Normales Blutbild durch Tyrosinkinase-Hemmer

Praxis-Depesche 23/2001

CML-Patienten profitieren von innovativem Therapieprinzip

Seit bekannt ist, dass das BCR-ABL-Protein eine wichtige Rolle für die Pathogenese der chronischen myeloischen Leukämie spielt, wurde ein spezifischer Inhibitor der zugehörigen Tyrosinkinase gesucht - und gefunden: Imatinib normalisiert das Blutbild und könnte die Überlebenschancen bei CML verbessern.

Hämatologen stellten im Rahmen eines Symposiums die im Laufe der Entwicklung des selektiven Tyrosinkinase-Inhibitors Imatinib mit Hilfe klinischer Studien gewonnenen Ergebnisse in der Behandlung von CML-Patienten vor. 83 Interferon-refraktäre Patienten mit CML in der chronischen Phase hatten an einer Phase-I-Dosiseskalierungsstudie teilgenommen. 53 von 54 Patienten sprachen ab einer oralen Imatinib-Dosis von 300 mg komplett hämatologisch an. Die Substanz wurde gut vertragen. Bei 38 CML-Patienten in myeloischer Blastenkrise wurden 300 bis 1000 mg/d Imatinib oral eingesetzt. 21 von 28 Patienten waren Therapie-Responder; vier dieser Patienten sprachen komplett hämatologisch an. Die bisherigen Therapieerfahrungen zeigen, dass unter Imatinib 91% aller CML-Patienten in der chronischen Phase innerhalb von elf Monaten ein normalisiertes Blutbild erreichen, bei 55% Leukämiezellen im Knochenmark deutlich reduziert sind und 29% der Patienten auch in der Blastenkrise längerfristig ansprechen. Als weitere vielversprechende Indikationen für Imatinib gelten inoperable gastrointestinale Tumoren (GIST) sowie die Philadelphia-Chromosom-positive akute lymphatische Leukämie (ALL). Endgültige Aussagen über verbesserte Überlebenschancen unter Imatinib sind von Langzeitstudien zu erwarten. (EJW)

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