Globale Krankheitslast durch mit der Arbeit assoziierte Erkrankungen

Praxis-Depesche 9-10/2020

Detailliertere Definition von Burn-out

Beruflicher Stress wird zunehmend als wesentlicher Faktor für Krankheiten und Störungen anerkannt, die Hauptbestandteile der globalen Krankheitslast darstellen. Eine detailliertere Definition von Burn-out wurde kürzlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die ICD-11 aufgenommen. Eine aktuelle Studie sieht neben der Arbeitsbelastung auch eine aus OCPD/APD resultierende Arbeitssucht als einen möglichen Faktor bei der Entstehung.
Eines der Symptome einer zwanghaften (anankastischen) Persönlichkeitsstörung (OCPD/APD) ist eine unangemessene Beschäftigung mit der Arbeit unter Ausschluss von Vergnügen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Eine zwanghafte Überarbeitung ist eng mit der Arbeitssucht verbunden, und OCPD/APD wurde daher als Hauptrisikofaktor für Burn-out dafür vorgeschlagen. OCPD/ APD ist die häufigste Persönlichkeitsstörung und scheint die höchsten direkten und indirekten medizinischen Kosten zu verursachen. Gleichzeitig ist es stark unterbesprochen, erinnern die Autoren.
Ihr Paper zeigt Lücken auf, die im Verständnis der Beziehungen zwischen Arbeitssucht, OCPD/APD, Burn-out und der globalen Krankheitslast im Rahmen des Plans der WHO zur Entwicklung evidenzbasierter Leitlinien für das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz bestehen.
Während sich die Weltgesundheitsorganisation auf Interventionen am Arbeitsplatz konzentriert, um das Burn-out-Risiko zu verringern, schlagen die Autoren vor, dass Schwachstellen wie der starre Perfektionismus, der der OCPD/APD zugrunde liegt und in Zusammenhang mit der Arbeitssucht steht, mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. NM
Quelle: Atroszko PA et al.: Work addiction, obsessive-compulsive personality disorder, burn-out, and global burden of disease: Implications from the ICD-11. Int J Environ Res Public Health 2020; 17(2): 660
ICD-Codes: F60.5

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