Onkologie

Fortgeschrittenes NSCLC
Atezolizumab eröffnet neue Therapiemöglichkeiten

Seit September 2017 ist der PD-L1-Inhibitor Atezolizumab zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) verfügbar. Atezolizumab führte in Studien unabhängig vom PD-L1-Status zu einem signifikanten Überlebensvorteil. Erste Daten von Kombinationstherapien mit Atezolizumab sind ebenfalls vielversprechend.

Quelle: Symposium:
„Gegenwart und Zukunft der Krebsimmuntherapie beim NSCLC“, Dresden, 16.3.2018, Veranstalter: Roche Pharma
Azetolizumab: Tecentriq®

Biosimilar zu Rituximab
Bioäquivalenz bei Follikulärem Lymphom bestätigt

Das Rituximab-Biosimilar GP2013 ist seit Juni 2017 in allen Indikationen des Referenzpräparates zugelassen.  Dazu zählen neben der rheumatoiden Arthritis die chronische lymphatische Leukämie (CLL) und Non-Hodgkin-Lymphome (NHL).

Quelle: Symposium:
„Erste Erfahrungen mit Rituximab Biosimilars in der Versorgung von NHL Patienten“, im Rahmen des 33. Deutschen Krebskongresses (DKK), Berlin, 23.2.2018, Veranstalter: Hexal
Rituximab-Biosimilar (GP2013): Rixathon®

Metastasiertes Nierenzellkarzinom
Cabotantinib überwindet Resistenzbildung

Die Einführung von VEGF-Inhibitoren hat die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (mRCC) erheblich verbessert. Weitere Vorteile soll nun Cabozantinib bringen. Der Tyrosinkinase-Inhibitor hemmt neben den VEGF-Rezeptoren auch die Rezeptoren MET und AXL und kann dadurch Resistenzbildungen überwinden.

Quelle: Symposium:
„Das mRCC im Licht neuer Therapieoptionen“, Berlin, 23.2.2018, Veranstalter: Ipsen
Cabozantinib: Cabometyx®

Sicherheit von Edoxaban bei Krebspatienten bestätigt

Die Sicherheit von Edoxaban (Lixiana®) gegenüber niedrigmolekularen Heparinen (LMWH) in der Behandlung von VTE bei Krebs­patienten wurde nun erstmals in der randomisierten klinischen Studie Hokusai VTE Cancer untersucht. Die Ergebnisse wurden auf dem diesjährigen Kongress der ...

Mehr Aufklärung zu Gebärmutterhalskrebs

Den Januar erklärte der amerikanische Kongress zum Monat zur Förderung des Bewusstseins für Gebärmutterhalskrebs, und gab damit den Startschuss für zahlreiche weltweite Aufklärungskampagnen. Diese sollen nun mehr Frauen zur Vorsorgeuntersuchung ­motivieren.

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Nichtkleinzelliger Lungenkrebs
Entzündung stört Radioablation

Entzündungsprozesse spielen bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle, sowohl ätiologisch wie auch als physiologische Reaktion auf Krankheitsprogression. Einer Studie aus China zufolge kann man sie daher auch als Überlebensprädiktoren bei Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) nach stereotaktisch-ablativer Bestrahlung nutzen.

Quelle: Luo H et al.: Systemic inflammation biomarkers predict survival in patients of early stage non-small cell lung cancer treated with stereotactic ablative radiotherapy ... J Cancer 2018; 9: 182-8

Schilddrüsenkarzinom
Ist das Risiko bei Typ-2-Diabetikern erhöht?

Die Inzidenz sowohl des Typ-2-Diabetes als auch des Schilddrüsenkarzinoms nehmen weltweit zu. Möglicherweise ist das kein reiner Zufall, denn der Diabetes scheint einer Studie nach das Risiko für ein Schilddrüsenkarzinom zu verändern.

Quelle: Seo YG et al.: The association between type 2 diabetes mellitus and thyroid cancer. J Diabetes Res 2017; 5850879

Neue Leitlinien zum Anämie-Management
Weniger transfundieren!

Ein Leitlinien-Update bringt Veränderung in das Anämie-Management. Im Fokus steht dabei eine Neubewertung von Erythropoese stimulierenden Substanzen (ESA) sowie eine Mahnung zur  Vorsicht beim Einsatz von Erythrozytenkonzentraten.

Quelle: Fachpressekonferenz:

„Neubewertung des Anämie- und Blutmanagements: Aktuelle Publikation gibt Orientierung“, Frankfurt am Main, 6.12.2017, Veranstalter: Hexal-Chemie
Epoetin alfa Hexal®

Meet-the-Clinic 2018
Teamwork am Klinikum Konstanz: Das Leberzentrum stellt sich vor

Eine interdisziplinäre Diagnostik und Therapie lückenlos zu planen und koordinieren ist in der Behandlung der Leberzirrhose und des hepatozellulären Karzinoms keine leichte Aufgabe. Das Leberzentrum des Klinikum Konstanz hat sie sich dennoch zum Ziel gesetzt.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Meet-the-Clinic: Leberzentrum am Klinikum Konstanz - interdisziplinäre Expertise in Diagnostik und Therapie“, Konstanz, 24.1.2018, Veranstalter: Norgine GmbH Rifaximin: XIFAXAN® 550 mg (D)

Wie DDT und Haarefärben?
Ein neues Teilchen im Glyphosat-Puzzle

Christian Schmidt von der CSU hatte Ende 2017 als Landwirtschaftsminister quasi im politischen Alleingang für eine Zulassungsverlängerung von Glyphosat in der EU gestimmt. War das – neben den dadurch verursachten Verstimmungen bei den Koalitionsverhandlungen – eine gute Idee? Eine aktuelle Studie präsentierte nun neue Daten zum Krebsrisiko des Unkrautvernichters.

Quelle: Andreotti G et al.: Glyphosate use and cancer incidence in the Agricultural Health Study. JNCI J Natl Cancer Inst 2018; 110: djx233

59th ASH Annual Meeting 2017
CAR-T-Zell-Therapie – Antikörper- Wirkstoff-Konjugat – Nanobody

Bei der 59. Tagung der American Society of Hematology (ASH) in Atlanta wurden die weit über 20 000 Teilnehmer von Schnee und eisigen Temperaturen überrascht. Das Kongressprogramm überzeugte dagegen wie gewohnt mit Abstracts zu Grundlagenforschung und innovativen Therapieansätzen bei hämatologischen Neoplasien.

Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom
Ixazomib: Weniger Therapieabbrüche als unter anderen Proteasom-Inhibitoren

Aktuellen Daten zufolge haben vorbehandelte Patienten mit einem rezidivierten und/ oder refraktären Multiplen Myelom, die mit dem oralen Proteasom-Inhibitor Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (Rd) behandelt wurden, einen wertvollen Vorteil gegenüber mit injizierbaren Proteasom-Inhibitoren therapierten Patienten: Das Risiko für einen Therapieabbruch ist signifikant geringer.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Wie würden Sie sich entscheiden? Real-Life-Daten und Ergebnisse einer multizentrischen Querschnittsstudie zur Therapiepräferenz von Patienten mit rezidiviertem oder/und refraktärem Multiplen Myelom“, Hamburg, 20.12.2017, Veranstalter: Takeda Ixazomib: Ninlaro® (D)

Erschreckendes Ergebnis einer ESMO-Umfrage
Burnout bei jungen Onkologen extrem häufig

Burnout von den Arbeitnehmern ist in der heute mehr und mehr arbeitsverdichteten Welt ein zunehmendes Problem. Jetzt untersuchte die ESMO (European Society for Medical Oncology), wie häufig Burnout bei jungen medizinischen Onkologen in Europa tatsächlich ist. Das Ergebnis erschreckt.

Quelle: Banerjee S et al.: Professional burnout in European young medical ... Ann Oncol 2017; 28: 1590-6

Bei onkologischen Patienten häufig übersehen
Endokrine paraneoplastische Syndrome

Meistens verursachen Tumoren Symptome durch lokale Verdrängung oder Metastasen. Manchmal erlangen Krebszellen – auch wenn sie gar keine endokrine Differenzierung aufweisen – im Verlauf ihrer Entwicklung aber auch die Fähigkeit, bioaktive Substanzen zu sezernieren oder immunologische Kreuzreaktivität zu induzieren. Die daraus entstehenden Symptome nennt man „endokrine paraneoplastische Syndrome“ (PNS).

Quelle: Dimitriadis GK et al.: Paraneoplastic endocrine syndromes. Endocr Relat Cancer 2017; 24: R173-R190

Tragödien und Chancen
Die Geschichte der CAR-T-Therapie

Auf der CAR-T-Therapie liegen große Hoffnungen – viele Onkologen sagen ihr eine rosige Zukunft voraus. Der Weg hin zu der Therapie, bei der Patienten-eigene T-Zellen genetisch verändert und reinfundiert werden, war allerdings rein von Zufällen geprägt.

Quelle: Rosenbaum L: Tragedy, perseverance, and chance – the history of CAR-T therapy. N Engl J Med 2017; 377: 1313-5

Follikuläres Lymphom
Neuer Antikörper für die First-line-Therapie?

Seit Einführung des Rituximab-beinhaltenden Erstlinien-Therapieregimes bei follikulärem Lymphom haben sich die Überlebensraten der Patienten deutlich verbessert. Nun prüften Forscher, ob man mit dem CD20-Antikörper Obinutuzumab noch bessere Erfolge erzielen kann.

Quelle: Marcus R et al.: Obinutuzumab for the first-line treatment of follicular lymphoma. N Engl J Med 2017; 377(14): 1331-44

Anti-Tumor-Effekt
Metformin wirkt (nicht immer)

Es ist bekannt, dass Diabetiker, die Metformin nehmen, ein vermindertes Krebsrisiko haben; und falls Krebs auftritt, ist die Prognose besser. Das gilt zumindest für solide Tumoren. Bei Blutkrebs wie akuter myeloischer Leukämie (AML) ist die Sachlage unklar.

Quelle: Caecareagnu AC et al.: Missing the benefit of metformin in acute myeloid leukemia: a problem of contrast? J Res Pharm Pract 2017; 6: 145-50

Fortgeschrittenes Melanom
Eine potente „biologische" Kombination

Die Entwicklung antineoplastischer zielgerichteter Wirkstoffe hat in jüngster Zeit erhebliche Fortschritte gemacht. Damit ist man auch gegen ein fortgeschrittenes malignes Melanom nicht mehr machtlos.

Quelle: Wolchok JD et al.: Overall survival with combined nivolumab and ipilimumab in advanced melanoma. N Engl J Med 2017; 377: 1345-56

Risiko für und bei Krebs
Bewegung bessert die Prognose

Körperliche Aktivität gehört bekanntermaßen zu den Lebensstil-Faktoren, die das Krebrisiko reduzieren; auch der Verlauf bei etablierten Malignomen wird positiv beeinflusst. Wie kommt dieser Effekt zustande?

Quelle: Thomas RJ et al.: Exercise-induced biochemical changes and ... Br J Sports Med 2017; 51: 640-4

Mantelzell-Lymphom
Man kann die Remission verlängern

Das Mantelzell-Lymphom macht etwa 6% aller Non-Hodgkin-Lymphome Erwachsener aus und gilt als nicht heilbar. Man bemüht sich aber, die Remissionen nach Therapie zu verlängern.

Quelle: Le Gouill S et al.: Rituximab after autologous stem-cell transplantation in mantle-cell lymphoma. N Engl J Med 2017; 377: 1250-60

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