Chirurgische Versorgung in den USA

Praxis-Depesche 8/2021

Behandlungsqualität am Wochenende tatsächlich schlechter

Angeblich existiert das Phänomen, dass Patienten, die am Wochenende behandelt werden, schlechter abschneiden als an Wochentagen. Das nennt man dann den „Wochenend-Effekt.“ Dieser soll vor allem bei der chirurgischen Versorgung von Patienten zum Tragen kommen.
Die Autoren wollten feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Wochentag und der Einhaltung der Abläufe besteht. Außerdem wollten sie Faktoren auf Krankenhausebene identifizieren, die mit der Einhaltung der Abläufe am Wochenende verknüpft sein könnten.
Es wurden 27.617 Patienten in die Untersuchung eingeschlossen, ihr mittleres Alter betrug 61,7 Jahre. Die Analyse begann im August 2018 und endete im Februar 2019. Es ging um elektive Eingriffe in der Kolorektal-Chirurgie in 362 amerikanischen Hospitälern.
Zu den Faktoren auf Krankenhausebene, die mit niedrigeren Adhärenz-Raten der Abläufe am Wochenende verbunden sind, gehören zu viele Krankenhausbetten, weniger Krankenschwestern und weniger Teilzeitkräfte pro Bett. Krankenhäuser mit weniger Krankenschwestern pro Bett bedeuteten am Wochenende für die Patienten, dass ihnen wahrscheinlich weniger mobilisierende Maßnahmen zukamen und auch seltener Katheter entfernt wurden.
Das Vorhandensein des Wochenend-Effekts legt nahe, dass sich chirurgische Qualität verbessern lässt, wenn genügend Krankenhaus-Ressourcen vorhanden sind und auch genutzt werden können. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist die Einhaltung von Protokollen und Abläufen wichtig und erfordert entsprechend ausgestattete Patientenversorgungs-Teams. NM
Quelle: Liu JY et al.: Association o of weekend effect with recovery after surgery. JAMA Surg 2020; 155(10): 988-990
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