Zentralnervensystem

Depression, Schmerzen und Angst
Effektives Therapiemanagement psychischer Störungen

Die Korrelation aus Depression, Schmerzen und Angst gleicht einem Bermudadreieck, dem in enger Zusammenarbeit von Allgemeinarzt und Facharzt mit einem effektiven Therapiemanagement begegnet werden muss. Bewährt haben sich hier SNRI wie Duloxetin und Antikonvulsiva wie Pregabalin.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Das Bermudadreieck Angst, Depression und Schmerz“, Berlin, 10.10.2017, Veranstalter: Hexal
Duloxetin: DuloxHEXAL®
Pregabalin: PregabaHEXAL®

Obstruktive und zentrale Schlafapnoe
Schlafbezogene Atemstörungen mit kardiovaskulären Folgen

Die Schlafapnoe ist einer der wichtigsten modifizierbaren kardiovaskulären Risikofaktoren. Während des Schlafs führen die Atemstörungen zu intermittierender Hypoxie, oxidativem Stress, Sympathikus-Aktivierung und endothelialer Dysfunktion. Infolge steigt das Risiko für Hypertonie, Herzinsuffizienz und andere kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Schlafapnoe zu behandeln, ist allerdings oft eine Herausforderung.

Quelle: Javaheri S et al.: Sleep apnea. J Am Coll Cardiol 2017; 69(7): 841-58

Chronische Insomnie
Internettherapie ist nachhaltig wirksam

Zur Behandlung von chronischer Insomnie empfehlen aktuelle Leitlinien eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT-I). Die Zahl der dafür geschulten Therapeuten ist jedoch gering. Eine gute Alternative stellen möglicherweise interaktive CBT-I-Programme im Internet dar. Aktuelle Einjahresdaten bestätigen das.

Quelle: Ritterband LM et al.: Effect of a web-based cognitive behavior ... JAMA Psychiatry 2017; 74(1): 68-75

Schlafmedizin
Repetitive Arousals verändern die Herzfrequenzvariabilität

Ein erholsamer Schlaf ist eine unabdingbare Voraussetzung für das körperliche Wohlergehen. Wird der Schlaf chronisch gestört, so hat das negative Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem und somit auch auf die Gefäßwand.

Quelle: Wu Y et al.: Cardiovascular consequences of ... BioMed Res Int 2017, 2017: 4213861

Praxis-Tipps zum Benzodiazepin-Entzug
Schrittweise und ggf. mit Psychopharmaka

Für den Benzodiazepin-Entzug existieren heute klare und evidenzbasierte Therapiestandards. Es sollte eine schrittweise Dosisreduktion über einen mehrwöchigen Zeitraum präferiert werden. Die begleitende Psychopharmakotherapie erfolgt symptomorientiert. In der Psychotherapie ist neben Aufklärung und Psychoedukation der Einsatz verhaltenstherapeutischer und motivationsfördernder Ansätze vielversprechend.

Quelle: Soyka M: Treatment of benzodiazepine dependence. N Engl J Med 2017; 376: 1147-57

Schnelltest zum Nachweis von Heroingebrauch validiert

Um bei Patienten in Substitutionstherapie mit Methadon, Levomethadon oder Buprenorphin einen beigebrauch von Heroin nachzuweisen, stützte man sich bisher meist auf den Nachweis von Morphin als Heroin-Abbauprodukt. Bei einer Substitutionstherapie mit Dihydrocodein und dem seit 2015 verfü...

Chronischer Schwindel
Gleichgewichtsübungen statt Medikamente

Patienten von chronischen Schwindelsymptomen zu befreien, ist oft eine Herausforderung. In den meisten Fällen greift der Allgemeinarzt für die Behandlung off-label zu dem Antivertiginosum Betahistin. Dies sollte sich einer aktuellen Studie zufolge aber ändern, denn viel mehr Evidenz gibt es für die vestibuläre Rehabilitation. Nicht umsonst wird diese auch von mehreren Fachgesellschaften zur Therapie des chronischen Schwindels empfohlen.

Quelle: Van Vugt VA et al.: Chronic vertigo: treat with exercise, not drugs. BMJ 2017; 358: j3727

Andauernde Kontroverse
Helfen E-Zigaretten beim Aufhören?

Die wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich nach wie vor nicht einig, ob E-Zigaretten hilfreich sind, wenn es um den Versuch geht, mit dem Rauchen (echter glimmender Tabakzigaretten) aufzuhören. Aus einer der größten US-Datenbanken wurde nun eine Erkenntnis destilliert, die aber immer noch Fragen offen lässt.

Quelle: Zhu SH et al.: E-cigarette use and associated changes in population smoking cessation: evidence from US current population surveys. BMJ 2017; 358: j3262

Cybercycling für Kinder mit Verhaltensstörungen
Bessere Arbeitsweise im Klassenzimmer

Kann Cybercycling bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten Arbeitsweise und Selbstregulation im Klassenzimmer verbessern? Diese Frage stellten sich US-amerikanische Wissenschaftler im Rahmen einer Cross-over-Studie.

Quelle: Bowling A et al.: Cybercycling effects on classroom behavior in children with behavioral health ... Pediatrics 2017; doi: 10.1542/peds.2016-1985)

Seltene Migränevariante
Propofol beendet Verwirrtheitszustand

Zufällig entdeckte ein Ärzteteam aus Tokio, dass niedrigdosiertes Propofol den Verwirrtheitszustand bei einer seltenen Migäneform besserte. Wahrscheinlich beruht der Effekt auf einer Suppression der kortikalen Streudepolarisation, ein dieser seltenen Migräneform zugrundliegender Mechanismus.

Quelle: Sato K et al.: Low-dose intravenous propofol as a possible ... Am J Emerg Med 2017; doi:10.1016/ j.ajem.2016.06.104

Methadon- oder Buprenorphin-Substitutionstherapie
Deutliche Reduktion der Mortalitätsraten

In einer Metaanalyse wurden bei Menschen mit Opioidabhängigkeit die Mortalitätsraten während und nach einer Substitutionstherapie mit Methadon oder Buprenorphin untersucht. Außerdem sollten die jeweiligen Risikotrends aufgezeigt werden.

Quelle: Sordo L et al.: Mortality risk during and after opioid substitution treatment: systematic review and meta- analysis of cohort studies. BMJ 2017; 357: j1550, doi: 10.1136/bmj.j1550

Körperliche Aktivität
Keine neuroprotektive Wirkung

Reduziert körperliche Aktivität in der Mitte des Lebens das Risiko für eine Demenz? Ist die präklinische Phase der Demenz durch den Rückgang körperlicher Aktivität gekennzeichnet? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer prospektiven Kohortenstudie.

Quelle: Sabia S et al.: Physical activity, cognitive decline, and risk of dementia: 28 year follow-up of Whitehall II cohort study. BMJ 2017; 357: 2709, doi: 10.1136/ bmj.j2709

Parkinson-Erkrankung
Add-on-Medikament zur effizienten Feineinstellung

Mit Safinamid steht ein Medikament bei der Parkinson-Erkrankung (PD) als Add-on zu Levodopa zur Verfügung, welches milde Wirkfluktuation spürbar verbessert und die Off-Zeit signifikant reduziert. „Die Off-Zeit ist für Patienten mit fortgeschrittener PD besonders belastend“, betonte Prof. Heinz Reichmann, Dresden, auf einem Symposium von Zambon. Die Wirkung von Safinamid, die auch nicht-motorische Symptome umfasst, ist dabei dem einzigartigen dualen Wirkmechanismus geschuldet.

Quelle: Symposium:„Safinamid – Neue Chancen und Möglichkeiten zur Verbesserung motorischer und nichtmotorischer Symptome beim M. Parkinson“, im Rahmen des 90. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Leipzig, 22.9.2017, Veranstalter: Zambon Safinamid: Xadago® (D, A, CH)

Ein gutes Zeichen
Befreiungsschwindel nach BPPV-Manöver

Bei einem benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (BPPV) können Lagerungsmanöver (auch Repositionsmanöver genannt) helfen. Manchmal ist der Schwindel nach einer solchen Behandlung kurzzeitig schlechter als vorher. Das ist aber ein gutes prognostisches Zeichen, wie nun Autoren aus Italien berichteten.

Quelle: Tirelli G et al.: Liberatory vertigo: a new prognostic factor ... Am J Emerg Med 2016; 34: 1548-51

Nach akutem Schlaganfall
Lagerung beeinflusst Therapieerfolg nicht

Welche Lagerung des Patienten – liegend oder aufrecht – wirkt sich in den ersten 24 Stunden nach einem Schlaganfall positiv auf den Therapieerfolg aus? Diese Frage stand im Fokus einer großen Cluster-randomisierten Crossover-Studie.

Quelle: Anderson CS et al.: Cluster-randomized, crossover trial of head ... N Engl J Med 2017; 376: 2437-47

Nebeneffekt von Adipositas
Gestörte Hand-Augen- Koordination

Häufig wird bei Adipösen eine gewisse Ungeschicklichkeit beobachtet. Beispielsweise tun sich einige Betroffene schwer, sich ihre Schnürsenkel zu binden oder ein Formular zu unterschreiben. Zum Teil ist ihnen einfach ihre Körpermasse im Weg. Einer Studie zufolge besteht bei stark Übergewichtigen aber auch ein nachweisbares Defizit in der Hand-Augen-Koordination.

Quelle: Gaul D et al.: Impaired visual motor coordination in obese adults. J Obes 2016; 2016:6178575

Major Depression bei älteren Erwachsenen
Wie sieht das Therapiemanagement aus?

In einem Review wurde untersucht, wie Depressionen bei älteren, gebrechlichen und multimorbiden älteren Menschen am besten angegangen werden. Als am effektivsten erwies sich die medikamentöse Therapie.

Quelle: Kok RM, Reynolds CF: Management of depression in older adults. A review. JAMA 2017; 317: 2114-44

Phase-2-Daten zu Erenumab bei chronischer Migräne veröffentlicht

Im Fachmagazin Lancet Neurolgy wurde nun eine Phase-2-Studie zum CGRP-Rezeptor-Inhibitor Erenumab veröffentlicht. In die Studie eingeschlossen waren 667 Patienten mit chronischer Migräne und initial etwa 18 Migräne-Tagen pro Monat. Über zwölf Wochen erhielten die Patienten ...

Safinamid als Zusatztherapie
Dualer Ansatz bessert Motorik und nicht-motorische Symptome

Fortgeschritten erkrankte Parkinson-Patienten benötigen oft eine Kombinationstherapie. Von dem dual, auf dopaminerge und nicht-dopaminerge Transmittersysteme wirkenden Safinamid als Add-on können Patienten mit motorischen Fluktuationen wie Wearing- off umfassend profitieren. Dass auch nicht-motorische Symptome (NMS) gebessert werden, erläuterten nun Parkinson-Spezialisten auf einem von Zambon unterstützten Satellitensymposium.

Quelle: Symposium: „Parkinson-Therapie mit Safinamid – Dualer Wirkansatz zur Verbesserung nichtmotorischer und motorischer Symptome“, Baden-Baden, 5.5.2017, im Rahmen des 10. Deutschen Kongress für Parkinson und andere Bewegungsstörungen (DPG), Veranstalter: Zambon Safinamid: Xadago® (D, A, CH)

Obstruktive Schlafapnoe (OSA)
Ist ein Screening überhaupt sinnvoll?

Etwa 16% aller Erwachsenen in den USA leiden an schwerer obstruktiver Schlafapnoe (OSA). Ob und wie ein Screening asymptomatischer Patienten sinnvoll ist, versuchte nun die US Preventive Task Force (USPSTF) zu klären.

Quelle: Jonas et al.: US Preventive Task Force: Screening for obstructive sleep apnea ... JAMA 2017; 317: 415-33

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