Klinisch isolierte Syndrome | Praxis-Depesche 10/2005

Bessere Prognose nach Optikusneuritis?

Bei den meisten Patienten beginnt die multiple Sklerose mit einem klinisch isolierten Syndrom (CIS), z. B. einer Optikusneuritis (ON).

320 CIS-Patienten wurden über median 39 Monate beobachtet. Unter den 123 Patienten mit ON war das Eingangs-MRT bei 49,2% ohne MS-Befund. Dies war bei Hirnstamm- und Rückenmarksyndromen (n = 78 bzw. 89) nur bei je 24% und bei anderen Syndromen (n = 30) lediglich bei 18,5% der Patienten der Fall. 37,4% aller Studienteilnehmer entwickelten eine MS. Sowohl klinisch (Poser-Kriterien) als auch anhand der zeitlichen und/oder örtlichen Dissemination der MS-Herde in der MRT (McDonald-Kriterien) zeigten die Patienten mit ON im Beobachtungszeitraum eine geringere MS-Konversionsrate: Die Odds bzw. Hazard Ratios für die anderen Lokalisationen betrugen gegenüber der ON als Referenz 1,5 bis 5,4. Wurden allerdings nur jene Patienten mit MS-Läsionsnachweis in der Eingangs-MRT ausgewertet, hatte die CIS-Topographie auf die Konversionsrate keinen wesentlichen Einfluss. Somit scheint die bessere Prognose der Patienten mit ON hauptsächlich darauf zurück zu führen zu sein, dass sie initial weniger häufig MS-Läsionen in der MRT aufwiesen. (bk)

Quelle: Tintore, M: Is optic neuritis more benign than other first attaks in multiple sclerosis?, Zeitschrift: ANNALS OF NEUROLOGY, Ausgabe 57 (2005), Seiten: 210-215

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