Niereninsuffizienz, Tumorleiden

Praxis-Depesche 7/2003

Anämie-Korrektur bessert die Prognose

Die Bedeutung der Anämie für Lebensqualität und Prognose bei chronischer Nierenschädigung oder Tumoren wird nach wie vor unterschätzt. Mit Epoetin beta lässt sich diese schwerwiegende Folgeerkrankung sicher beheben.

Die Anämie, die Patienten mit chronischer Nierenerkrankung zu schaffen macht, sollte nicht erst mit Beginn der Dialysepflichtigkeit behandelt werden. Sie beeinträchtigt die physischen und kognitiven Fähigkeiten des Patienten. Eine Anämie führt auch zu einem Anstieg des linksventrikulären Masse-Index (LVMI). Mit einem höheren Hämoglobin lassen sich kardiovaskuläre Funktion und die Prognose verbessern. Derzeit wird dieser Effekt von rekombinantem Erythropoeitin bei renaler Anämie in einer großen Studie untersucht. Bei Tumorpatienten wird die Anämie noch viel mehr vernachlässigt als bei niereninsuffizienten Patienten. Der Nutzen von Erythropoietin auf Lebensqualität und Symptome ist gleichwohl unbestritten. Vorteile für die Prognose und das Ansprechen der Tumortherapie erscheinen wahrscheinlich und werden ebenfalls mit Epoetin beta untersucht. Epoetin beta wurde kürzlich zur einmal wöchentlichen Applikation zugelassen. Wirksamkeit und Sicherheit sind im Vergleich zur bisherigen dreimal wöchentlichen Applikation unverändert, die Kosten günstiger. Seit ein paar Jahren kommt es im Zusammenhang mit einer anderen Substanz, dem Epoetin alfa, gehäuft zum Auftreten von Erythroblastopenie (pure red cell aplasia, PRCA). Dieses Problem trat bei Epoetin beta um den Faktor 50 seltener auf. Aus Sicht der Zulassungsbehörden ist Epoetin beta weiterhin uneingeschränkt für die subkutane und intravenöse Applikation einsetzbar. (MB)

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