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Analfissuren: Diagnose und Behandlung

Analfissuren können in jedem Lebensalter auftreten, betreffen jedoch am häufigsten Erwachsene ab 50 Jahren. Sie können sowohl akut als auch chronisch sein.

Die Analfissur ist ein häufiges Problem bei Patienten, die sich Hausärzten vorstellen. Die richtige Diagnose kann in der Regel allein anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung gestellt werden.
Ungefähr die Hälfte der Patienten mit Analfissur reagiert auf eine Fasernahrungsergänzung als stuhlregulierende Maßnahme und lokales Einweichen in warmes Wasserbad, aber diejenigen mit schweren Symptomen, die auf ein medizinisches Management nicht ansprechen, wie z. B. topische Kalziumkanalblocker (Diltiazem, Nifedipin) oder lokal angewendete Nitrate, erfordern möglicherweise einen chirurgischen Eingriff mit einer lateralen internen Sphincterotomie. Diese OP kann Heilungsraten von über 90 % erzielen, birgt aber das Risiko, dass die Erkrankung rezidiviert (6 %) oder eine anale Inkontinenz (3,4-4,4 %) resultiert.
Diltiazem (2 %) Creme wird drei Mal pro Tag für 8 Wochen aufgetragen. Die Behandlung erzielt Heilungsraten von 65-95 %. Wegen der Nebenwirkung der nitrat-induzierten Kopfschmerzen, gibt man bei der topischen Therapie Kalziumkanalblockern den Vorzug.
Eine Senkung des inneren Analtonus lässt sich ebenfalls durch einmalige Injektion von Botulinumtoxin direkt in den inneren Analsphinkter erreichen. Diese ist zwar nicht so effektiv wie eine Operation in der Langzeitperspektive, aber mit einer Dosis von 20 Einheiten werden so bei Analfissuren Heilungsraten von 60-76% erreicht. GFI

Quelle:

Lu Y et al.: Diagnosis and treatment of anal fissures in 2021. JAMA 2021; doi:10.1001/jama2020.16705

 

ICD-Codes: K60.2
Urheberrecht: staras_adobestock
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