Kehlkopfkrebs

Praxis-Depesche 6/2008

Chirurgische Verfahren nicht außer Acht lassen!

Internationale Leitlinien zur Behan­d­lung des fortgeschrittenen Kehlkopfkrebses basieren auf Phase-II- und -III-Studien und den Erfahrungen des NCCN (National Comprehensive Cancer Network). Sie werden alle zwei Jahre neu aufgelegt, um Veränderungen in der Therapie zu berücksichtigen.

Therapieoptionen bei fortgeschrittenem Larynxkarzinom, dem häufigsten Krebs der oberen Atemwege, sind neben der totalen Laryngektomie neoadjuvante Chemotherapie, Strahlenbehandlung, Chemoradiation und Molekulartherapie (mit kleinmolekularen Tyrosinkinaseinhibitoren wie Gefitinib oder Erlotinib oder mit monoklonalen Antikörpern, die gegen den EGFR gerichtet sind, z. B. Cetuximab). Es konnte gezeigt werden, dass nichtchirurgische Verfahren ähnliche Überlebensraten erzielen wie die vollständige Entfernung des Kehlkopfs. Sowohl die neoadjuvante Chemotherapie, gefolgt von konventioneller fraktionierter bzw. hyperfraktionierter Strahlenbehan­dlung für Chemotherapie-Responder, als auch die gleichzeitige Chemoradiation haben bei einer beträchtlichen Zahl von Patienten zur Heilung geführt und dabei den Kehlkopf erhalten.

Allerdings können akute und chronische Nebenwirkungen auftreten, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Deshalb sollte man die Fortschritte der minimal invasiven chirurgischen Techniken nicht außer Acht lassen. Es ist durchaus denkbar, dass eine primäre chirurgische Behandlung Vorteile bietet, die bei nichtchirurgischen Verfahren nicht möglich sind. Viel versprechend ist die partielle Laryngektomie mit adjuvanter Therapie. Die sorgfältige Patientenauswahl für das jeweilige Prozedere ist dabei entscheidend. (EH)

Quelle: Genden, EM: Recent changes in the treatment of patients with advanced laryngeal cancer, Zeitschrift: HEAD AND NECK, Ausgabe 30 (2008), Seiten: 103-110
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