| Praxis-Depesche 7/2008

Akupunktur hilft bei chronischer Prostatitis und Beckenboden-Schmerzsyndrom

Chronische Prostatitis und chronisches Beckenboden-Schmerzsyndrom (CP / CPPS) treten weltweit mit einer Prävalenz von 2 bis 10% auf. Die Ätiologie liegt weitgehend im Dunkeln und die Zahl therapieresistenter Fälle ist hoch.

Die erste randomisiert und plazebokontrolliert durchgeführte Studie zur Effektivität von Akupunktur bei CP/CPPS wurde in Malaysia beauftragt. 89 Männer im Alter über 20 mit einem Score von > 15 auf der NIH-Chronische Prostatitis-Symp­tomen­komplex-Skala und Beschwerden während mindestens drei der vorangegangenen sechs Monate wurden zehn Wochen lang zweimal wö­chentlich 30 Minuten lang behandelt. Dabei erhielt die Verum-Gruppe eine Akupunktur an vier echten Akupunkturpunkten, die Plazebo-Gruppe eine Scheinakupunktur. Es erfolgte keine zusätzliche Therapie mit Nadelstimulation, Kräutern oder Hilfsstoffen.

74% der Akupunktur-Patienten, aber nur 47% in der Scheinakupunktur-Gruppe sprachen auf die Behandlung an. Ein Langzeiterfolg 24 Wochen nach Beendigung der Therapie war bei 32% der tatsächlich Akupunktierten, aber nur bei 13% der Schein­akupunktierten zu verzeichnen.

Patienten mit chronischer Prostatitis und Beckenboden-Schmerzsyndrom profitieren also von Akupunktur, auch langfristig. Diese Erfolgsrate ist höher als bei konventionellen Therapiemethoden des CP/CPPS. (Ko)

Quelle: Lee, SW: Acupuncture versus sham acupuncture for chronic prostatitis/chronic pelvic pain, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 121 (2008), Seiten: 79. e1-7

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