Nephrologie

Beckenschmerzen mit Folgen
Eine etwas andere Zyste

Mit Schmerzen im unteren Rücken und Bauch stellte sich ein 32-Jähriger bei seinem Hausarzt vor. Nierenfunktion und Urinalyse waren unauffällig. Ein genauerer Blick auf die Nieren im CT offenbarte jedoch eine ungewöhnliche Zyste.

Quelle: Zhou Y, Wei S: Not your typical renal cyst. Am J Med 2017; 130: 10

Elektrolyt-Entgleisung
Lithium kann der Niere schaden

Patienten mit bipolarer Störung werden oft mit Lithium behandelt. Allerdings sind Polydipsie, Polyurie und Nephropathien bekannte Nebenwirkungen.

Quelle: Pawar AS, Kattah AG : Lithium-induced nephropathy. N Engl J Med 378; 11: 1042

IgA-Nephropathie
Gezielte Therapie mit gezieltem Budesonid

Die Erstlinientherapie bei primärer IgA-Nephropathie erfolgt mit RAS-Blockern. Ist diese Option maximal ausgereizt, kann man es mit systemischen Kortikosteroiden versuchen, muss dabei aber Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Nun wurde eine Formulierung von Budesonid entwickelt, die gezielt im Ileum freigesetzt wird, und die erstmals eine spezifische Therapie der IgA-Nephropathie ermöglichen könnte.

Quelle: Fellström BC et al.: Targeted-release budesonide versus placebo ... Lancet 2017; 389: 2117-27

Chronische Nierenerkrankung
Sekundärer Hyperparathyreoidismus?

Die Häufigkeit des sekundären Hyperparathyreoidismus nimmt mit dem Fortschreiten der chronischen Niereninsuffizienz zu. Ärzte aus dem Irak haben nun untersucht, welche Faktoren möglicherweise als Prädiktoren dafür dienen können.

Quelle: Mansour AA, Swaid HQ: Predictors of secondary hyperparathyreoidism in chronic kidney disease stage 3 and 4. Endocrinol Metab Syndr 2017; 6: 4

ADPKD und Adhärenz
Patienten sind motiviert und gewillt

Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung ADPKD ist die häufigste genetische Nierenerkrankung überhaupt und die vierthäufigste Ursache für terminales Nierenversagen. Die Therapie der ADPKD kann negative Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten haben, was zu Adhärenz-Problemen führen kann. In den USA untersuchte man daher mittels Tiefeninterviews, welche Einstellung ADPKD- Patienten zu ihrer Erkrankung und zu den therapeutischen Optionen haben und inwieweit bestehende Barrieren einer Therapie überwunden werden können.

Quelle: Tran WC et al.: Understanding barriers to medication, dietary ... BMC Nephrol 2017; 18: 214

Nierenfunktion von Tumorpatienten
Akutes Nierenversagen ist ein häufiges und ernstes Problem

Akute Niereninsuffizienz (acute kidney injury, AKI) zählt zur häufigsten Komorbidität von Tumorpatienten, vor allem bei hämatologischen Malignomen. Häufigkeit und Schwere hängen neben Tumorart und -stadium auch vom Therapieregime ab.

Quelle: Rosner MH et al.: Acute kidney injury in patients with cancer. N Engl J Med 2017; 376(15): 1770-81

Lupus-Nephritis II
Neuer Prognose-Score entwickelt

Mehr als die Hälfte aller Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) entwickelt eine Nierenbeteiligung. Diese hat einen erheblichen Einfluss auf das Outcome. Nun haben Ärzte aus China einen Score entwickelt, um das individuelle Risiko für eine terminale Niereninsuffizienz vorauszusagen.

Quelle: Tang Y et al.: Development and validation of a prediction score system ... Medicine 2017; 96: 37

Nephropathie bei Typ-2-Diabetes
Die Nierenschäden sind sehr heterogen

Nicht jeder Typ-2-Diabetiker mit chronischer Niereninsuffizienz hat eine diabetische Nephropathie. Die Prognose hängt mit dem histopathologischen Typ des Nierenleidens zusammen.

Quelle: Tan J et al.: Presentation, pathology and prognosis of ... BMJ Open Diab Res Care 2017; 5: e000412

Lupus-Nephritis I
Prävention über die Darmflora

Mehr als die Hälfte aller Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) entwickelt eine Lupus-Nephritis (LN). Die einzige Therapieoption sind unspezifische Immunsuppressiva, die jedoch auf Dauer mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergehen. Man kann das Immunsystem stattdessen aber auch über die Darmflora modulieren – zumindest im Tierversuch.

Quelle: Mu Q et al.: Control of lupus nephritis by changes of gut microbiota. Microbiome 2017; 5: 73

Chronische Niereninsuffizienz
Langer Kampf gegen Komplikationen

Ein chronisches Nierenleiden (CKD, chronic kidney disease) kann zum völligen Nierenversagen (ESKD, end stage kidney disease) führen. Die Patienten sterben aber mit fünf- bis zehnmal höherer Wahrscheinlichkeit an nicht-renalen Komplikationen, vor allem an kardiovaskulären, und müssen entsprechend betreut werden.

Quelle: Webster AC et al.: Chronic kidney disease. Lancet 2017; 389: 1238-52

Infektionen als Ursache
Eine spezielle Form von Nephropathie

Ein 34-jähriger Patient entwickelte Fieber, Schweißausbrüche und Übelkeit. Eine Woche später kamen Brustschmerzen hinzu. Im Mittelpunkt stand aber die Niere mit nephrotischem Syndrom, akuter Niereninsuffizienz und Nephromegalie.

Quelle: Sise ME et al.: Case 12-2017: A 34-year-old ... N Engl J Med 2017: 376: 1575-85

Neue Serie: Shared Decision Making in der Praxis
Gemeinsam mit Patienten die beste Therapieentscheidung treffen

Die „partizipative Entscheidungsfindung“ (SDM, Shared Decision Making) ist schon lange kein rein theoretisches Konstrukt mehr, sondern findet zunehmend Eingang in die klinische Praxis. Dennoch tun sich Behandler zum Teil immer noch schwer, über notwendige Therapien gemeinsam mit ihren Patienten so zu entscheiden, dass beide Partner aktiv und vor allem wirklich verantwortlich beteiligt sind. Speziell bei Patienten mit fortschreitendem chronischem Nierenversagen (CKD, chronic kidney disease) stehen oft therapeutische Entscheidungen an, die zum einen einer hohen Adhärenz bedürfen, zum anderen aber auch einen immensen Einfluss auf das Leben und die Lebensqualität der Patienten haben. SDM kann Arzt und Patient dabei unterstützen, wobei spezielle Entscheidungshilfen für Patienten eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Mit einem einfachen 9-Punkte-Fragebogen kann man in der Praxis schnell erfassen, als wie „partizipativ“ der Patient seinen Kontakt mit dem Arzt empfindet.

Quelle: Davis JL, Davison SN: Hard choices, better outcomes: a review of shared decision-making and patient decision aids around dialysis initiation and conservative kidney management. Curr Opin Nephrol Hypertens 2017; 26: 205-13

Patienten-Rekrutierung
Diabetische Nephropathie

Diese Studie könnte etwas für Ihre Patienten sein, denn aktuell werden noch Teilnehmer in Deutschland gesucht.

Patienten-Rekrutierung
Diabetische Nierenerkrankung

Diese Studie könnte etwas für Ihre Patienten sein, denn aktuell werden noch Teilnehmer in Deutschland gesucht.

Steroide bei IgA-Nephropathie
Hohe Infektionsgefahr!

Der Einsatz von Kortikosteroiden bei Patienten mit IgA-Nephropathie ist umstritten und nur mit unsicherer Evidenz belegt. Den Versuch, Nutzen und Risiko von Kortikosteroiden genauer zu definieren, musste eine asiatische Forschergruppe allerdings vorzeitig abbrechen. Der Grund: Die Rate schwerer Infektionen war einfach zu hoch.

Quelle: Lv J et al.: Effect of oral methylprednisolone on clinical outcomes ... JAMA 2017; 318(5): 432-42

Zystennieren
Bessere Patientenidentifikation

Mit Tolvaptan wurde in Europa die erste Therapie für Patienten mit autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (ADPKD) zugelassen, die zielgerichtet der Krankheitsprogression entgegenwirkt. Empfehlungen für die Indikationsstellung sollen helfen, den für die Tolvaptan- Therapie geeigneten ADPKD-Patient besser zu identifizieren.

Quelle: „ADPKD-Paradigmenwechsel in der Therapie: Studien, Mythen und Gelerntes“, Mannheim, 16.9.2017 Veranstalter: Otsuka

Angeborene Zystennieren
Dialysepflicht mit Tolvaptan aufschieben

Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD, „Zystennieren“) ist die häufigste angeborene Nierenerkrankung und ist für etwa 4 bis 10% aller Dialysen verantwortlich. Mit dem Vasopressin-V2-Rezeptor-Antagonisten Tolvaptan steht seit kurzem eine Therapie zur Verfügung, die die Krankheitsprogression und das Nierenversagen bei geeigneten Patienten herauszögern kann.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Leben mit ADPKD – die vielen Gesichter einer lebenslangen Erkrankung“, Berlin, 13.7.2017, Veranstalter: Otsuka; Tolvaptan: Jinarc® (D, A, CH)

Hyperurikämie
Nierenprotektion durch Harnsäuresenkung

Die symptomatische Hyperurikämie ist mit einem erhöhten Risiko für Nierenerkrankungen verbunden. Dabei nimmt die harnsäuresenkende Therapie für den Erhalt der Nierenfunktion eine wichtige Rolle ein.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Folgeschäden vermeiden: Gicht und Gürtelrose adäquat behandeln“, Berlin, 29.6.2017, Veranstalter: Berlin-Chemie
Febuxostat: Adenuric®

Seltener Grund für Bauchschmerz
Spontaner Niereninfarkt

Thrombosen in der Arteria renalis treten in der Regel im Kontext einer Erkrankung auf. In sehr seltenen Fällen kann eine Nierenarterienthrombose aber auch spontan entstehen. Früh erkannt kann man die Niere dann vielleicht noch retten.

Quelle: Raghavendran M et al.: Isolated spontaneous renal artery thrombosis ... Urol Case Rep 2016; 9: 4-5

Nahrungsergänzungsmittel
Seltene (?) Ursache einer Hyperkaliämie

Typischerweise sind es Medikamente wie NSAR oder ACE-Hemmer (ACE-I), die bei chronisch nierenkranken Patienten eine Hyperkaliämie verursachen. Eine nicht zu unterschätzende Ursache sind auch Nahrungsergänzungsmittel.

Quelle: Batra V, Villgran V: Hyperkalemia from dietary supplements. Cureus 2016; 8(11): e859

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