Schmerz

FDA-Zulassung für Erenumab zur Migräne-Prophylaxe

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Erenumab als ersten monoklonalen gegen den CGRP-R (Calcitonin Gene Related Peptide Receptor) gerichteten Antikörper spezifisch zur Migräneprophylaxe zugelassen. Der Wirkstoff wird monatlich per Autoinjektor subcutan verabreicht.

Die ...

Plazebo-Effekte je nach Symptom
Bei Schmerzen Spritzen, bei Jucken Salben

Wie groß der Plazebo-Effekt eines Analgetikums eingeschätzt wird, hängt auch von deren Darreichungsform ab. Zum Beispiel werden Plazebo-Injektionen häufig als wirksamer empfunden als Plazebo-Tabletten. Es gibt aber noch weitere solcher Schein-Effekte, und bei Juckreiz sieht die Sache nochmal ganz anders aus.

Quelle: Peerdeman KJ et al.: Expectations about the effectiveness of pain ... Eur J Pain 2018; 22: 774-83

Fragebogen für Demenzkranke
Nonverbale Beurteilung von Schmerzen

Um den Schmerzstatus bei schwer dementen Menschen einzuschätzen, muss man sich auf nonverbale Informationen verlassen. Eine sehr zuverlässige Evaluation gelingt mit dem Facial Action Coding System (FACS), das bis zu 44 Gesichtsmerkmale berücksichtigt. Mit der für den Klinikeinsatz ausgelegten Pain Assessment Checklist for Limited Ability to Communicate-II (PACSLAC II) gelingt dies deutlich schneller und nach neuen Daten auch mindestens genauso gut.

Quelle: Hadjistavropoulos T et al.: Pain in severe ... Eur J Pain 2018; Epub Dez 16; doi: 10.1002/ejp.1177

Chronische neuropathische Schmerzen
Gabapentin wirkt gut

Neuropathische Schmerzen resultieren aus fehlangepassten Nervenreaktionen und betreffen einen von 14 Erwachsenen. Klinisch signifikante Therapieerfolge werden allgemein nur von wenigen Patienten erreicht. Gabapentin wirkt nach aktueller Datenlage allerdings recht zuverlässig.

Quelle: Moore A et al.: Gabapentin for chronic neuopathic pain. JAMA 2018; 319(8): 818-9

Rücken- und Arthrose-Schmerz
Opioide oder Nicht-Opioide?

Gegen Schmerzen des Bewegungsapparates werden zunehmend Opioide eingesetzt. Ihre Überlegenheit gegenüber anderen Analgetika ist allerdings nicht hinreichend belegt, das Risiko schwerer Nebenwirkungen jedoch durchaus.

Quelle: Krebs EE et al.: Effect of opioid vs nonopioid medications on pain-related function ... The SPACE randomized clinical trial. JAMA 2018; 319: 872-882

Volksleiden Ischias
Welche Schmerzmittel helfen wirklich?

Die Ischialgie ist eines der häufigsten gesehenen Krankheitsbildern in der Primärversorgung. Das wichtigste Therapieziel ist eine schnelle und effektive Schmerzlinderung. Die Wahl des richtigen Analgetikums ist aber gar nicht so einfach.

Quelle: Pinto RZ et al.: Which pain medications are effective for sciatica (radicular leg pain)? BMJ 2017; 359: j4248

Therapie-Optionen
Frühe Umstellung auf Tapentadol lohnt sich
Nach einer aktuellen Datenauswertung des DGS-Praxis Register Schmerz ist eine direkte Umstellung von WHO-Stufe-1-Analgetika auf Tapentadol besonders wirksam. Präsentiert wurden die Daten auf einer Veranstaltung von Grünenthal im Rahmen des diesjährigen Deutschen Schmerzund
...
Neue Optionen für die Prophylaxe
CGRP-Rezeptorblocker hält Migräne auf

Das trigeminovaskuläre System spielt bei der Pathogenese der Migräne eine wichtige Rolle. Genau an dieser Stelle setzen CGRP-Rezeptor-Antikörper wie Erenumab an. Phase-3- Daten belegen der neuen Substanz eine vielversprechende Wirkung.

Quelle: Symposium: „Auf den Spuren der Migräne – neue Therapieansätze“, Berlin, 16.3.2018, Veranstalter: Novartis Erenumab

Neues zu WHO-3-Opioiden
Optimierte Differenzialtherapie

Im Rahmen des diesjährigen Deutschen Schmerz- und Palliativtag der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) diskutierten Experten die Möglichkeiten und Grenzen der Schmerztherapie mit WHO-3-Opioiden. Im Mittelpunkt standen dabei aktuelle Real- World-Daten des DGS-PraxisRegister Schmerz.

Quelle: Symposium: „Schmerzmedizin 2020plus – Digitalen Fortschritt nutzen, analoge Individualität bewahren“, Frankfurt am Main, 9.3.2018, Veranstalter: Aristo Pharma Hydromorphon: Hydromorphon Aristo® (D), Hydromorphon Aristo long® (D)

Junge Frauen mit Reizdarmsyndrom
Migräne erhöht Rate schwerer Komorbiditäten

Weisen junge Patientinnen mit einem Reizdarmsyndrom (irritable bowel syndrom, IBS), die zusätzlich unter einer Migräne ohne Aura leiden, Besonderheiten hinsichtlich eventueller Komorbiditäten auf? Tatsächlich scheint es eine Verbindung zwischen IBS und Migräne ohne Aura zu geben, wie eine rumänische Pilotstudie zeigt.

Quelle: Georgescu DJ et al.: Migraine in young females with irritable bowel syndrome: still a challenge. Neuropsych Dis Treat 2018, 14: 21-8

Karpaltunnelsyndrom
Nicht immer gleich operieren!

Vermutlich steckt hinter den Beschwerden eines Karpaltunnelsyndroms (CTS) häufig mehr als „nur“ eine Kompression des Nerven. Vielmehr geht man heute davon aus, dass ein CTS auch ein komplexes Schmerzsyndrom verursachen kann, mit Sensibilisierungen, Hypersensitivität und Hyperalgesie – typische neuropathische Elemente also. Vielleicht wirkt eine multimodale manuelle Therapie dann genauso gut wie eine Operation?

Quelle: Fernández-de-la-Peñas C et al.: Effectiveness of manual therapy versus surgery in pain processing due to carpal tunnel syndrome: a randomized clinical trial. Eur J Pain 2017; 21: 1266-76

Eingebildete Schmerzlinderung
Plazebo wirkt auch am Gummi-Arm

Der klassische Plazebo-Effekt: Nach Auftragen einer wirkstoff-freien „Heilcreme“ auf den schmerzenden Arm empfindet der Patient weniger Schmerzen. Eine Studie zeigte nun, dass man die Creme dafür nicht mal auf den eigenen Arm auftragen muss – auf einem Gummi-Arm wirkt das Plazebo auch.

Quelle: Coleshill MJ et al.: Placebo analgesia from a rubber hand. J Pain 2017; 18(9): 1067-77

Aktualisierte Empfehlungen
Behandlung des Kreuzschmerzes

Nach zehn Jahren war es wirklich an der Zeit: Das American College of Physicians (ACP) aktualisierte seine Leitlinien zum akuten, subakuten und chronischen tiefen Rückenschmerz (LBP, low back pain; Kreuzschmerz; Lumbago).

Quelle: Wegener HC, Cifu AS: Treatment of low back pain. JAMA 2017; 318: 743-4

Chronische Schmerzen
Dicke Kinder bleiben eingeschränkt

Chronische Schmerzen erhöhen das Risiko für Übergewicht und umgekehrt. Tritt beides im Jugendalter gleichzeitig auf, kann das nachhaltige Folgen haben. Denn auch, wenn der Schmerz dicker Teenies therapeutisch gelindert werden kann, bleibt die körperliche Einschränkung oft erhalten.

Quelle: Stoner AM et al.: Obesity impedes functional improvement in youth with chronic pain: an intitial investigation. Eur J Pain 2017; 21: 1495-504

Schmerz und soziale Interaktion
Schmerz stärkt das Vertrauen ... bei Frauen

Studien haben gezeigt, dass Schmerz pro-soziales Verhalten, soziale Bindungen und die Kooperationsbereitschaft fördert. Neuen Daten zufolge steigt unter Schmerzen auch die Vertrauensbereitschaft – allerdings weniger aus Nächstenliebe.

Quelle: Wang C et al.: Physical pain increases interpersonal trust in females. Eur J Pain 2017; Epub Sep 14; doi: 10.1002/ejp.1111

Schmerzskala für ältere, demente Patienten
„Doloplus-2" evaluiert

Wenn ältere Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen wie z. B. Demenz unter Schmerzen leiden, können sie dies oft nicht adäquat artikulieren. Hier kann eine speziell für diese Situationen entwickelte, einfache Schmerzskala helfen.

Quelle: Rostad HM et al.: Measurement properties, feasibility and clinical utility of the Doloplus-2 pain scale in older adults with cognitive impairment: a systematic review. Geriatrics 2017; 17: 257

Akut-Analgesie
Ibuprofen wirkt besser mit Koffein

Ibuprofen ist ein bewährtes Mittel, um akute Schmerzen schnell verschwinden zu lassen. Bei einer Dosis von 400 mg erreicht die analgetische Wirkung allerdings ihr Maximum. In Kombination mit Koffein lässt sich die Wirkung aber verstärken.

Quelle: Weiser T et al.: Efficacy and safety of a fixed-dose combination of ibuprofen and caffeine in the management of moderate to severe dental pain after third molar extraction. Eur J Pain 2017; Epub Aug 14; doi: 10.1002/ejp.1068

Statine und Muskelschmerzen
Schuld ist ein gestörter Laktattransport

Die Zahl der berichteten Arzneimittelnebenwirkungen steigt. Hinsichtlich Störungen des Muskel-Skelett-Systems sind vor allem Statine ins Kreuzfeuer geraten. Die angegebenen Symptome reichen dabei von leichten Muskelschmerzen bis hin zu lebensbedrohlicher Rhabdomyolyse. Forscher haben nun herausgefunden, wie die Probleme wahrscheinlich zustande kommen.

Quelle: Leung YH et al.: Study of statin- and loratadine- induced muscle pain mechanisms using ... Pharmaceutics 2017; 9(4): E42

Krebsbedingte Schmerzen
Opioiddosierung nach Genprofil?

Die Analgesie bei krebsbedingten Schmerzen ist oft eine schwierige Angelegenheit. Denn einige Patienten benötigen eine erheblich höhere Opioid-Dosis als andere. Möglicherweise könnte ein genetischer Biomarker aber künftig Patienten mit schlechterem Ansprechen im voraus identifizieren.

Quelle: Matsuoka H et al.: Selection of opioids for cancer- related pain using a biomarker: a randomized, multi-institutional, open-label trial (RELIEF study). BMC Cancer 2017; 17: 674

Patellofemorales Schmerzsyndrom
Eine Sache der Psyche

Patellofemorale Schmerzen gleichen in vielerlei Hinsicht einer Lumbalgie – die Prävalenz ist hoch, die Ursache häufig unbekannt und das Leiden oft chronisch. Ähnlich wie bei chronischen Rückenschmerzen spielt auch bei Schmerzen im vorderen Knie die Psyche vermutlich eine wichtige Rolle.

Quelle: Maclachlan LR et al.: The psychological features of patellofemoral pain: a systematic review. Br J Sports Med 2017; 51: 732-42

GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2018, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum