FEATURES Mikroaxialpumpe für Hochrisiko-KHK-Patienten
Protected PCI: Perkutanes kardiales Unterstützungssystem verbessert Outcome

Wenn KHK-Patienten mit einem hohen Operationsrisiko eine Myokard-Revaskularisation benötigen, ist die Hochrisiko-PCI eine empfohlene Alternative zur koronaren Bypass-Chirurgie. Diese kann als „Protected PCI“ erfolgen, bei der das Herz periprozedural durch eine Pumpe entlastet wird. Die Mikroaxialpumpe Impella stellt ein solches System dar, für das Praktikabilität, Effektivität und Sicherheit nachgewiesen wurden.

Testosteron-Gabe im Alter
Das Herz leidet

Ob eine Testosteron-Therapie das kardiovaskuläre Risiko erhöht, dazu gibt es durchaus widersprüchliche Studienaussagen. Jetzt allerdings stellte man zweifelsohne eine koronar- atherogene Wirkung des Hormons bei älteren Männern fest.

Quelle: Budoff MJ et al.: Testosterone treatment and coronary artery plaque ... JAMA 2017; 317: 708-16

Radikale Blutdrucksenkung
Patienten berichten keine Einschränkung

Die SPRINT-Studie zeigte, dass eine Blutdrucksenkung bei nicht-diabetischen Risiko- Hypertonikern kardiovaskuläre Ereignisse signifikant reduzieren kann. Aber eine rigorose Blutdruckeinstellung auf systolisch <120 mmHg kann auch Nebenwirkungen haben. Deshalb wurden nun die „patient reported outcomes“ (PRO) von SPRINT veröffentlicht.

Quelle: Berlowitz DR et al.: Effect of intensive blood-pressure treatment on patient-reported outcomes. N Engl J Med 2017; 377: 733-44

Quadruple-Blutdruck-Pille
4 x ¼ = -19 mmHg

Viele Hypertoniker erreichen aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Zielblutdruckwerte nicht. Nun machte sich eine Arbeitsgruppe aus Australien auf, an einer kleinen Patientenkohorte den „proof of concept“ zu erbringen, dass eine antihypertensive Therapie mit einer Quadruple-Pille mit jeweils vier unterschiedlichen und unterdosierten Wirkstoffen eine gute Option sein könnte. Die Ergebnisse überzeugten durchaus und werden den Hype um die „Polypillen“ weiter befeuern.

Quelle: Chow CK et al.: Quarter-dose quadruple combination therapy for initial treatment of hypertension: placebo-controlled, crossover, randomised trial and systematic review. Lancet 2017; 389: 1035-42

Wie ist das zu erklären?
Mit Statinen häufiger vor der Glotze

Ein aktiver Lebensstil gehört zur Primär- und Sekundärprävention und zu einer lipidsenkenden Therapie dazu. TV-Konsum gilt als einer der wesentlichen Faktoren, die einen aktiven Lebensstil verhindern. Gucken Patienten, die Statine erhalten, eigentlich häufiger oder seltener fern als Nicht-Statin-Anwender?

Quelle: Vaidean GD et al.: Television viewing time among statin users ... Prev Med Rep 2017; 7: 106-9

Real-world-Beobachtung
Was bringen DOAK in niedriger Dosierung?

Alle aktuell verfügbaren direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) stehen auch in einer reduzierten Dosierung zur Verfügung. Zulassungskonform können zum Beispiel Faktoren wie Alter, Körpergewicht oder Niereninsuffizienz eine Dosisreduktion rechtfertigen. Aber frühere Studien zeigten, dass manche Patienten auch ohne diese Faktoren eine geringere DOAK-Dosis erhalten, vermutlich aus der Furcht vor Blutungskomplikationen heraus. Wie effektiv Apixaban (APIX), Dabigatran (DABI) und Rivaroxaban (RIVA) in reduzierter Dosis in der „real world“ sind, sah man sich nun in Dänemark an.

Quelle: Nielsen PB et al.: Effectiveness and safety of reduced dose non-vitamin K antagonist oral anticoagulants and warfarin in patients with atrial fibrillation: propensity weighted nationwide cohort study. BMJ 2017; 356: j510

Angina pectoris nach PCI
Die Stenokardien kommen oft wieder

Wenn nach der Behandlung eines akuten Myokardinfarkts die Brustschmerzen wiederkehren, leidet die Lebensqualität erheblich; die Kosten für die Betreuung der Patienten steigen.

Quelle: Fanaroff AC et al.: Patterns of angina and antianginal medication use among patients following MI treated with PCI: insights from TRANSLATE- ACS. JACC 2017; 69: #907-04

Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern
Apixapan punktet im Versorgungsalltag

Zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) werden neben Vitamin-K-Antagonisten (VKA) auch direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) wie Apixaban eingesetzt. In der zulassungsrelevanten Studie ARISTOTLE reduzierte Apixaban gegenüber Warfarin das Risiko für Schlaganfälle und systemische Embolien um 21%, bei geringerem Risiko schwerer Blutungen. Aktuelle Studien aus dem Versorgungsalltag bestätigen das günstige Wirkprofil des DOAK erneut.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Apixaban zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern – Ein Update aus dem Versorgungsalltag“, Berlin, 12.10.2017, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb und Pfizer
Apixaban: Eliquis®

Chronische Herzinsuffizienz
Mehr Lebensqualität bei frühzeitiger Therapie

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (HI) profitieren von einer frühzeitigen Therapie mit der Fixkombination aus Sacubitril und Valsartan. Daten der PARADIGM-HF-Studie weisen auf eine verbesserte Prognose hin.

Quelle: Fachpressekonferenz: „HI-Patient im Mittelpunkt: Frühzeitige Therapie für mehr Lebenszeit und -qualität“, im Rahmen der DGK-Herztage, Berlin, 13.10.2017, Veranstalter: Novartis Fixkombi Sacubitril/Valsartan: Entresto® (D, A, CH)

Rezidivrisiko nach Apoplexie II
Risikoreduktion um 62% durch PFO-Verschluss

Eine ähnliche Untersuchung wie die oben berichtete CLOSE-Studie zum Thema „Prophylaxe eines Hirnschlag-Rezidivs bei offenem Foramen ovale (PFO)“ unternahm man in Nordamerika. Hier nannte man die Untersuchung „RESPECT“.

Quelle: Saver JL et al.: Long-term outcomes of patent foramen ovale closure or medical therapy after stroke. N Engl J Med 2017; 377: 1022-32

Rezidivrisiko nach Apoplexie I
Ein Foramen ovale besser verschließen

Ein „kryptogener“ Hirnschlag wird nicht selten auf ein offenes Foramen ovale zurückgeführt. Es erscheint plausibel, einem Apoplexie-Rezidiv vorzubeugen, indem man das Loch zwischen den Vorhöfen verschließt.

Quelle: Mas J-L et al.: Patent foramen ovale closure or anticoagulation ... N Engl J Med 2017; 377: 1011-21

Die dilatative Kardiomyopathie hat viele Facetten
Man kann die Prognose verbessern

Unter den Kardiomyopathien zeichnet sich die dilatative Form meist durch eine besonders schlechte Prognose aus. Man kann das Fortschreiten der Herzinsuffizienz aber oft medikamentös verlangsamen. In der nächsten Ausgabe der Praxis-Depesche (Nr. 1/2018) geht es dann um die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie.

Quelle: Weintraub RG et al.: Dilated cardiomyopathy. Lancet 2017; 390: 400-14

Akutes Koronarsyndrom
Wie schnell muss man intervenieren?

Für Patienten mit akutem Koronarsyndrom ohne ST-Hebung (NSTE-ACS) wird bei mittlerem bis hohem Risiko eine invasive Therapie empfohlen. Nicht eindeutig geklärt ist das optimale Timing der Intervention.

Quelle: Jobs A et al.: Optimal timing of an invasive strategy in patients with non-ST-elevation acute coronary syndrome: a meta-analysis of randomised trials. Lancet 2017; 390: 737-46

Myokardinfarkt
Wenn fibrinolytische Therapie, dann ...

Bei Infarkt mit ST-Hebung (STEMI) ist die perkutane Koronar-Intervention (PCI) erste Therapiewahl. Wo diese Option nicht zur Verfügung steht, oder wenn dafür zu viel Zeit verstrichen ist, kommt die Reperfusionstherapie mit Fibrinolytika in Betracht.

Quelle: Jinatongthai P et al.: Comparative efficacy and safety of reperfusion therapy with fibrinolytic agents in patients with ST-segment elevation myocardial infarction. Lancet 2017; 390: 747-59

PCI-Technologie
Resorbierbarer Stent bringt's nicht

Die lange eingesetzten metallischen Stents mit Beschichtung haben sich bewährt, aber es gibt langfristige Komplikationen. Um diese zu vermeiden, hat man Stents entwickelt, die sich im Laufe der Zeit selbst auflösen.

Quelle: Ali ZA et al.: 2-year outcomes with the Absorb bioresorbable scaffold for treatment of coronary artery disease: a systematic review and meta-analysis of seven randomised trials with an individual patient data substudy. Lancet 2017; 390: 760-72

Mitralinsuffizienz
Neue Transkatheter-Klappe bewährt sich

Ein Rückfluss durch die Mitralklappe ist bei älteren Patienten häufig. Für die klassische chirurgische Reparatur sind viele Betroffene zu krank. Daher wurden weniger invasive Kathetermethoden entwickelt. Nun wurde ein weiteres Device getestet – mit Erfolg.

Quelle: Praz F et al.: Compassionate use of the PASCAL transcatheter mitral valve repair system for patients with severe mitral regurgitation: a multicentre, prospective ... Lancet 2017; 390: 773-80

Normoxämischer akuter Myokardinfarkt
Sauerstoff ist ohne Nutzen!

Standardmäßig und leitlinienkonform behandelt man Patienten mit Verdacht auf akuten Myokardinfarkt mit einer begleitenden Sauerstofftherapie. Die Maßnahme soll das Ausmaß des Infarkts begrenzen. Dass die Therapie bei normaler Sauerstoffsättigung aber wahrscheinlich gar nichts bringt, verdeutlicht eine aktuelle Studie aus Schweden.

Quelle: Hofmann R et al.: Oxygen therapy in suspected acute myocardial ... N Engl J Med 2017; 377(13): 1240-9

Stethoskop-Hygiene
Keiner tut's!

Hand auf‘s Herz: Wann haben Sie zuletzt Ihr Stethoskop desinfiziert? So wie die Händedesinfektion zwischen zwei Patientenkontakten geboten ist, sollte man auch sein Stethoskop desinfizieren. Das passiert aber viel zu selten, weshalb man nun versuchte, Medizinstudenten zu einer besseren Hygiene zu erziehen – mit null Effekt!

Quelle: Holleck JL et al.: Can education influence stethoscope hygiene? Am J Infect Control 2017; 45: 811-2

Blutdruckkontrolle
Ditigal geht's besser

Trotz effektiver Medikamente bleibt der Blutdruck vieler Patienten unkontrolliert. Häufige Gründe sind ein suboptimales Therapieregime, mangelnde Eigeninitiative des Patienten und fehlende Zeit für die Patientenberatung. Mit modernen Smartphone-Tools und digitaler Vernetzung kann man vieles davon verbessern, wie ein Beispiel aus den USA zeigt.

Quelle: Milani RV et al.: Improving hypertension control and patient engagement using digital tools. Am J Med 2017; 130(1): 14-20

Sekundärprävention nach Myokardinfarkt
Canakinumab senkt KV-Risiko

Neben den Lipidwerten hängen atherosklerotische Prozesse auch vom Entzündungsstatus der Patienten ab. Einen Beweis dafür lieferte die CANTOS-Studie. Mit dem IL-1b-Antikörper Canakinumab ließ sich unabhängig vom Lipidspiegel das kardiovaskuläre (KV-)Risiko von Postinfarkt-Patienten um 15% senken.

Quelle: „Post MI: Es gibt mehr zu bedenken als LDL-C – Inflammation bei Atherosklerose“, Barcelona, 27.8.2017, Veranstalter: Novartis Pharma

Kardiologie

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