E-Health

Fast niemand hat's bedacht
E-Absetzen nach E-Rezept-Verordnung

Die elektronisch unterstützte Verschreibung von Medikamenten (E-Rezept) wird von nahezu allen Playern im Gesundheitswesen befürwortet. Dass man eine E-Verschreibung aber im Fall der Fälle auch digital wieder schnell absetzen können sollte, daran hat bislang kaum jemand gedacht.

Quelle: Fischer S, Rose A: Responsible e-prescribing needs e-discontinuation. JAMA 2017; 317: 469-70

Wearables" für Babies
Kein Wirksamkeitsnachweis zu finden

SIDS erschreckt viele Eltern Neugeborener (Sudden Infant Death Syndrome, plötzlicher Kindstod). Diese Sorge treibt jene frisch gebackenen Eltern in Elektronikmärkte oder Webshops, um sogenannte „Wearables“ für ihre Neonaten zu erwerben. Allerdings konnte noch für keines dieser Geräte nachgewiesen werden, dass es tatsächlich SIDS verhindert.

Quelle: Bonafide CP et al.: The emerging market of smartphone- integrated infant physiologic monitors. JAMA 2017; 317: 353-4

Seltene Erkrankungen
Websites mangelhaft

Dr. Google zu Gesundheitsproblemen zu befragen, ist heutzutage ganz normal. Die Qualität Infos aus dem Internet ist aber oft nur mäßig. Besonders mau sieht es qualitativ mit Informationsseiten zu seltenen Erkrankungen aus.

Quelle: Pauer F: Rare diseases on the internet: an assessment of the quality of online information. J Med Internet Res 2017; 19(1): e23

Patienten, die sich im Internet informieren
Verliert oder gewinnt die Beziehung zwischen Arzt und Patient?

Fast jeder Patient nutzt heutzutage das Internet, um sich vor dem Praxisbesuch über gesundheitliche Themen zu informieren. Die Eigenrecherche kann die Beziehung zwischen Patient und Arzt stärken oder schwächen – abhängig davon, ob der Patient es zur Sprache bringt und ob der Arzt ein offenes Ohr dafür hat.

Quelle: Tan SS et al.: Internet health information seeking and the patient-physician relationship: a systematic review. J Med Internet Res 2017; 19(1): e9

Handgelenk-Pulsmesser
Geeigneter Fruchtbarkeitsanzeiger?

So genannte „wearables“, also tragbare Sensoren für unterschiedliche Körperfunktionen, sind aus den Regalen der Elektronikmärkte nicht mehr wegzudenken. Die elektronische Selbstvermessung („quantified self“) ist ein Trend. In der Schweiz untersuchte man nun, ob die nächtliche Bestimmung der Herzfrequenz bei Frauen einen Hinweis auf die fruchtbaren Tage des Zyklus geben kann.

Quelle: Shilaih M et al.: Pulse rate measurement during sleep using wearable sensors, and its correlation with the menstrual cycle phases, a prospective observational study. Sci Rep 2017; 7: 1294

Telemedizin bei CED
Website senkt Krankenhauseinweisungen

Bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) ist eine engmaschige und individuelle Patientenführung wichtig. In den Niederlanden entwickelte man nun ein Telemedizin-Tool, um die Versorgung von IBD-Patienten zu verbessern und unterzog das Ganze einer wissenschaftlichen Evaluation.

Quelle: de Jong MJ et al.: Telemedicine for management ... Lancet 2017; 390: 959-68

Künstliche Intelligenz in der Medizin
Computer als Kollegen

Dank künstlicher Intelligenz (artificial intelligence, AI) besitzen moderne Computer-gestützte Diagnostiksysteme die Fähigkeit, selbstständig dazuzulernen. Mit jedem Bild oder Datenpunkt werden sie schneller und genauer. Ärzte ersetzen können AI-Systeme deswegen noch lange nicht, in Zukunft aber vielleicht eine wertvolle Stütze werden.

Quelle: Quer G et al.: Digital medicine – Augmenting diagnostic vision with AI. Lancet 2017; 390: 221

Google Trends
Webanfragen sagen Demenz voraus

Durch Auswertungen der Suchanfragen bei Google kann man Influenza-Epidemien vorhersagen (vgl. Praxis-Depesche 5/2015). Nun versuchten taiwanesische Forscher, mittels des allgemein verfügbaren Tools „Goolge Trends“ in die Zukunft der Inzidenz von Demenzerkrankungen zu blicken – mit Erfolg.

Quelle: Wang HW et al.: Forecasting the incidence of dementia and dementia-related outpatient visits with google trends: evidence from taiwan. J Med Internet Res 2015; 17(11): e264

Wirklich wirksam?
Mit Apps gegen Schlafapnoe

Mittels mHealth (z. B. Smartphone-Apps) kann man Patientenverhalten ändern und zu einer besseren Therapie beitragen – so zumindest die Hoffnung. Nun wurde untersucht, ob das bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) funktioniert. Tut es, fanden spanische Autoren heraus. Aber an der Uni Mannheim ging man noch einen Schritt weiter und ersetzte die herkömmliche Beatmungstherapie gleich komplett durch ein Smartphone.

Quelle: Isetta V et al.: A new mhealth application to support treatment of sleep apnoea patients. J Telemed Telecare 2015; epub Dec 15; pii: 1357633X15621848

Wer zählt am besten?
7 Tracker im Vergleich

„Quantified self“ ist die Bewegung, die dem aktuellen Tracker-Hype zugrunde liegt: Menschen (und Patienten) vermessen alle möglichen Körperfunktionen selbst, um daraus Rückschlüsse auf ihre Gesundheit zu ziehen. Bewegungstracker (vulgo „Schrittzähler“) sind dafür der erste und einfachste Schritt. Aber wie genau messen die aktuell verfügbaren Geräte eigentlich?

Quelle: Storm FA et al.: Step detection and activity recognition accuracy of seven physical activity monitors. PLoS One 2015; 10(3): e0118723

mHealth auf der Straße
Per SMS schneller zur Reanimation

Wenn Patienten mit plötzlichem Herzstillstand umgehend reanimiert werden, steigt ihre Überlebenschance. In Stockholm versuchte man, geschulte Laien per SMS schneller zu betroffenen Patienten zu lotsen. Reanimiert wurde dadurch häufiger, aber nicht weniger gestorben, wie die im New England Journal of Medicine publizierte Studie ergab.

Quelle: Ringh M et al.: Mobile-phone dispatch of layper - sons for CPR in out-of-hospital cardiac arrest. N Engl J Med 2015; 372: 2316-25

Computer vs. Blickdiagnose
Digitale Gesichtsanalyse überlegen?

Morbus Cushing und Akromegalie sind endokrine Erkrankungen, die mit charakteristischen Gesichtsmerkmalen verbunden sind. Die Diagnose erfolgt meist erst nach mehreren Jahren. Schneller könnte es mit digitaler Gesichtserkennung gehen.

Quelle: Kosilek RP et al.: Diagnostic use of facial image analysis software in endocrine and genetic disorders: review, current results and future perspectives. Eur J Endocrin 2015; 173(4): M39-44

Informationsqualität auf Webseiten
„Sectio" besser nicht googeln

Weltweit steigen die Sectioraten immer weiter an. Spitzenreiter ist Brasilien mit einer Rate von über 50% im Jahr 2010. Über die Risiken wissen die Patientinnen aber häufig nur wenig. Im Internet können sie sich über die Entbindung per Kaiserschnitt informieren, aber wie verlässlich sind diese Informationen?

Quelle: Fioretti BT et al.: Googling caesarean section: a survey on the quality of the information available on the internet. BJOG 2015; 122(5): 731-9

Soziale Netzwerke
So informieren Pharma firmen online

Immer mehr pharmazeutische Hersteller entdecken die sozialen Netzwerke für ihre Kommunikation in Richtung Patient – „Multi-Channel“, „crossmedial“ und „below the line“ sind die Marketing-Schlagwörter. Aber gehen die Hersteller auch verantwortungsvoll mit den „neuen Medien“ um?

Quelle: Tyrawski J, DeAndrea DC: Pharmaceutical companies and their drugs on social media: a content analysis of drug information on popular social media sites. J Med Internet Res 2015; 17(6): e130

Gleichgewichtsstörungen bei MS-Patienten
Ist e-Training genau so gut wie Reiten?

Neurologen aus Bad Mergentheim verglichen die Hippotherapie mit einem spezifischen Internet-basierten Heimtraining (e-Training) zur Verbesserung des Gleichgewichts.

Quelle: Frevel D, Mäurer M: Internet-based home training is capable to improve balance in multiple sclerosis: a randomized controlled trial. Eur J Phys Rehabil Med 2015; 51(1): 23-30

E-Health-Gesetz in öffentlicher Anhörung
E-Health nutzt Patienten – nur wann kommt die elektronische Gesundheitskarte?

Am 4.11.15 fand in Berlin eine öffentliche Anhörung zum E-Health-Gesetz statt. Zahlreiche Sachverständige wurden befragt und zeichneten ein frohes Zukunftsbild der digitalen Medizin ... aber auch mit düsteren Schatten. Ein ganz subjektiver Protokoll-Auszug.

Organ-Upgrade
„Bionic Man"

Dank moderner Materialforschung und kabelloser Technik können sich moderne elektronische Systeme den Eigenschaften des menschlichen Körpers anpassen oder gar mit ihm verschmelzen. Solche weichen, injizierbaren oder bioresorbierbaren Systeme eröffnen der Medizin völlig neue Möglichkeiten.

Quelle: Rogers JA: Electronics for the human body. JAMA 2015; 313(6): 561-2

Andrang in der Notaufnahme
Erlaubt das Internet eine Prognose?

Spiegelt die Anzahl der täglichen digitalen Besuche einer lokalen Gesundheitswebseite die akute Sorge der Menschen um ihre Gesundheit wider? Und erlaubt diese Anzahl eine Prognose, wie stark am nächsten Tag die Notaufnahme frequentiert wird?

KONTROVERSE: Medizinische Apps
Segen oder Fluch?

Die Anzahl medizinischer Apps für Laien und Patienten steigt stetig an. „Das ist auch gut so“, meint ein Notfallmediziner und Medizinjournalist. „Von medizinischen Apps lieber die Finger lassen“, ist hingegen die Empfehlung eines Allgemeinarztes.

Quelle: Husain I, Spence D: Can healthy people benefit from health apps? BMJ 2015; 350: h1887

Fitnessarmband angelegt und endlich fit?
Ganz so einfach ist es nicht ...

Damit tragbare Körpervermessungsgeräte (sog. „Wearables“) tatsächlich zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung führen, sind einige Dinge zu beachten.

Quelle: Patel MS et al.: Wearable devices as facilitators, not drivers, of health behavior change. JAMA 2015; 313(5): 459-60

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