluent®  (D)

von Willebrand Erkrankung
Ein heterogenes Krankheitsbild

Die von Willebrand Erkrankung (vWD) stellt eine Störung der primären Hämostase dar und ist die häufigste angeborene Gerinnungsstörung. Für eine adäquate Therapie ist die korrekte Diagnose des vWD-Typs bzw. -Subtyps essenziell. Ist die Diagnose gestellt, steht mit einem Präparat bestehend aus humanem Blutgerinnungsfaktor VIII (FVIII) und von Willebrand Faktor (vWF) eine geeignete Therapie zur Verfügung.

Quelle: Symposium: „Hämorrhagische Diathesen – Klinische Relevanz seltener Gerinnungsstörungen“, im Rahmen des GTH 2018, Wien, 21.2.2018 Veranstalter: CSL Behring Humaner Blutgerinnungsfaktor VIII und von Willebrand Faktor (vWF): Haemate® P (D, A, CH)

rFVIII mit hoher Temperaturstabilität
Haltbar bis zu neun ­Monate bei bis zu 30°C

Patienten mit Hämophilie müssen ihren Gerinnungsfaktor für die Prophylaxe und den Akutfall stets zur Hand haben. Die meisten rekombinanten Faktorpräparate müssen dabei gekühlt aufbewahrt werden. Die Patienten empfinden dies oft als unpraktisch, vor allem auf Reisen. Turoctocog alfa, ein rekombinanter Faktor VIII (rFVIII), ist dagegen temperaturstabiler und erlaubt Hämophilie-A-Patienten damit mehr Flexibilität und Mobilität.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Convenience & Compliance in der Hämophilitherapie“, Wien, 21.2.2018, Veranstalter: Novo Nordisk
Turoctoco alfa: NovoEight®
 

Hirnvenenthrombosen
5-faches Risiko nach Krebserkrankung

Dass das Risiko für Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien bei einer Krebserkrankung um das vier- bis siebenfache steigt, ist bekannt. Erhöhte Thrombosegefahr besteht aber auch im Gehirn.

Quelle: Silvis SM et al.: Cancer and risk of cerebral venous thrombosis: a case-control study. J Thromb Haemost 2018; 16(1): 90-5

Hoffnungsträger „Gentherapie"
Sichelzellkrankheit bald heilbar?

Bislang stellt die allogene Stammzelltransplantation die einzige kurative Therapieoption für Patienten mit Sichelzellkrankheit dar. Allerdings findet sich nicht für alle Betroffenen ein passender Knochenmarkspender. Französischen Forschern ist es nun gelungen, einen jungen Patienten mithilfe der Gentherapie zu heilen.

Quelle: Ribeil JA et al.: Gene therapy in a patient with sickle cell disease. N Engl J Med 2017; 376: 848-55

Thrombos, Erys und das ZNS
Ein lebensbedrohliches Krankheitsbild

Ein junger Patient mit neurologischer Symptomatik und Blutbildveränderungen bereitete den behandelnden Ärzten großes Kopfzerbrechen, bevor die richtige Diagnose gestellt und die adäquate Therapie eingeleitet wurde.

Quelle: Dhaliwal G et al.: Case 36-2017: a 30-year-old man with ... N Engl J Med 2017; 377: 2074-83

Neues Wirkprinzip in Phase-1-Studie erfolgreich
RNA-Interferenz bei Hämophilie A und B

Mit subkutanen Injektionen von inhibitorischen RNA-Fragmenten einmal pro Monat ließ sich in einer ersten klinischen Studie die Expression von Antithrombin effektiv hemmen. Die für die Gerinnung wichtigen Thrombinwerte stiegen dadurch fast in den unteren Normbereich. Mittlerweile laufen bereits weitere Studien zu Fitusiran.

Quelle: Pasi KJ et al.: Targeting of antithrombin in hemophilia A or B with RNAi therapy. N Engl J Med 2017; 377: 819-28

Therapie-Optionen
Individuelle Antikoagulation bei nvVHF

Die Wahl der Thromboembolie- Prophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) erfordert neben der Beachtung geltender Leitlinien auch eine ausführliche Anamnese und die Berücksichtigung der pharmakologischen Wirkweisen der Präparate sowie ihrer möglichen ...

GTH 2018, 20. bis 23. Februar 2018, Wien
Neuer Funktionstest für hämophile Kinder – Inflammation bei KHK

Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) lud dieses Jahr nach Wien zu ihrer 62. Jahrestagung ein. Das Kongressmotto „Thrombosis and Haemostasis Research – the wheel keeps on turning“ mag auch eine Anspielung auf das Riesenrad auf dem nahe des Kongresses befindlichen Vergnügungsparks „Prater“ gewesen sein. Sicher ist jedoch, dass neue antithrombotische Wirksubstanzen und Neuerungen in der Hämophilie-Therapie gute Beispiele einer sich weiter drehenden Forschung sind.

Adipositas
Neue Therapie führt zur Gewichtsreduktion

Beim Versuch, abzunehmen, bleiben langfristige Erfolge häufig aus. Eine Kombination aus Naltrexon und Bupropion mit dualem Wirkprinzip wirkt sowohl im Hunger- als auch im Belohnungszentrum, so dass das Verlangen nach Essen verringert  wird.  Die neue Option ist zur oralen Therapie bei Adipositas (BMI ≥30 kg/m2) oder Übergewicht (BMI ≥27 kg/m2 mit mindestens einer gewichtsbezogenen Komorbidität) zugelassen.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Mysimba®: Duales Wirkprinzip bei Adipositas“, Frankfurt, 31.1.2018, Veranstalter: Cheplapharm  
Naltrexon/Bupropion: Mysimba®

Bei Gicht und guter Niere
Febuxostat senkt systolischen Blutdruck

Der Xanthinoxidasehemmer Febuxostat ist u. a. indiziert zur Behandlung der chronischen Hyperurikämie mit Uratablagerungen. Erhöhte Harnsäurespiegel können aber über die Induzierung einer endothelialen Dysfunktion auch zu chronischer Nierenschädigung und zu Hypertonus führen. Das führte zu der Hypothese, dass eine Febuxostat- Therapie auch eine bestehende Hypertonie positiv beeinflussen könnte.

Quelle: Gunawardhana L et al.: Effect of febuxostat on ambulatory blood pressure in subjects with hyperuri- cemia and hypertension: a phase 2 randomized ... J Am Heart Assoc 2017; 6: e006683

Stabile Angina pectoris
Koronar-Intervention bringt nichts!

Die erste Ausgabe des Lancet im Jahr 2018 startete gleich mit einem Paukenschlag. „Die ORBITA-Studie ist der letzte Sargnagel für die PCI bei stabiler Angina pectoris“, so ein Studienkommentator. Was hatte ORBITA wirklich bewiesen?

Quelle: Al-Lamee R et al.: Percutaneous coronary intervention in stable angina (ORBITA): a double-blind, randomised controlled ... Lancet 2018; 391: 31-40

Herzinsuffizienz nach Pneumonie
Hohes Risiko für junge Patienten

Ambulant erworbene Pneumonien sind nicht nur mit erhöhter Mortalität, sondern auch mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz verbunden. Ob dieses Risiko nur akut oder auch langfristig besteht, zeigen aktuelle Daten aus Kanada.

Quelle: Eurich DT et al.: Risk of heart failure after community acquired pneumonia: prospective controlled study with 10 years of follow-up. BMJ 2017; 346: j413

Auf kardiovaskuläres Risiko achten, besonders bei jungen Patienten
Cannabis verursacht Myokardinfarkte

Der weltweite Spitzenreiter unter den am häufigsten konsumierten Drogen ist Cannabis. Die kardiovaskulären Auswirkungen der Droge sind jedoch weitestgehend unbekannt. Nach aktuellen Daten besteht aber ein beträchtliches Risiko.

Quelle: Chami AT, Kim C: Cannabis abuse and risk for myocardial ... J Am Coll Cardiol 2017; 69(11): 6

Aus der Rheumatologie für die Kardiologie lernen
Interleukin-Antikörper gegen Atherosklerose

Aktuelle Präventionsstrategien für die Entstehung oder Verschlechterung einer Atherosklerose fokussieren typischerweise auf eine Senkung des Cholesterinspiegels. Abgesehen von den Lipidwerten spielen aber wahrscheinlich auch Entzündungsprozesse eine Rolle bei der Gefäßverkalkung. Einen (weiteren) Beweis dafür lieferte nun die CANTOS-Studie.

Quelle: Ridker PM et al.: Antiinflammatory therapy with canakinumab for atherosclerotic disease. N Engl J Med 2017; 377(12): 1119-31

Diabetische kardiale Neuropathie
Macht mehr als stumme Infarkte

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die Haupttodesursache von Diabetikern. Mitverantwortlich dafür ist die kardiale autonome Neuropathie (CAN), die in der Praxis allerdings häufig übersehen wird. Wir haben für Sie zusammengefasst, was man über CAN wissen sollte.

Quelle: Bissinger A: Cardiac autonomic ... J Diab Res 2017; Epub Okt 29; doi: 10.1155/2017/5374176

Globales Risiko steigt – und keine Besserung in Sicht
3,5 Milliarden mit Hypertonie

Trotz intensiver Präventionsbemühungen und effektiver Medikamente ist die globale Krankheitslast durch Hypertonie stark angestiegen. So lautet das Fazit einer umfassenden Analyse von Blutdruckdaten der letzten 25 Jahre.

Quelle: Forouzanfar MH et al.: Global burden of hypertension and systolic ... JAMA 2017; 317: 165-82

Koronare Herzerkrankung
Psychische Störungen erhöhen die Mortalität

Patienten mit KHK leiden häufig an psychischen Störungen, die sich z. B. in vermehrtem Ärger, Feindseligkeit, sozialer Isolation, Stress, Ängsten, Schlafstörungen und Depressionen manifestieren können. Dies ist für die Betroffenen aber nicht nur belastend, sondern auch ein Mortalitätsrisiko.

Quelle: Johnson C et al.: Coronary artery disease patients with concurrent ... J Am Coll Cardiol 2017; 69(11): 35

STEMI
Besser komplett revaskularisieren?

Ob bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) nicht nur das Infarkt-verursachende Zielgefäß, sondern auch alle anderen Koronarstenosen bei der PCI behandelt werden sollten, ist unklar. Jetzt lieferte die Compare-Acute-Studie eine klare Antwort.

Quelle: Smits PC et al.: Fractional flow reserve-guided multivessel angioplasty in myokardial infarction. N Engl J Med 2017; 376: 1234-44

Herz-Kreislauf

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