Sport und Sexualfunktion | Praxis-Depesche 6/2020

Begünstigt Radfahren Erektionsstörungen?

Das Fahrrad erfreut sich großer Beliebtheit. Für Männer kann das Sitzen auf dem Sattel allerdings unangenehme Folgen haben: US-Forscher fanden heraus, dass Radfahren möglicherweise Sexualfunktionsstörungen begünstigt.
Viele Männer klagen beim oder nach dem Radfahren über Schmerzen oder Missempfindungen im Becken oder dem Genitale. Um zu prüfen, ob diese Beschwerden für eine erektile Dysfunktion (ED) prädisponieren, befragten die Wissenschaftler 1.635 männliche Radfahrer zu ihrem Intimleben. 58 % der Studienteilnehmer waren älter als 50 Jahre. 30 % berichteten über Genitalschmerzen, 57 % über Taubheitsgefühle und 22 % über Erektionsstörungen. Ein Zusammenhang zwischen der Sattelform und genitalen Missempfindungen bestand nicht. Männer mit Sensibilitätsstörungen litten allerdings signifikant häufiger unter einer ED. Wer bereits innerhalb von einer Stunde nach dem Radfahren Taubheitsgefühle bemerkte, hatte dabei im Vergleich zu Männern, die erst nach fünf Stunden Beschwerden entwickelten, ein doppelt so hohes ED-Risiko. Schmerzen innerhalb der ersten Stunde nach dem Fahrradfahren erhöhten das Risiko um das 2,5-Fache. Angesichts potenziell negativer Auswirkungen auf die Sexualfunktion empfehlen die Wissenschaftler männlichen Sportlern, Maßnahmen zur Minimierung von Becken- und Genitalbeschwerden zu ergreifen. LO
Quelle: Balasubramanian A et al.: The association between pelvic discomfort and erectile dysfunction in adult male bicyclists. J Sex Med 2020; 17(5): 919-929. doi: 10.1016/j. jsxm.2020.01.0

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