Sonstiges

Digitale Therapiebegleitung
Nachhaltige Gesundheitsförderung und Prävention

Das digitale Therapiebegleitprogramm TheraKey® stellt dem Patienten produktneutral evidenzbasierte Gesundheitsinformationen indikationsspezifisch zur Verfügung. Durch diese Patientenführung gewinnt der Behandler Freiraum für seine ärztliche Tätigkeit.

Quelle: Pressekonferenz:
„Das TheraKey®-Konzept: Status, Nutzen, Ausblick. Therapiebegleitung der Zukunft?“, Berlin, 23.1.2018, Veranstalter: Berlin-Chemie

Fast niemand hat's bedacht
E-Absetzen nach E-Rezept-Verordnung

Die elektronisch unterstützte Verschreibung von Medikamenten (E-Rezept) wird von nahezu allen Playern im Gesundheitswesen befürwortet. Dass man eine E-Verschreibung aber im Fall der Fälle auch digital wieder schnell absetzen können sollte, daran hat bislang kaum jemand gedacht.

Quelle: Fischer S, Rose A: Responsible e-prescribing needs e-discontinuation. JAMA 2017; 317: 469-70

Wearables" für Babies
Kein Wirksamkeitsnachweis zu finden

SIDS erschreckt viele Eltern Neugeborener (Sudden Infant Death Syndrome, plötzlicher Kindstod). Diese Sorge treibt jene frisch gebackenen Eltern in Elektronikmärkte oder Webshops, um sogenannte „Wearables“ für ihre Neonaten zu erwerben. Allerdings konnte noch für keines dieser Geräte nachgewiesen werden, dass es tatsächlich SIDS verhindert.

Quelle: Bonafide CP et al.: The emerging market of smartphone- integrated infant physiologic monitors. JAMA 2017; 317: 353-4

Seltene Erkrankungen
Websites mangelhaft

Dr. Google zu Gesundheitsproblemen zu befragen, ist heutzutage ganz normal. Die Qualität Infos aus dem Internet ist aber oft nur mäßig. Besonders mau sieht es qualitativ mit Informationsseiten zu seltenen Erkrankungen aus.

Quelle: Pauer F: Rare diseases on the internet: an assessment of the quality of online information. J Med Internet Res 2017; 19(1): e23

Patienten, die sich im Internet informieren
Verliert oder gewinnt die Beziehung zwischen Arzt und Patient?

Fast jeder Patient nutzt heutzutage das Internet, um sich vor dem Praxisbesuch über gesundheitliche Themen zu informieren. Die Eigenrecherche kann die Beziehung zwischen Patient und Arzt stärken oder schwächen – abhängig davon, ob der Patient es zur Sprache bringt und ob der Arzt ein offenes Ohr dafür hat.

Quelle: Tan SS et al.: Internet health information seeking and the patient-physician relationship: a systematic review. J Med Internet Res 2017; 19(1): e9

Handgelenk-Pulsmesser
Geeigneter Fruchtbarkeitsanzeiger?

So genannte „wearables“, also tragbare Sensoren für unterschiedliche Körperfunktionen, sind aus den Regalen der Elektronikmärkte nicht mehr wegzudenken. Die elektronische Selbstvermessung („quantified self“) ist ein Trend. In der Schweiz untersuchte man nun, ob die nächtliche Bestimmung der Herzfrequenz bei Frauen einen Hinweis auf die fruchtbaren Tage des Zyklus geben kann.

Quelle: Shilaih M et al.: Pulse rate measurement during sleep using wearable sensors, and its correlation with the menstrual cycle phases, a prospective observational study. Sci Rep 2017; 7: 1294

Telemedizin bei CED
Website senkt Krankenhauseinweisungen

Bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) ist eine engmaschige und individuelle Patientenführung wichtig. In den Niederlanden entwickelte man nun ein Telemedizin-Tool, um die Versorgung von IBD-Patienten zu verbessern und unterzog das Ganze einer wissenschaftlichen Evaluation.

Quelle: de Jong MJ et al.: Telemedicine for management ... Lancet 2017; 390: 959-68

Wildwasser-Rafting und Höhlenforschen
Abenteuer mit Infektionsrisiko

Abenteuerreisen und Extremsportarten liegen im Trend. Aktivitäten wie Wildwasser- Paddeln, Tauchen, Klettern oder Höhlenforschen sind aber nicht nur mit einem erhöhten Verletzungsrisiko, sondern auch mit einer höheren Infektionsgefahr verbunden.

Quelle: Gundacker ND et al.: Infections associated with adventure travel: a systematic review. Travel Med Infect Dis 2017; 16: 3-10

Kardiovaskuläre Erkrankungen
Neuer genetischer Risikofaktor identifiziert

Im Alter erhöht sich die Prävalenz von malignen und kardiovaskulären Erkrankungen. Bestimmte Gen-Mutationen, die z. B. mit dem myelodysplastischen Syndrom und mit der AML in Verbindung stehen, finden sich bei älteren Patienten häufiger. Aufgrund von positiven Vorversuchen hypothetisierten die Autoren dieses aktuellen Papers, dass das Auftreten spezieller Mutationen und deren Auswirkung auf das periphere Blut mit der Entstehung der Atherosklerose in Verbindung stehen könnten. Um jeglichen Zweifel zu eliminieren, wiesen sie im Tiermodell nicht nur eine Assoziation sondern Kausalität nach. Es handelt sich um ein neues bzw. erweitertes Verständnis der Atherogenese.

Quelle: Jaiswal S et al.: Clonal hematopoiesis and risk of atherosclerotic cardiovascular disease. N Engl J Med 2017; 377: 111-21

Penicillin-Allergie
Nicht für bare Münze nehmen

Zahlreiche Patienten geben an, in der Vergangenheit allergisch auf Penicillin reagiert zu haben – in den USA jeder zehnte. Ärzte weichen dann fast immer auf ein alternatives Antibiotikum aus. Das ist jedoch nur selten wirklich nötig und kann zudem mit Risiken verbunden sein.

Quelle: Trubiano JA et al.: Penicillin allergy is not necessarily forever. JAMA 2017; 318: 82-3

Mal-de-Débarqument-Syndrom
Streifentapete gegen „Landkrankheit"

Von einem Mal-de-Débarqument-Syndrom (MdDS) spricht man, wenn nach einer Seereise das Gefühl nicht aufhört, auch an Land noch zu schwanken („Landkrankheit“). Nun hat eine Arbeitsgruppe in New York eine vor wenigen Jahren entwickelte Therapie erstmals an einer größeren Patientenzahl über längere Zeit untersucht.

Quelle: Dai M et al.: Treatment ... Front Neurol 2017: 8; 175

Flugreisen mit Allergien
Prävention und Notfälle

Menschen mit Allergien sollten sich möglicher Risiken für Verschlechterungen oder gar Notfälle bei Flugreisen bewusst sein.

Quelle: Sánchez-Borges M et al.: In-flight allergic emergencies. World Allergy Organization Journal 2017; 10: 15

Fibrinolyse-Theorie
Der Blutungsursache auf der Spur

Bei erwachsenen Patienten mit leichter bis moderater Blutungsneigung ohne Ursache „diagnostiziert“ man eine Blutungsneigung unklarer Genese (BUG). Nun forschte man der Fibrinolyse als mögliche Ursache einer solchen BUG nach, denn im Standard-Laborworkup werden die speziellen Parameter der Fibrinolyse selten bestimmt.

Quelle: Gebhart J et al.: Fibrinolysis in patients with a mild-to-moderate bleeding tendency of unknown cause. Ann Hematol 2017; 96: 489-95

Künstliche Intelligenz in der Medizin
Computer als Kollegen

Dank künstlicher Intelligenz (artificial intelligence, AI) besitzen moderne Computer-gestützte Diagnostiksysteme die Fähigkeit, selbstständig dazuzulernen. Mit jedem Bild oder Datenpunkt werden sie schneller und genauer. Ärzte ersetzen können AI-Systeme deswegen noch lange nicht, in Zukunft aber vielleicht eine wertvolle Stütze werden.

Quelle: Quer G et al.: Digital medicine – Augmenting diagnostic vision with AI. Lancet 2017; 390: 221

Analgesie bei kardialem Risiko
Selektives NSAR (etwas) sicherer

Gastrointestinale Blutungen sind in den USA der häufigste Anlass für Klinikeinweisungen mit gastrointestinaler Indikation. Das Risiko dafür ist besonders hoch, wenn ASS und ein NSAR kombiniert werden.

Quelle: Chan FKL et al.: Gastrointestinal safety of celecoxib versus naproxen in patients with cardiothrombotic diseases .... Lancet 2017; 389: 2375-82

Langzeit-DAT bei Stent-Patienten
Mehr Ischämien als Blutungen

Bei Patienten mit Koronarstent ist die duale Plättchenhemmung (DAT) über zwölf Monate Standard, um eine Stentthrombose und ein ischämisches Rezidiv zu verhindern. Welche Nutzen-Risiko-Relation besteht bei längerer DAT-Gabe?

Quelle: Levine GN: Balancing ischemic and bleeding risks of prolonged dual antiplateled therapy, JAMA Cardiol 2017; 2: 478-87

Subgruppenanalysen zu Edoxaban
Vorteile auch für Ältere und Niereninsuffiziente

Gegenüber Vitamin-K-Antagonisten ( VKA) bietet das direkte orale Antikoagulans (DOAK) Edoxaban ein überlegenes Sicherheitsprofil. Subgruppenanalysen der Zulassungsstudie ENGANGE AF-TIMI 48 zeigen, dass von dem DOAK auch Ältere, Niereninsuffiziente und weitere Risikogruppen profitieren können.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Einfach sicherer: 2 Jahre Antikoagulation mit LIXIANA®“, München, 25.7.2017, Veranstalter: Daiichi Sankyo Edoxaban: Lixiana® (D, A, CH)

Diabetische Retinopathie
Fetten Fisch essen

Einer Studie zufolge können Diabetiker neben ihrem kardiovaskulären Risiko auch das Retinopathie-Risiko senken, wenn sie regelmäßig fetten Meeresfisch essen und so ihren Bedarf an V-3-Fettsäuren decken. Zwar konnte dieser günstige Effekt nicht in Supplementationsstudien reproduziert werden, doch der Großteil verfügbarer Studien sagt: Fisch essen hat viele Vorteile.

Quelle: Chew EY: Dietary ... JAMA 2017; 317: 2226-7

Muskelschmerzen durch Statine
Alles nur Einbildung?

In mehreren Beobachtungsstudien wurde gezeigt, dass bis zu 20% aller Statin-therapierten Patienten unter Nebenwirkungen, vornehmlich Muskelschmerzen und Erschöpfung, leiden. In randomisierten klinischen Studien konnte dies allerdings nicht bestätigt werden. Eine sinnvolle Erklärung liefert die Analyse einer Studie mit einer verblindeten und einer unverblindeten Phase.

Quelle: Gupta A et al.: Adverse events associated with unblinded, but not with blinded, statin therapy in the Anglo- Scandinavian Cardiac Outcomes Trial – Lipid Lowering Arm (ASCOT-LLA): a randomised double-blind placebo-controlled ... Lancet 2017; 389: 2473-81

Nebeneffekt bei Langzeittherapie
Analgetika mindern olfaktorischen Sinn

Dass einige Arzneimittel wie Cannabinoide und starke Opioide den Geruchssinn beeinflussen können, ist bekannt. Wie sich dies konkret auf Patienten mit chronischen Schmerzen mit Analgetika im Dauergebrauch auswirkt, war bisher aber unklar.

Quelle: Mizera L et al.: Effects of analgesics on olfactory function and the ... Eur J Pain 2017; 21: 92-100

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