Apoplex durch AF | Praxis-Depesche 9/2020

Bei Vorhofflimmern mit niedrigem Risiko lohnt die regelmäßige Nachuntersuchung

Vorhofflimmern (AF) ist die Hauptursache eines ischämischen Schlaganfalls und diese Art Schlaganfall hat eine schlechtere Prognose und ein höheres Rezidivrisiko als ein nicht mit AF verbundener Apoplex. Der CHA2DS2-VASc-Score wurde zur Prädiktion von Schlaganfällen validiert und bei einem Score von 0 (männlich) oder 1 (weiblich) wird noch keine antithrombotische Therapie empfohlen. Da aber AF-Patienten älter werden und mit der Zeit neue Ko-Morbiditäten entwickeln, zeigen etwa 90 % der ehemaligen „low-risk“-Patienten vor dem Schlaganfall einen Score ≥1.
Das Ziel dieser Studie war die Bestimmung der Ko-Morbiditäts-Inzidenz bei AF-Patienten mit niedrigem Risiko und deren Gebrauch von oralen Antikoagulanzien. Mit Hilfe einer Datenbank der koreanischen Krankenversicherung wurden 14.441 entsprechende Patienten identifiziert und über eine mittlere Beobachtungszeit von zwei Jahren analysiert. Als klinische Endpunkte wurden das Auftreten eines ischämischen Schlaganfalls, starke Blutungen, Tod jeglicher Ursache und die Kombination dieser Ereignisse festgelegt.
In dieser Kohorte entwickelten 29,1 % der männlichen und 30,3 % der weiblichen Patienten mindestens einen neuen Risikofaktor. Die Patienten dieser Gruppe, die orale Antikoagulanzien einnahmen, minderten deutlich und signifikant ihr Risiko für Schlaganfall (HR 0,62, männlich; HR 0,65, weiblich), Tod (HR 0,67, männlich; HR 0,82, weiblich) und auch bei dem kombinierten Endpunkt lag die HR unter 0,80.
 

 

Als Konsequenz fordern die Autoren die regelmäßige Nachuntersuchung der AF-Patienten und gegebenenfalls eine entsprechende Thromboseprophylaxe. VW
Quelle: Choi SY et al.: Anticoagulant therapy in initially low-risk patients with nonvalvular atrial fibrillation who develop risk factors. J Am Heart Assoc 2020; 9: e016271
ICD-Codes: I48

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