Metastasiertes Prostatakarzinom | Praxis-Depesche 11-12/2018

Der Hyperkalzämie vorbeugen

Bei den meisten Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom entwickeln sich Knochenmetastasen. Gegen deren Folgen setzt man oft Antiresorptiva ein. Dabei droht eine Hypokalzämie.

Zu den skelettbezogenen Ereignissen (SRE) aufgrund von Knochenmetastasen gehören pathologische Frakturen, Rückenmarkskompression sowie die Notwendigkeit von Knochenbestrahlung (gegen Schmerzen) und chirurgische Interventionen. Solche Metastasen sind überwiegend osteoblastischer Natur, haben oft aber auch eine osteoklastische Komponente. Gegen letztere richtet sich die Gabe von Bisphosphonaten oder von Denosumab, zweier Substanzgruppen, die die Knochenresorption hemmen. Die Prävention gegenüber SRE ist zumindest für kastrationsrestistente Prostatakarzinome belegt.
Beide Ansätze gehen mit einem Risiko für Hypokalzämie einher, die lebensbedrohliche Grade annehmen kann. Experten aus Belgien raten, dieser Elektrolytstörung vorzubeugen. Das Risiko ist umso größer, je potenter das antiresorptive Medikament ist. Ein erhöhtes Risiko für Hypokalzämie besteht außerdem, wenn osteoblastische Metastasen vorliegen, bei Vitamin-D-Mangel und bei Niereninsuffizienz. Manchmal besteht schon vor der Medikation eine Hypokalzämie aufgrund einer Fehlfunktion der Nebenschilddrüsen. Für ein erhöhtes Hypokalzämie-Risiko sprechen auch hohe Werte von Knochenumsatz-Markern wie N-Telopeptid des Typ-I-Kollagens oder der knochenspezifischen alkalischen Phosphatase.
Bevor man mit Antiresorptiva beginnt, sollte man das Serum-Kalzium messen. Relevant ist das freie ionisierte Kalzium; deshalb müssen die Spiegel albuminkorrigiert bestimmt werden. Ein eventuelles Defizit ist vorab zu korrigieren. Während der Medikation ist die Supplementierung von Kalzium- und Vitamin D essenziell. Falls erforderlich, sind die Dosen im Verlauf zu erhöhen. Mit den Maßnahmen stellt man sicher, dass die antiresorptive Therapie nicht abgebrochen werden muss. WE
Quelle:

Body J-J et al.: Hypocalcaemia in patients with prostate cancer treated with a bisphosphonate or ... Urology 2018; 18: 81

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