ODYSSEY OUTCOMES: Topline-Results
Alirocumab reduziert Mortalität bei Hochrisikopatienten

Die Studie ODYSSEY OUTCOMES hat ihren primären Endpunkt erreicht und gezeigt, dass Hochrisikopatienten, die Alirocumab zusätzlich zu einer maximal tolerierten Statin-Therapie erhielten, signifikant weniger schwere kardiovaskuläre Ereignisse erfuhren als Patienten, die nur mit maximal tolerierten Statinen behandelt wurden.

Quelle: Schwartz G et al., The ODYSSEY OUTCOMES Trial: Topline Results Alirocumab in Patients After Acute Coronary Syndrome. The American College of Cardiology 67th Scientific Sessions; 10.3.2018; Orlando, Florida, USA; Veranstalter: Sanofi;
Alirocumab: Praluent®  (D)

GTH 2018, 20. bis 23. Februar 2018, Wien
Neuer Funktionstest für hämophile Kinder – Inflammation bei KHK

Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) lud dieses Jahr nach Wien zu ihrer 62. Jahrestagung ein. Das Kongressmotto „Thrombosis and Haemostasis Research – the wheel keeps on turning“ mag auch eine Anspielung auf das Riesenrad auf dem nahe des Kongresses befindlichen Vergnügungsparks „Prater“ gewesen sein. Sicher ist jedoch, dass neue antithrombotische Wirksubstanzen und Neuerungen in der Hämophilie-Therapie gute Beispiele einer sich weiter drehenden Forschung sind.

Adipositas
Neue Therapie führt zur Gewichtsreduktion

Beim Versuch, abzunehmen, bleiben langfristige Erfolge häufig aus. Eine Kombination aus Naltrexon und Bupropion mit dualem Wirkprinzip wirkt sowohl im Hunger- als auch im Belohnungszentrum, so dass das Verlangen nach Essen verringert  wird.  Die neue Option ist zur oralen Therapie bei Adipositas (BMI ≥30 kg/m2) oder Übergewicht (BMI ≥27 kg/m2 mit mindestens einer gewichtsbezogenen Komorbidität) zugelassen.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Mysimba®: Duales Wirkprinzip bei Adipositas“, Frankfurt, 31.1.2018, Veranstalter: Cheplapharm  
Naltrexon/Bupropion: Mysimba®

Bei Gicht und guter Niere
Febuxostat senkt systolischen Blutdruck

Der Xanthinoxidasehemmer Febuxostat ist u. a. indiziert zur Behandlung der chronischen Hyperurikämie mit Uratablagerungen. Erhöhte Harnsäurespiegel können aber über die Induzierung einer endothelialen Dysfunktion auch zu chronischer Nierenschädigung und zu Hypertonus führen. Das führte zu der Hypothese, dass eine Febuxostat- Therapie auch eine bestehende Hypertonie positiv beeinflussen könnte.

Quelle: Gunawardhana L et al.: Effect of febuxostat on ambulatory blood pressure in subjects with hyperuri- cemia and hypertension: a phase 2 randomized ... J Am Heart Assoc 2017; 6: e006683

Stabile Angina pectoris
Koronar-Intervention bringt nichts!

Die erste Ausgabe des Lancet im Jahr 2018 startete gleich mit einem Paukenschlag. „Die ORBITA-Studie ist der letzte Sargnagel für die PCI bei stabiler Angina pectoris“, so ein Studienkommentator. Was hatte ORBITA wirklich bewiesen?

Quelle: Al-Lamee R et al.: Percutaneous coronary intervention in stable angina (ORBITA): a double-blind, randomised controlled ... Lancet 2018; 391: 31-40

Herzinsuffizienz nach Pneumonie
Hohes Risiko für junge Patienten

Ambulant erworbene Pneumonien sind nicht nur mit erhöhter Mortalität, sondern auch mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz verbunden. Ob dieses Risiko nur akut oder auch langfristig besteht, zeigen aktuelle Daten aus Kanada.

Quelle: Eurich DT et al.: Risk of heart failure after community acquired pneumonia: prospective controlled study with 10 years of follow-up. BMJ 2017; 346: j413

Auf kardiovaskuläres Risiko achten, besonders bei jungen Patienten
Cannabis verursacht Myokardinfarkte

Der weltweite Spitzenreiter unter den am häufigsten konsumierten Drogen ist Cannabis. Die kardiovaskulären Auswirkungen der Droge sind jedoch weitestgehend unbekannt. Nach aktuellen Daten besteht aber ein beträchtliches Risiko.

Quelle: Chami AT, Kim C: Cannabis abuse and risk for myocardial ... J Am Coll Cardiol 2017; 69(11): 6

Aus der Rheumatologie für die Kardiologie lernen
Interleukin-Antikörper gegen Atherosklerose

Aktuelle Präventionsstrategien für die Entstehung oder Verschlechterung einer Atherosklerose fokussieren typischerweise auf eine Senkung des Cholesterinspiegels. Abgesehen von den Lipidwerten spielen aber wahrscheinlich auch Entzündungsprozesse eine Rolle bei der Gefäßverkalkung. Einen (weiteren) Beweis dafür lieferte nun die CANTOS-Studie.

Quelle: Ridker PM et al.: Antiinflammatory therapy with canakinumab for atherosclerotic disease. N Engl J Med 2017; 377(12): 1119-31

Diabetische kardiale Neuropathie
Macht mehr als stumme Infarkte

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die Haupttodesursache von Diabetikern. Mitverantwortlich dafür ist die kardiale autonome Neuropathie (CAN), die in der Praxis allerdings häufig übersehen wird. Wir haben für Sie zusammengefasst, was man über CAN wissen sollte.

Quelle: Bissinger A: Cardiac autonomic ... J Diab Res 2017; Epub Okt 29; doi: 10.1155/2017/5374176

Globales Risiko steigt – und keine Besserung in Sicht
3,5 Milliarden mit Hypertonie

Trotz intensiver Präventionsbemühungen und effektiver Medikamente ist die globale Krankheitslast durch Hypertonie stark angestiegen. So lautet das Fazit einer umfassenden Analyse von Blutdruckdaten der letzten 25 Jahre.

Quelle: Forouzanfar MH et al.: Global burden of hypertension and systolic ... JAMA 2017; 317: 165-82

Koronare Herzerkrankung
Psychische Störungen erhöhen die Mortalität

Patienten mit KHK leiden häufig an psychischen Störungen, die sich z. B. in vermehrtem Ärger, Feindseligkeit, sozialer Isolation, Stress, Ängsten, Schlafstörungen und Depressionen manifestieren können. Dies ist für die Betroffenen aber nicht nur belastend, sondern auch ein Mortalitätsrisiko.

Quelle: Johnson C et al.: Coronary artery disease patients with concurrent ... J Am Coll Cardiol 2017; 69(11): 35

STEMI
Besser komplett revaskularisieren?

Ob bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) nicht nur das Infarkt-verursachende Zielgefäß, sondern auch alle anderen Koronarstenosen bei der PCI behandelt werden sollten, ist unklar. Jetzt lieferte die Compare-Acute-Studie eine klare Antwort.

Quelle: Smits PC et al.: Fractional flow reserve-guided multivessel angioplasty in myokardial infarction. N Engl J Med 2017; 376: 1234-44

Medikamente, Septumreduktion oder ICD können helfen
Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie: eine (meist) genetische Erkrankung

Die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HCM) ist eine in den meisten Fällen genetisch bedingte myokardiale Erkrankung mit einer kardialen Hypertrophie mit Myokardwanddicken von mindestens 15 mm. Die genetischen Veränderungen betreffen die Sarkomere. Therapeutisch spielen kardiale Medikation, lebenslange Antikoagulation, Septumreduktion und die ICD-Implantation eine entscheidende Rolle.

Quelle: Veselka J et al.: Hypertrophic obstructive cardiomyopathy. Lancet 2017; 389: 1253-67

Thoraxschmerzen
Keine Diagnose – ungewisses Schicksal

Schmerzen in der Brust können ein Hinweis auf eine Koronarsklerose sein, wie allgemein bekannt. Nach Erhebungen in Großbritannien bleiben diese Schmerzen aber oft ohne diagnostische Konsequenzen. Das birgt Risiken für die Patienten.

Quelle: Jordan KP et al.: Prognosis of undiagnosed chest pain: linked electronic health record cohort study. BMJ 2017; 357: j1194

Fortgeschrittene Herzinsuffizienz
Pumpunterstützung neuer Art

Bei weit fortgeschrittener Myokardinsuffizienz kann die schlechte Prognose mit konservativer Therapie nicht mehr gebessert werden. Meist ist dann eine Herztransplantation indiziert. Für die Überbrückung der Wartezeit werden oft mechanische Pumpunterstützungssysteme eingesetzt. Nun wurde eine neuartige Axialpumpe getestet.

Quelle: Rogers JG et al.: Intrapericardial left ventricular assist device ... N Engl J Med 2017; 376: 451-60

Ketogene Diät
Wie gesund ist KH-arme Ernährung?

Mit einer ketogenen Diät kann kurzfristig das Gewicht reduziert und auch das kardiovaskuläre Risikoprofil günstig beeinflusst werden. Das Problem ist nur, wie man diese Effekte langfristig aufrechterhält.

Quelle: Kosinski C: Effects of ketogenic diets on cardiovascular risk factors ... Nutrients 2017; 9: 517

Hypertonie
Rasche Blutdrucksenkung, gute Verträglichkeit

In den ESC-Leitlinien wird der Einsatz von Fixkombinationen zur Hypertoniebehandlung empfohlen. Mit einer Kombinationstherapie wird der Zielwert schneller erreicht und das kardiovaskuläre Risiko dauerhaft gesenkt. Das antihypertensive First-line-Konzept mit dem ACE-Hemmer Perindopril und dem Kalziumantagonsiten Amlodipin wird zudem besser vertragen, wie man anhand von Studiendaten erkennen kann.

Quelle: Symposium: „Die Reise des kardialen Patienten“, Berlin, 13.10.2017, Veranstalter: Servier Perindopril/Amlodipin: Viacoram®(D)

FEATURES Mikroaxialpumpe für Hochrisiko-KHK-Patienten
Protected PCI: Perkutanes kardiales Unterstützungssystem verbessert Outcome

Wenn KHK-Patienten mit einem hohen Operationsrisiko eine Myokard-Revaskularisation benötigen, ist die Hochrisiko-PCI eine empfohlene Alternative zur koronaren Bypass-Chirurgie. Diese kann als „Protected PCI“ erfolgen, bei der das Herz periprozedural durch eine Pumpe entlastet wird. Die Mikroaxialpumpe Impella stellt ein solches System dar, für das Praktikabilität, Effektivität und Sicherheit nachgewiesen wurden.

Testosteron-Gabe im Alter
Das Herz leidet

Ob eine Testosteron-Therapie das kardiovaskuläre Risiko erhöht, dazu gibt es durchaus widersprüchliche Studienaussagen. Jetzt allerdings stellte man zweifelsohne eine koronar- atherogene Wirkung des Hormons bei älteren Männern fest.

Quelle: Budoff MJ et al.: Testosterone treatment and coronary artery plaque ... JAMA 2017; 317: 708-16

Radikale Blutdrucksenkung
Patienten berichten keine Einschränkung

Die SPRINT-Studie zeigte, dass eine Blutdrucksenkung bei nicht-diabetischen Risiko- Hypertonikern kardiovaskuläre Ereignisse signifikant reduzieren kann. Aber eine rigorose Blutdruckeinstellung auf systolisch <120 mmHg kann auch Nebenwirkungen haben. Deshalb wurden nun die „patient reported outcomes“ (PRO) von SPRINT veröffentlicht.

Quelle: Berlowitz DR et al.: Effect of intensive blood-pressure treatment on patient-reported outcomes. N Engl J Med 2017; 377: 733-44

Kardiologie

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