Praxis-Depesche 4/2006

Bei leichter subklinischer Hypothyreose steigt das kardiovaskuläre Risiko nicht

Bei schwerer Hypothyreose ist das kardiovaskuläre Risiko deutlich erhöht. Ob auch schon bei subklinischer Hypothyreose mit vermehrten kardiovaskulären Ereignissen gerechnet werden muss, wird kontrovers diskutiert.

In einer US-Studie mit 2730 Männern und Frauen zwischen 70 und 79 Jahren lag bei 12,4% eine subklinische Hypothyreose vor (TSH > 4,5 mU/l). Im Follow-up von vier Jahren trat erst bei basalen TSH-Werten von mehr als 7 mU/l signifikant häufiger eine Herz­in­suf­fi­zienz auf als bei euthyreoten Personen. Das Risiko für andere kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität wurden durch die subklinische Hypothyreose nicht beeinflusst.

In einer australischen Studie war bei 5,6% von 2108 Personen zwischen 17 und 89 Jahren eine subklinische Hypothyreose (TSH > 4,0 mU/l bei normalem fT4) festgestellt worden. Personen mit TSH-Werten von mehr als 10 mU/l litten signifikant häufiger an KHK als Euthyreote oder jene mit leichter subklinischer Hypothyreose. Im Follow-up von 20 Jahren entwickelten erstere häufiger eine KHK.

Kommentar
Kommentar: Schon frühere Studien konnten keine Zusammenhänge zwischen subklinischer Hypothyreose und KHK-Risiko nachweisen. Bei Patienten mit leichter subklinischer Hypothyreose (TSH bis 7 mU/l) ist eine Thyroxin-Substitution zur KHK-Prophylaxe nicht indiziert.
Quelle: Rodondi, N: Subclinical hypothyroidism and the risk heart failure, other cardiovascular events, and death, Zeitschrift: ARCHIVES OF INTERNAL MEDICINE, Ausgabe 165 (2005), Seiten: 2460-2466: , Zeitschrift: , Ausgabe (): , Zeitschrift: , Ausgabe ()
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