Onkologie

Neue Leitlinien zum Anämie-Management
Weniger transfundieren!

Ein Leitlinien-Update bringt Veränderung in das Anämie-Management. Im Fokus steht dabei eine Neubewertung von Erythropoese stimulierenden Substanzen (ESA) sowie eine Mahnung zur  Vorsicht beim Einsatz von Erythrozytenkonzentraten.

Quelle: Fachpressekonferenz:

„Neubewertung des Anämie- und Blutmanagements: Aktuelle Publikation gibt Orientierung“, Frankfurt am Main, 6.12.2017, Veranstalter: Hexal-Chemie
Epoetin alfa Hexal®

Erschreckendes Ergebnis einer ESMO-Umfrage
Burnout bei jungen Onkologen extrem häufig

Burnout von den Arbeitnehmern ist in der heute mehr und mehr arbeitsverdichteten Welt ein zunehmendes Problem. Jetzt untersuchte die ESMO (European Society for Medical Oncology), wie häufig Burnout bei jungen medizinischen Onkologen in Europa tatsächlich ist. Das Ergebnis erschreckt.

Quelle: Banerjee S et al.: Professional burnout in European young medical ... Ann Oncol 2017; 28: 1590-6

Bei onkologischen Patienten häufig übersehen
Endokrine paraneoplastische Syndrome

Meistens verursachen Tumoren Symptome durch lokale Verdrängung oder Metastasen. Manchmal erlangen Krebszellen – auch wenn sie gar keine endokrine Differenzierung aufweisen – im Verlauf ihrer Entwicklung aber auch die Fähigkeit, bioaktive Substanzen zu sezernieren oder immunologische Kreuzreaktivität zu induzieren. Die daraus entstehenden Symptome nennt man „endokrine paraneoplastische Syndrome“ (PNS).

Quelle: Dimitriadis GK et al.: Paraneoplastic endocrine syndromes. Endocr Relat Cancer 2017; 24: R173-R190

Tragödien und Chancen
Die Geschichte der CAR-T-Therapie

Auf der CAR-T-Therapie liegen große Hoffnungen – viele Onkologen sagen ihr eine rosige Zukunft voraus. Der Weg hin zu der Therapie, bei der Patienten-eigene T-Zellen genetisch verändert und reinfundiert werden, war allerdings rein von Zufällen geprägt.

Quelle: Rosenbaum L: Tragedy, perseverance, and chance – the history of CAR-T therapy. N Engl J Med 2017; 377: 1313-5

Follikuläres Lymphom
Neuer Antikörper für die First-line-Therapie?

Seit Einführung des Rituximab-beinhaltenden Erstlinien-Therapieregimes bei follikulärem Lymphom haben sich die Überlebensraten der Patienten deutlich verbessert. Nun prüften Forscher, ob man mit dem CD20-Antikörper Obinutuzumab noch bessere Erfolge erzielen kann.

Quelle: Marcus R et al.: Obinutuzumab for the first-line treatment of follicular lymphoma. N Engl J Med 2017; 377(14): 1331-44

Anti-Tumor-Effekt
Metformin wirkt (nicht immer)

Es ist bekannt, dass Diabetiker, die Metformin nehmen, ein vermindertes Krebsrisiko haben; und falls Krebs auftritt, ist die Prognose besser. Das gilt zumindest für solide Tumoren. Bei Blutkrebs wie akuter myeloischer Leukämie (AML) ist die Sachlage unklar.

Quelle: Caecareagnu AC et al.: Missing the benefit of metformin in acute myeloid leukemia: a problem of contrast? J Res Pharm Pract 2017; 6: 145-50

Fortgeschrittenes Melanom
Eine potente „biologische" Kombination

Die Entwicklung antineoplastischer zielgerichteter Wirkstoffe hat in jüngster Zeit erhebliche Fortschritte gemacht. Damit ist man auch gegen ein fortgeschrittenes malignes Melanom nicht mehr machtlos.

Quelle: Wolchok JD et al.: Overall survival with combined nivolumab and ipilimumab in advanced melanoma. N Engl J Med 2017; 377: 1345-56

Risiko für und bei Krebs
Bewegung bessert die Prognose

Körperliche Aktivität gehört bekanntermaßen zu den Lebensstil-Faktoren, die das Krebrisiko reduzieren; auch der Verlauf bei etablierten Malignomen wird positiv beeinflusst. Wie kommt dieser Effekt zustande?

Quelle: Thomas RJ et al.: Exercise-induced biochemical changes and ... Br J Sports Med 2017; 51: 640-4

Mantelzell-Lymphom
Man kann die Remission verlängern

Das Mantelzell-Lymphom macht etwa 6% aller Non-Hodgkin-Lymphome Erwachsener aus und gilt als nicht heilbar. Man bemüht sich aber, die Remissionen nach Therapie zu verlängern.

Quelle: Le Gouill S et al.: Rituximab after autologous stem-cell transplantation in mantle-cell lymphoma. N Engl J Med 2017; 377: 1250-60

Adjuvante Therapie bei HER2+ Mamma-Ca
Weniger Rezidive, längeres Überleben

Dank zielgerichteter Therapien sind die Überlebenschancen von Patientinnen mitHER2-positivem Brustkrebs deutlich angestiegen. Mithilfe einer adjuvanten Therapie lassen sich die Chancen noch weiter verbessern.

Quelle: Symposium:
„Optimierte Therapie des Mammakarzinoms“, im Rahmen des DGHO-Kongress 2017, Stuttgart, 29.9.2017, Veranstalter: Roche Pharma
Pertuzumab: Perjeta®,
Trastuzumab Emtansin: Kadcyla®

ESMO 2017, Madrid
Radiochemo beim Zervix-Ca, CT-Nachsorge beim NSCLC & mehr ...

Die diesjährige ESMO-Tagung war ein Kongress der Rekorde: Fast 24 000 Teilnehmer aus 131 Ländern reisten nach Madrid, um mehr als 1700 Abstracts und 55 Late-breaking-abstracts zu hören. Erstmals wurde der ESMO-Kongress gemeinsam mit der European Association for Cancer Research (EACR) veranstaltet.

Pharma Neu
Kombi beim metastasierten Melanom

Seit rund zwei Jahren ist die Kombination aus Cobimetinib und Vemurafenib (Cotellic®) für Patienten mit fortgeschrittenem, BRAFV600-positivem Melanom auf dem Markt. Jetzt wurden die 5-Jahres-Daten der BRIM7-Studie präsentiert. Man sah, dass sich das Gesamtüberleben bei BRAFi-...

Wirksam und sicher im klinischen Alltag
Aflibercept beim mCRC

Die Zweitlinientherapie mit Aflibercept bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) hat in klinischen Studien ihre Wirksamkeit unabhängig vom RAS-­Status, der BRAF-Mutation oder der Lokalisation bewiesen. Nun zeigte eine aktuelle Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie QoLiTraP, dass das Fusionsprotein in Kombination mit FOLFIRI auch in der klinischen Praxis effektiv und sicher ist.

Quelle: Symposium:

„Aktuelle Therapiestrategien beim mCRPC und mCRC“, Stuttgart, 29.9.2017, Veranstalter: Sanofi Genzyme
Aflibercept: Zaltrap® (D, A, CH)
 

„Achtung, Sie könnten an einem Pankreaskrebs leiden!"
Karzinom-Warnung durch Google?

Um es gleich zu Beginn des Artikels klarzustellen: In der Studie, die nachweisen wollte, dass Anfragen an Internet-Suchmaschinen ein späteres Pankreaskarzinom beim Suchenden vorhersagen können, wurde Microsofts Suchmaschine „Bing“ verwendet, aber der Begriff „Google“ hat sich nun einmal als Synonym für alle Suchmaschinen etabliert.

Quelle: Gigerenzer G: Can search engine data predict pancreatic cancer? BMJ 2017; 358: j3159

Kolonkarzinom-Screening
Reicht nur eine Sigmoidoskopie?

Im Fachjournal „The Lancet“ wurden aktuell die Daten des verlängerten Follow-up der UKFSST-Studie zum Kolonkarzinom-Screening veröffentlicht. Demnach sollte man sowohl über die Theorie der Karzinomentwicklung aus polypösen Vorstufen, als auch über Screening-Intervalle neu nachdenken.

Quelle: Pinsky PF: Flexible sigmoidoscopy screening:is once enough? Lancet 2017; 389: 1275-7

Schutz vor Melanomen
Vitamin D nicht mit Vitamin A geben

Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Melanompatienten hängt neben klinischen auch von histopathologischen Faktoren ab, z. B. Tumordicke nach Breslow und mikroskopische Ulzeration. Mehrere Daten sprechen dafür, dass das Überleben außerdem vom Vitamin- D-Spiegel abhängt. Wichtig dabei ist, das Vitamin bei Bedarf stets separat zu supplementieren.

Quelle: O‘Shea SJ et al.: Vitamin D, vitamin A, the primary melanoma transcriptome and survival. Br J Dermatol 2016; 175: 30-4

Krebsrisiko vorbeugen
Wie effektiv sind Vitamin D und Kalzium?

Schützt Vitamin D vor Krebs? Einige Studien scheinen dies zu bestätigen, andere sprechen gegen eine präventive Wirkung. US-amerikanische Forscher haben diese Fragestellung randomisiert untersucht.

Quelle: Lappe J et al.: Effect of Vitamin D and Calcium Supplementation on cancer incidence in older women. JAMA 2017; 317: 1234-43

Metastasiertes Kolorektal-Ca
Therapie je nach Tumorlokalisation

Aktuellen Daten zufolge spielt die primäre Tumorlokalisation für die Therapiewahl bei RAS-WT-Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) eine wichtige Rolle. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Empfehlungen der AIO der DGK wider.

Quelle: „First-Line-Therapie & beyond: Einsatz von Avastin beim mCRC“, Frankfurt am Main, 25.7.2017, Veranstalter: Roche Pharma

Aflibercept als Second-line-Therapie beim mCRC
Konsistente Effektivität bei allen Patientenpopulationen

Aktuelle Auswertungen der Zulassungsstudie VELOUR zeigen, dass die Zweitlinien-Behandlung mit Aflibercept bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) effektiv ist – und zwar unabhängig von RAS, BRAF oder Lokalisation.

Quelle: „Rethinking Second-line Therapy in Metastatic Colorectal Cancer: Breaking the Mold“, Barcelona, 30.6.2017, Veranstalter: Sanofi Genzyme

Malignes Melanom
Tumor unter Immunkontrolle bringen

Die bislang wirksamste etablierte Therapie bei fortgeschrittenem malignem Melanom ist die kombinierte Immuntherapie mit den Checkpoint-Inhibitoren Ipilimumab plus Nivolumab oder Pembrolizumab. Jedoch bringt die Kombination auch eine erhebliche Toxizität mit sich. Mit Hochdruck wird an Konzepten gearbeitet, die Toxizität zu senken.

Quelle: Symposium: „The Class of 2017 Melanoma Management: Art or Maths?“, München, 30.6.2017, Veranstalter: MSD

GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2018, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum