Typ-2-Diabetes

Praxis-Depesche 7/2017

Auch die Epigenetik spielt eine Rolle

Ein entscheidender Faktor bei der Manifestation eines Typ-2-Diabetes ist neben den Genen die Ernährung. Letztere wirkt aber nicht nur über die Insulinschiene. Vielmehr dürften auch epigenetische Einflüsse eine Rolle spielen.

Entscheidend für die Manifestation eines Typ-2-Diabetes sind neben der Genetik vor allem Umweltfaktoren und der Lifestyle, insbesondere die Ernährung. Letztere spielt nicht nur eine Rolle im Hinblick auf Übergewicht und der daraus resultierenden Insulinresistenz. Vielmehr wirken Nahrungsbestandteile auch über Interaktionen mit den Genen, also auf der epigenetischen Ebene. Solche Ernährungs- induzierten epigenetischen Veränderungen, z. B. über eine Methylierung von Genen, verändern die Genexpression und können somit entweder protektiv oder manifestationsfördernd wirken.
Für viele Nahrungsmittel bzw. Inhaltsstoffe konnte in experimentellen Studien eine solche epigenetische Wirkung nachgewiesen werden. Dazu gehören Flavonoide, Phenole, Aminosäuren und auch Vitamine. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass ein Mangel an Vitamin D die Insulinsekretion und die Insulinsensitivität verschlechtert. Bisher konnte jedoch nicht zweifelsfrei belegt werden, dass durch Substitution dieses Vitamins das Diabetesrisiko gesenkt werden kann. Auch gibt es Hinweise darauf, dass die mütterliche Ernährung in der Schwangerschaft das metabolische Genprofil beim Foeten in utero beeinflusst. Die Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft hat also Auswirkungen darauf, ob das Kind im späteren Leben an Typ-2-Diabetes erkrankt.
Die Manifestation des Typ-2-Diabetes wird also letztendlich von komplexen Wechselwirkungen zwischen Genen, Ernährung und Epigenetik bestimmt. Und dabei stellt sich immer die Frage: Was ist Henne und was ist Ei? PS
Quelle:

Ortega Á et al.: Gene-diet interactions in type 2 diabetes: the chicken and egg debate. Int J Mol Sci 2017; 18(6): E1188

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