Neurologie

Safinamid wirkt auf Motorik, NMS und Lebensqualität
Praxiserfahrungen entsprechen Studiendaten

Das dual wirkende Safinamid kann bei Parkinson-Patienten die Motorik, Fluktuationen und auch nicht-motorische Symptome (NMS) wie Schmerzen bessern. Dass dabei die Ergebnisse klinischer Studien dem Behandlungsalltag entsprechen, wurde jetzt auf der von Zambon unterstützten internationalen „Parkinson-Akademie“ bestätigt.

Quelle: Fachpressekonferenz:„Parkinson-Akademie“, Barcelona, 1.2.2018, unterstützt von Zambon; Safinamid: Xadago®

Morbus Parkinson
Koffein als zuverlässiger früher Biomarker

Biomarker, die eine Krankheit und deren Verlauf charakterisieren, werden für schwierig diagnostizierbare Erkrankungen wie das Parkinson-Syndrom dringend benötigt. Können die Serumspiegel von Koffein bzw. seinen Metaboliten als Biomarker zur Frühdiagnose des Morbus Parkinson herangezogen werden?

Quelle: Fujimaki MJ et al.: Serum caffeine and metabolites are ... Neurology 2018; 90: e404-e411

Safinamid bei Morbus Parkinson
Stimmung und Depression anhaltend gebessert

Parkinson-Patienten leiden sehr häufig unter nichtmotorischen Symptomen (NMS), die sich oft schwer behandeln lassen und die Lebensqualität der Patienten verschlechtern. Dies umfasst Antriebsarmut, Anhedonie und Stimmungsstörungen bis hin zur klinischen Depression. Die Studienlage zu dem innovativen, dopaminerg und nicht-dopaminerg wirkenden Safinamid wurde jetzt durch eine aktuelle Publikation zu den Effekten auf affektive NMS ergänzt: Das als Add-on zu L-Dopa eingesetzte Medikament beeinflusst nicht nur die motorischen Fluktuationen, relevante Dyskinesien und die gesamte Motorik, es kann auch Stimmung und Depression der Patienten anhaltend verbessern. 

Quelle: Cattaneo C et al.: Long-term effects of safinamide on mood fluctuations in Parkinson‘s disease. J Parkinsons Dis 2017; 7(4): 629-34

Morbus Parkinson
Die Erkrankung beginnt im Darm

Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass das Darmmikrobiom die Gehirnaktivität beeinflusst, und zwar über die Mikrobiom-Darm-Hirn-Achse. Diese Achse spielt bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen wie dem Morbus Parkinson eine wichtige Rolle. Kann eine Dysfunktion der Mikrobiom-Hirn-Achse als Biomarker zur frühen Diagnose der Parkinson-Erkrankung herangezogen werden?

Quelle: non-invasive early diagnostic biomarkers in the pathophysiology of parkinson`s disease: a critical review. J Neurogastroenterol Motil 2018, 24(1): 30-42

Patienten zeigen nicht immer die typischen Symptome
Migräne und ihre Vorboten erkennen

Obwohl Migräne eine weit verbreitete Volkskranheit ist, findet sie im allgemeinen Gesundheitswesen nur wenig Beachtung. Sie richtig zu erkennen, ist auch nicht immer einfach, denn die Kopfschmerzattacken können in ihrer Frequenz und Schwere stark variieren. Umso wichtiger ist es daher, die charakteristischen Vorboten zu identifizieren und frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Quelle: Charles A: Migraine. N Engl J Med 2017; 277(6): 553-61

Motorik, NMS, NPS und MCI
Was reduziert die Lebensqualität am stärksten?

Nicht-motorische Symptome (NMS) der Parkinson-Krankheit können sich auf die Lebensqualität negativer auswirken als die motorischen Beeinträchtigungen. Jetzt wurden von Schweizer Neurologen die Korrelationen von neuropsychiatrischen Symptomen (NPS) wie Depression und Angst und einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (Mild cognitive impairment, MCI) untereinander und mit der Lebensqualität geprüft.

Quelle: Wiesli D et al.: Influence of mild cognitive impairment, depression, and anxiety on the quality of life of patients with parkinson disease. Dement Geriatr Cogn Dis Extra 2017; 7(3): 297-308

Chronischer Schwindel
Gleichgewichtsübungen statt Medikamente

Patienten von chronischen Schwindelsymptomen zu befreien, ist oft eine Herausforderung. In den meisten Fällen greift der Allgemeinarzt für die Behandlung off-label zu dem Antivertiginosum Betahistin. Dies sollte sich einer aktuellen Studie zufolge aber ändern, denn viel mehr Evidenz gibt es für die vestibuläre Rehabilitation. Nicht umsonst wird diese auch von mehreren Fachgesellschaften zur Therapie des chronischen Schwindels empfohlen.

Quelle: Van Vugt VA et al.: Chronic vertigo: treat with exercise, not drugs. BMJ 2017; 358: j3727

Cybercycling für Kinder mit Verhaltensstörungen
Bessere Arbeitsweise im Klassenzimmer

Kann Cybercycling bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten Arbeitsweise und Selbstregulation im Klassenzimmer verbessern? Diese Frage stellten sich US-amerikanische Wissenschaftler im Rahmen einer Cross-over-Studie.

Quelle: Bowling A et al.: Cybercycling effects on classroom behavior in children with behavioral health ... Pediatrics 2017; doi: 10.1542/peds.2016-1985)

Seltene Migränevariante
Propofol beendet Verwirrtheitszustand

Zufällig entdeckte ein Ärzteteam aus Tokio, dass niedrigdosiertes Propofol den Verwirrtheitszustand bei einer seltenen Migäneform besserte. Wahrscheinlich beruht der Effekt auf einer Suppression der kortikalen Streudepolarisation, ein dieser seltenen Migräneform zugrundliegender Mechanismus.

Quelle: Sato K et al.: Low-dose intravenous propofol as a possible ... Am J Emerg Med 2017; doi:10.1016/ j.ajem.2016.06.104

Körperliche Aktivität
Keine neuroprotektive Wirkung

Reduziert körperliche Aktivität in der Mitte des Lebens das Risiko für eine Demenz? Ist die präklinische Phase der Demenz durch den Rückgang körperlicher Aktivität gekennzeichnet? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer prospektiven Kohortenstudie.

Quelle: Sabia S et al.: Physical activity, cognitive decline, and risk of dementia: 28 year follow-up of Whitehall II cohort study. BMJ 2017; 357: 2709, doi: 10.1136/ bmj.j2709

Parkinson-Erkrankung
Add-on-Medikament zur effizienten Feineinstellung

Mit Safinamid steht ein Medikament bei der Parkinson-Erkrankung (PD) als Add-on zu Levodopa zur Verfügung, welches milde Wirkfluktuation spürbar verbessert und die Off-Zeit signifikant reduziert. „Die Off-Zeit ist für Patienten mit fortgeschrittener PD besonders belastend“, betonte Prof. Heinz Reichmann, Dresden, auf einem Symposium von Zambon. Die Wirkung von Safinamid, die auch nicht-motorische Symptome umfasst, ist dabei dem einzigartigen dualen Wirkmechanismus geschuldet.

Quelle: Symposium:„Safinamid – Neue Chancen und Möglichkeiten zur Verbesserung motorischer und nichtmotorischer Symptome beim M. Parkinson“, im Rahmen des 90. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Leipzig, 22.9.2017, Veranstalter: Zambon Safinamid: Xadago® (D, A, CH)

Ein gutes Zeichen
Befreiungsschwindel nach BPPV-Manöver

Bei einem benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (BPPV) können Lagerungsmanöver (auch Repositionsmanöver genannt) helfen. Manchmal ist der Schwindel nach einer solchen Behandlung kurzzeitig schlechter als vorher. Das ist aber ein gutes prognostisches Zeichen, wie nun Autoren aus Italien berichteten.

Quelle: Tirelli G et al.: Liberatory vertigo: a new prognostic factor ... Am J Emerg Med 2016; 34: 1548-51

Nach akutem Schlaganfall
Lagerung beeinflusst Therapieerfolg nicht

Welche Lagerung des Patienten – liegend oder aufrecht – wirkt sich in den ersten 24 Stunden nach einem Schlaganfall positiv auf den Therapieerfolg aus? Diese Frage stand im Fokus einer großen Cluster-randomisierten Crossover-Studie.

Quelle: Anderson CS et al.: Cluster-randomized, crossover trial of head ... N Engl J Med 2017; 376: 2437-47

Nebeneffekt von Adipositas
Gestörte Hand-Augen- Koordination

Häufig wird bei Adipösen eine gewisse Ungeschicklichkeit beobachtet. Beispielsweise tun sich einige Betroffene schwer, sich ihre Schnürsenkel zu binden oder ein Formular zu unterschreiben. Zum Teil ist ihnen einfach ihre Körpermasse im Weg. Einer Studie zufolge besteht bei stark Übergewichtigen aber auch ein nachweisbares Defizit in der Hand-Augen-Koordination.

Quelle: Gaul D et al.: Impaired visual motor coordination in obese adults. J Obes 2016; 2016:6178575

Phase-2-Daten zu Erenumab bei chronischer Migräne veröffentlicht

Im Fachmagazin Lancet Neurolgy wurde nun eine Phase-2-Studie zum CGRP-Rezeptor-Inhibitor Erenumab veröffentlicht. In die Studie eingeschlossen waren 667 Patienten mit chronischer Migräne und initial etwa 18 Migräne-Tagen pro Monat. Über zwölf Wochen erhielten die Patienten ...

Safinamid als Zusatztherapie
Dualer Ansatz bessert Motorik und nicht-motorische Symptome

Fortgeschritten erkrankte Parkinson-Patienten benötigen oft eine Kombinationstherapie. Von dem dual, auf dopaminerge und nicht-dopaminerge Transmittersysteme wirkenden Safinamid als Add-on können Patienten mit motorischen Fluktuationen wie Wearing- off umfassend profitieren. Dass auch nicht-motorische Symptome (NMS) gebessert werden, erläuterten nun Parkinson-Spezialisten auf einem von Zambon unterstützten Satellitensymposium.

Quelle: Symposium: „Parkinson-Therapie mit Safinamid – Dualer Wirkansatz zur Verbesserung nichtmotorischer und motorischer Symptome“, Baden-Baden, 5.5.2017, im Rahmen des 10. Deutschen Kongress für Parkinson und andere Bewegungsstörungen (DPG), Veranstalter: Zambon Safinamid: Xadago® (D, A, CH)

Alzheimer und Parkinson
Nicht durch Blut übertragbar

Ähnlich wie bei einigen hoch ansteckenden Erkrankungen kommt es bei Alzheimer und M. Parkinson zur Bildung falsch gefalteter Proteine. In diesem Fall können Rezipienten von Bluttransfusionen aber aufatmen, denn Alzheimer und Parkinson sind aktuellen Daten zufolge mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch Blut übertragbar.

Quelle: Lyon J: Study suggests alzheimer and parkinson disease are not ... JAMA 2017; 317(2): 123-4

Nicht-demente ältere Menschen
Amyloidlast und Einsamkeit korrelieren

Studien haben gezeigt, dass das subjektive Gefühl der sozialen und emotionalen Isolierung mit einem erhöhten Risiko für eine Demenz assoziiert ist. Trifft dieser Zusammenhang auch für die kortikale Amyloidlast, ein früher Biomarker für die Alzheimer-Demenz, und selbstberichteter Einsamkeit zu?

Quelle: Donovan NJ et al.: Association of higher cortical amyloid burden with loneliness in cognitively normal older adults. Jama Psychiatry 2017 [doi:10.1001/jamapsychiatry. 2016.2657, Epub: 2. Nov. 2016]

Hypophysenadenome sind häufig
Meist ist die Resektion indiziert

Bei unselektierten Autopsien findet man in etwa 10% der Fälle ein Hypophysenadenom. Viele machen sich zu Lebzeiten des Patienten nicht bemerkbar, aber sie können auch zu Verdrängungserscheinungen oder – wenn sie Hormone sezernieren – zu entsprechenden endokrinen Krankheitsbildern führen.

Quelle: Molitch ME: Diagnosis and treatment of pituitary adenomas. A review. JAMA 2017; 317: 516-24

Klinische Entscheidungshilfe
Wann gilt Parkinson als fortgeschritten?

Die typischen Symptome eines Morbus Parkinson sind wohl der breiten Masse der Mediziner bekannt. Wozu es aber kaum Konsens gibt ist die Frage, wann man von einer „fortgeschrittenen Parkinsonerkrankung“ (APD, advanced Parkinson disease) sprechen sollte. In einem Delphi-Verfahren fand man nun praxistaugliche Definitionen.

Quelle: Luquin MR et al.: Consensus on the definition of advanced ... Parkinsons Dis 2017; 2017: 4047392

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