Brustkrebs-Chirurgie

Praxis-Depesche 1/2010

Bei welchen Frauen bleibt der Schmerz?

Anhaltender postoperativer Schmerz von relevantem Ausmaß kommt bei 10 bis 50% der Patienten vor, die sich einer Operation unterzogen, u. a. auch bei Brustkrebs. Die Pathophysiologie dieser Beschwerden ist komplex.

Dänische Onkologen gingen den Ursachen dieser Beschwerden nach. Datenbasis waren 3754 Frauen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren, die wegen Brustkrebs operiert worden waren. Ihnen schickte man 26 Monate postop. einen Fragebogen.

Von 3253 Frauen, die antworteten, gaben 1543 (47%) Schmerz an. Zu postoperativem Schmerz disponierten jüngeres Alter und adjuvante Bestrahlung, nicht aber Chemotherapie. Eine axilläre Lymphknoten-Dissektion führte eher zu Schmerz als eine Sentinel-LK-Exzision. Sensibilitätsstörungen wa­ren mit jüngerem Alter und axillärer Ausräumung assoziiert.

Postoperativer Schmerz und Missempfindungen waren demnach ein signifikantes Problem bei diesen Frauen. Wahrscheinlich handelt es sich um überwiegend neuropathischen Schmerz infolge von Läsionen von Interkostal- und Plexus-brachialis-Nerven. Nervenschonende OP-Methoden sollten erprobt werden. WE

Kommentar
?! Die Identifizierung von Risikofaktoren für postoperativen Schmerz kann zu Prophylaxe und gezielter Therapie beitragen. Wahrscheinlich spielen auch psychosoziale Faktoren eine Rolle für die Anfälligkeit dafür. Loftus LS et al.: Evaluating patients with chronic pain after breast cancer surgery. Ebd. 2034-2035
Quelle: Loftus LS: Evaluating patients with chronic pain after breast cancer surgery: the search for relief, Zeitschrift: JAMA : THE JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION, Ausgabe 302 (2009), Seiten: 2034-2035: , Zeitschrift: , Ausgabe ()
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